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Wechseljahre

Fröhlich durch die Wechseljahre zu kommen ist möglich!

Wechseljahre verstehen und natürlich behandeln

Was im Körper während der Wechseljahre passiert und wie Naturheilkunde, Heilpflanzen, Ernährung und Hormontherapie bei der Behandlung helfen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wechseljahre verstehen: Die wichtigsten Fakten

Die Jahre vor und nach der letzten Regelblutung (Menopause) werden als Wechseljahre bezeichnet (Fachbegriff Klimakterium). Die Wechseljahre sind also der Übergang von der Lebensphase, in der Frauen Kinder bekommen können, hin zu der Phase, in der kein Eisprung mehr erfolgt und daher eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist – inklusive der anschließenden Jahre danach. 

Wie lang ist die Dauer? Dieser Zeitraum dauert 10 bis 15 Jahre, ist aber individuell sehr unterschiedlich.

Die Zeit des Wechsels bedeutet für viele Frauen nicht nur gesundheitlich eine Veränderung, oft ist auch eine Um- und Neuorientierung im Leben der Frau damit verbunden. Empfunden wird diese Phase von den Frauen sehr unterschiedlich. Für Einige ist es eine Befreiung, andere sind niedergeschlagen und fühlen sich alt. In diesem Wechseljahre-Special erfahren Sie, wann, wie und warum sich Körper und Seele in den Wechseljahren verändern, welche natürlichen Hilfen es gibt, wie der aktuelle Wissensstand zur Hormontherapie ist und wie Sie neues Selbstbewusstsein gewinnen können.

Wie viele leiden unter den Wechseljahren?

Für etwa 30 % der Frauen sind die Wechseljahre ohne Beschwerden, ein weiteres Drittel leidet unter starken Symptomen, die behandelt werden müssen. Der Rest der Frauen empfindet zwar eine Einschränkung der Lebensqualität, doch kommen sie durchaus damit zurecht.

Wechseljahre der Frau: Ab wann beginnen sie?

Bei den meisten Frauen beginnen die Wechseljahre zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.

Wechseljahre: Wann letzte Blutung?

In Deutschland kommt der Großteil der Frauen mit 51 in die so genannte Menopause. Soweit die Statistik und davon gibt es bekanntlich immer Abweichungen. Bei manchen Frauen hört die Periode schon im Alter von 45 oder früher auf. Andere erleben die Menopause erst mit Mitte 50. Ein Jahr nach der Menopause (letzte Regelblutung) folgt die Postmenopause.

Wie zeigt sich der Beginn?

Die Monatsblutungen ändern ihre Charakteristik. Die Zyklen sind anfangs oft kürzer, später oft länger. Es kann zu Zwischenblutungen kommen. Manchmal häufen sich auch die Regelbeschwerden (Unterleibsschmerzen) oder prämenstruelle Anzeichen wie Reizbarkeit, Migräne und Wassereinlagerungen nehmen zu. Anfangs bleibt vor allem der Eisprung aus, was zu starken Abfällen des Gelbkörperhormons (Progesteron) führt mit entsprechenden Symptomen wie Herzrasen, Bluthochdruckphasen, Unruhe, Angst, schlechte Stimmung und Grübeln, Schlafstörungen, Blähungen, Schwellungen an Armen, Beinen und im Gesicht.

Ursachen: Was passiert da im Körper?

Schon bei der Geburt sind im Eierstock etwa 400.000 Eizellen angelegt. Theoretisch würde das für unzählige Jahre reichen, doch mit der Zeit nimmt die Zahl der Eizellen ständig ab, bis schließlich alle aufgebraucht oder zurückgebildet sind. Dies passiert auch deshalb, weil die Eizellen, angelegt in der Embryonalzeit, einfach zu alt und genetisch geschädigt sind. Das reife Ei im Eibläschen, das während des Zyklus der Frau entsteht, ist Produktionsort von Östrogen. Dieses wird später nach dem Eisprung, also im gesprungenen Follikel (dem Gelbkörper) zum Ort der Progesteronproduktion. 

Wenn aus Mangel an Eizellen die Eierstöcke keine Eizellen mehr freisetzen, dann gibt es keinen Eisprung mehr und ergo nimmt auch die Produktion der Sexualhormone (Progesteron und Östrogen) ab. In der frühen Phase der Wechseljahre nimmt vor allem die Progesteronmenge ab.

Wie kommt es zu Wechseljahrsbeschwerden?

Wie können Wechseljahre behandelt werden?

In weiser Voraussicht: Vorbeugung

Mit dem neuen Lebensabschnitt wird die Vorbeugung ein wesentlicher Faktor für eine anhaltende Lebensqualität. Der Naturheilkunde liegt Sport und Bewegung ganz besonders am Herzen. Von körperlicher Aktivität profitieren alle Bereiche des Körpers – nicht nur Knochen, Muskeln und Gelenke sondern auch Herz und Kreislauf, sogar die Psyche und das Gehirn! Das kann die Beschwerden in den Wechseljahren deutlich reduzieren.

