Eigenbluttherapie

Einleitung

Die Eigenbluttherapie gehört zu den Reizkörpertherapien, welche die Regulationsfähigkeit des Körpers anregen sollen. Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten etwas Blut abgenommen und an anderer Stelle wieder in einen Muskel oder die Haut eingespritzt. Behandelt werden akute und entzündliche Vorgänge sowie chronischen Erkrankungsverläufe.

Die Eigenbluttherapie ist noch relativ jung. Sie fand etwa zu Beginn des 20. Jahrhundert Eingang in die Medizin. Nach 1950 wurde die Methode unpopulärer, da die Antibiotika sie verdrängte. Die Eigenbluttherapie hat sich aber bis heute in der alternativen und ganzheitlichen Medizin gehalten.

Bewertung

Die Eigenbluttherapie, Eigenblutbehandlung auch „Autohemotherapie“ genannt, gehört zu den am häufigsten angewanden „nicht schulmedizinischen Methoden“. Sie wird von den praktizierenden Anhängern als eine einfache, nicht belastende und kostengünstige Methode angesehen. Allerdings wird in Bezug auf die „Wirtschaftlichkeit" der Methode kritisiert, dass die Behandlung nicht vom Patienten selbst durchgeführt werden kann (wie dies bei einer Medikamententherapie der Fall wäre).

Studien zur Wirksamkeit der Eigenbluttherapie
Es wurden zwar nach modernen Regeln neue Hypothesen über die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie aufgestellt, der Nutzen ist aber bis heute nicht eindeutig belegt. Die vorliegenden Studien sind nicht immer positiv:

Eigenbluttherapie und Herzerkrankungen
Eine große Doppelblind-Studie testete die Eigenbluttherapie an 2.426 Patienten, die unter einer Herzinsuffizienz litten. Dabei zeigte sich ein eindeutiger Effekt: Die Therapie kann bei Patienten mit Herzinsuffizienz der Stärke 2 (NYHA-II*) die Zahl erstmaliger stationärer Aufnahmen um 39%, sowie das allgemeine Sterberisiko um 26% vermindern.

*Keine Herz-Beschwerden bei normalen täglichen körperlichen Belastungen. Bei höheren Belastungen kommt es zu leichten (IIa) bis mittleren (IIb) Beschwerden. Die Leistungsfähigkeit der Patienten ist daher eingeschränkt.

Eigenbluttherapie bei Morbus Bechterew
Eine Untersuchung der Eigenbluttherapie bei Morbus Bechterew an älteren Männern in einer Rehabilitationseinrichtung war nicht erfolgreich, was aber am Design gelegen haben könnte. Die Eigenbluttherapie erfolgte parallel zu einer intensiven physikalischen und krankengymnastischen Behandlung und zeigte keinen zusätzlichen Effekt.

Eigenbluttherapie und Erkältung
Eine Studie bewertete die Eigenbluttherapie zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten als wirkungslos.

Eigenbluttherapie und die Bewertung der Therapeuten
Nach einer Befragung von 165 Ärzten, war die Eigenbluttherapie am effektivsten bei chronischen und akuten Infekten, sowie Befindlichkeitsstörungen (Erschöpfung, Klimakterium). Hier sprachen mehr als Zweidrittel der Patienten an (etwa 70%). Weniger gut war der Erfolg bei Hauterkrankungen, Allergien, Entzündlichen Prozessen. Immerhin konnte in der Hälfte der Fälle eine gute bis sehr gute Reaktion verzeichnet werden. Leider sind die von den Anwendern beschriebenen positiven Effekte auf das Krankheitsgeschehen nicht statistisch geprüft oder wissenschaftlich untermauert.

Fazit
Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Eigenbluttherapie bei verschiedenen Erkrankungen oder einzelnen Personen eine Besserung bewirkt wie bei akuten Erkrankungen oder schlecht abklingenden akuten, subakuten und entzündlichen Zuständen.

Die AOK und die Ersatzkassen übernehmen die Kosten für eine Eigenbluttherapie nicht, nach dem Grundsatz: keine Ausgaben für ein Verfahren, dessen medizinische Wirksamkeit nicht bewiesen ist. Private Kassen bezahlen die Eigenbluttherapie teilweise.

Anwendungsgebiete und Erkrankungen
Therapeut
Eigenbluttherapie
Alle Therapeuten dazu anzeigen
  • Allergien (Heuschnupfen, Asthma bronchiale)
  • Arthrose, „Wirbelentzündung“ (Spondylarthritis, Morbus Bechterew)
  • Bluthochdruck
  • depressive Verstimmung
  • eitrige Zustände
  • Ekzem, atopisches
  • Kontaktallergie
  • Erschöpfung und Rekonvaleszenz
  • Geschwüre, Ulcus cruris, „offene Beine“
  • Hautentzündungen: Akne, Furunkel, Herpes
  • Herzbeschwerden, Angina pectoris
  • Infektanfälligkeit, chronische Infekte, Abwehrschwäche
  • Infektionen, chronische: Atemwege (Lungenentzündung), Bronchien (Bronchitis, Asthma bronchiale), Geschlechtsorgane, Harnwege,
  • Klimakterium
  • Krebserkrankungen
  • Lymphsystem, belastetes
  • Magen-Darmbeschwerden: Magenschleimhautentzündung, Zwölffingerdarmgeschwür, Magengeschwür
  • Menstruationsbeschwerden
  • Migräne
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Neurodermitis
  • rheumatische Erkrankungen Gelenk- und Weichteilrheumatismus
  • entzündliche Erkrankungen (Colitis Ulcerosa)
  • Schuppenflechte