Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Husten

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, sollte man sich beim Husten die Hand vor den Mund halten.

Husten: meist Symptom einer Erkältung

Husten kann unterschiedliche Beschwerden auslösen, es kann ein quälender Reizhusten sein oder die Atemwege sind verschleimt. Gegen beide Beschwerden helfen zahlreiche Heilpflanzen, ganz ohne Nebenwirkungen. Besonders vielseitig wirken Thymian und Efeu. Eukalyptus punktet mit ätherischen Ölen bei verschleimtem Husten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Von: PhytoDoc Redaktionsteam

Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit des dreiköpfigen Redaktionsteams. Er wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, medizinischen Fachliteratur erstellt und mit viel Leidenschaft und Expertise für die Naturheilkunde ergänzt. Dabei obliegt die fachliche Endprüfung dem ärztlichen Leiter Dr. med. Berthold Musselmann.

Quellen ansehen >

Warum husten wir?

Husten an sich ist keine eigenständige Krankheit, sondern lediglich ein Symptom. Die Reizung der Atmungsorgane löst diesen natürlichen Reflex aus. Bei Erkältungen und Asthma ist der Husten ein stetiger Begleiter, aber auch die Irritation der Lunge durch Rauchen oder Schadstoffe in der Luft kann diesen Reiz auslösen. Wie Sie einen harmlosen Husten mithilfe von Heilpflanzen und anderen Naturheilverfahren auskurieren können und wann Sie unbedingt den Arzt aufsuchen sollten, erfahren Sie hier!

Das steckt dahinter

Der Körper versucht durch das Husten also Fremdkörper und Schleim zu entfernen. Aber auch Eindringlinge wie Viren und Bakterien reizen die Schleimhaut und lösen Husten aus.

Meist produzieren die Bronchien bei einer Reizung vermehrt Schleim. Er umschließt die Fremdkörper und die Flimmerhärchen der Bronchien bewegen sie dann zum Ausgang. Das geht sehr langsam vonstatten. Husten ist hier viel effektiver. In der Tat ist Husten eine starke Waffe: Beim Hustenstoß erreicht der Luftstrom Geschwindigkeiten weit über 100 km/h.

Häufigkeit

Husten ist sehr häufig, in der Regel wird man dadurch aber nicht arbeitsunfähig.

Viele Formen von Husten sind ansteckend (Keuchhusten, Erkältung, Tuberkulose, Lungenentzündung). Hier kann eine Isolierung des Patienten angebracht sein.

Personen mit Grunderkrankungen sollten sich vorbeugend gegen Grippe, Keuchhusten und Pneumokokken impfen lassen, Kinder auch gegen das Influenzabakterium Hämophilus influenzae.

Bei einigen chronischen Formen kann sich die Entwicklung oftmals nur nach einer Verhaltensänderung bessern (Rauchen, Staubexposition, Tierhaltung).

Ursachen

Husten ist ein Symptom für eine Erkrankung.

Besonders häufig tritt er begleitend zu folgenden Erkrankungen auf:

  • Infektionserkrankungen (Erkältung, Lungenentzündung, Keuchhusten, Tuberkulose)
  • Rauchen, Schadstoffe, Staub, Smog
  • Asthma

Seltener ist Husten eine Folge von:

  • Abwehrschwäche, Immunsuppression
  • Allergien
  • Autoimmunerkrankung
  • Feuchtigkeit und Kälte
  • Haustieren (Ornithose, Papageienkrankheit)
  • Herzerkrankungen (Linksherzinsuffizienz)
  • Infarkt (Lungenembolie)
  • Krebs (Bronchialkarzinom)
  • Lungenerkrankungen (Lungenfibrose, Aleveolitis, Kollagenose)
  • Magenerkrankungen (Reflux)
  • Medikamenten (Blutdruckmittel: ACE-Hemmer, Betablocker, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen: Amiodaron)
  • Mukoviszidose
  • psychosomatische Ursachen
  • Schimmelbefall in der Wohnung
  • Sinusitis: chronische Entzündung der Nebenhöhlen
  • Überreaktion der Bronchien

Symptome

Am häufigsten sind virale Erkältungen Auslöser von Husten. Der Mediziner spricht dann von katarrhalischen Erkältungskrankheiten. Dazu kommen meist auch unterschiedlich stark ausgeprägte Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schweißneigung, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Erkrankung bessert sich meist nach einer Woche und heilt in der Regel folgenlos ab.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Der Verlauf des Hustens richtet sich nach der Grunderkrankung.

