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Echte Naturkosmetik erkennen: Tipps und Einkaufsratgeber

Hände halten einen Cremetiegel, links und recfhts von Eukalyptuszweigen umsäumt

Naturkosmetik: Alles Natur – oder doch nicht?

Wo "Natur" drauf steht ist leider nicht immer "Natur" drin. Wir zeigen euch Tipps und Tricks, wie ihr echte Naturprodukte erkennt und welche Möglichkeiten es gibt, alle Inhaltsstoffe der Produkte deiner Wahl in Erfahrung zu bringen.

Von: Anke Schmidt

Was ist eigentlich genau Naturkosmetik ?

Naturkosmetik ist eine gute Alternative zur klassischen Kosmetik, denn sie verspricht - auf den ersten Blick - eine natürlich Pflege von Haut & Haar. Es gibt Cremes, Make-Up und vieles mehr. Eigentlich sollten sich hinter dem Begriff “Naturkosmetik” Produkte befinden, die aus rein natürlichen Zutaten hergestellt sind, also zum Beispiel keine synthetischen Stoffe enthalten und keine Stoffe, die basierend auf Erdöl hergestellt wurden, aber...

Ist der Begriff Naturkosmetik geschützt?

Das Problem für uns Verbraucherinnen ist, dass der Begriff “Naturkosmetik” nicht geschützt ist. Das heißt, dass dieses Attribut eigentlich auf jedes Produkt  aufgedruckt werden könnte, ohne das wirklich nur natürliche Inhaltsstoffe verwendet werden. Auch garantiert das Wort “Naturkosmetik” nicht, das biobasierte Inhaltsstoffe verwendet werden. Ähnlich verhält es sich mit Beschreibungen wie “natürlich”, “pflanzenbasiert”, “nachhaltiger Anbau” oder “aus der Natur”. Auch die sagen nichts konkretes über die Inhaltsstoffe aus, sondern dienen eher dem Marketing. Genauso wie Bilder von Blumen, Pflanzen oder Ölen, die auf der Verpackung abgebildet sind. Das Problem dabei ist, dass wir denken, wir würden ein Produkt kaufen, das gut für unsere Haut ist - was im Zweifel leider nicht stimmt.


Welche Inhaltsstoffe in normaler Kosmetik sind problematisch?

Viele Pflegeprodukte und auch dekorative Kosmetik enthalten immer noch Mikroplastik, welches durch die Nutzung dieser Produkte in unsere Umwelt gelangt. Zudem können sich mineralölbasierte Komponenten in Teilen unseres Körpers ablagern. Diverse Konservierungsmittel können unsere Haut reizen oder Allergien auslösen und viele Inhaltsstoffe wie Antioxidationsmittel stehen im Verdacht, krebsfördernd zu sein. Damit wir aber als Verbraucher*in diesbezüglich nicht komplett im Dunklen tappen, gibt es ein paar Tipps, die beim Kauf von Kosmetik beachtet werden können.


Ein paar Tipps, mit denen Naturkosmetik erkannt werden kann

Es gibt einige Siegel, die authentische naturkosmetische Produkte kennzeichnen, unter anderem das NATRUE-Siegel und das BDIH-Siegel. Es ergibt durchaus Sinn, beim Kauf auf zertifizierte Naturkosmetik zu achten. So ist weitgehend gewährleistet, dass sie frei von Silikonen und Inhaltsstoffen auf Erdölbasis sind, dass kein mineralölbasiertes Mikroplastik enthalten ist, einige Konservierungsstoffe ausgeschlossen sind und zudem auch Tierversuche verboten sind. Weitere Tipps zum Einkauf:

