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Wege der Heilung: Rituale - Prozeduren der Kraft

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Aus der neuropsychologischen Forschung

In der dunklen Jahreszeit zünden wir uns eine Kerze an, umgreifen eine wärmende Tasse Tee und genießen den Duft eines Lebkuchens... Worin liegt die heilende Kraft dieser Rituale?

Von: Berthold Musselmann

Wege der Heilung, Teil 1

Worin nun liegt die Macht der Rituale, dass wir sie bei allen möglichen Gelegenheiten durchführen, dass wir sie bei allen wichtigen Anlässen vollziehen?

Die aktuelle neuropsychologische Forschung hat sich intensiv dem Thema Meditation und verschiedenen Formen der Konzentration und Versenkung gewidmet. Immer spielt hierbei der Bereich des Stirnhirns, der präfrontale Kortex, eine wichtige Rolle. Hier, wo der bewusste Wille und große Teile des „Ichs“, der menschlichen Persönlichkeit einen wichtigen Ursprungsort haben, wird bei Fokussierung des Bewusstseins auf kleine Aspekte der Wirklichkeit durch verschiedene Methoden, z. B. auch durch Hypnose, die Aktivität der Neuronen (Zellen des Zentralen Nervensystems) stark herabgesetzt. Das „Ich“ wird also partiell ausgeschaltet, „man“ wird unwichtig, fühlt sich eins mit der Umgebung, in besonders glücklichen Fällen mit dem Universum.

Heidi Salm, die in Heidelberg, aber auch überregional bekannte Körpertherapeutin, Mitbegründerin des Instituts für Familientherapie in Weinheim, die selbst noch viele der Größen der Familien- und Körpertherapie kennengelernt hat bzw. bei ihnen ihre Ausbildung genoss, hat sich über ihre vielen Berufsjahre immer wieder mit Ritualen beschäftigt und ihren Wert bei der Therapie kennengelernt.

Insbesondere bieten Rituale

  • klare Strukturen und Grenzen für Sicherheit und Balance, Feierlichkeit als Medium der Verinnerlichung und Einprägung, „Einverleibung“, d.h. sich Wichtiges zu eigen machen, z.B. auch, eine Therapie finden, die man schätzt, an die man glaubt und über längere Zeit durchhält
  • Zeit, um Sicherheit vor Bedrohung zu gewinnen
  • Konzentration auf das Wesentliche
  • eine entspannte, weil bekannte Wirklichkeit, in deren Rahmen auch Belastendes bewegt werden kann
  • die Möglichkeit, Widersprüche, Paradoxien, nicht Perfektes auszuhalten
  • die Gelegenheit, alle Kanäle einzuschalten und zu bedienen, nicht nur Sprache und/oder Ratio
  • Bewegungen für Bewegendes, Gesten als Ausdruck des sprachlich Unausdrücklichen, Inszenieren dessen, was ist.

Körperbewegungen haben szenische Bedeutung, sie stellen immer auch dar, sind „Theater“. Rituale finden sich in allen Bereichen des Glaubens, bei Berührung unter Menschen bis zur Heilung durch Handauflegen und in allen existentiellen Situationen, denen wir Menschen uns stellen müssen.

Mein Tipp für die Feiertage:

Suchen Sie und finden Sie vielleicht statt des nicht mehr ganz so originellen Rituals des Schenkens bis zum Exzess zu Weihnachten Ihr persönliches, für Sie stimmiges, erhellendes, erholsames, erquickendes, Ihre inneren Stärken zu Tage förderndes Ritual.

Führen Sie es täglich aus, modifizieren es, so wie es Ihnen gut tut und: Tun Sie es möglichst schlicht, es muss ja nicht immer die teure Ausrüstung sein, die glücklich macht.

Erhellende, erholsame, wirklich Kraft spendende Tage, in denen Weihnachten wieder werden könnte, was es mal sein sollte: Zeit, die tiefe, unverbrüchliche Verbindung zwischen uns, der Natur und unserer Spiritualität wieder herzustellen, Zeit, die eigenen Wurzeln zu pflegen, wo nötig, zu beschneiden und zu kräftigen „für einen neuen Austrieb“ wünscht

Ihr

Berthold Musselmann

Im nächsten Teil der "Wege der Heilung" geht es um "Demenz: Vision einer besseren Gesellschaft".