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Mückenstiche vermeiden und behandeln

Stechmücke bei der Blutmahlzeit, jetzt ist schnelle Hilfe gefragt.
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Perfekter Mückenschutz und natürliche Mittel gegen Mücken

Mückenstiche sind nervig, aber meistens harmlos. Alles Wichtige zu ▶ Vorbeugung & Schutz ▶ Soforthilfe ▶ Hausmittel bei Juckreiz ▶ Wann zum Arzt

Von: Katrin Rösler & Corinna Heyer

Mückenstiche: Vorbeugen und behandeln

Jetzt im Sommer scheint jeder nur einen Gedanken zu haben, raus ins Grüne, den Stadtmief hinter sich lassen oder auf der Terrasse einfach den Alltag vergessen. Doch die warmen Temperaturen haben auch ihre Tücken. Denn sie werden auch von den Mücken gemocht, die sich zusammen mit der Sonne gern einen Platz auf unserer Haut suchen. Am liebsten in Wassernähe, aber auch im kühlen Wald oder in den eigenen vier Wänden – überall dort, wo wir uns gern sicher wähnen und erholen, hält auch die Stechmücke nach uns Ausschau, um mit ihrem Mundwerkzeug eine Blutmahlzeit aus unseren Körpern zu saugen.

Aber auch weitere heimische Mückenarten und Exoten aus Übersee wie die Buschmücke oder Tigermücke können eine Einstichstelle bei uns hinterlassen und diese mit ihrem teilweise giftigen Speichel versehen, sodass im schlimmsten Fall nach einer Rötung eine Entzündung mit Schwellung entstehen kann. Erkrankungen durch Krankheitserreger infizierter exotischer Mückenarten sind in Deutschland noch nicht bekannt geworden, in Italien und Frankreich sind allerdings schon Fälle von Chikungunyafieber aufgetreten. Der Klimawandel könnte eine Ausbreitung nach Deutschland begünstigen.

Deshalb sollte niemand vergessen, sich effektiv gegen einen Stich zu schützen. Hat das Insekt einen dennoch erwischt, braucht es schnelle Hilfe, um den lästigen Juckreiz oder Schwellungen zu lindern.

Doch welches Hausmittel besänftigt die Symptome am besten, wenn es völlig unerwartet passiert ist? Oder was sollte man sich beim nächsten Einkauf einfach mitnehmen, damit man gegen einen Mückenstich bestens gewappnet ist? Oder noch besser: Wie sieht eine effektive Prophylaxe aus?

Um das Verhalten der Stechmücke zu verstehen und entsprechend richtig zu agieren, gibt es zunächst eine kurze Auffrischung des Biologie-Unterrichts (der bei vielen sicher schon länger her ist).

Mücken-Biologie: Warum Mücken stechen und Stiche jucken

Welche Mückenarten gibt es?

Stechmücken stellen eine eigene Familie (Culicidae) innerhalb der Ordnung der Zweiflüger (Diptera) dar. Sie haben nur ein paar Flügel (und dazu noch Schwingkölbchen), was sie zum Beispiel von den Wespen unterscheidet, die zwei paar Flügel haben und zur Ordnung der Hautflügler gezählt werden. In Europa kommen rund 100 Arten von Stechmücken vor, in Deutschland knapp 50 [1, 2]. Es sind besonders die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) und die Ringelmücke (Culiseta annulata) häufig, im Süden auch Ringelschnake genannt. Doch gibt es auch in weiteren Familien lästige Blutsauger wie die Gnitze und die Kriebelmücke.

Warum saugen Stechmücken Blut?

Genau genommen sind es nur die Weibchen, die phasenweise unser Blut abzapfen, da die darin enthaltenen Eiweiße und das Eisen für die Produktion der Eier benötigt werden. Dafür ist das spezielle Mundwerkzeug des Weibchens mit einem Stechrüssel ausgestattet. Die Männchen ernähren sich ausschließlich von Nektar, sind also Vegetarier.

