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Ananas

Reife Ananas wächst als Frucht auf dem Boden.
© Wikipedia

Vitaminbombe Ananas

Lecker und gesund zugleich! Und das Enzym Bromelain macht die Ananas zu einer wertvollen Heilpflanze.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Von: PhytoDoc Redaktionsteam

Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit des dreiköpfigen Redaktionsteams. Er wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, phytotherapeutischen Fachliteratur erstellt. Dabei obliegt die fachliche Endprüfung dem Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink.

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Ananas: Das Wichtigste im Überblick

Die Ananas (Ananas comosus) ist eine wahre Vitaminbombe! Der wertvollste Inhaltsstoff der Frucht ist allerdings das Enzym Bromelain, das eine entzündungshemmende, blutverdünnende und abschwellende Wirkung hat.

Vor allem bei traumatischen oder postoperativen Schwellungen der Nase und der Nebenhöhlen wird das Enzym in Form von Tabletten verwendet. Aber auch Sportler schätzen die abschwellende Wirkung bei Sportverletzungen und die Linderung bei Muskelkater. Auch bei Verdauungsbeschwerden sollen Enzyme aus Ananas helfen. Sie ersetzen einfach die Verdauungsenzyme im Magen. Ananas ist sehr verträglich und hat kaum Nebenwirkungen.

Eine exotische Frucht

Die Ananas ist eine sehr beliebte Obstpflanze, die sowohl pur schmeckt als auch in vielen Gerichten (z. B. auf dem Hawaii-Toast) nicht fehlen darf. Obwohl sie bei uns nicht heimisch ist, können wir die Früchte in frischer oder konservierter Form im Supermarkt kaufen. Ihr exotisches Aussehen macht sie zusätzlich attraktiv.

Wie gut hilft Ananas?

Die Kommission E bestätigt die Anwendung von Bromelain bei traumatisch oder operativ verursachten Schwellungen der Nase und der Nebenhöhlen. Obwohl die Pharmakologie wenig untersucht ist, gibt es derzeit bezüglich der Sicherheit keine negativen Statements.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind zwei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • akute postoperative und posttraumatische Schwellungszustände, vor allem der Nase und Nasennebenhöhlen
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Dyspepsie, Verdauungsbeschwerden, verdauungsfördernd bei exokriner Bauchspeicheldrüseninsuffizienz (Minderung der Funktion der Bauchspeicheldrüse)
  • Entzündungen, Nebenhöhlenentzündungen
  • Prellung mit Schwellung
  • Rheuma
  • Schwellungen, Ödeme, Phlebödem
  • Venenverschlusskrankheit, da blutverdünnend

Botanik: Aussehen und Herkunft der Ananas

Die Ananas gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Sie stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wird heute weltweit in den Tropen angebaut.

Die mehrjährige Pflanze besitzt eine dichte Blattrosette, die aus steifen, stachelspitzigen und gezähnten Blättern gebildet wird. Die lilafarbenen Blüten stehen sehr dicht in der Achsel der kleinen Tragblätter. Zur Reifezeit schwillt die Blütenachse an und umgibt die Samenanlagen mit dem saftigen Fruchtfleisch. Oben auf der Frucht wächst ein Büschel aus stacheligen Blättern.

Im Reifezustand können Früchte und Fruchtstiele der Ananas für verschiedene pharmazeutische Produkte verwendet werden. Der vergorene Saft wird in der Volksheilkunde (Hawaii-Inseln, Philippinen, Südamerika) bei Entzündungen und fieberhaften Erkrankungen, bei Ödemen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. In Brasilien wurde der aus den Blättern gepresste Saft auch als Wurmmittel verwendet.

Gewinnung

Illustration der Ananaspflanze
© wikimedia - Manuel Blanco

Die Ananas wird in großen Plantagen gezogen und nach 20 Monaten zum ersten Mal geerntet. In weiteren Ernten sind die Früchte unregelmäßig und auch etwas kleiner. Aus den Mutterstümpfen und der Blütenachse der abgeernteten Bestände wird ein Gemisch eiweißabbauender (proteolytischer) Enzyme gepresst oder extrahiert. Daraus gewinnt man das Bromelain (= Bromelainum crudum) durch einen technischen Konzentrierungsschritt. Neben dem Bromelain fällt ein Weichwachs an, das sich in kosmetischen Produkten verwenden lässt.

Heilwirkungen der Ananas

Ananassaft wird traditionell als verdauungsförderndes Tonikum und harntreibendes Mittel verwendet. Die reife Frucht ist außerdem reich an Vitaminen (sie enthält durchschnittlich 20 mg Vitamin C pro 100 g Frucht, Vitamin B1, B2 und Nicotinamid).

Ananas wirkt blutverdünnend

Aus Ananas wird das Enzymgemisch „Bromelain“ gewonnen. Es besteht aus Eiweiß-abbauenden Substanzen (Proteasen) welche zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt werden. In der Tat konnte man nachweisen, dass nach der Einnahme ein Teil davon ins Blut und das Lymphsystem aufgenommen wird. Dort kann es das Auflösen von Blutgerinnseln (Thromben) fördern und so blutverdünnend wirken. Daneben bestätigen Untersuchungen die Wirksamkeit gegen Entzündungen und Ödeme, vor allem bei Schwellungen der Nase und Nebenhöhlen. Eine positive Wirkung auf verletzungsbedingte und postoperative Schwellungen („Schönheitsoperationen“) gilt als wahrscheinlich.

Pflanzliche Eiweißzersetzer (Proteasen) wie Bromelain werden gelegentlich Medikamenten zum Ausgleich einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse zugesetzt. Sie enthalten zusätzlich auch Verdauungsenzyme aus tierischem Bauchspeicheldrüsengewebe. Im Augenblick ist noch fraglich, inwieweit der Zusatz Bromelain die erwartete Wirkung hat.

Nebenwirkungen von Bromelain

Als Nebenwirkungen von Bromelain aus Ananas werden Magenreizung, Durchfall und allergische Reaktionen beschrieben.

Wechselwirkungen

Eine gesteigerte Blutungsneigung bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern oder Hemmstoffen der Thrombozytenaggregation kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Konzentration des Antibiotikums Tetracyclin im Urin und im Plasma wird durch die gleichzeitige Einnahme von Bromelain erhöht.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Bromelain wird in Form von Tabletten eingenommen.

Dosierung

innerliche Anwendung:

  • Tagesdosis: 80–240 mg Bromelain auf 2 bis 3 Einzeldosen verteilt. Die Behandlung dauert gewöhnlich maximal 8 bis 10 Tage.

Wirkstoffe der Ananas

  • Bromelain (auch Bromeline): mindestens 5 verschiedene Enzyme
  • Vitamine: Vitamin C, Vitamin B1, B2 und Nicotinamid
  • Zucker: Saccharose (15%)
  • Ester der Kaffee- und p-Cumarsäure mit Glycerol

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Blaschek W. et al, (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag Heidelberg, 2004
  2. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3. Auflage, Urban & Fischer Verlag München-Jena, 2007
  3. Van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2004
  4. Steckbrief heilpflanzenwelt.de: Bromelainum
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