Bowen Therapie
Einleitung
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Heilpraktiker Tobias Hauser (Leiter des Deutschen Zentrums für BowenTherapie DZBT), Renata Seward (Heilpraktikerin) und dem Team von PhytoDoc.
Die Bowen-Therapie geht zurück auf den Australier Thomas A. Bowen (1916-1982). Er kam u. a. durch den bekannten Physiotherapeuten Ernie Saunders mit neuen Formen der manuellen Behandlung in Berührung. Bowen entwickelte darauf aufbauend eine eigene Technik. Einige seiner Griffe decken sich mit Akupunkturpunkten der Traditionellen Chinesischen Medizin. Ob er jedoch Kenntnis davon hatte, ist nicht bekannt.
Zunächst behandelte er in seinem direkten Umfeld, sodann aber zunehmend mehr Menschen. Sportler, behinderte Menschen und Kinder behandelte Tom Bowen häufig auch unentgeltlich. Als die Erfolge sehr groß wurden, eröffnete er eine Praxis. Sein guter Ruf verbreitete sich in kürzester Zeit. Seine Praxis avancierte zu einer der bekanntesten in Australien mit einem offiziellen Behandlungsstand von 13.000 Menschen pro Jahr (1973).
Bowen war mit dieser Art der Behandlung in Australien zu seiner Zeit wohl recht einmalig, denn er setzte zu hundert Prozent auf die Selbstheilungskräfte, die durch die Therapie aktiviert werden.
Bowen hat leider seine Arbeit nie direkt unterrichtet. Weltweit gibt es verschiedene Interpretationen seiner Arbeit. Die heutigen Versionen berufen sich auf die Beobachtungen und Befragungen mehrerer Therapeuten, die ihn über die Jahre begleiten durften. Ein wesentliches Problem dabei ist, seine Intuition in „lehrbare Konzepte“ umzusetzen.
Bewertung
Die Bowen-Therapie gehört zu den Reiz-Regulationstherapien. Ein durch den Therapeuten gezielt gesetzter Reiz soll die Selbstregulation und die Selbstheilung in Gang setzen. Betätigungsfeld sind Muskel und Gelenkbeschwerden. Es könnte auch sein, dass die Wirkung auf psychische/psychosomatische Beschwerden und die Regulation innerer Organe erstreckt. In diesem Sinne ist es ein ganzheitliches Therapieverfahren.
Wie jedoch bei vielen der neueren, sanften Therapien liegt bislang noch keine „allgemeine wissenschaftliche Anerkennung“ vor, es sind aber bereits einige sehr kleine Studien dazu erschienen:
- Migräne: 79% positive Entwicklungen
- Karpaltunnelsyndrom: 5 von 6 Fällen gebessert
- Schultersteife („Frozen Shoulder“-Syndrom): 67% Besserungen (Kontrollgruppe: 50%)
- Restless Leg Syndrom: Besserung bei 5 von 5 Fällen (Kontrolle: keine Besserung)
- psychosomatische Effekte: Reduktion in Anspannung, Depression, Ärger, Müdigkeit, keine Änderung der Muskelspannung, reduzierte Herzrate.
Sicht der Forschung
Die Theorie, dass es zur Rehydratation von lokal begrenzt dehydrierten Muskelfasern kommt, ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Reflex-Regulationsmechanismen des Körpers sind in der Forschung aber bekannt und unbestritten. Dass diese Wirkung auch von der Bowen-Therapie ausgeht, ist sehr wahrscheinlich.
Wegen des Studiendesigns (Kontrollen, Verblindung) und der geringen Anzahl der Teilnehmer werden die vorhandenen Untersuchungen nur als Hinweise auf eine mögliche positive Wirkung gewertet. Die gesetzlichen Krankenkassen warten auf valide Wirknachweise und finanzieren die Therapie nicht.
Sicht der Patienten
Die Methode ist sanft und findet bei Patienten eine hohe Akzeptanz. Die Reaktion auf die Behandlung wird oftmals sehr tiefgehend und manchmal schnell und überraschend erlebt.
Sicht der Therapeuten
Am besten und schnellsten sprechen Muskel-Skelettprobleme auf die Behandlung an, neurologische Symptome reagieren sehr langsam. In der Regel hält die Wirkung lange an, bei chronischen und organischen Leiden sind begleitende Sitzungen notwendig, die den Zustand erhalten. Die Leiden können nicht immer geheilt werden, in der Mehrzahl der Fälle ist eine spürbare und anhaltende Besserung zu verzeichnen. Thomas Bowen selbst erzielte eine Erfolgsrate von 88%.
-
Astrid El-Hagge
60320 Frankfurt -
Renata Seward
60311 Frankfurt -
Angelika Bertram
53721 Siegburg Kaldauen -
Julia Weitzenegger
72108 Rottenburg am Neckar -
Diana Schmedes
51065 Köln -
Monika Müller-Amenitsch
12109 Berlin
- Rückenschmerzen und Wirbelsäulenproblemen jeglichen Ursprungs (sei es haltungsbedingt, durch Skoliose, Überbelastung, Ischiasprobleme, Bandscheibenvorfälle - auch akute Fälle)
- Verspannungen und so genannte Myogelosen (besonders im Bereich Schulter/Nacken)
- Arthrosen in den verschiedenen Gelenken und bei Hüftschmerzen funktioneller und struktureller Art (vor und nach Hüft-Operationen)
- Traumata wie „Schleudertrauma“ (HWS=Halswirbelsäulen-Distorsion)
- Beschwerden der oberen Extremitäten wie Tennisarm, Karpaltunnel-Syndrom, Schulterbeschwerden (Kalkschulter)
- Beschwerden der unteren Extremitäten, insbesondere der Füße, wie Schiefstellung der Großzehe (Hallux valgus), Hammerzehen, Knöchelverletzungen, Knieschmerzen, Beinlängendifferenz und anderes
- Lymphstauungen
- Blockaden des Darmbein- Kreuzbein- Gelenks, Schmerzen am Steißbein,
- Menstruationsbeschwerden, PMS und urologische Beschwerden wie Inkontinenz, Schmerzzustände während der Schwangerschaft und nach der Entbindung
- Schmerzzustände: Fibromyalgie, rheumatische Beschwerden, Neuralgien, Kopfschmerzen, Migräne
- Kiefergelenksprobleme
- Tinnitus
- Probleme der Atmung, Asthma, Brustenge
- Verdauungsbeschwerden
- Stoffwechselerkrankungen: Entgiftung (Niere, Milz)
- Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS), vegetative Dysbalance
Anwendung findet die Bowen-Therapie auch begleitend zur Schulmedizin bei Parkinson, bei durch HIV geschwächten Patienten und Multiple Sklerose.Prophylaktisch hat sie sich bei regelmäßiger Anwendung als hervorragende Gesundheitsvorsorge und entwicklungsbegünstigend bei Heranwachsenden erwiesen.