Bei gesunden Personen ist die Prognose in der Regel gut. Langjährige Raucher haben allerdings schlechte Karten. Die Risiken steigen bei Personen mit Vorerkrankungen und bei alten Menschen.

Komplikationen

Patienten mit bestehenden Lungenerkrankungen oder bettlägerigen Personen droht eine Lungenentzündung. Lungenentzündungen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen.

Bei Herzerkrankungen führt Husten zu einer zusätzlichen Belastung der Herz-Kreislauffunktion.

Asthmatiker leiden bei Erkältung oft unter gehäuften schweren Anfällen.

Raucher entwickeln über die Jahre eine chronische Bronchitis und sind für weitere Folgeerkrankungen gefährdet (chronisch obstruktive Bronchitis, Lungenentzündung, Karzinom)

Formen

Man unterscheidet zwischen

  • akutem Husten unter 8 Wochen und
  • chronischem Husten über 8 Wochen.
  • anfallsweiser Husten (Asthma bronchiale)

Die Schwere der Erkrankung kann ganz unterschiedlich sein. Diese Erkrankungen gehören in ärztliche Behandlung:

  • Pseudokrupp: Erkrankung im Bereich des Kehlkopfes
  • chronisch obstruktive Bronchitis: lang anhaltende Entzündung mit einer Verlegung der Atemwege durch Schleim
  • Asthma bronchiale: Atemnot durch Verengung der Luftwege, der Anfall beginnt mit Husten, die Ausatmung ist erschwert und es kommt zu pfeifenden Geräuschen
  • obstruktives Lungenemphysem: Überdehnung des Lungengewebes mit Zerstörung der Lungenbläschen mit zunehmender Schwächung des Atemeffektiviät.
  • Lungenabszess: Eiteransammlung in der Lunge mit absterbendem Lungengewebe
  • Schwere Allergien: Entzündliche Veränderungen der Lunge (Alveolitis)
  • Tumore von Lunge und Bronchien
  • Lungenembolie: Verstopfung (Thrombose) in einem Gefäß der Lunge

Unproduktiver vs. produktiver Husten?

Je nachdem, ob Schleim produziert wird oder nicht, spricht man von

  • unproduktivem (trockenem) Reizhusten und
  • produktivem Husten mit Schleimauswurf


Trockener Reizhusten...

...Tritt meist zu Beginn einer Infektion auf.

...Geht mit häufigen Hustenanfällen einher.

Durch einen Virusinfekt werden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt und die Schleimhäute trocknen aus. Diese reagieren gereizt, was durch das Husten noch einmal verstärkt wird. Je trockener die Schleimhäute desto stärker der Drang zu husten.

Die meisten Atemwegserkrankungen beginnen mit einem trockenem Reizhusten, einige äußern sich nur durch den Trockenhusten.

Produktiver Schleimhusten...

..Folgt häufig auf einen trockenen Reizhusten, da als Gegenreaktion übermäßig Schleim produziert wird, um die angegriffenen Schleimhäute zu befeuchten.

Das Abhusten ist eine körpereigene Abwehrreaktion, da die krankheitsauslösenden Erreger auf diesem Wege ausgeschieden werden. Daher ist ein aktives Abhusten hilfreich (produktiv), um die Erkrankung schneller loszuwerden.

Diagnostik

Wann zum Arzt

Wenn der Husten länger als zwei Wochen anhält, bei Schmerzen im Brustkorb, Brustenge und Atemnot - sollte man einen Arzt aufsuchen. Desgleichen bei Blutbeimengungen. Ist der Auswurf gelblich-grünlich verfärbt, kann dieser ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein. Gelber Schleim zeigt überwiegend harmlose Bakterien an, die auch beim Gesunden die Atemwege besiedeln. Auch hier ist eine sorgfältige Beobachtung notwendig. Bei Säuglingen kann Husten zu Atemstillstand und Pseudokrupp führen. Keuchhusten beeinträchtigt unter Umständen die Entwicklung von Kleinkindern und kann auch beim Erwachsenen wegen des hartnäckigen Hustens sehr lästig sein.

