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Hilfe, Haarausfall! Ursachen & Behandlung

Mann betrachtet sich im Spiegel und fasst sich entsetzt an den Kopf.
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Signal für Erkrankungen

Wenn der Haarschopf immer kahler wird, ist das nicht nur ein kosmetisches Problem. Haarausfall kann auch ein wichtiges Signal für Erkrankungen sein, die bisher nicht sichtbar geworden sind.

Von: Alexandra Latour

Wie viel Haarausfall ist normal?

Auf der Kopfhaut wachsen im Durchschnitt etwa 100.000 Haare. Bei einem gesunden Menschen wachsen jeden Tag rund 100 neue Haare aus der Kopfhaut. Etwa die gleiche Menge an Haaren fällt auch wieder aus. Deshalb ist es auch völlig normal, dass sich morgens auf dem Kopfkissen oder im Waschbecken jede Menge Haare finden.

Von einem Haarausfall (Alopezie) sprechen Mediziner erst, wenn jeden Tag über mehrere Wochen lang mehr als 100 Haare ausfallen. Symptome sind: Haare sind sichtbar ausgedünnt oder es zeigen sich kahle Stellen auf der Kopfhaut. 

Welche Arten von Haarausfall gibt es?

Es gibt drei verschiedene Arten von Haarausfall.

  • die häufigste Form ist erblich bedingter Haarausfall, die sogenannte androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica). Sie betrifft 95 Prozent aller Fälle.
  • seltener ist der der diffuse Haarausfall (Alopecia diffusa) oder
  • der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata)

Symptome und Häufigkeit

Ist der Haarausfall erblich bedingt, verlieren Männer in der Regel zunächst in den oberen Schläfenregionen ihre Haare, im fortgeschrittenem Stadium trifft es dann auch den oberen Hinterkopf und den Stirnbereich.

Häufigkeit

Erblich bedingter Haarausfall ist ein häufiges Phänomen bei Männern. Etwa 70 Prozent sind davon betroffen. Bei Frauen sind es 40 Prozent.

Welche Symptome sind typisch beim weiblichen Geschlecht?

Bei Frauen lichten sich die Haare im Bereich des Mittelscheitels, es gibt aber selten kahle Stellen. Die Haare werden immer dünner, so dass die Kopfhaut sichtbar wird.

Wie schnell der Haarverlust fortschreitet, kann nicht vorhergesagt werden. Dies ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.

Vom diffusen Haarausfall wird gesprochen, wenn die Haare gleichmäßig ausfallen, und zwar über den ganzen Kopf verteilt. 

Hingegen bilden sich beim kreisrunden Haarausfall  innerhalb kürzester Zeit ovale oder kreisrunde kahle Stellen am Kopf. Aber auch die Bartbehaarung, Achsel- und Schambehaarung sowie die Augenbrauen und Wimpern können betroffen sein.

Haarausfall: Welcher Arzt?

Auf jeden Fall sollten die Ursachen von einem Arzt abgeklärt werden. Der richtige Ansprechpartner ist hier der Hautarzt (Dermatologe).

Haarausfall: Welches Mittel hilft?

Ein Universalmittel gegen Haarausfall gibt es nicht, da das Problem Haarausfall stark mit individuellen Ursachen verbunden ist. Eine ärztliche Ursachenklärung ist somit der erste wirksame Schritt gegen Haarausfall. Liegt eine Mangelerscheinung vor, kann diese durch Nahrungsergänzungsmittel behoben werden.

Mittel gegen Haarausfall werden in Form von Kosmetika, diätetischen Lebensmitteln oder Medikamenten angeboten. Letztere haben oftmals starke Nebenwirkungen. Es gibt jedoch auch Alternativen in den Bereichen der Pflanzenwelt und der Homöopathie. 

Grundsätzlich gilt: Das passende Therapiekonzept sollten Sie nur in Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker festlegen.

Haarausfall: Ein vielseitiges Symptom

Woher kommt der Haarausfall?

In den meisten Fällen ist der Haarausfall erblich bedingt. Jedoch können auch andere Ursachen dahinterstecken, weshalb der Arzt für die Diagnose zunächst eine ausführliche Anamnese durchführt und unter anderem folgende Fragen stellt:

  • Seit wann fallen die Haare etwa aus?
  • Gibt es auch Hautprobleme?
  • Gab oder gibt es akute Krankheiten?
  • Ist eine chronische Erkrankung bekannt?
  • Welche Medikamente wurden in den vergangenen Monaten eingenommen?
  • Wurde oder wird eine Diät durchgeführt?
  • Welche Haarwaschmittel werden benutzt?

