Qi Gong für innere Ruhe und mehr Energie im Alltag

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Donnerstag, 31.03.2011, 16:17 Martina R. Wagner

Die Silbe „qi“ kann mit Energie, Atem oder Lebensenergie übersetzt werden. Das Wort „gong“ steht für Üben, Arbeiten und beharrliches Arbeiten. Qi Gong ist deshalb „Arbeit an der Lebensenergie“, im einfachsten Sinne Gymnastik: es gibt kleine, sehr einfache Übungen, aber auch schwierige und sehr herausfordernde, die Koordination, Körper und Geist gleichermaßen fordern.

Die Vielfalt dieser „chinesischen Heilgymnastik“, die auch in Westeuropa und den USA als komplementäres Verfahren beispielsweise in der Tumorbehandlung eingesetzt wird, ist dabei enorm. Neben stillen, langsamen Übungen gibt es sehr schnelle und kraftvolle Variationen, die zu ganz unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden können: Gesunderhaltung oder Heilung sind ein häufiges Ziel, das durch Qi Gong gefördert werden soll, sportliche Ambition und Selbstverteidigung kann ebenso hinter Übungen stehen. Allen übergeordneten Zielen des Übenden unterliegt jedoch das gleiche Prinzip. Das „qi“, die Lebensenergie, soll durch „gong“, die Übung“ zum Fließen gebracht oder im Fließen gehalten werden. Leitbahnen der Energie sind dabei die Meridiane der Traditionellen Chinesischen Medizin. Durch sie wird das „qi“ in alle Bereiche des Körpers transportiert. Am ehesten nachvollziehbar erscheint dieses System, wenn man sich vorstellt, dass die Meridiane den Körper wie ein Netz durchziehen. In diesem Netz zirkuliert das „qi“ in einem ganz bestimmten Rhythmus und regt so den Fluß von Blut und anderen Körpersäften an.

Aus der Sicht der chinesischen Medizin ist dabei ein frei fließendes „qi“ von großer Bedeutung: es zeigt, dass der Mensch gesund ist und dass sein Organsystem gut arbeitet. Ein solcher Mensch ist strahlend, optimistisch und voller Tatendrang. Fühlt sich der Mensch demgegenüber kraftlos, fließt die Lebensenergie nach Sicht der chinesischen Medizin nicht ungehindert, bei Schmerzen spricht sie sogar vom einem Stau des „qi“.

Beim praktischen Üben werden Atem, Bewegung und die Imagination miteinander verbunden, was den sogenannten ganzheitlichen Charakter der Methode ausmacht. Qi Gong kann dabei von Menschen fast jeden Alters und Gesundheitszustands durchgeführt werden, da es Übungsvariationen im Sitzen, Stehen und Liegen gibt. Neben der körperlichen Gesunderhaltung zieht die gewissermaßen bewegend-meditative Selbstbeschäftigung eine Selbstbesinnung nach sich und führt so zu einem bewussteren Umgang mit sich und seiner Umgebung.

Regelmäßiges Üben läßt deshalb spürbar Wohlbefinden und Stimmung steigen, führt zu einem deutlichen Mehr an Gelassenheit und wird zu einer regelmäßigen „Kraftquelle“ im Alltag.

 

Text:

Hildegard Bohlig, Staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin, Lehrerin für Tai Chi Chuan und Qi Gong, Lorenz Wohanka, Diplom Psychologe.

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