Was Sie vom Arzt erwarten können

Besonders wichtig ist hier auch die Krankengeschichte. Sie kann wichtige Hinweise auf die Ursache geben (Allergie, Staubbelastung, Vogelhaltung, Raucher). Auch von Vorerkrankungen sollte der Arzt wissen, da eventuell Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sind.

Die Beschaffenheit des Schleims (Farbe, Geruch, Menge, Zähigkeit) kann erste Anhaltspunkte über die Erkrankung liefern. Gegebenenfalls kann der Schleim im Labor auf Bakterien oder Tumorzellen untersucht werden.

Lunge und Atemgeräusche werden abgehört. Dabei wird besonders auf pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche oder auch auf die Herzgeräusche geachtet.

Gegebenenfalls wird eine Röntgenaufnahme von Oberkörper gemacht und die Lungenfunktion überprüft. Mit Hilfe der Spirometrie wird mit einem Sensor der Luftstrom beim Atmen gemessen. Der Atemwegswiderstand ist ein wichtiger Parameter bei der Diagnose von Asthma.

Bluthusten ist immer genau diagnostisch abzuklären. Neben infektiösen Erkrankungen (Tuberkulose, Lungenentzündung) kann auch eine Krebserkrankung die Ursache sein. Bei älteren Personen ist auch an Herzerkrankungen oder Infarkte zu denken. Dann kann eine Herzuntersuchung (EKG) notwendig sein.

Schulmedizin

Die medizinische Behandlung richtet sich in der Regel nach der Grunderkrankung. Ansonsten werden die Symptome behandelt:

Sekretolytika (Ambroxol oder Acetylcystein) lösen den Schleim bei produktivem Husten. Die Wirkung ist umstritten, sie können bei chronischer und chronisch obstruktiver Bronchitis jedoch sinnvoll sein. In bestimmten Situationen mit starker Sekretbildung kann der Schleim auch abgesaugt werden. Bei trockenem Husten werden hustendämpfende Mittel (Antitussiva) eingesetzt.

Entzündliche Reaktionen kann man mit Antihistaminika oder Kortikosteroiden kontrollieren.

Anstrengung, Aufregung, reizende Gase, Allergene u.a. Faktoren können bei Asthma bronchiale Atemnot auslösen. Hier verschreibt der Arzt oft Betamimetika und zur Lösung von Krämpfen in der Muskulatur Bronchospasmolytika. Auf längere Sicht setzt man Glukokortikosteroide ein.

Bei akutem Sauerstoffmangel wird die Atemluft mit Sauerstoff angereichert.

Infektiöse bakterielle Lungenerkrankungen werden antibiotisch versorgt. Dabei sollte aber vorher abgeklärt werden, um welchen Keim es sich handelt (Bakterien, Mykobakterien, Pilze, Parasiten).

Schmerzlindernde Medikamente (Parazetamol) sind nur gelegentlich notwendig.

Achtung: Auswurffördernde Mittel und Antitussiva dürfen nicht gemeinsam angewendet werden!

Viele Asthmatiker reagieren auf ASS (Aspirin), Nicht Steroidale Entzündungshemmer (NSAR) oder Betablocker mit einem Anfall.

Menschen die husten, benötigen eine besonders intensive Betreuung wenn Sie Vorerkrankungen bzw. chronischen Erkrankungen haben, wie

  • Erkrankungen der Atmungsorgane
  • Nierenerkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Diabetes
  • kardiale Erkrankungen (Herzerkrankung)
  • Immundefekte

Heilpflanzen

Husten kann ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die gezielt gegen bestimmte Erscheinungen wirken. Besonders vielseitig sind Thymian und Efeu.

Trockener Reizhusten: einhüllend

Ursache für trockenen Reizhusten ist eine gereizte Schleimhaut. Verschiedene Heilpflanzen haben eine einhüllende und dämpfende Wirkung auf den Hustenreiz („Mucilaginosa“). Sie beruhigen auch die Auswurfaktivität der Schleimhaut:

Trockener Reizhusten: antientzündlich

Entzündungen der Schleimhäute sind nicht nur schmerzhaft, sie erzeugen außerdem oft Hustenreiz. Bei Entzündung der bronchialen Schleimhaut kann man auch Pflanzen mit antientzündlichen Wirkstoffen nehmen:

Verschleimung (produktiver Husten): Schleimlösung erleichtern

Bei zähem, schwer abgehendem Schleim ist es sinnvoll, für eine Verflüssigung zu sorgen und den Abtransport zu fördern:

ätherisches Öl enthaltende Pflanzen:

Eukalyptus-, Fenchel-, Fichten-, Kiefernnadel-, Minz-, Pfefferminzöl, Quendelkraut, Sternanisfrüchte, Thymiankraut, Campher, Griechischer Bergtee.