Nach dem Gespräch sieht sich der Arzt dann die Menge und die Struktur der Haare an. Auch der Haaransatz und die Kopfhaut werden begutachtet. Mithilfe des Zupf-Tests kann der Arzt zudem feststellen, wie fest die Haare verankert sind.

Die mikroskopische Analyse der Haarwurzeln (Trichogramm) kann ebenfalls in einigen Fällen sinnvoll sein, um festzustellen, in welcher Zyklusphase sich die Haare befinden. Hieraus kann der Arzt dann ableiten, wie viele Haare sich aktuell in der Wachstumsphase befinden.

Darüber hinaus kann eine Blutuntersuchung Aufschluss darüber geben, ob ggf. eine Mangelerkrankung oder aber eine andere Erkrankung wie etwa eine gestörte Schilddrüsenfunktion vorliegt.

Diffuser Haarausfall: Mögliche Ursachen

Die Ursachen können vielfältig sein. Neben Erkrankungen, wie zum Beispiel eine gestörte Schilddrüsenfunktion, Diabetes mellitus und Infektionen kann auch eine einseitige Ernährung den diffusen Haarausfall auslösen. So beispielsweise ein Eiweiß und/oder Eisenmangel.

Medikamente, die Haarausfall verursachen

Darüber hinaus können auch Medikamente den Haarausfall auslösen. Dies gilt vor allem für Zytostatika, die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden. Diese sollen das schnelle Wachstum der Krebszellen stoppen. Jedoch stoppen die Wirkstoffe auch das Wachstum von gesunden Zellen wie eben die Zellen der Haarfollikel.

Weitere Medikamente, die den Haarausfall begünstigen können, sind unter anderem Betablocker, Heparin und ACE-Hemmer. Ebenso können schädliche Strahlen (z. B. durch eine Strahlentherapie) den Haarausfall auslösen.

Kreisrunder Haarausfall: Mögliche Ursachen

Die Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Autoimmunreaktion verantwortlich ist. Das bedeutet, dass die eigenen Immunzellen die Haarfollikel angreifen. Infolge dessen stoppt das Haarwachstum und die Haare fallen aus. Zudem konnte beobachtet werden, dass der kreisrunde Haarausfall in einigen Familien gehäuft auftritt. Deshalb können auch erbliche Faktoren eine Rolle spielen.

Wenn Betroffene unter einer Allergie leiden, haben diese es besonders schwer. Denn Allergiker leiden ebenfalls unter einer gestörten Immunsystemfunktion und damit auch unter einem schwer zu behandelnden Haarausfall.

Stress als Auslöser

Anhaltender starker Stress, ein Schockzustand oder auch familiäre Probleme sind Faktoren, die die Haare schwinden lassen können. Dabei ist der genaue Mechanismus nicht endgültig geklärt. Bekannt ist, dass Stress die Konzentration von verschiedenen Botenstoffen im Körper erhöht. 

So könnte die Konzentration von Noradrenalin am Haarfollikel erhöht sein, was die Wachstumsphase der Haare beendet, sodass die Haarwurzeln in eine Art Ruhephase kommen. Die Haare fallen dann nach zwei bis drei Monaten aus.

Hormone als Auslöser

Bei Haarausfall spielen Hormone oftmals eine Rolle. Denn im Körper haben Hormone als Botenstoffe zahlreiche verschiedene Aufgaben. Beispielsweise bestimmen Hormone die Dauer eines Haarzyklus und wie schnell die Zellteilung im Haarfollikel voranschreitet. Obwohl der Behaarungstyp eines Menschen genetisch festgelegt ist, können verschiedene Faktoren im Laufe des Lebens diesen verändern.

Haarausfall nach der Geburt

Bei schwangeren Frauen steigt der Spiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen an. Infolge dessen bleiben die Haare länger in der Wachstumsphase. Dies macht sich insbesondere im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel bemerkbar, indem die Haare dichter und glänzender werden. 

Jedoch kann es nach der Geburt zu Haarausfall kommen, da der Östrogen-Spiegel wieder sinkt und die Haare von der Wachstumsphase in die Ausfallphase übergehen. Überschüssige Haare fallen dann nach zwei bis vier Monaten aus. Allerdings normalisiert sich dies in den meisten Fällen wieder nach einigen Wochen.

Haarausfall nach dem Absetzen der Antibabypille

Bei Frauen, die über viele Jahre die Pille einnehmen und diese dann absetzen, kann es zu einem Haarausfall kommen. Der Grund ist hier der Östrogen-Spiegel, der zunächst abnimmt. Denn viele Antibabypillen enthalten Östrogene. Sobald der Körper wieder "gelernt" hat, die Östrogene selbst zu produzieren, wird auch der Haarschopf wieder voller. Das kann einige Zyklen dauern, teilweise bis zu einem Jahr.

