Spagyrik

alejaeger © stock.xchng
alejaeger © stock.xchng

Freitag, 22.03.2013, 17:05 Daniela Haeffner

So geheimnisvoll wie der Begriff der Alchemie sind die Veränderungen, die spagyrisch transformierte Extrakte durchlaufen. Von Paracelsus wurde der Begriff „Spagyrik“ gebildet, der die griechischen Wörter „spao“ = „ich trenne“ und „ageiro“ = „ich verbinde“ verwendet, um den Veredelungsvorgang auch im Namen widerzuspiegeln.

Ursprung der Therapie

Alchemistische Heilweisen stammen aus dem alten Ägypten, schon vor 4000 Jahren wurde diese als höchste aller Wissenschaften geehrt. Noch im Mittelalter waren diese Methoden auch in Europa allgemein verbreitet. 

Hervorgegangen ist die Spagyrik aus dem Wissen um das „Stirb und Werde“, das in der Natur im Ablauf der Jahreszeiten, in jedem Wandlungsgeschehen zu beobachten ist. Und auch der Mensch ist diesem ständigen Transformationsprozess unterworfen. Am deutlichsten sichtbar wird dies in einer Erkrankung. Wenn ein alter Zustand so nicht mehr zu halten ist, – sozusagen als sichtbarstes Zeichen eines abgelaufenen Lebensabschnittes oder einer Blockade – wird der Mensch krank. Im Heilwerdungsprozess transformiert sich der Mensch in einem neu begonnenen Lebensabschnitt in eine neue Gesundheit.  In dieser Sichtweise kann auch der Tod, der ja immer auch möglich ist, als Heilung betrachtet werden

Was ist Spagyrik?

In der Traditionellen Abendländischen Medizin nimmt neben der Heilkunde der Hildegard von Bingen die Spagyrik von Paracelsus (1493 – 1541) einen hervorragenden Platz ein.

In 5 Entien (Seinszustände) sieht Paracelsus die 5 Haupteinflüsse von Krankheiten. Dies sind das Ens Astrale (die Gestirnseinflüsse), das Ens Veneni (durch den Körper aufgenommenes „Gift“), das Ens Naturale (Vorherbestimmung; Konstitution), das Ens Spirituale (Einfluss der „Geister“) und das Ens Dei (Unmittelbarer Einfluss Gottes).

Jede Erkrankung sei auf eine dieser Ursachen zurückzuführen. Daneben wird alles Sein auf die 3 der Spagyrik zugrunde liegenden Prinzipien (Tria Prinzipia) zurück geführt. Das sind als Sal,-  die materielle Grundsubstanz, der Körper,- Sulfur, -das Wesenhafte, die Seele,- und Mercurius - der Lebensspender, das Geistige. Diese 3 Prinzipien entstammen der alchemistischen Geheimsprache und sind nicht identisch mit den chemischen Elementen. Die Pflanzen werden im Sal-Prinzip durch Veraschung und Lösung transformiert, treten im Sulfur-Prinzip mit der Destillation unverändert aber getrennt in flüchtige und nicht flüchtige Stoffe  - also Trennung von Mercurius und Sulfur - in den neuen Zustand über und werden schließlich im Mercurius-Prinzip durch Gärung transformiert.

Neben den rein pflanzlichen Spagyrika gibt es auch solche, die wie in der anthroposophischen Heilkunde im Merkurischen Prinzip mit einem Metall oder Mineral verbunden werden. Auch gibt es Monopräparate aus Mineralien oder Metallen. In der Pflanzenessenz wird am Ende des Transformationsprozesses der mineralische Grundgehalt der Pflanze aus der Veraschung mit der Blütenessenz wiedervereinigt.

So sagt die spagyrisch fermentierte und dann veraschte Pflanze gleichsam: Ich bin für dich den Weg gegangen, heile du dich nun mit mir, in dem du deinen Zersetzungsprozess annimmst. Ich war deine Krankheit. Im Gegensatz zur Phytotherapie weist die Spagyrik so verstanden in die Zukunft in eine neue Gesundheit.

Daneben werden teilweise auch spagyrische mit phytotherapeutischen Essenzen und homöopathischen Potenzen verbunden, um so alle Ebenen eines Heilungsgeschehens anzusprechen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden

CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Noch keine Kommentare
  • Seien Sie der erste, der einen Kommentar hinterlässt