Aber auch Osteoporose im Klimakterium ist und bleibt ein Dauerthema. Die beste Therapie bei der Osteoporose ist, es gar nicht so weit kommen zu lassen: Am wichtigsten sind dafür Vitamin D, Östrogen (Hormontherapie der Wechseljahre), Sonne, Bewegung an der frischen Luft, Zufuhr von Calcium, Kraftsport und Übung der Fein- und Grobmotorik (Koordination).

Knochendichtemessung gibt Aufschluss

Ab einem Alter von 50 bis 55 empfiehlt sich zumindest einmal im Leben eine vorsorgliche Knochendichtemessung, um die vorhandene Knochenmasse zu dokumentieren. Später können diese Daten zum Vergleich herangezogen werden. Daneben kann man Auf-, Ab- und Umbau des Knochens mit Hilfe verschiedener Laborparameter messen.

Wechseljahre: Zu welchem Arzt?

Erste Anlaufstelle sollte Ihr Hausarzt sein. Er wird, hoffentlich, die Symptome der Wechseljahre genauer erfragen und überhaupt auf diese Idee kommen. Nach Erfahrung unseres Ärztlichen Leiters Dr. med. Musselmann ist aber dieses Wissen oft nicht vorhanden oder die Symptome werden als allgemein und nicht relevant angesehen. Sehr traurig, wenn man den Grad an Leiden bedenkt, der das Leben vieler Frauen (und auch Männer) über 50 überschattet.

Durch breites Unwissen bei Fachärzten werden viele, vorwiegend durch Hormonmangel bedingte Anzeichen häufig mit anderen Ursachen als mit der Perimenopause assoziiert. So irren die leidenden Frauen im Medizinsystem herum und bekommen viele lediglich symptomdämpfende Medikamente mit jeder Menge Nebenwirkungen. Das sieht dann häufig so aus: der Kardiologe gibt Betablocker & Co ( wegen „Bluthochdruck“, Schwankungen des Blutdrucks sind häufig im Klimakterium), der Orthopäde/Rheumatologe behandelt Gelenkschmerzen mit Schmerzmitteln, der Psychiater oder Psychotherapeut seelische Tiefs und sexuelle Störungen mit Psychopharmaka, der Urologe Blasenbeschwerden mit Antibiotika, der Gastroenterologe Bauchbeschwerden psychosomatisch usw.

Doch auch die meisten Hausärzte sind dafür fachlich nicht ausreichend qualifiziert und schlicht überfordert, weil sie wegen der schlechten Vergütung der so wichtigen „Basismedizin“ zu viele Patienten behandeln müssen, um zu überleben. Es fehlt auch die Zeit, private Sprechstunden abzuhalten, in denen dann Zeit vorhanden wäre, solche komplexeren Behandlungsanlässe adäquat und in Ruhe zu behandeln.

Diagnose: Sind es Wechseljahre?

Hinter der Fülle der Wechseljahrsbeschwerden können aber auch unzählige Erkrankungen stehen, die diagnostisch abgeklärt werden müssen. Daher ist die Diagnose „Klimakterische Beschwerden“ eine „Ausschlussdiagnose“, d.h., erst wenn sicher ist, dass keine anderen Ursachen oder Erkrankungen dahinter stecken, kann diese „Diagnose“ (eigentlich ist das Klimakterium keine Krankheit) gestellt werden und dann nach ausführlicher Aufklärung eine Behandlung eingeleitet werden.

Insbesondere müssen Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Änderung der Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten, partnerschaftliche Krisen und andere Hinweise auf einen psychosomatischen Ursprung der Symptome, chronische Erkrankungen der Leber, der Niere uvam., Entzündungen, Magen-Darm-Störungen, Depressionen (primäre, nicht sekundäre durch das Abfallen der körpereigenen Hormone), Vitaminmängel, Osteoporose-auslösende Krankheiten, Krebs oder hormonproduzierende Tumoren (sehr selten) ausgeschlossen werden.

Es ist aus Erfahrungen in der Praxis die Kombination der geschilderten Erscheinungen samt der Zyklusanomalien, die die Diagnose im Alltag doch relativ einfach stellen lässt.

In fraglichen Fällen kann die Konzentration bestimmter Hormone im Blut bestimmt werden (Östrogenabfall und Abfall des Gelbkörperhormons Progesteron, Anstieg des follikelstimulierenden Hormons). Ein neuer Parameter ist das Anti-Müller-Hormon. Es gilt zurzeit als der genaueste Parameter für den Stand der Umstellung.

Behandlung der Wechseljahre: Vielfältige Auswahl

Es gibt eine ganze Palette an hilfreichen Therapien je nach Gusto und auch persönlichem Einsatz (bewusste Ernährung, Bewegung/Sport). Bei den Heilpflanzen stehen Ihnen Traubensilberkerze und Sibirischer Rhabarber zur Seite, aber auch die Hormontherapie ist mittlerweile rehabilitiert – wenn sie korrekt erfolgt und der Arzt die Hormonspiegel währenddessen regelmäßig kontrolliert.