Saponin-haltige Pflanzen:

Efeublätter, Hohlzahnkraut, Primelwurzel, Schlüsselblumenblüten, Seifenwurzel, Süßholzwurzel, Königskerze

Bitterstoffhaltige Pflanzen wie Andorn:

Die Arzneipflanze des Jahres 2018 verflüssigt den Schleim und erleichtert so das Abhusten. Dabei regen die Bitterstoffe die Wassersekretion in der Bronchialschleimhaut auf indirektem Weg durch eine Nervenreizung im Magen an. Den genauen Wirkmechanismus erläutert Prof. Wink im Heilpflanzenprofil des Andorn.

Verschleimung: keimhemmend

Schleim soll die Schleimhaut schützen. Doch einige Mikroorganismen haben sich auf das Überleben im Schleim spezialisiert. Sie führen zu den gefürchteten „Sekundärinfektionen“.

Gegen Infektionen mit krankmachenden Keimen kann man sich mit keimhemmenden Pflanzen zur Wehr setzen:

  • Efeublätter: Extrakt
  • Thymiankraut: Fluidextrakt oder Tee
  • Propolis - Zubereitungen: im Mund/Rachen einwirken lassen (z.B. auf Zuckerwürfel geträufelt und langsam zergehen lassen, schlucken)
  • Salbeiblätter, Tee oder Extrakt: gurgeln, trinken
  • Brunnenkresse, Kapuzinerkresse: Fertigpräparate
  • schwarzer Rettich, Meerrettich: einnehmen

Krampfhusten: gegen Hustenreiz

Besonders nachts kann Husten quälend sein und nicht nur den Kranken wach halten. Hier nimmt man Mittel, die den Hustenreflex unterdrücken (so genannte Antitussiva):

Früher verwendete man dazu Opiumalkaloide aus dem Schlafmohn (Codein und Noscapin). Das Mittel war wirkungsvoll, wird aber wegen der hohen Suchtgefahr heute nicht mehr so häufig eingesetzt. Auch heute noch wird mit Codein Missbrauch getrieben.

Immunstärkend: vorbeugend und begleitend

Zur Stärkung des Immunsystems können begleitend eingenommen werden:

Herzstärkend

Husten ist mitunter ein Hinweis auf ein schwaches Herz (Lungenstauung). Präparate mit Weißdorn stärken die Kontraktionskraft und das Schlagvolumen des Herzens. Herzbeschwerden lassen sich so lindern.

Was sonst noch hilft

Für jede Art von Husten gibt es die richtige Heilpflanze. Darüberhinaus gibt es weitere Wege aus der Naturheilkunde, den Husten zu stoppen, wie zum Beispiel durch eine geeignete Ernährungstherapie oder durch physikalische Therapien.

Ernährung

Um die Verflüssigung des Schleims zu unterstützen, sollte man viel Hustentee trinken (1,5 bis 2 l). Das fördert auch die Befeuchtung der Schleimhäute bei trockenem Reizhusten.

Bei Bronchitis stellt sich oftmals auch Appetitlosigkeit ein. Die Ernährung sollte leicht sein und reich an frischem Obst und Gemüse.

Süß ist erlaubt

Die Geschmacksknospen der Zunge, die auf „süß“ reagieren, fördern auch die Sekretion der Bronchien. Hustentees und Säfte dürfen und sollen daher gesüßt werden, am besten mit Honig.

Achtung: Milch fördert die Verschleimung!

Naturheilverfahren bei Husten

Physiotherapie, Atemtherapie

Patienten mit chronischem Husten können bestimmte Atem-, Räusper- und Hustentechniken erlernen. Sie erleichtern den Auswurf. Des Weiteren unterstützt eine Brustkorbgymnastik die Entschleimung.

Good Vibrations

Brummen bei vorgehaltener Hand erzeugt Schwingungen im Brustkorb, die den Schleim lockern und den Auswurf erleichtern. Schwingungen können auch durch vorsichtiges Abklopfen oder Massagegeräte ausgelöst werden.