Für die Eiablage werden zwingend Wasserflächen benötigt, das können Teiche, Gräben, aber auch Regentonnen oder Pfützen sein. Hier erfolgt ebenso die Larvenentwicklung – nach rund 18 Tagen schlüpfen die Stechmücken.

Begriffsverwirrung: Was sind Schnaken, Gnitzen und Moskitos?

In Süddeutschland wird die Stechmücke auch Schnake genannt, was zoologisch nicht korrekt ist, da Schnaken wiederum eine eigene Familie (Tipulidae) innerhalb der Zweiflügler darstellen. Sie saugen kein Blut, gehören aber ebenso wie die Stechmücken zur Unterordnung Mücken.

Moskito ist von dem spanischen Wort Mosquito (übersetzt: "kleine Fliege") abgeleitet, womit ebenfalls Mücken bezeichnet werden.

Gnitzen, auch Bartmücken genannt, (Familie Ceratopogonidae) sind die kleinsten Mücken mit einer Körperlänge von 1 bis 4 Millimetern. Auch wenn sie klein sind, können sie dennoch schmerzhafte Stiche hinterlassen.

Warum jucken Mückenstiche?

Die weiblichen Mücken sind perfekt daran angepasst, ihrem Wirt das benötigte Blut so schmerzlos und schnell wie möglich herauszusaugen. Dazu wird über den Stechrüssel zusammen mit dem Mückenspeichel ein Blutgerinnungsmittel in die Einstichstelle eingespritzt. Gegen die darin enthaltenen fremden Proteine (Eiweiße) wehrt sich das Immunsystem und setzt eine allergische Reaktion in Gang. Es werden Mastzellen aktiviert, die Histamin ausschütten, was mit mehr oder minder starkem Juckreiz und Quaddelbildung verbunden ist.

Hilfreiche Hausmittel setzen dann in dieser Wirkungskette an, indem sie zum Beispiel die Eiweiße zerstören, bevor das Abwehrsystem seine Arbeit aufnimmt.

Welche Mückenstiche sind gefährlich?

Mückenstiche der heimischen Mücken sind unangenehm, aber in der Regel unbedenklich. Lediglich bei empfindlichen Personen führen sie selten zu allergischen Reaktionen. Doch mittlerweile erobern auch Stechmücken aus Übersee Teile von Deutschland, die Krankheiten wie das West-Nil-Virus, das Chikungunya,- Gelb,- und Denguefieber sowie Hirnhautentzündung übertragen können.

Die Rede ist von der Asiatischen Tigermücke (bei dieser wird auch eine Übertragung des Zika-Virus vermutet) und der Asiatischen Buschmücke.

Sie werden mittlerweile regelmäßig im Süden Deutschlands gesichtet, bisher wurden aber noch keine Erkrankungsfälle dokumentiert.

Borreliose durch Mückenstiche?

Bei verschiedenen Stechmücken-Arten wurden 2013 von Senckenberg-Wissenschaftlern Borrelien gefunden, die die gefürchtete Borreliose auslösen können. Bei den untersuchten Mücken lag die Befallshäufigkeit mit den Erregern zwischen 0,13 und 8,33 Prozent [3]

Es bestehe aber kein Grund zur Panik, so Prof. Dr. Sven Klimpel vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum der Goethe-Universität Frankfurt. "Nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand sind Stechmücken als Überträger der Erreger von Lyme-Borreliose nur bedingt geeignet. Wenn überhaupt, spielen sie eine eher untergeordnete Rolle."

Dennoch sollten Sie, wenn Sie mögliche Symptome einer Borreliose wie die Wanderröte bei sich entdecken, an die Möglichkeit einer Infektion denken – selbst, wenn sie längere Zeit keinen Zeckenkontakt hatten.

Jetzt, wo Sie zum Mückenversteher geworden sind, werden Ihnen die nachfolgenden Tipps sicher sofort einleuchten.

Logisch: Vorbeugen ist die beste Therapie! Aber was gehört alles dazu?