In der Zeit des Wechsels wird ein achtsamer Umgang mit sich selbst immer wichtiger. Strategien zur Verbesserung der Lebensqualität während der Zeit der Wechseljahre müssen mehrere Schwerpunkte haben.

Dazu gehören vor allen Dingen: eine gesunde Ernährung und die tägliche Kalorienaufnahme sollte dem etwas geringeren Bedarf angepasst werden (> Mehr: Warum nehme ich nicht ab?)

Zur Osteoporoseprophylaxe und zur Stärkung des Wohlbefindens ist Bewegung sehr wichtig.

Frau in den besten Jahren mit geschlossenen Augen legt eine Entspannungspause ein.

Aber auch Ruhe und Entspannung dürfen nicht zu kurz kommen. Ruhepausen sollten in den Alltag integriert und beachtet werden. Stress schwächt nicht nur das Immunsystem und die Nerven, sondern auch unsere Nebennieren. Aber diese übernehmen in den Wechseljahren einen Teil der versiegenden Hormonproduktion der Eierstöcke und laufen deshalb auf Hochtouren. Hier entschärft ein etwas geruhsamerer Alltag das Geschehen erheblich.

Wechseljahre: Was hilft pflanzlich?

Ist die Lebensführung für die Bedürfnisse des Körpers im Klimakterium optimiert und es bleiben lästige Symptome, kommen folgende Heilpflanzen zur Therapie in Frage, wobei die Wirkung einer korrekten Hormonbehandlung (Östradiol und Progesteron) am stärksten ist. Da viele Frauen aber keine Einnahme von Hormonen wünschen, haben pflanzliche Arzneimittel einen hohen Stellenwert.

Traubensilberkerze (Cimicifuga)

Die Traubensilberkerze ist eine der am häufigsten eingesetzten Phytotherapeutika bei Wechseljahresbeschwerden. Hauptindikationen von Traubensilberkerze sind neurovegetative Wechseljahresbeschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Befindlichkeitsstörungen wie Antriebslosigkeit, Anspannung und Konzentrationsstörungen. 

Auch bei Schweißausbrüchen und Hitzewallungen konnten deutliche Effekte erzielt werden. Es gibt Hinweise, dass die Traubensilberkerze auch die Entkalkung der Knochen vermindert. Man sollte jedoch zu standardisierten Fertigarzneimitteln (Tinkturen, Tabletten) greifen. Sie sind hochwertiger als Tees.

Als Hormon steigert die Traubensilberkerze das Thromboserisiko nicht. Bei schweren Lebervorschäden ist es allerdings nicht das richtige Produkt.

Auch Kombination mit beruhigenden Pflanzenextrakten sinnvoll

Mit Cimicifuga kombinierbar sind beruhigende Präparate. Besonders psychische Labilität und Stimmungsschwankungen werden im Klimakterium häufig erfolgreich mit beruhigenden Pflanzen wie Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume, Lavendel, Kava-Kava (nur homöopathisch verfügbar) und stimmungsaufhellenden wie Johanniskraut behandelt. Johanniskraut linderte nach einer Behandlungszeit von 8 Wochen offensichtlich auch die Hitzewallungen, so eine kleine iranische Studie.

Mönchspfeffer, Keuschlammfrüchte (Agnus castus)

Während die Traubensilberkerze ein typisch frühes Medikament ist, setzt man den Mönchspfeffer meist in den späteren Wechseljahren ein. Als Angriffspunkt von Agnus castus wird die Produktion regulativer weiblicher Hormone in den Steuerungszentren des Gehirns angenommen. Behandelt werden Brustspannen, Ödeme, innere Spannungszustände bis zu Depressionen und Kopfschmerzen.

Sibirischer Rhabarber/Rhapontikrhabarber

Produkte aus Sibirischem Rhabarber schnitten in klinischen Studien über Wechseljahre erfolgreich ab. Gebessert hatte sich der Zustand bei Zweidritteln der Probandinnen, vor allem die somato-vegetativen und psychischen Symptome wie Hitzewallungen und Ängstlichkeit, bei vergleichsweise guter Verträglichkeit.

Isoflavone („Phytoöstrogene“) aus Rotklee und Soja

Die Wirkung von Isoflavonen gegen Wechseljahresbeschwerden können ähnlich einer niedrig dosierten Östrogen-Ersatztherapie sein, so vermutet man. Nebenwirkungen von Phytoöstrogenen sind jedoch nicht auszuschließen. Ob die Nebenwirkungen höherer Isoflavon-Dosen mit denen von Östrogen gleichzusetzen sind (wie erhöhtes Brustkrebsrisiko), wurde immer wieder diskutiert, aber nicht bewiesen. Die Beweislage von Rotklee und Soja gegen Osteoporose oder Wechseljahresbeschwerden ist für eine Empfehlung nicht ausreichend. Eine kürzlich erschienene Studie mit 403 Frauen in den späten Wechseljahren fand keinen positiven Effekt.