Haarausfall in den Wechseljahren

Kommen Frauen in die Wechseljahre, lässt die Produktion der Östrogene nach. Dadurch steigt die Konzentration des männlichen Geschlechtshormons Androgen. Wenn nun Frauen eine Neigung zum erblich bedingten Haarausfall haben, können vermehrt Haare ausfallen. In der Regel wird dann mit der Zeit das Haar im Bereich des Mittelscheitels lichter.

Die Ursache bedingt die Behandlung

Haarausfall – welche Vitamine fehlen?

Ein Vitamin- und Mineralstoffmangel kann den Haarverlust begünstigen und sogar auslösen. Bevor jedoch Ergänzungspräparate eingenommen werden, sollte abgeklärt werden, ob tatsächlich ein Mangel besteht, und wenn ja, welche Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Denn nur mit der gezielten Dosierung des fehlenden Stoffes kann ein solcher Mangel behoben werden.

Zink

Eine Studie legt nahe, dass Betroffene, die unter Haarausfall leiden, einen Mangel an Zink aufweisen. Die Forscher führten aus, dass einige Spurenelemente wie Zink und Kupfer bei vielen Formen des Haarausfalls eine bedeutende Rolle spielen. Jedoch sei die Wirkung von Zink und Kupfer bei der Entstehung von Haarausfall noch nicht bekannt. Ziel dieser kleinen Studie war es, den Zink- und Kupferstatus bei jeder der vier Arten von Haarausfall zu bewerten.

An der Studie nahmen 312 Patienten teil, bei denen Alopecia areata (AA), männlicher Haarausfall, weiblicher Haarausfall und Telogenausfluss (TE) diagnostiziert wurde. Die Zink- und Kupferserumkonzentrationen wurden zwischen den Kontrollen und jeder der vier Arten von Haarausfallpatienten bewertet.

Im Ergebnis heißt es, dass die Zinkkonzentration bei allen Haarausfallpatienten signifikant niederer war als wie bei der Kontrollgruppe. Bei der Kupferkonzentration konnten keine Unterschiede festgestellt werden. [1]

Ein solcher Zinkmangel kann leicht mit der Einnahme eines Zinkpräparates behoben werden. So zeigt beispielsweise eine weitere Studie, dass sich der kreisrunde Haarausfall nach der täglichen Einnahme von 50 Milligramm Zink pro Tag über 12 Wochen verbesserte. An dieser kleinen Studie nahmen 15 Patienten mit kreisrundem Haarausfall teil, die alle einen niedrigen Serumzinkspiegel aufwiesen. Bei neun Patienten wurde im Ergebnis eine positive therapeutische Wirkung beobachtet. [2]

Bisher ist jedoch nicht geklärt, ob Zink auch helfen kann, wenn nachweislich kein Zinkmangel besteht. Eine Studie legt jedoch nahe, dass eine zusätzliche Zinkeinnahme hilfreich sein könnte. Allerdings nahmen an dieser Studie lediglich zwei Patienten mit kreisrundem Haarausfall teil, die zusätzlich noch unter trockener und schuppiger Haut litten. Mit dem Zinktoleranztest wurde bei Patient 1 ein Zinkmangel nachgewiesen, während bei Patient 2 kein klarer Zinkmangel nachgewiesen werden konnte. Beide Patienten sprachen jedoch positiv auf eine orale Zinktherapie an. [3]

Eisen

Gerade bei Frauen mit diffusem Haarausfall ist häufig ein Mangel an Eisen zu beobachten. Liegt tatsächlich ein Eisenmangel vor, können Eisenpräparate diesen ausgleichen. Bei verschreibungsfreien Präparaten besteht jedoch oftmals das Problem, dass diese den Eisenspiegel kaum erhöhen. Eine Übersichtsstudie weist darauf hin, dass die Aminosäure L-Lysin die Eisenaufnahme positiv beeinflussen kann. Hierin heißt es unter anderem, dass die Daten verschiedene Doppelblindstudien nahelegen, dass Frauen mit erhöhtem Haarausfall auf eine Therapie mit L-Lysin und Eisen ansprachen. [4]

Darüber hinaus kann die zusätzliche Einnahme von Vitamin C die Aufnahme von Eisen fördern.