Günstig wirkt jede Form von Bewegung, am besten leichte Ausdauersportarten wie Wandern und Radfahren. Dabei ist zu beachten, dass die Belastungsgrenze nicht überschritten wird. Besonders bei bettlägerigen und schwachen Patienten ist darauf zu achten, dass sie sich trotzdem etwas bewegen und des Öfteren bewusst tief atmen um alle Lungenabschnitte zu belüften.

Über den Darm behandeln

Husten/Asthma kann einen allergischen Auslöser haben. Die Lunge ist entwicklungsgeschichtlich ein Anhängsel des Darms und ist daher auch mit dem Darmkanal verbunden. Hier kann eine Überprüfung der Ernährung notwendig werden. Die Komplementärmedizin sieht als Ursachen von Asthma häufig auch eine Störung der Darmflora und behandelt durch Darmsymbioeselenkung.

Ordnungstherapie

Damit die Hustentherapie anschlagen kann, sollte man zusätzlich für optimale Bedingungen sorgen:

  • keine Schadstoffe (wie Rauchen, Staub, Lösungsmittel oder Smog)
  • frische Luft und Bewegung an der Sonne
  • trockene Heizungsluft meiden (Luftbefeuchter)
  • häufig Lüften (kurz aber heftig)
  • Unterkühlung vermeiden
  • reichlich trinken (2 Liter pro Tag)

Physikalische Therapie

Wärme

Bei chronischer Bronchitis ist Wärme wohltuend. Heiße Wickel können im Bereich der Brust und des Rückens aufgelegt werden. Man nimmt hier Heublumensäcke, Senfmehl, Kartoffelbrei. Auch ein Saunabesuch, etwa 1-2 mal die Woche, hilft beim Entschleimen und regt das Immunsystem an.

Achtung: Bei akuter Bronchitis bzw. akuten Erkältungen ist Sauna nicht sinnvoll, da sie hierbei eher schwächt und Herz und Kreislauf belastet.

Inhalationen

Einreibungen oder Inhalationen mit ätherischen Ölen lösen den Hustenkrampf und fördern das Abhusten. Inhalation von heißen Dämpfen kann auch die Vermehrung von Erkältungsviren hemmen.

Es werden zum Inhalieren auch Ultraschallgeräte angeboten, welche die Luft mit feinsten Tröpfchen (Aerosole) anreichen. Hier können Medikamente oder einfaches Kochsalz zugesetzt werden, um die Entschleimung zu unterstützen.

Achtung: bei Säuglingen und kleinen Kindern sind ätherische Öle nie im Bereich des Gesichts anzuwenden! Nur Präparate verwenden, die auch für die Alterstufe geeignet sind!

Wärme und Kälte

Bei Infektanfälligkeit empfiehlt sich eine abhärtende Therapie mit warmen und kalten Wasseranwendungen.

Achtung: nur in den anfallsfreien Phasen!

Balneotherapie/Kur

Bei chronischem Husten ist ein Kuraufenthalt in reiner oder salzhaltiger Luft zu empfehlen. Es eignen sich mildes Seeklima oder Sole-Anlagen in Mittelgebirgsklima. Empfohlen wird Natriumhydrogencarbonat- und Natriumhydrogenchlorid-haltiges Heilwasser.

Ab- und ausleitende Verfahren

Die traditionelle Medizin behandelt Bronchitis und Asthma mit Schröpfen der Nackenzone oder des Brustbereichs. Dadurch sollen die Beschwerden gelindert werden sowie Schadstoffe ausgeleitet werden.

Ist eine Immunschwäche Ursache für Hustenanfälligkeit, kann in den infektfreien Zeiten eine Baunscheidt-Behandlung des Rückens durchgeführt werden. Dabei wird die Haut verletzt und reizendes Öl eingerieben.

Behandlung bei Husten: Naturheilkunde und Hausmittel

Bei einfachem Husten sind meist eine Inhalation, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine Behandlung mit Phytotherapie ausreichend. Sie sollte möglichst früh beginnen. Nur bei chronischem Husten oder obstruktiver Bronchitis müssen neben der Phytotherapie auch andere Maßnahmen eingesetzt werden..

