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Hitzewallungen

Frau leidet unter Hitzewallungen durch die Wechseljahre.
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Hitzewallungen: Das hilft

Hitzewallungen sind häufige Wechseljahresbeschwerden bei Frauen, es kann aber auch eine Erkrankung dahinter stecken. Wir haben Tipps, was Sie selbst tun können und wann Sie zum Arzt müssen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wie äußern sich Hitzewallungen?

Die Hitzeschübe beginnen im Brustbereich und weiten sich dann wellenförmig über die Oberarme, den Hals bis zum Kopf aus. Oft begleitet von Herzrasen und einem allgemeinen Unbehagen. Die Haut rötet sich, der Schweiß bricht aus und anschließend kehrt sich das Ganze um: man fängt an zu frieren.

Dauer und Häufigkeit ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich. Meist dauert die Hitzewelle ein paar Minuten; sie kann mehrmals am Tag auftreten ( von drei bis 15-mal am Tag wird berichtet). 

Eine Hitzewallung kann aber auch nachts unvermittelt erscheinen und so zu Schlafstörungen führen. 

Warum kommt es zu Hitzewallungen?

Eine der häufigsten Ursachen für Hitzewallungen sind die Wechseljahre bei der Frau (aber auch Männer leiden darunter). 

Die beschriebenen Beschwerden treten bei Frauen in erster Linie durch Mangel an Östradiol und Progesteron auf, aber auch viele andere Hormone und Hormonsysteme spielen dabei eine Rolle, die durch die Wechseljahre (Fachbegriff Klimakterium) beeinflusst werden. Warum der Körper verrückt spielt, wird verständlich, wenn man die mannigfachen Aufgaben der Hormone – die ja dann fehlen – bedenkt. Die „Wohlfühl-Hormone" Östradiol und Progesteron sind für verschiedenste immens wichtige Körperprozesse zuständig.

Es kann aber auch eine Erkrankung dahinter stecken, wie

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Bluthochdruck
  • Krebs
  • Allergien
  • Diabetes, Schweißausbrüche sind dann ein Symptom von Unterzuckerung

Oder andere Auslöser wie

  • Medikamentennebenwirkung
  • Aufregung oder Nervosität.

Wann zum Arzt?

Wenn die Hitzewallungen besonders stark sind und Sie belasten oder um Hitzewallungen als Ursache von anderen Erkrankungen auszuschließen.

Wie lange dauern Hitzewallungen?

Sie beginnen ein paar Jahre vor der Menopause (das ist die Zeit der letzten Regelblutung) und dauern ein paar Jahre an. Hitzewallungen nehmen im Verlauf der Wechseljahre ab und verschwinden wieder ganz, sobald die hormonelle Umstellung abgeschlossen ist. Nach circa vier bis fünf Jahren sollte das Thema Hitzewallungen abgeschlossen sein. Es kann aber auch länger dauern.

Was hilft bei Hitzewallungen?

  • Sie können über Ihren Lebensstil eine Menge selbst beeinflussen. Mehr dazu hier >
  • Unterstützend können auch einige Heilpflanzen sehr gut helfen. Mehr dazu hier >
  • Besprechen Sie mögliche Therapien mit Ihrem Arzt, der bei stärkeren Beschwerden Medikamente oder eine Hormontherapie verschreiben kann. Mehr dazu hier >

Hitzewallungen: Wie entstehen sie?

Die einfache Erklärung lautet: die kleinen Blutgefäße in der Haut werden plötzlich weitgestellt, so dass mehr warmes Blut durch die Haut fließt. Dies wird als Hitzewallung wahrgenommen.

Das passiert im Körper

Das Gehirn bemerkt den Mangel an Östrogenen und versucht durch eine Steigerung seiner Hormonproduktion doch noch einen Eisprung auszulösen. Es kommt zu einer Steigerung des follikelstimulierenden (FSH) und des luteinisierenden (LH) Hormons. FSH und LH wirken durch die extreme Höhe, die sie nach der letzten Regel oft erreichen, höher als die Spiegel junger Frauen beim Eisprung, wie ein extremer Stimulator der Wärmeproduktion (im Thalamus, einer Hirnregion, befindet sich das Thermoregulationszentrum). Eigentlich gedacht ist dies zur Aktivitätssteigerung und für günstigere Bedingungen der Fruchtbarkeit/Schwangerschaft.