Vitamin D

Ein Vitamin-D-Mangel kann sowohl den diffusen als auch den kreisrunden Haarausfall begünstigen. So zeigte eine Studie an 80 Frauen zwischen 18 bis 45 Jahren, dass diese einen niedrigen Vitamin-D-Wert hatten, die unter diffusem Haarausfall litten. Interessant ist, dass der Haarausfall besonders stark ausgeprägt war, wenn der Vitamin-D-Spiegel sehr niedrig war und schon lange bestand. [5]

Silicium (Kieselsäure)

Silizium ist ein wichtiges Spurenelement, das hauptsächlich in den Nägeln, den Knochen, Sehnen, Bändern und auch in den Haaren vorkommt. Ein Mangel an Silicium könnte dafür verantwortlich sein, dass Haare verstärkt ausfallen.

In einer klinischen Phase-II-Pilotstudie war es das Ziel, die Zunahme des Haarvolumens über einen Zeitraum von sechs Monaten bei der Verwendung von Siliciumgel bei gesunden erwachsenen Frauen mit dünnem Haar zu bestimmen. Diese nahmen 15 ml Kieselgel einmal täglich oral ein. Die Probanden berichteten im Ergebnis positiv über die Wirkung der Behandlung auf Dicke, Glanz und Gesundheit der Haare. Weiter heißt es im Ergebnis, dass das Haarvolumen nach einer 6-monatigen Behandlung mit Kieselgel zugenommen hatte. [6]

Pflanzliche Mittel gegen Haarausfall

Es sind zahlreiche pflanzliche Mittel gegen Haarausfall in verschiedenen Formen erhältlich. So zum Beispiel Kapseln mit Hirseextrakt, Vitamin B5 und Cystin (Handelsname: Priorin) oder eine Lösung mit dem Inhaltsstoffkomplex Baicapil (Handelsname: Priorin Liquid). 

Diese pflanzlichen Mittel werden in der Regel beim erblich bedingten Haarausfall eingesetzt und sollen die Haarwurzeln stärken. Zwar sind sie nebenwirkungsarm, klinische Studien, die die Wirksamkeit bestätigen, existieren leider nicht.

Haarausfall – welche Hausmittel helfen?

Darüber hinaus empfiehlt Pantel bei Haarausfall mit ungeklärter Ursache das Einreiben der Kopfhaut mit Eigenurin. Hierfür sollte morgens der Mittelstrahl-Urin gesammelt werden. Die betroffenen Stellen auf der Kopfhaut werden dann abends mit dem Urin eingerieben und mit einem Handtuch abgedeckt, sodass der Urin nachts einwirken kann. Am Morgen sollten die Haare dann gründlich gewaschen werden.

Homöopathische Mittel gegen Haarausfall

Homöopathische Mittel können in Absprache mit einem Heilpraktiker gegen Haarausfall eingesetzt werden. Dabei sucht der Heilpraktiker das passende Präparat nach der Situation des Patienten aus.

  • Kalium phosphoricum bei psychisch bedingtem Haarausfall
  • Lycopodium bei Haarausfall nach der Schwangerschaft oder nach einer Erkrankung
  • Natrium chloratum bei Haarausfall an der Stirn („Geheimratsecken“)
  • Sepia bei hormoneller Umstellung (z. B. Schwangerschaft oder Wechseljahre)
  • Acidum hydrofluoricum bei kreisrundem Haarausfall
  • Antimonium tartaricum bei kreisrundem Haarausfall nach psychischem Trauma
  • Phosphorus bei büschelweisem Haarausfall

Gift im Körper?

Jörg Pantel, Heilpraktiker in Münster, empfiehlt, den Körper zu entgiften, sofern der Haarausfall durch giftige Stoffe hervorgerufen wird. Beispielsweise kann eine Vergiftung mit Schwermetallen durch Zahnfüllungen auftreten. Diese Schwermetalle wie Quecksilber oder Amalgam können mithilfe einer homöopathischen Entgiftungskur aus dem Körper geleitet werden.

Welches Shampoo bei Haarausfall?

Grundsätzlich ist zu empfehlen, ein Shampoo zu nutzen, das keine aggressiven, sondern natürliche Inhaltsstoffe beinhaltet. Besonders gut eigenen sich Haarwaschmittel auf der Basis von vergorener Milchsäure.

Wer Haarprobleme hat, sucht in der Regel besonders sorgfältig das Haarshampoo aus. Dabei sind die teuersten Mittel nicht unbedingt die Besten, weiß die Verbraucher-Zentrale Düsseldorf. Vielmehr kommt es darauf an, wie Kopfhaut und Haare auf das Shampoo reagieren. Und da kann ein preiswertes Produkt genauso mithalten wie teure Mittel. Ich habe mir selbst angewöhnt, meine Haare mit Neutralseife zu waschen, da weiß ich, dass sich kein Chemie-Cocktail auf meinem Kopf befindet.