  • Mittels der App Siegelklarheit kann man nachschauen, was das Siegel garantiert
  • Mit der ToxFox App können Produkte gescannt werden um zu checken, ob schädliche Inhaltstoffe enthalten sind
  • Auch das Prädikat “bio” garantiert nicht, dass ein Kosmetikprodukt mikroplastik-frei ist. Der Einkaufsratgeber vom Bund ist hier eine nützliche Quelle, um zu schauen, welche Produkte Mikroplastik enthalten
  • Vermeide Inhaltsstoffe aus Kunststoff oder Silikone wie: Acrylate Copolymer (AC), Acrylate Crosspolymer (ACS), Dimethiconol, Methicone, Polyamide (PA, Nylon), Polyacrylate (PA), Polymethyl methacrylate (PMMA), Polyquaternium (PQ), Polyethylene (PE), Polyethylene glycol (PEG)*, Polyethylene terephthalate (PET), Polypropylene (PP), Polypropylene glycol (PPG)*, Polystyrene (PS), Polyurethane (PUR), Siloxane, Silsesquioxane
  • Aufschluss über tierversuchsfreie Kosmetik gibt es hier
  • Inhaltsstoffe aus Bio-Anbau werden meist mit Sternchen gekennzeichnet

Wie kann ich Plastikmüll bei Kosmetik reduzieren?

Zunächst einmal: Nur das kaufen, was auch wirklich gebraucht wird. Zum Beispiel anstatt drei unterschiedlicher Haarpflegeprodukte nur eins, was wirklich genutzt wird. Es ist auch möglich, nach und nach Pflegeprodukte zu ersetzen. Beispielsweise kann herkömmliches Öl, wie Sonnenblumenöl, Hanföl oder Jojobaöl, als Ersatz für in Plastik verpackte Bodylotions genutzt werden.

Es gibt mittlerweile auch ein großes Angebot von plastikfrei-verpackten Körper- und Haarpflegeprodukten. Hier ein paar Beispiele:

Wastelesshero ist dein Online Shop für plastikfreie, vegane, palmölfreie Produkte für deinen nachhaltigen Alltag. Hier findest du festes Shampoo, Bambuszahnbürsten für Kinder und Erwachsene, Lunchboxen und den ersten Rasierhobel mit abgerundeten Ecken.

Naturkosmetik selbst herstellen

Wenn Sie genau wissen wollen, was in Ihren Pflegeprodukten drin ist, dann sollten Sie diese selbst herstellen. Das hat zwei große Vorteile: Zum Einen spart es einiges an Geld ein, denn selbstgemachte Dinge sind meist günstiger. Zum Anderen kann es auch dazu beitragen, Verpackungen und Müll zu vermeiden.

Rezept: Pflegende Handcreme

Cremetiegelchen auf Holztablett

Ein einfaches Rezept, um Handcremes selbst zu machen:

  • 30 g Sheabutter
  • 10 g Sonnenblumenöl, Mandelöl oder Rapsöl
  • 5 Tropfen ätherisches Öl, z. B. Orange
Zubereitung

Die Zutaten im Wasserbad zusammen mischen und schmelzen lassen. Gut vermengen und dann in einen verschließbaren Behälter füllen.

Haltbarkeit

Die Mischung hält sich bis zu 2 Monate frisch, eine Geruchsprobe ist aber immer ratsam. Riecht es ranzig muss es weg. Die Menge ist so gering, dass die Creme bei regelmäßigem Gebrauch auch schon nach 2 - 3 Wochen aufgebraucht ist.

Glastiegel mit Ölen und Salzen aufgereiht
Eigene Kosmetik herzustellen spart Geld und verhindert unnötigen Plastikmüll. © oksanashufrych

Die Autorin: Anke Schmidt

Anke Schmidt bloggt seit 2013 über Nachhaltigkeit und ist Mama von zwei Söhnen. Sie möchte zeigen, dass jede*r Einzelne etwas bewegen kann und ein umweltfreundlicher Alltag richtig cool sein kann. Anke hat bereits ein Buch veröffentlicht und gibt Online-Kurse über nachhaltige Pflegeprodukte und Reiniger. Die Produkte, die sie in ihren Shop aufnimmt, müssen plastikfrei und so wenig wie möglich verpackt sein. Wie man einfach Körperpflegeprodukte wie Deocreme, Lipbalm, Bodybutter und noch mehr herstellen kann, kann man in einem Online-Kurs auf ihrer Website lernen.

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