Zunächst gilt es, das Risiko Mücke zu minimieren, indem man möglichen Mückenstichen vorbeugt. Das heißt, am besten wehrt man Mücken von vornherein ab, indem man sich entweder mechanisch schützt oder natürliche Mittel, wie ätherische Öle oder Gele einsetzt. Wer einen eigenen Garten hat, sollte mögliche Brutstätten gewissenhaft trockenlegen.

Was hilft gegen Mücken in Haus und Garten?

Mechanischer Mückenschutz

Sehr zu empfehlen ist es, mehrere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, beispielsweise mechanische Vorkehrungen zur Mückenabwehr ebenso einzusetzen wie solche, die den eigenen Körper schützen. So haben sich Mückengitter für Türen und Fenster bewährt. Aber auch das Moskitonetz leistet hierfür gute Dienste, die es für alle Bettengrößen zu kaufen gibt. Am besten geeignet sind Netze mit nur einer Öffnung. 

Für Hersteller steht hier meist der Komfort vor dem Schutz, dass die Moskitonetze für Doppelbetten oft mindestens zwei Eingänge haben. Daher sollte man die restlichen selbst zunähen, um den Schutz zu erhöhen. Aber auch für die Reise oder zum Schlafen im Freien oder im Zelt ist diese Variante eine gute Wahl. 

Mücken einfach wegpusten

Im Garten mit Stromanschluss kann man einen Ventilator einschalten und sich in seiner Nähe aufhalten. Der erzeugte Luftstrom hat sich als wirksame Abwehr gegen Moskitos bewährt, da diese nicht so schnell fliegen und ihn daher nicht überwinden können.

Achtung: Wasserquellen im Garten sind Mückenparadiese

Mückenlarven entwickeln sich in einem Wasserbottich.
Wasserbottich dient Mückenlarven als Kinderstube. © C. Heyer

Für die Eiablage wird gar nicht ein größerer Teich benötigt, sondern allein eine Schüssel Wasser kann die Mücken magisch anziehen. Deshalb sollte man darauf achten, kein Wasser in Gefäßen stehen zu lassen. 

Mücken-Prophylaxe für Unterwegs

Insektensicher vorbereitet ins Grüne

Wer gerne viel im Grünen unterwegs ist, kann auch dort recht einfach für einen guten Mückenschutz sorgen, wenn einige Vorlieben der Insekten erkannt und so vermieden werden.

Die Stechmücke liebt Milchsäure. Diese entsteht, wenn man viel Salziges knabbert und wird über die Haut freigesetzt, was die Blutsauger anlockt. Neben der richtigen Ernährung kann aber auch die eigene Körperhygiene präventiv erfolgreich in der Mücken-Abwehr sein. Denn Mücken fühlen sich durch Körpergerüche, wie Schweiß, angezogen. Besonders im Freien sollte man sich deshalb nach schweißtreibenden Aktivitäten frisch machen.

Ebenfalls angelockt wird die Stechmücke durch blumige wie fruchtige Parfums ebenso wie durch solcherlei Duftstoffe in Körperlotionen, Sonnencremes und Weichspülern. 

Die richtige Kleidung

Mücken können Menschen erkennen und scheinen von dunkler Kleidung angezogen zu werden. Ergo: helle, lange und weite Kleidungsstücke tragen, da die Blutsauger durch enge Hosen durchstechen können.

Hausmittel gegen Mücken: Ätherische Öle

Anstelle der chemischen Keule, insbesondere des nervengiftähnlichem DEET, eigenen sich einige ätherische Öle und natürliche Mittel hervorragend dafür, nicht gestochen zu werden. Geeignet sind Öle aus Eukalyptus, Zimt, Rosmarin, Zedern, Nelken oder Citronella. Sie schrecken Stechmücken aufgrund des Geruchs ab, ohne Schaden auf der menschlichen Haut anzurichten. Allerdings hält die Wirkung nur ein paar Stunden an, man muss das Mittel daher häufiger erneuern als die Produkte mit Icaridin oder DEET.