Strategie gegen Husten:

  • Bei trockenem Reizhusten werden Mittel verwendet, die den Reiz auf der Schleimhaut lindern und den Hustenreflex unterdrücken.
  • Ist der Husten mit schleimigem Auswurf begleitet, helfen Präparate, die den Schleim verflüssigen.
  • Um zu verhindern, dass es zu einer Zweitinfektion mit Bakterien kommt, nutzt man Mittel, die die Immunreaktion fördern oder keimhemmend wirken.
  • Am Wichtigsten bei Husten ist: Auslöser meiden (Rauchen, Staub) und Grunderkrankung bekämpfen.

Homöopathische Mittel bei Husten

Zaunrübe (Bryonia): Husten schmerzhaft, trocken und hart. Schleim ist zäh. Beim Husten kommt es zu Würgen und Erbrechen

Metallisches Kupfer (Cuprum metallicum): Hustenanfälle lang anhaltend, heftig, krampfartig, Krampfhusten mit Erstickungszeichen, Keuchhusten, Zusammenschnüren der Brust

Khellin (Ammi visnaga): spastische Bronchitis, Krampfneigung, entspannend

Lobelie (Lobelia inflata): nächtliche Hustenanfälle mit Angst, Atemnot bei Anstrengung

Carbo vegetabilis: Husten mit kaltem Schweißausbruch gefolgt von Erschöpfung und Schwäche, Atemnot.

Ätzkalk (Causticum): Husten in Folge von Grippe oder Erkältungen, Wundgefühl in der Brust, Schleim kann nicht hoch gehustet werden.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Inhalieren

Hierzu wird heißes Wasser in ein Inhalationsgerät gefüllt, dessen Dampf ruhig und tief ein- bzw. ausgeatmet wird. Sollte kein Gerät vorhanden sein, können Sie klassisch zu Topf oder Schüssel und Handtuch greifen. Geben Sie nach Belieben etwas Salbei oder andere ätherische Öle hinzu. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da Verbrühungsgefahr herrscht. Auch sollte bei der Wahl eines ätherischen Öls auf die reizende Wirkung geachtet werden. Kinder nicht ohne Aufsicht lassen und keine reizenden Stoffe verwenden.

Zwiebelsaft

Der Saft der Zwiebel wirkt aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle und Flavonoide antientzündlich und keimabtötend, Honig enthält Antioxidantien, Mineralstoffe und Vitamine. Am einfachsten ist es, eine Zwiebel aufzuschneiden und mit Honig zu vermengen. Der entstehende Saft kann gelöffelt werden.

Ansonsten...

..viel trinken! Insbesondere Kräutertees und Wasser. Ein heißes Bad wird ebenso empfohlen. Hier können Sie ätherisches Öl hinzugeben, am besten vorher mit einem Emulgator (z. B. Sahne oder Milch) vermischen und ins Wasser geben.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen

Literatur

  1. Baenkler, H.-W., et al.: Innere Medizin, Duale Reihe, Sonderausgabe, Thieme-Verlag, Stuttgart, 2001
  2. Baumann, P., Homöopathie- homoeopathisch.de, Stand August 2009
  3. Bierbach, E. (Hrg.): Naturheilpraxis Heute, 3. Auflage, Urban - Fischer Verlag, München-Jena, 2006
  4. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: DEGAM-Leitlinie Nr. 11: Husten, Düsseldorf 2008 Stand: 01/22
  5. Hildebrandt, H. (Leitung): Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, de Gruyter, Berlin, New York, 1996
  6. Kochen, M. M. (Hrsg.): Allgemein- und Familienmedizin, MLP - Duale Reihe, 2. Auflage, Hippokrates, Stuttgart, 1998
  7. Peter F. Matthiessen, P. F., (Autor), Malte Bühring, M. (Hrsg.), Fritz H. Kemper, F. H. (Hrsg.), Loseblattsammlung, Springer, aktualisiert, 2002
  8. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2007
  9. Wagner, H., Wiesenauer, M.: Phytotherapie, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2003
x
Bitte deaktivieren Sie Ihren Adblocker!
Um unsere hochwertigen Artikel schreiben und bezahlen zu können, sind wir auf Werbeeinnahmen angewiesen.
Wir zeigen aber keine nervige Werbung und legen Wert auf eine Ausgewogenheit zwischen informativem Text und Werbebannern.
Probieren Sie es aus. Danke und weiterhin viel Erkenntnis beim Surfen auf PhytoDoc!