Lymphdrainage

Lymphdrainage
© Dr. Ulrich Herpertz
Lymphödeme beider Beine, vorne Lymphologische Kompressionsbandage, hinten Behandlung mit Manueller Lymphdrainage. © Dr. Ulrich Herpertz

Ablauf

Die Behandlung erfolgt entweder ambulant oder stationär.

Die ambulante Behandlung ist bei leichtgradigen Ödemen oder als Erhaltungstherapie nach einer stationären Behandlung ausreichend. Da das Lymphödem meist eine chronische Erkrankung ist, muss die ambulante Behandlung über eine lange Zeit ausgeübt werden.

Einmal pro Woche bis einmal täglich, je nach Ödemgrad und Stadium.

Die Behandlungsdauer beträgt 30-60 Minuten, je nach Schweregrad der Erkrankung.

Eine Bandagierung ist ambulant normalerweise nicht erforderlich, wenn die Patienten elastische Strümpfe tragen.

Eine stationäre Behandlung ist bei schwergradigen Ödemen notwendig, da meist noch eine Ödemreduktion möglich ist. Eventuell sind mehrere stationäre Behandlungen hintereinander erforderlich. Die Behandlungen werden als Reha-Maßnahmen in lymphologischen Fachkliniken durchgeführt (Adressen unter „Links“).

Stationäre Behandlungen sind auch angezeigt bei Ödemen mit Geschwürbildung (Ulzerationen), bei Komplikationen oder wenn die ambulante Behandlung keine ausreichende Verbesserung erzielt.

Stationäre Behandlungsdauer je nach Schwere des Falles zwei bis sechs Wochen, dabei erfolgt die MLD-Therapie täglich ein- bis zweimal zu je 40-60 Min. mit einer anschließenden Bandagierung (auch am Wochenende). Vor Entlassung wird üblicher Weise eine optimale Bestrumpfung für die nachstationäre Behandlung angepasst. Diese übt mechanischen Druck auf das Gewebe aus und verringert auf diese Weise den Ausstrom von Flüssigkeit ins Bindegewebe.

ergänzende Maßnahmen

zur Physikalischen Ödemtherapie

Ergänzende Therapien:

  • Enstauungsgymnastik, zur Förderung des Lymphabflusses
  • MLD-Eigenbehandlung, zur Förderung des Lymphabflusses
  • Eigenbandagierung als Gegendruck gegen den Ausstrom von Flüssigkeit
  • Atemgymnastik
  • Hochlagerung, um der Schwerkraft entgegenzuwirken
  • Kühlung bei Hitze
  • Hautpflege zur Vermeidung von Geschwüren
  • Patientenschulung über Verhaltensregeln beim Lymphödem
Anwendungsgebiete und Erkrankungen
Therapeut
Lymphdrainage
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Anwendungsgebiete für die physikalische Ödemtherapie sind noch weitere Ödeme:

  • Phlebödem = Venöses Ödem: Durch das Versagen der Klappen in den Venen (z.B. bei Krampfadern, Thrombosen und Venenentzündungen). Das Phlebödem tritt meist an den Beinen auf.

  • Traumatisches Ödem: Es entsteht durch Verletzungen (Prellungen, Quetschungen, Verdrehungen und Brüche), meist mit begleitendem Bluterguss.     

  • Ödem bei Sudeck-Syndrom = Vasovegetatives Ödem: Dieses sehr schmerzhafte Ödem an Hand und Fuß entsteht durch Mangelernährung des Gewebes infolge schmerzbedingter Fehlregulation der Nerven (komplexes regionales Schmerzsyndrom = CRPS).
  • Inaktivitätsödem = Lähmungsödem: Durch fehlende Muskelbewegung wird die Lymphe mangelhaft gebildet und transportiert.

  • Ischämisches Ödem: Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) im vorgeschrittenen Stadium entsteht durch Sauerstoffmangel eine erhöhte Durchlässigkeit der Kapillaren, die zu einer Wassereinlagerung führt.
  • Entzündliche Ödeme: Bei rheumatischen Erkrankungen, Kollagenosen, chronischen Ekzemen und anderen Hauterkrankungen, Verbrennungen und durch Strahleneinwirkung entwickeln sich entzündliche Ödeme.

  • Diuretika-induziertes Ödem: Über mehrere Wochen nach dem Absetzen von falsch eingenommenen Entwässerungsmitteln (Diuretika) kann ein generalisiertes Spannungsgefühl durch Wassereinlagerungen bestehen.

Nur Frauen betreffende Ödeme:

  • Lipödem = Fettödem: Schmerzhaftes Fettgewebe, welches sich meist an Beinen und Gesäß bildet. Seltener findet man es an den Armen. Meist ist dieses Leiden mit Fettsucht kombiniert. In diesem Fall ist die Gewichtsabnahme wichtiger als die physikalische Therapie.
  • Orthostatisches Ödem: Diese Form des Ödems ist eine Schwellneigung der Beine, welche bei längerem Stehen auftritt und über Nacht wieder verschwindet.
  • Idiopathisches Ödem: Lage- und Tageszeitabhängig wechselt die Spannungssymptomatik am ganzen Körper. Die Ursache ist eine erhöhte Durchlässigkeit der Haargefäße (gesteigerte Kapillarpermeabilität).
  • Schwangerschaftsödem: Durch Umstellungen verschiedener Hormone und des Stoffwechsels kommt es zu Ödemen während der Schwangerschaft. Ödeme können aber auch durch Nierenerkrankungen in der Schwangerschaft bedingt sein.

Links zu den Erkrankungen, bei denen Lymphdrainage helfen kann