Die Hitzewallung stellt also eine überschießende Antwort auf die Erregung des Wärmezentrums dar. Anschließend nimmt der Körper die Überhitzung wahr und steuert mit Schwitzen dagegen. Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind also zwei Seiten derselben Medaille.

Diagnose: Abklärung beim Arzt

Um sich ein genaues Bild von den Beschwerden und den möglichen Ursachen zu machen, erfolgt zunächst die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Hinter Hitzewallungen können verschiedene Erkrankungen stecken. Ist die Hitzewallung eine Beschwerde der Wechseljahre, so erfolgt diese Einschätzung des Arztes aufgrund einer „Ausschlussdiagnose“, d.h., erst wenn durch verschiedene Untersuchungen sicher ist, dass keine anderen Ursachen oder Erkrankungen dahinter stecken, kann das Klimakterium als Verursacher identifiziert werden. Anschließend kann dann nach ausführlichem Gespräch und Klärung Ihrer Fragen, eine Behandlung eingeleitet werden.

Was hilft bei Hitzewallungen?

Sie können über Ihren Lebensstil (Ernährung, Entspannung, Bewegung/leichter Sport) eine Menge selbst beeinflussen. Unterstützend können auch Heilpflanzen wie Traubensilberkerze, Rhabarber oder Salbei helfen.

In schwereren Fällen hilft eine Hormonersatztherapie. Wenn diese richtig angewandt wird, nämlich über die Haut, mit natürlichem Östrogen und regelmäßiger Kontrolle der Hormonspiegel, ist sie nebenwirkungsarm und sehr erfolgreich.

Mehr zur Hormonersatztherapie >

Auch andere Medikamente können in Betracht gezogen werden, wobei viele Frauen eine natürliche Behandlung wünschen, so dass pflanzliche Arzneimittel einen hohen Stellenwert haben.

Heilpflanzen bei Hitzewallungen

Traubensilberkerze ist der Klassiker

Die Traubensilberkerze wird häufig bei Wechseljahresbeschwerden mit Stimmungsschwankungen eingesetzt. Auch bei Schweißausbrüchen und Hitzewallungen konnten deutliche Effekte erzielt werden. Man sollte jedoch zu standardisierten Fertigarzneimitteln (Tabletten) greifen. Sie sind höher dosiert als Tees.

Als Hormon steigert die Traubensilberkerze das Thromboserisiko nicht. Bei schweren Lebervorschäden ist es allerdings nicht das richtige Produkt.

Rhapontik-Rhabarber/Sibirischer Rhabarber

Produkte aus Rhapontik-Rhabarber schnitten in klinischen Studien über Wechseljahre erfolgreich ab. Gebessert hatte sich der Zustand bei Zweidritteln der Probandinnen, vor allem die somato-vegetativen und psychischen Symptome wie Hitzewallungen und Ängstlichkeit, bei vergleichsweise guter Verträglichkeit.

Salbei bei Hitzewallungen

Der Trockenextrakt aus Salbeiblättern kann bei starkem Schwitzen auch in den Wechseljahren zur Reduktion der Schweißbildung eingesetzt werden, so berichtet es die Tradition. Eine kleine Vorstudie belegt die Wirkung an Frauen in der Menopause tatsächlich: Gegeben wurde eine Tablette aus frischen Salbeiblättern pro Tag. Nach 8 Wochen hatten die Hitzewallungen deutlich abgenommen, die schweren Anfälle sogar um 100 %.

Hitzewallungen: Welcher Tee hilft?

Eine kleine Glastasse mit Salbeitee ist zu sehen, in der Tasse steckt eine Salbeiblüte.
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Salbei kann natürlich auch als Tee gegen Schweißausbrüche getrunken werden (die Tabletten wirken aber stärker).