Die durchgreifendste Wirkung haben Citronellaöl und Citriodiol. Letzteres wird aus dem ätherischen Öl des Zitronen-Eukalyptus (Eucalyptus citriodora) gewonnen und ist Hauptbestandteil vieler biologischer Insekten-Repellents wie z.B. „Anti-Brumm Naturel“ (nicht zu verwechseln mit „Anti-Brumm forte“, dem Schwesterpräparat Marke Chemiekeule).

Passende Produkte gibt es in der Apotheke oder Drogerie zu kaufen oder man mischt selbst, mehr dazu hier >

Die Wirkung von Neemöl als effektiver Mückenschutz wurde in einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen. Demnach wurde im indischen Ranipur festgestellt, dass nur 2 Prozent des ätherischen Neemöls, gemischt mit Kokosöl, bis zu 100 Prozent der Mücken in unmittelbarer Nähe vertreiben konnten.

Beim Kauf der Öle sollte unbedingt auf  Qualität geachtet werden, damit diese nicht mit Pestiziden belastet sind. In der Regel sind nur reine unverdünnte ätherische Bio-Öle hochwertig. Da die ätherischen Öle ohnehin immer sparsam verwendet werden sollten, würde man hier an der falschen Stelle sparen. Diese Naturprodukte verfügen über individuelle Eigenschaften. Deshalb sollte stets die Packungsbeilage beachtet werden.

Richtige Verwendung der ätherischen Öle

Damit die ätherischen Öle auf der Haut optimal schützen können, sollte man Sonnenschutzcremes nur sparsam und als erste Schicht verwenden. Die ätherischen Öl-Mischungen sollten nochmals aufgetragen werden, nachdem man mit Wasser in Berührung gekommen oder stark geschwitzt ist. Aber auch bei Wind und starken Temperaturen empfiehlt sich ein wiederholtes Auftragen.

Sofort handeln: Was hilft gegen Mückenstiche?

Hat einen doch eine Mücke erwischt, ist schnelle Hilfe gefragt. Denn Mückenstiche können mächtig jucken und schmerzhaft sein, wenn die Haut erst angeschwollen ist.

Wie wir erfahren haben, sind es die Proteine im Mückenspeichel, die später den unangenehmen Juckreiz auslösen. Hilfreiche Sofortmaßnahmen, die die allegieauslösenden Eiweiße zerstören, sind daher:

  • heißen Löffel auf den Stich legen, die Hitze zerstört die Proteine (aber darauf achten, dass man sich keine Verbrennung durch einen zu heißen Löffel zuzieht)
  • das entsprechende käufliche Produkt dazu heißt Biteaway. Das sind Stifte mit kleiner Heizfläche, die ganz kurz auf 50 Grad Celsius aufgewärmt werden.
  • dann gibt es noch Geräte, die kleine Stromimpulse aussenden, wie den Zap it oder Zapperclick.

Mückenstiche gut kühlen

Hat mein keins der oben genannten Hilfsmittel zur Hand, sollte man den Mückenstich so intensiv wie möglich kühlen – notfalls auch mit dem eigenen Speichel, am besten ist ein Kühlpad. Der menschliche Speichel enthält zudem Mineralstoffe und Proteine, die die Abwehr hier stärken können. Durch das sofortige Kühlen wird das Jucken eingedämmt, da der Entzündungsprozess verlangsamt wird.

Warum soll man Mückenstiche nicht kratzen?

Will man den unangenehmen Juckreiz nun dadurch beseitigen, dass man die Stelle reflexartig aufkratzt, können Keime unter die Haut eindringen und nicht selten kommt es zu Schwellungen. Deshalb lieber dem Juckreiz nicht nachgeben und notfalls nur leicht auf die betroffene Hautstelle klopfen.

Hausmittel gegen Mückenstiche

Bei Mückenstichen kann man auf eine Vielzahl von Hausmitteln zurückgreifen, die den Juckreiz lindern, die Einstichstelle kühlen und entzündungshemmend und abschwellend wirken.