Salbei bei Hitzewallungen

Der Trockenextrakt aus Salbeiblättern kann bei starkem Schwitzen auch in den Wechseljahren zur Reduktion der Schweißbildung eingesetzt werden, so berichtet es die Tradition. Eine kleine Vorstudie belegt die Wirkung an Frauen in der Menopause tatsächlich: Verabreicht wurde eine Tablette aus frischen Salbeiblättern pro Tag. Nach 8 Wochen hatten die Hitzewallungen deutlich abgenommen, die schweren Anfälle sogar um 100 %.

Wechseljahre: Welcher Tee hilft?

Eine kleine Glastasse mit Salbeitee ist zu sehen, in der Tasse steckt eine Salbeiblüte.
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Salbei kann natürlich auch als Tee gegen Schweißausbrüche getrunken werden (die Tabletten wirken aber stärker).

Hierzu einen Teelöffel Salbeiblätter (ungefähr 1 - 1,5 Gramm pro Tasse) mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen und 10 Minuten lang ziehen lassen. Von diesem Tee täglich 2-3 Tassen trinken.

Die schweißhemmende Wirkung des Salbeitees kann aber auch als enttäuschend erfahren werden. Man kann den Salbeitee daher höher dosiert aufbrühen (3 gehäufte Teelöffel Salbeiblätter pro Tasse), um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Hier ist allerdings darauf hinzuweisen, dass magenempfindliche Patienten die starke Dosierung nicht gut vertragen. [23]

Ginkgo für den Kopf

Neben den psychischen Symptomen kann es in den Wechseljahren auch zu mentalen Problemen kommen. Man wird vergesslich oder ist geistig nicht so beweglich wie normal. Hier hilft ein Präparat aus Ginkgo. Nicht sicher belegt ist, ob er auch Hitzewallungen effektiv beseitigt. Das haben nicht alle Studien gleichermaßen festgestellt.

Leinsamen: nur für den Darm

Unbestritten ist, dass Leinsamen für eine geregelte Verdauung sorgt. Er enthält neben den Schleimstoffen noch Lignane, die eine östrogenartige Wirkung haben. Da lag eine Studie gegen Wechseljahresbeschwerden nahe. Zwar nahmen die Beschwerden in der Leinsamengruppe um 4,9 Punkte ab, in der Placebogruppe waren es 3,5 Einheiten. Allerdings war der Unterschied zwischen den Probandinnen sehr groß, so dass die Werte nicht als signifikant angesehen wurden. In der Ernährung sollten Leinsamen dennoch vorkommen, zumindest der Darm bedankt sich.

Arztsuche: Therapeuten mit Schwerpunkt Wechseljahre finden

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Natürliche Hormontherapie: Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

Wegen der besten Verträglichkeit und Aufnahme im Stoffwechsel wird Östradiol (also natürliches weibliches Geschlechtshormon, Oberbegriff Östrogen) als Gel oder Hormonpflaster über die Haut eingesetzt. In erster Linie wird hier gegenüber der oralen Aufnahme und Resorption über den Darm der Darm-Leber-Kreislauf umgangen, bei dem Östradiol in weniger nützliche, teilweise schädliche Hormone wie Östriol und Östron umgewandelt wird.

Bisher wurde und wird leider immer noch bei der Hormonersatz-Therapie (HET) meist synthetisches Östrogen eingesetzt, zudem noch oral. Dies erhöht die Rate an Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielen anderen Krankheiten. Bei der dermalen (über die Haut) Östradiol-Therapie ist dies nicht der Fall [27].

Zweites Element ist der Einsatz von natürlichem Progesteron (Gelbkörperhormon) oral bei allen Frauen, die ihre Gebärmutter noch besitzen. Auch hier wird fälschlicherweise meist synthetisches Gelbkörperhormon verwendet [19].

Progesteron wirkt deutlich beruhigend auf Psyche, Schlaf, Blutdruck, Herzrhythmus und vieles andere mehr. Progesteron kann auch seltener als jeden Tag verabreicht werden. Unter gynäkologischen Kontrollen (Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut) kann Progesteron alle 3 Monate, für 10 bis 12 Tage verabreicht, genügen.

Ziel ist ein Östradiol-Spiegel von 40 bis 60 (-100)ng/l, unter 5 ng/l ist der Knochenabbau stark gesteigert. Die Beseitigung der Hitzewallungen ist ein Indiz für die richtige Dosis. Tritt Brustspannen auf, dann ist die Dosis möglicherweise zu hoch. Sicher ist jedoch nur der gemessene Spiegel.

Worauf muss bei der Behandlung allgemein geachtet werden?

Die Therapie muss mit ärztlicher Begleitung stattfinden, Kontraindikationen (zum Beispiel erhöhtes Brustkrebs- oder Thromboserisiko) und mögliche Nebenwirkungen sind zu beachten.

Vor Beginn muss der Hormonspiegel gemessen werden, um festzustellen, ob ein Mangel objektivierbar ist. Dies wird meist aus Unkenntnis, Kosten- und Aufwandsgründen gescheut. Auch die Möglichkeit der Durchführung als Selbstzahler-Leistung (sog. IGeLeistung) wird meist nicht erwähnt, um Diskussionen zu vermeiden.

