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Pflanzenprofil von Arnika

Erstmals bei Hildegard von Bingen als Heilpflanze

Im Altertum war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Erstmals wurde sie bei Hildegard von Bingen genannt. Auch Goethe kannte und schätzte Arnika, denn er soll sich dank eines Arnika-Tees schnell von seinen Herzbeschwerden erholt haben. Heute setzt man Arnika bei Herzbeschwerden nicht mehr ein, da die Pflanze Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Nur in homöopathischer Verdünnung ab D4 aufwärts ist eine Einnahme noch erlaubt.

Aussehen und Herkunft

Arnica montana L. und A. chamissonis Less. stammen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die mehrjährigen Pflanzen tragen breite, behaarte Blätter und dottergelbe Blütenköpfe auf schlanken Stängeln. A. chamissonis unterscheidet sich von A. montana durch den aufrechteren Habitus, eine rötlich-violett überlaufene Stängelbasis und kleinere Blütenköpfe.

Zur Herstellung von Tinktur und ätherischem Öl werden überwiegend die Blütenköpfe (Arnicae flos) verwendet, seltener die Wurzeln oder die ganze Pflanze.

Die meisten Arnika-Arten (wie auch A. chamissonis) findet man in Nordamerika. Arnica montana wächst in den Mittelgebirgen Mittel- und Nordeuropas und auf mageren Alpenmatten. Vom Wildstandort kann nur wenig Material gesammelt werden, zudem gilt der Anbau von Arnica montana als schwierig und unökonomisch. Die nordamerikanische Art (A. chamissonis) dagegen lässt sich gut kultivieren. Den jährlichen Bedarf allein in Deutschland schätzt man auf etwa 50.000 kg.

Arnika ist sehr selten geworden und wird daher durch das Washingtoner Artenschutzabkommen von 1981 geschützt.

Gewinnung

Die gesammelten Blüten werden möglichst rasch bei 40 bis 50°C getrocknet, um eine graue Verfärbung zu vermeiden. Die grundständigen Blätter erntet man vor der Blüte, da der Gehalt an ätherischen Ölen zu dieser Zeit am höchsten ist. Auch der Wurzelstock und die Wurzeln werden für die Gewinnung von ätherischen Ölen verwendet. Durch Extraktionen mit wässrigen-alkoholischen Mischungen oder Ölen erhält man die Wirkstoffe für verschiedene Medikamente.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
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