Spitzwegerich-Knoten ist der Klassiker

Spitzwegerich-Blätter: Hausmittel am Wegesrand und immer verfügbar.

Kräuter-Kundige sollten es mit dem „Spitzwegerich-Knoten“ probieren: Hierfür mehrere lange Spitzwegerich-Blätter aufeinander legen und miteinander verknoten. Den Knoten mit den Handflächen so lange kräftig reiben, bis der Pflanzensaft austritt. Diesen Saft sofort auf den Stich streichen und Schwellung und Schmerz lassen fast unmittelbar nach. Erklärung: Bestimmte Inhaltsstoffe (Iridoidglykoside wie Aucubin) hemmen die Entzündungskaskade; sie binden aber auch die Proteine aus dem Mückenspeichel. Frische, gesäuberte Spitzwegerich-Blätter sind auch eine gute erste Wundversorgung bei offenen Wunden [8].

Ätherische Öle helfen auch im Akutfall

Lavendelöl wirkt abschwellend und entzündungshemmend und beruhigt die Haut. Allerdings sollten ätherische Öle nie pur auf die Haut gelangen, sondern immer mit einem Trägeröl (Mandelöl, Jojobaöl, Kokosöl) gemischt werden, die dann gleichzeitig auch noch die Haut pflegen.

Die Kombination aus Pfefferminzöl mit Heilerde hat sich ebenfalls bewährt, den Juckreiz zu stillen. Man rührt dazu eine Paste an und trägt diese auf die Einstichstelle. Die Inhaltsstoffe der Heilerde beruhigen, das Pfefferminzöl kühlt und wirkt lokalanästhetisch.

Aloe Vera Gel

Verwendet man zum Kühlen ein hochwertiges Aloe Vera Gel, etwa aus dem Reformhaus, versorgen die darin enthaltenen Vitamine die Wunde und verhindern ein Ausbreiten des Mückenspeichels. Der Juckreiz lässt nach, die Schwellung wird kleiner, bis die Wunde des Mückenstichs schließlich nach ein paar Tagen verschwindet.

Zu beachten ist, dass es sich um ein parfumfreies, 100-prozentiges Aloe Vera Gel aus einer kalten Pressung handeln sollte. Noch besser eignet sich allerdings ein frischgeschältes Aloe Vera Blatt, direkt von der Pflanze. Die kaktusartige Topf- und Zimmerpflanze ist sehr pflegeleicht, leicht züchtbar durch eigene Ableger und ein optischer Zugewinn für Balkon oder Zimmer. Etwaige Reste des Blattes können problemlos einige Tage im Kühlschrank zur weiteren Verwendung, z. B. auch zum Einnehmen, aufbewahrt werden.

Mückenstiche: Welche Salbe ist empfehlenswert?

Zwar kein natürliches Mittel, aber als Klassiker gelten Salben mit verschiedenen Wirkstoffen, die zu den Antihistaminika zählen und Juckreiz lindern (indem sie den Botenstoff Histamin abschwächen).

Handelsnamen dieser Produkte sind Azaron®, Fenistil®, Soventol® oder Systral®, die in verschiedensten Darreichungsformen auf dem Markt sind.

Bei juckendem und/oder entzündetem Mückenstich mit allergischer Hautreaktion hilft Fenihydrocort mit Kortison. "Das Kortison ist relativ schwach (schwächste Klasse I von I–IV) und gut verantwortbar. Es gibt keine wesentlichen Nebenwirkungen auf kurze Zeit", so unser ärztlicher Leiter Dr. med. Berthold Musselmann.

Bei Kindern unter 6 Jahren nur einmal täglich und maximal 3 Wochen anwenden und nur auf maximal 10 % der Körperoberfläche.

Natürliches Gel aus dem Hause DHU und Retterspitz

Die DHU hat mit Insectolin ein natürliches Mittel im Angebot, das aus Jojobaöl und den Heilpflanzen Echinacea, Zaubernuss und weiteren besteht. Es soll helfen, Schwellungen, Rötungen und Juckreiz zu reduzieren und ist auch für Schwangere und Säuglinge geeignet.