Wichtig ist weiterhin die Kontrolle der Hormonspiegel therapiebegleitend, was ebenfalls meist nicht durchgeführt wird. Die Resorption des dermalen Östradiols ist individuell stark unterschiedlich.

Etwa 1 von 10 Frauen muss die HET wegen Nebenwirkungen absetzen, 9 von 10 sind nach unserer Erfahrung sehr zufrieden damit. Abgesetzt werden kann jederzeit.

Nach fünf Jahren wird eine Pause oder die Beendigung der Hormongabe empfohlen.

Viele Frauen berichten aber über eine so gute Wirkung, dass sie die Hormontherapie weiter fortführen wollen, u. U. altersgemäß mit langsam sinkenden Dosen (je nach Blutwerten).

Zusammengefasst die Fehler vieler Ärzte bei der Hormonersatz-Therapie

  • falsche Hormone (synthetisch)
  • falsche Darreichung, Art der Östrogen-Darreichung ist bedeutsam
  • fehlende Kontrolle der Dosierung (analog Therapie bei gestörter Schilddrüsenfunktion)
Richtig:
  • oral Progesteron, Östrogen-Gel auf die Haut
  • richtige Dosierung über Kontrolle ermitteln (Östradiol-, Progesteron-, u.U. Testosteron-, LH-, FSH-) Spiegel

Effekte bei korrekter Therapie:

  • Brustkrebs-Risiko und Gebärmutterkrebsrisiko bleiben gleich wie ohne Therapie
  • Knochenabbau, Arthrosen werden gestoppt, teilweise können Gelenke sogar regenerieren, wenn der Abbau noch nicht zu weit fortgeschritten war. Immer werden die Beschwerden gebessert.
  • Beseitigung der meisten störenden Symptome, Psyche gestützt, Befinden erheblich gebessert
  • viele Alterserkrankungen deutlich verzögert wie Demenz, Krebs (vor allem Darmkrebs), Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zahlt die Krankenkasse?

Ja. Die Medikamente sind rezeptpflichtig und werden von der Krankenkasse erstattet.

Homöopathische Mittel

Viele Frauen schwören auf die Homöopathie, auch wenn die Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Welche homöopathischen Mittel kommen in Frage?

Eine Auswertung der Verordnung homöopathischer Mittel aus mehreren Ländern ergab, dass folgende Präparate am häufigsten gegen Wechseljahresbeschwerden verschrieben werden: Lachesis mutus (Buschmeisterschlange), Belladonna (Tollkirsche), Sepia officinalis (Tintenfischtinte), Sulphur (Schwefel) und Sanguinaria canadensis (kanadische Blutwurzel). Etwa 90 % der Frauen gaben an, dass ihre Wechseljahrsbeschwerden dadurch gebessert wurden oder ganz verschwanden. Dabei trat die Wirkung vergleichsweise schnell ein (innerhalb der ersten 14 Tage). Allerdings gab es in der Studie keine Kontrollgruppe ohne Behandlung.

Einzelmittel und ihre Anwendung

Belladonna, Tollkirsche: Wechseljahresbeschwerden durch starkes Schwitzen mit hochrotem Gesicht, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Angstzustände, Trockenheit der Schleimhaut in Mund und Scheide, Empfindlichkeit gegen Kälte, kaltes Wetter, Zugluft; Gelenkbeschwerden.

Cimicifuga, Traubensilberkerze: Wechseljahresbeschwerden, vor allem Hitzewallungen mit Schwindel, Herzbeschwerden (ohne krankhafte Ursachen), Depression, Unruhe, Angst, Kopf- oder Nackenschmerzen.

Ignatia, Ignatiusbohne: Emotionale Störungen während der Wechseljahre, Sensibilität, heftige Stimmungsschwankungen, auch widersprüchliche (wie lachen und weinen gleichzeitig), Widererleben vergangener Verletzungen.

Lachesis, Sekret der Buschmeisterschlange: Herzbeschwerden und Herzklopfen, Blutdruck in den Wechseljahren, Hitzewallungen und starkes Schwitzen, bei Ohnmacht.

Sanguinaria D 12, der Wurzelstock der Kanadischen Blutwurzel: Hitzewallungen erzeugen ein brennendes Gefühl in Händen und Füßen – wie einschießende Hitze, auch bei Kopfschmerzen.

Sepia officinalis, getrocknete Tinte des Tintenfisches: Häufige Entzündungen im Bereich des Harntrakts und des Geschlechtsapparats. Hitzewallungen in den Wechseljahren mit viel Schweiß, dabei fröstelig; Neigung zu Leber und Gallenproblematik, sowie eine Neigung zu Hauterkrankungen wie Ekzeme und Schuppenflechte.

Sulfur, Schwefel: Brennende Handflächen und Fußsohlen im Bett während der Wechseljahre, juckende Haut, klopfende Kopfschmerzen, besonders beim Bücken.