Zum richtigen Haarewaschen gibt die Verbraucher-Zentrale außerdem folgende Tipps:
Doktor Blatt

  • Das Shampoo nur kurz auf Haaren und Kopfhaut einwirken lassen und gründlich auswaschen.
  • Stark schäumende Shampoos meiden.
  • Kräftiges Rubbeln und Frottieren nach der Wäsche ist nicht gut für die Haare. Besser ein Handtuch umbinden, das das Wasser schonend aufsaugt.
  • Zu heißes Föhnen vermeiden, die Haare am besten völlig oder möglichst lange an der Luft trocknen lassen.

Haarausfall medikamentös behandeln

Medikamente können beim Haarverlust in der Regel nur kurzfristig oder begrenzt helfen. Denn nach dem Absetzen der Medikamente setzt der Haarausfall erneut ein. Möglich ist beispielsweise eine Immuntherapie mit dem Wirkstoff DCP (Diphenylcyclopropenon). Ebenso kann eine Therapie mit einem Kortisonpräparat, zum Beispiel als Schaum, Lösung, Creme oder Tabletten zum Einsatz kommen.

Interessant ist eine Studie der Columbia University in New York aus dem Jahr 2014. Hier fanden Forscher Immunzellen, die für den Haarausfall verantwortlich sein können. Im nächsten Schritt verabreichten die Forscher Labormäusen sowie drei Betroffenen den Wirkstoff Ruxolitinib. Hierbei handelt es sich um einen Wirkstoff, der bei der Knochenmarkerkrankung Myelofibrose eingesetzt wird. Nach ungefähr fünf Monaten stellten die Forscher sowohl bei den Labormäusen als auch bei den drei Betroffenen erstaunliche Effekte fest. So waren die Haare an den kahlen Stellen fast vollständig nachgewachsen.

Um hieraus eine Therapieoption ableiten zu können, ist es allerdings noch zu früh. Denn der Wirkstoff wurde schließlich nur an Labormäusen und drei Patienten angewendet. Hinzu kommt, dass Ruxolitinib kein nebenwirkungsfreier Wirkstoff ist. Unter der Behandlung können Nebenwirkungen in Form von Kopfschmerzen, Schwindel sowie weiteren Nervenstörungen auftreten. [7]

Minoxidil gegen androgenetische Alopezie

Bei der androgenetischen Alopezie verkümmern die Haarfollikel nach und nach, sodass die Haare immer dünner werden. Letztendlich fallen die Haare dann aus und wachsen nicht mehr nach. Der Wirkstoff Minoxidil soll dem entgegenwirken und Haare wieder zum Wachsen bringen. Laut einer Meta-Analyse von verschiedenen Studien bewirkte Minoxidil bei 121 von 488 Frauen einen moderaten Haarwuchs. Bei weit fortgeschrittenem Haarausfall sei das Medikament jedoch wirkungslos. Zudem ist bisher nicht geklärt, wie genau wie Minoxidil wirkt.

Darüber hinaus können Nebenwirkungen in Form von Kopfschmerzen, Hautrötungen, Juckreiz und Bluthochdruck auftreten. Außerdem wurde vermehrtes Haarwachstum außerhalb des Kopfes beobachtet. [8]

Finasterid gegen androgenetische Alopezie

Finasterid (Handelsname Propecia) ist ein häufig eingesetztes Medikament bei Haarausfall. Dabei hemmt der Wirkstoff die Produktion des Dihydrotestosterons (DHT), das im Körper aus dem Hormon Testosteron gebildet wird. Forschungen zufolge soll DHT ein Auslöser des Haarausfalls sein. In ungefähr zwei Drittel aller Fälle soll Finasterid in der Lage sein, die Haarwurzeln zu neuem Wachstum anzuregen. Allerdings kann das Medikament lediglich dort wirken, wo sich die Haarwurzeln noch nicht vollständig zurückgebildet haben.

Nebenwirkungsarm ist Finasterid jedoch nicht. So kann der Wirkstoff sexuelle Funktionsstörungen auslösen. In seltenen Fällen kann es außerdem zu Spannungsgefühlen in der Brust kommen. Auch die Bildung von Knoten in der Brust ist nicht ausgeschlossen. Außerdem kann sich ein bestimmter Blutwert durch die Einnahme verändern, der bösartige Veränderungen des Prostatagewebes identifizieren kann. [9]