Retterspitz bietet laut eigenen Aussagen mit ihrem Vitamin Gelee "Beruhigende Hilfe bei lästigen Stichen". Vitamin E regeneriert die Schutzbarriere in der Haut, so dass sich diese schneller erholen kann [9].

Mückenstich: Welche Globuli helfen?

Homöopathie und Schüßler Salze sind sehr beliebt bei den Anwendern – die Wirksamkeit dieser Methoden ist aber nicht durch wissenschaftliche Studien abgesichert.

Das homöopathische Mittel Apis mellifica (Honigbiene) sollte in keiner homöopathischen Hausapotheke fehlen. Denn es hilft bei Bienen- aber auch Mückenstichen, wenn diese sich heiß anfühlen und anschwellen. Apis wird normalerweise als D12 alle 1 bis 6 Stunden eingenommen [11].

Was muss man bei der Einnahme beachten?

Homöopathische Mittel sind ein Reiz, den der Körper unverfälscht verstehen soll. Daher werden begleitend alle reizenden Mittel gemieden. Koffeinhaltige Getränke oder Getränke mit starkem Geschmack (Pfefferminztee, aber auch Kamillentee) brauchen zeitlichen Abstand. Zähneputzen, Kaugummikauen, auch Rauchen sollte man vermeiden. Die Wirkung beginnt auf der Mundschleimhaut, darum sollte man direkt vorher nichts essen. Eine Gabe besteht aus 3–5 Globuli, 5–10 Tropfen oder einer Tablette. Globuli und Tropfen lässt man langsam unter der Zunge einwirken. Mehr zur richtigen Einnahme bei homöopathischen Mitteln >

Auch kann ein Globuli auf dem Stich mit einem Pflaster befestigt werden. Diese Methode ist vor allem für Säuglinge geeignet.

Welches Schüssler Salz hilft beim Mückenstich?

Von den Schüßlersalzen hat sich das Natrium chloratum (die Nummer 8) bewährt. Es soll den Wasserhaushalt im Körper regulieren und abschwellend wirken. Neben Insektenstichen gibt es noch eine Vielzahl an weiteren Indikationen [12].

Die allgemeine Dosierempfehlung lautet: 2- bis 3-mal täglich je nach Bedarf 1-3 Tabletten. Die Tabletten lässt man im Mund zergehen.

Wann zum Arzt: Wie gefährlich ist ein entzündeter Mückenstich?

Wenn sich der Mückenstich trotz intensiven Kühlens und allen genannten Maßnahmen entzündet, ist Vorsicht geboten. Es kann sich dabei um einen Krankheitserreger handeln, die sich unter der Haut ausgebreitet hat, und im schlimmsten Fall zu einer Infektion führen kann. Es kann sich aber auch um eine Allergie handeln, die durch den Mückenstich ausgelöst wurde (kommt sehr selten vor, mehr dazu hier). Oder aber die Mücke hat eine schwere Krankheit, wie etwa Gelbfieber oder Borreliose übertragen. Dies ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen und die Gefahr könnte durch den Klimawandel zukünftig steigen.

Wenn die Schwellung und die Schmerzen nicht innerhalb von ein paar Tagen wieder verschwinden, sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen und ein wirksames Medikament zu bekommen (zum Beispiel Antihistaminika oder bei bakterieller Infektion ein Antibiotikum). Es kann auch ein Erreger durch die Mücke übertragen worden sein, gegen den kein Kraut gewachsen ist. Hierfür empfiehlt sich ein Besuch beim Haus- oder Hautarzt oder in Großstädten bei einem Institut für Infektiologie, insbesondere wenn man Begleiterscheinungen wie Fieber hat oder sich die Stichwunde trotz eigener Behandlung vergrößert und die Beschwerden zugenommen haben.

Quellen/Weitere Informationen

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