Ernährung während der Wechseljahre

In den vorhandenen Untersuchungen zeichnet sich ab, dass eine ungesunde Lebensweise wie Rauchen, energiedichte Nahrung (Fett, Zucker, Protein) und häufige süße Zwischenmahlzeiten das Auftreten von Wechseljahres-Beschwerden verstärken. Hitzewallungen werden auch häufig durch stark gewürztes Essen oder den Genuss von Koffein und Alkohol ausgelöst. Zudem vertragen viele Frauen in den Wechseljahren nicht mehr alle Nahrungsmittel problemlos – viele Gründe, um auf eine ganz bewusste Ernährung umzustellen.

Besonders in den Wechseljahren sollte man in verstärktem Maße auf eine ausgeglichene und regelmäßige Ernährung achten. Um der Gefahr von Osteoporose vorzubeugen, wird eine ausreichende Versorgung mit Calcium zunehmend wichtig. Im Grunde sollte man damit spätestens ab 40 beginnen. Als Nahrungsmittel empfehlen sich grüne Gemüse, Sprossen, Fisch, Getreide und Sojaprodukte, Mineralwasser oder hartes Trinkwasser und Milchprodukte (nicht so günstig ist Frischmilch).

Auch Vitamin D, welches im Verwertungsprozess von Calcium unentbehrlich ist, sollte ausreichend bereitgestellt werden (Fischöl, Fisch, Butter, Sahne, Fleisch, Eier). Sojabohnen oder Tofu können Fleischprodukte regelmäßig ersetzen: Die Produkte enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Calzium und Isoflavone („Phytoöstrogene“).

Daneben soll Vitamin E die Wechseljahres-Beschwerden reduzieren. Man findet es in kaltgepressten Pflanzenölen, Nüssen, Samen und Getreidekeimen. Die Nahrung soll also gar nicht fettfrei sein. Auch dosiertes tierisches Fett darf‘s sein – sorgt es doch für die Fettung der Haut.

Vorstudien lassen vermuten, dass sich Hitzewallungen und Depressionen mit Omega 3-Fettsäuren aus Fisch lindern lassen. Schon aus diesem Grund sind zwei Fischmalzeiten pro Woche empfehlenswert.

In der modernen Tierzucht werden zur Mast Substanzen genutzt, die möglicherweise auch im Menschen eine östrogenartige Wirkung entfalten. Damit würde der relative Östrogenüberschuss im ersten Teil der Wechseljahre verstärkt. Der logische Ausweg aus dem Dilemma wäre biologisch produziertes Fleisch. Ihre Gesundheit und der Tierschutz bedanken sich für die Mehrkosten!

Auch eine basenbetonte Ernährung kann hilfreich sein.

Nahrungsergänzung

Wegen der zunehmenden Knochenentkalkung im Alter kann es sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium und Vitamin D einzunehmen. Zu beachten ist: Calcium ohne Vitamin D-Gabe wird oft nicht ausreichend eingebaut. Der menschliche Körper kann Vitamin D zwar selbst herstellen, dazu ist allerdings ein Schritt notwendig, der UV-Licht aus Sonnenlicht benötigt. Stattdessen kann die Empfehlung auch lauten: 1 Mal täglich 30 Minuten Sonne!

Achtung: Bei zu hoher Dosierung von Calcium und Einmalgabe pro Tag besteht eine erhöhte Gefährdung, Nieren- und Harnsteine zu bilden. Am besten ist es daher, eine Calcium-Vitamin-D-Brausetablette über den ganzen Tag verteilt schluckweise zu trinken. Außerdem sollte die Dosierung und die Beschreibung der Gegenanzeigen beachtet werden (eventuell in Rücksprache mit Ihrem Arzt).

Eine hochdosierte Einnahme von Vitamin E ist nicht generell zu empfehlen. Besonders Raucher sind dadurch vermehrt durch Krebs gefährdet und Herzkreislauf-Erkrankungen können dadurch häufiger auftreten. Im Idealfall liefert die gesunde Ernährung alle Vitamine und Spurenelemente.

Sport & Bewegung: viele Fliegen mit einer Klappe

Belastete Knochen bauen weniger ab. Nachdem die Wechseljahre eingesetzt haben, ist die Osteoporose eine besondere Gefahr für Frauen. In den Wechseljahren ist daher eine regelmäßige körperliche Aktivität wie Training von Kraft- und Koordination extrem wichtig. Muskelstärke und Geschicklichkeit bestimmen die Knochenfestigkeit und Knochenbruchgefahr wesentlich mit. Sie lindert am besten und gesündesten dieses Risiko, denn Knochen, die nicht belastet werden sowie eine abnehmende Muskelmasse sind Risikofaktoren für eine beschleunigte Osteoporose. Sport fördert ganz nebenbei Gleichgewicht, Balance, Flexibilität, Koordination und Geschicklichkeit und ist die beste Sturzprophylaxe.