Hierzu einen Teelöffel Salbeiblätter (ungefähr 1 - 1,5 Gramm pro Tasse) mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen und 10 Minuten lang ziehen lassen. Von diesem Tee täglich 2-3 Tassen trinken.

Die schweißhemmende Wirkung des Salbeitees kann aber auch als enttäuschend erfahren werden. Man kann den Salbeitee daher höher dosiert aufbrühen (3 gehäufte Teelöffel Salbeiblätter pro Tasse), um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Hier ist allerdings darauf hinzuweisen, dass magenempfindliche Patienten die starke Dosierung nicht gut vertragen. [23]

Arztsuche: Therapeuten mit Schwerpunkt Wechseljahre finden

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Was hilft im Alltag?

Zwiebellook bei der Kleidung: Wenn man mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander trägt, kann man im Bedarf leicht eine Schicht ablegen. Unter Baumwolle entsteht kein „Hitzestau“ wie unter Kunstfasern und Schweiß wird gut aufgenommen. Auch Funktionswäsche kann helfen.

Übrigens: Raucherinnen leiden vermehrt unter Hitzewallungen. 

Auch Stress verstärkt das Schwitzen, so dass Methoden zum Stressmanagement und Entspannung Hitzewallungen vermindern können.

Bestimmte Lebensmittel können Schweißausbrüche fördern oder reduzieren.

Welche Lebensmittel begünstigen Hitzewallungen?

Hitzewallungen können verstärkt werden durch:

  • scharfes Essen
  • zu heißes Essen
  • Kaffee und Tee
  • Alkohol

Welche Lebensmittel können Hitzewallungen reduzieren?

Vorstudien lassen vermuten, dass sich Hitzewallungen und Depressionen mit Omega 3-Fettsäuren aus Fisch lindern lassen.

Auch Leinsamen kann helfen. Er enthält Lignane, die eine östrogenartige Wirkung haben. So oder so wird sich auf jeden Fall Ihr Darm bedanken. 

Auch eine basenbetonte Ernährung kann hilfreich sein

Hitzewallung: Welcher Sport?

Doktor Blatt

Heilpraktikerin Elke Kilzer, mit Praxis in Essen, empfiehlt: Optimal sind 15 Minuten am Tag, am besten bei Tageslicht an der frischen Luft, das kann schon ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause sein. 1 bis 2 mal pro Woche sollte der Sport etwas länger und anstrengender sein. Bei ausgeprägter Neigung zu Schweißausbrüchen sind Schwimmen und Aqua Jogging sehr angenehm.

Es gilt: mäßig, aber regelmäßig!

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Abdali K. et al.: Effect of St John's wort on severity, frequency, and duration of hot flashes in premenopausal, perimenopausal and postmenopausal women: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Menopause. 17(2):326-31, 2010
  2. Aidelsburger P. et al.: Alternative methods for the treatment of post-menopausal troubles. GMS Health Technol Assess. 2012;8: Doc03. doi: 10.3205/hta000101. Epub May 7, 2012
  3. Amato P. et al.: Effect of soy isoflavone supplementation on menopausal quality of life. Menopause.; Epub, 2012 Dec 3.
  4. Bierbach, E. (Hrg.): Naturheilpraxis Heute, 3. Auflage, Urban - Fischer Verlag, München-Jena, 2006
  5. Bleil, ME. et al.: Psychological stress and reproductive aging among pre-menopausal women Hum Reprod; 27(9): 2720-2728, 2012
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  10. DeLellis Henderson, K. et al.: Predictors of the Timing of Natural Menopause in the Multiethnic Cohort Study; Am J Epidemiol. 167(11): 1287-1294, 2008
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  13. Hagens, C.: Mit Komplementärmedizin gegen Hitzewallungen & Co – ein Update. Der Gynäkologe/3, 176-182, 2013
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  23. Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 7. Auflage, München 2018
  24. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 4. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2010
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  26. Wagner, H., Wiesenauer, M.: Phytotherapie, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2003
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