Gesundheit 2.0 – Teil I

© IKO - Fotolia.com
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Donnerstag, 01.09.2011, 17:53 Berthold Musselmann

Natürlich können wir Ärzte unseren Job tun, Kranken ein bisschen helfen und wieder in den Lebens- und Arbeitsprozess eingliedern, Kosten minimieren usw. und dabei einigermaßen überleben. Wollen wir aber eine solche eindimensionale Vorstellung von Heilkunst? Oder müssen wir als HeilerInnen in einer globalen Welt mit ihren Krisen des Lebensraums, der Ressourcen, der Zeit, des Raumes, des Sinns, der Finanzen, der Gerechtigkeit, der Demokratie nicht globaler denken und handeln?

Visionen einer Gesundheit auf höheren Ebenen

Natürlich kann uns als Ärzten das Treiben der Banken und der Neuen „Rechten“ egal sein, die antidemokratisch Milliardären und Millionären in die Tasche wirtschaftet und auch mit Hilfe der „Linken“ rund um die Welt Bürgerkriege heraufbeschwört und der Jugend die Zukunft nimmt, solange unsere Praxen noch so etwa funktionieren. Die Thatchers, Reagens, Bushs, Kohls, Sarkozys, Berlusconis, die Blochers, Haiders, Sarrazins und Westerwelles dieser Welt, die uns einfache Botschaften, klare Gegner, meist in Form von Fremden und Minderheiten, und einfache Weltsichten vermitteln und dabei doch die große Mehrheit des Volkes inklusive des Klientels rechts von der Mitte um ihre Lebensmöglichkeiten betrügen.

Dann dürfen wir uns nur nicht wundern, wenn immer schlechter bezahlte Arbeitskräfte depressiv, geburnoutet, sinnentleert ohne Perspektive in europäischen und Praxen auf der ganzen Welt sitzen. Dann bleiben wir Kurierer am Symptom, Pfuscher.

Uns als HeilerInnen bleibt nur Gesundheit 2.0 – Heilkunst muss ganzheitlich werden, Politik, Ökologie und Soziales einbeziehen, für Gerechtigkeit und Ausgleich unter den Menschen und für den Erhalt von Ressourcen für alle Arten dieser Erde kämpfen.

Geknechtete „Nutztiere“, aufgeputscht mit Antibiotika- und sonstigen Keulen, kehren als EHEC wieder. Klimaveränderungen als Neue Seuchen, rücksichtslose Ausbeutung als Verlust von Überlebensmöglichkeiten besonders für die Ärmsten der Welt, später auch für uns, Raubbau als Verlust von Lebensfreude, Sinn und Verantwortung füreinander. Maßlosigkeit, Selbstüberschätzung, Technikgläubigkeit ohne Selbstkritik und Energieverschwendung als Katastrophe wie in Hiroshima, Tschernobyl, Fukushima und den vielen anderen bekannten oder vertuschten Desastern der Technokraten.
Bereicherung auf Kosten der anderen Erdbewohner kehrt als Gewalt wieder, ob gegen Zentren der Finanzplätze wie New York, ob in Anschlägen auf der sonstigen Welt, die im Einzelnen blind und ungerecht sind, aber eine Folge unserer Gewalt und Ignoranz dem „Rest“ der Welt gegenüber.

Wirksame Heilkunst muss konservativ im Sinne von das gute Errungene bewahrend, nicht im Sinne überholter Werte wie grenzenlosem Wachstum auf Kosten der Mehrheit, liberal im Sinne des gleichen Freiheitsrechts für alle, nicht im Sinne von Freiheiten für Priviligierte sein, sozial im Sinne der Chancengleichheit für alle unter modernen Bedingungen, nicht im Sinne des Erhalts eines Bürgerbildes von vorgestern, ökologisch im demokratischen Sinne, im Sinne der Lebensfreude und nicht in bevormundendem Sinne ausschließlich aus dem Blickwinkel des Verzichts sein. Also: die medizinische „Große Koalition“ aller demokratischen Kräfte.

Auf denn, Doctorinnen und Dox, werdet politisch mit Augenmaß und lernt aus dem Zustand Eurer Patienten die tieferen Ursachen der Malaisen erkennen! Lasst uns einem entfesselten Bankensystem endlich Zügel anpassen, ökologisch-demokratische Marktwirtschaft statt hirnloser Raubbau. Mit gutem Willen ist – entgegen den destruktiven Botschaften vieler Medien, die fast nur über Katastrophen und Negatives berichten, statt endlich das Positive in den Vordergrund zu stellen und damit Amok und Terror kaltzustellen – eine Änderung und Kurskorrektur gemeinsam machbar.

Nie hatten wir so eine hohe Lebenserwartung wie heutzutage – Die alleine kann jedoch nicht das Ziel unseres Lebens und medizinischen Wirkens sein, unsere Pflicht ist, an kommende Generationen, an alle Lebensformen und an alle Lebensgenossen dieses Planeten zu denken.

Phytodoc mit einem Quentchen Phytattac kann ein Beitrag zu einer demokratischen Medizin sein so wie das Internet Element einer globalen Demokratie sein kann, nicht nur für Wutbürger aller Länder.

Naturheilkunde, die die besten Aspekte der wissenschaftlichen Medizin mit den Erfahrungen von Jahrtausenden verbindet, ist ein wichtiger Baustein einer Medizin der Zukunft.

Gesundheit 2.0 Teil II A

 

Ihr ganz kämpferischer

Berthold Musselmann

…ich empfehle nach so viel politischer Kost z.B. eine kleine Meditation als Hoffnungslosigkeits-Prophylaxe.

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