Sport schützt rundum

Auch zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose ist sportliche Aktivität hilfreich. Es sinkt auch das Risiko von Brustkrebs und Diabetes.

Daneben wurde festgestellt, dass Bewegung sogar Parameter wie Depression, Angst und Stress, Reizbarkeit und Vergesslichkeit verbesserte. Sport im Sonnenlicht hebt die Stimmung und sichert die Vitamin D-Versorgung. Sport wird daher mit zunehmendem Alter immer wichtiger und gewährleistet lange Zeit eine gute Lebensqualität.

Wechseljahre: Welcher Sport?

Doktor Blatt

Heilpraktikerin Elke Kilzer, mit Praxis in Essen, empfiehlt: Optimal sind 15 Minuten am Tag, am besten bei Tageslicht an der frischen Luft, das kann schon ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause sein. 1 bis 2 mal pro Woche sollte der Sport etwas länger und anstrengender sein: Walking, Nordic Walking, Yoga, Pilates: Frau hat die freie Auswahl! Bei ausgeprägter Neigung zu Hitzewallungen sind Schwimmen und Aqua Jogging sehr angenehm

Es gilt: mäßig, aber regelmäßig!

Kneippen: Kalt und Heiß trainieren

In den Wechseljahren kommt es zu „vasomotorischen Störungen“ – der Fachmann meint damit Schwitzen und Hitzewallungen, die durch die Störung der Blutgefäßreaktion zu Stande kommen. Dann leiten die erweiterten Adern vermehrt warmes Blut aus dem Körperinneren an die kühlere Oberfläche, was die Hitzeempfindungen auslöst.

Nackter Fuß unter kaltem Wasserstrahl - so geht Kneippen.

Mit Temperaturreizen kann man auf diese Reaktion gezielt Einfluss nehmen. Wasser überträgt die Temperatur besonders intensiv auf die Haut, geschickt genutzt wird dies bei Kneipp-Verfahren. Kaltes und warmes Wasser trainieren dabei die Gefäßreflexe auf Temperaturschwankungen – genau das richtige bei Hitzewallungen. 

Nach einer Vorstudie waren nicht nur die Hitzewallungen besser, sondern auch der Schlaf. Dabei war die Akzeptanz unter den Probandinnen sehr gut, und sie setzten die Anwendung auch nach Studienende fort [22]. Auch Saunabesuche und Bürstenmassage verhelfen der Haut zu einem rosigen Teint.

Wechseljahre: Tipps für den neuen Lebensabschnitt

Hilfe zur Selbsthilfe

Nach den Wechseljahren werden die Regenerationsphasen länger. Die Anzeichen erinnern daran, dass die Kräfte nicht grenzenlos sind. Hier wird es daher immer wichtiger, die eigenen Kräfte klug zu verwalten.

Management der Kraft

Sinn einer Ordnungstherapie ist es, eine gesunde Struktur ins Leben zu bringen und mit Problemen kreativ umzugehen. Die Wechseljahre könnten ein Anstoß hierfür sein, denn Stress beschleunigt das Altern. Neben anstrengenden Tätigkeiten sollen immer Regenerationsphasen eingeplant werden. Aber nicht nur Entspannung ist wichtig. Besondere Bedeutung nach den Wechseljahren haben auch körperliche Aktivitäten und Sport wie Kraftsport und Koordinationstraining.

Für die Wechseljahre: der Zwiebel-Look

Wer in den Wechseljahren unter Hitzewallungen leidet, sollte die Bekleidung darauf einstellen. Wenn man mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander trägt, kann man im Bedarf leicht eine Schicht ablegen. Unter Baumwolle entsteht kein „Hitzestau“ wie unter Kunstfasern und Schweiß wird gut aufgenommen. Allerdings bleibt sie länger feucht und kann Erkältungen begünstigen. Eventuell ist es in den Wechseljahren sinnvoll, Reservekleidung für alle Fälle dabeizuhaben.

Übrigens: Raucherinnen leiden vermehrt unter Hitzewallungen. Auch Stress verstärkt das Schwitzen, so dass Methoden zum Stressmanagement und Entspannung zunehmend wichtig werden.

Tipp gegen nächtliche Hitze: Schlafen Sie in kühlen Räumen und in Baumwoll-Wäsche.

Früherkennung ernst nehmen

Nicht nur die Haut muss besser vor der Sonne geschützt werden, auch auf eine Krebsfrüherkennung sollte Frau in und nach den Wechseljahren zunehmend Wert legen. Lernen Sie Ihre Brüste abzutasten und führen Sie dies auch regelmäßig durch. Im Verdachtsfall ist eine Mammographie ratsam. Gehen Sie außerdem regelmäßig zu Früherkennungsuntersuchungen (KFU). Ab dem 51. Lebensjahr werden Sie zum Mammographie-Screening-Programm schriftlich eingeladen. Der Sinn für junge Frauen ist umstritten, nach den Wechseljahren (Alter von 55) scheint der Nutzen das Risiko zu überwiegen.

