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Botanischer Steckbrief von Augentrost

Trost für die Augen

Weil die Blüten des Augentrosts wie Augen aussehen, nahm die Signaturenlehre an, dass die Pflanze Erkrankungen der Augen heilen kann. Nach neueren Untersuchungen der Inhaltsstoffe könnte das tatsächlich zutreffen.

Aussehen und Herkunft

Der Echte oder Wiesen-Augentrost (Euphrasia officinalis) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Die krautige Pflanze wird 5 bis 30 cm hoch und hat mehr oder weniger gezähnte eiförmige Blätter mit kreuzgegenständiger Anordnung. Als Vertreter der Lippenblütlerartigen (Lamiales) hat der Augentrost die typischen zweiseitig symmetrischen Lippenblüten. Sie sind weiß bis blasslila, mit gelbem Fleck und in der Mitte bläulich geädert. Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer und versorgt sich über seine Wurzeln von benachbarten Gräsern mit Nährstoffen und Mineralien, was ihm auch den Volksnamen Wiesenwolf eingebracht hat. Je nachdem wie effektiv die Wirtspflanzen angezapft werden können, wird der "Wiesenwolf" bis zu 45 cm hoch. Bei größeren Beständen führt dies dazu, dass die Weidegräser im Wuchs gehemmt werden und so weniger ergiebig für die Milchkühe zur Verfügung stehen – daher auch die weitere Bezeichnung "Milchdieb".

Der typische Lebensraum der Pflanze sind ungedüngte und eher magere Wiesen und Heiden. Noch häufiger ist sie auf montanen Almwiesen zu finden. Früher sammelte man die Pflanze wild (meist in Osteuropa). Da das natürliche Vorkommen aber immer seltener wird, hat man begonnen, den Augentrost zu kultivieren.

In den Arzneibuch-Monographien fasst man unter der Bezeichnung Euphrasia officinalis L . mehrere Arten zusammen: Euphrasia stricta J . F. LEHMANN , Euphrasia nemorosa (PERS.) W ALLR., Euphrasia rostkoviana HAYNE und Euphrasia minima LAMARCK.

Gewinnung

Man verwendet die oberirdischen Teile des Augentrosts, die während der Blüte gesammelt werden (Euphrasiae herba).

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag Heidelberg, 2004
  2. European Medicines Agency (Homepage), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), Homepage, Stand Februar 2011
  3. Hänsel, R., Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage, Springer Verlag, Heidelberg, 2007
  4. Heilpflanzen Welt, multi MED vision GbR: Euphrasia officinalis (Augentrost); BGA Kommission-E-Monographien, Homepage, Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 29.8.1992
  5. Heilpflanzen Welt, multi MED vision GbR: Euphrasia officinalis (Euphrasia); Monographie BGA/BfArM (Kommission D), Homepage, Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 29.8.1992
  6. Stoss M. et al.: Prospective cohort trial of Euphrasia single-dose eye drops in conjunctivitis. J Altern Complement Med. 6 (6): 499-508, 2000
  7. Van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2004
  8. Wagner, H., Wiesenauer, M.: Phytotherapie, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2003
  9. Wichtl, M. (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka, 4. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002
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