Schwangerschaft & Wechseljahre

Auch wenn die Regelblutungen zunehmend unregelmäßig auftreten, kann es theoretisch, wenn auch praktisch selten, zu Schwangerschaften kommen. Die „letzte Blutung“ sollte also sicher die letzte sein, bevor Frau sich im Punkt Verhütung darauf verlässt. Erst die Menopause, also das endgültige Ausbleiben der Monatsblutung über mehrere Monate bezeichnet dann das Ende der fruchtbaren Zeit.

Die Pille als Verhütung kann wegen vieler Nebenwirkungen nicht empfohlen werden.

Sexualität: Lustvoll durch die Wechseljahre

Natürlich bleibt auch die Sexualität im Alter ein wichtiges Thema. Dies umso mehr, wenn körperliche Intimität auch vor den Wechseljahren in der Partnerschaft eine größere Rolle spielte. Da der Hormonmangel leider auch beim Thema Sex zuschlägt – durch fehlendes Östrogen wird die Genitalschleimhaut nicht mehr ausreichend befeuchtet, außerdem wird die Haut dünner und damit empfindlicher – kann es zu Schmerzen beim Sex kommen und die Lust schwindet naturgemäß.

Da hilft nur miteinander reden und dem Partner sagen, was einem gut tut und was man sich in der neuen Lebensphase eventuell anders wünscht. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedenste hormonhaltige Cremes oder Zäpfchen gegen die Scheidentrockenheit – Ihr Arzt wird Sie bei der Auswahl beraten.

FAQ: Warum gibt es Wechseljahre, warum vorzeitige Wechseljahre?

Warum gibt es überhaupt Wechseljahre?

Von der Natur gut gemeint

Das Wort „Wechseljahre“ klingt für viele Frauen erschreckend, doch die Natur hat sich etwas dabei gedacht. So sind sie vor weiteren Schwangerschaften geschützt, die mit dem Alter immer gefährlicher für die Frau werden. So hätte auch der Tod der Mutter durch eine schwere Geburt zur Folge, dass die jüngsten Nachkommen dann ohne Schutz dastehen. 

Ein weiterer Aspekt: Nicht nur in Naturvölkern helfen ältere Frauen bei der Pflege ihrer Enkelkinder. Da dieses Prinzip extrem erfolgreich ist, hat es sich in der Evolution durchgesetzt. Also kein Grund für Trübsal …

Warum gibt es vorzeitige Wechseljahre?

Stoppt die Blutung vor dem 40. Lebensjahr, handelt es sich um eine vorzeitige Menopause (Fachbegriff Prämature Ovarialinsuffizienz, POI). Diese kommt sehr selten vor (etwa bei 1 % der Frauen). 

Ursachen können sein:

  • bösartige Gebärmuttererkrankungen und die dadurch erforderliche Behandlung (Entfernung der Gebärmutter oder radiotherapeutische Behandlung)
  • operative Eingriffe an den Eierstöcken, zum Beispiel durch Krebs oder bei sehr starker Endometriose
  • Autoimmunerkrankungen
  • Mutationen in bestimmten Genen
Bei den meisten betroffenen Frauen kann allerdings keine Ursache festgestellt werden – und trifft diese daher völlig unvorbereitet.

Wann kommen die Wechseljahre ohne Gebärmutter?

Muss die Gebärmutter entfernt werden, treten die Wechseljahre früher als normalerweise ein, die Beschwerden sind stärker.

Wann kommen die Wechseljahre nach Total-OP?

Werden neben der Gebärmutter auch noch die Eierstöcke entfernt (Total-Operation), dann werden die betroffenen Frauen schlagartig in die Wechseljahre versetzt. Hier muss dann eine Hormonersatztherapie den Totalverlust an Hormonen ausgleichen.

Was begünstigt sonst noch ein früheres Einsetzen der Wechseljahre?

Später Beginn der ersten Regel, z.B. öfters bei Veganerinnen und Vegetarierinnen (Minderversorgung mit Eiweißen, Vitaminen, besonders B 12, Eisen uvam.),  Untergewicht und Magersucht begünstigen ein früheres Einsetzen von Wechseljahren. Ebenso Umweltbelastung (radioaktive Isotope in Nahrung, Wasser, Luft, Boden, Phthalate, Tributylzinn u.a. endokrin wirksame Umweltschadstoffe, Feinstaub, Luftschadstoffe, Lärm u.a. weitere schädliche Umweltfaktoren), 

Kurz gesagt alles, was Zellen schneller altern lässt und genetische Schäden begünstigt. Dazu gehört auch langjähriger Stress, privat und am Arbeitsplatz, Über- und Unterforderung, Depressionen, Schlafmangel etc., Mangel an Spurenelementen wie Zink und Selen und an Vitaminen.

Rauchen verfrüht den Beginn im Schnitt um 2 Jahre 

Übrigens, wenn Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, kommen die Töchter früher in die Jahre, da die Eizellen bereits im Mutterleib angelegt werden. Rauchen lässt den Körper um etwa 10 Jahre schneller altern und kostet statistisch auch etwa so viele Lebensjahre.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen