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Ballonrebe

Die Ballonrebe besitzt kleine weiße Blüten.

Ballonrebe bei allergischen Hauterkrankungen

Die Ballonrebe hat in ihren Heimatländern eine lange Anwendungstradition zur Behandlung von schmerzhaften Erkrankungen. Bei uns setzt man die Pflanze in der Homöopathie bei entzündlichen oder allergischen Erkrankungen ein.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ballonrebe kompakt: Die wichtigsten Fakten

Die Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum), oder auch Herzsame genannt, ist ein Exot. Die einjährige Kletterpflanze mit blasig aufgetriebenen Fruchtständen ist eigentlich in Indien zu Hause.

Das Hauptanwendungsgebiet der Ballonrebe sind Hauterkrankungen ob allergisch, entzündlich oder juckend: Ekzeme, Schuppenflechten oder Neurodermitis sprechen auf die Heilpflanze an. Die Ballonrebe kann hier mit ihrer entzündungslindernden und schmerzstillenden Wirkung punkten. Das hat der Ballonrebe den Ruf als pflanzliches Kortison eingebracht. Dennoch sind Präparate mit Ballonrebe weniger wirksam als Kortison, dafür aber frei von schweren Nebenwirkungen.

Die Urtinktur der Ballonrebe wird meist als Salbe oder Creme verarbeitet. Auch Globuli und Tropfen mit homöopathischen Verdünnungen sind verfügbar.

Wie gut hilft Ballonrebe?

Die Ballonrebe hat eine lange Anwendungstradition...

...als schäumendes Waschmittel und Medikament gegen Schmerzen.

Leider gibt es keine systematische Untersuchung zur Wirksamkeit bei entzündlichen Hautkrankheiten. Die Laborversuche weisen insgesamt darauf hin, dass die Pflanze tatsächlich bei Entzündungen und Schmerzen wirksam sein könnte.

Die Wirkung der Ballonrebe auf allergische und durch andere Ursachen bedingte Hautentzündungen wird als relativ schwach eingestuft. Im Gegensatz zu Kortison sind Medikamente mit Ballonrebe aber frei von schweren Nebenwirkungen. Der Geruch ist manchen Anwendern leicht unangenehm.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Keine
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde

Ballonrebe ist von der Kommission E nicht bearbeitet worden, sie besitzt jedoch eine positive Monographie der Kommission D (zuständig für homöopathische Mittel). Als Anwendungsgebiete der Urtinktur werden folgende Krankheiten genannt:

Homöopathische Urtinkturen (Indikationen nach Kommission D)

Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Aussehen und Verbreitung

Die Ballonrebe ist eine einjährige, kletternde Schlingpflanze und gehört wie die Litschi zu den Sapindaceae, den Seifenbaumgewächsen. Wegen des Reichtums an schäumenden Saponinen hat man die Samen der Ballonrebe lange Zeit zum Waschen verwendet. Der deutsche Name "Ballonrebe" bezieht sich auf die ballonartigen Früchte der weißblühenden Pflanze. Wegen der etwa erbsengroßen dunklen Samen mit einem herzförmigen, weißen Fleck nennt man sie auch Herzsame. Man verwendete sie auch als Knöpfe oder Rosenkranzperlen.

Heilendes Unkraut

Die Ballonrebe hat in ihren Heimatländern eine lange Anwendungstradition zur Behandlung von schmerzhaften Erkrankungen. Versuche bestätigen eine schmerzlindernde sowie entzündungshemmende Eigenschaft. Bei uns setzt man die Pflanze daher bei entzündlichen oder allergischen Erkrankungen ein.

Die Ballonrebe kommt ursprünglich aus Indien, ist jedoch in den Tropen und Subtropen jetzt weltweit eingebürgert. Sie entkam aus den Kultivierungen und entwickelte sich in einigen Gebieten zu einer ernsthaften Plage.

Wegen des auffälligen Erscheinens wird die Ballonrebe auch gerne als Zierpflanze kultiviert, sie ist jedoch nicht winterhart und bedarf Schutz. Die Pflanze wird in der Schweiz und in Süddeutschland in Weinanbaugebieten angebaut.

Gewinnung

Für die Gewinnung der homöopathischen Urtinktur werden die frischen oberirdischen Teile der blühenden Pflanze verwendet.

Heilwirkung von Ballonrebe

Tierversuche haben gezeigt, dass ein alkoholischer Extrakt aus den Blättern das Zentrale Nervensystem lähmt. Daneben wurde ein schmerzlindernder Effekt bei Ratten und Mäusen beschrieben. Es wurde auch eine deutliche entzündungshemmende Wirkung gefunden. Extrakte greifen dämpfend in den Stoffwechsel der Entzündungssignale ein.

Homöopathie

Die Homöopathie nutzt die Ballonrebe meist äußerlich zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen. Bei ekzematöser Dermatose soll diese Behandlung möglichst die lokale Anwendung von Kortikoiden ablösen sowie einer wirksamen Rezidivprophylaxe dienen.

Klinische Studien

Zur Behandlung von entzündlichen/allergischen Hauterscheinungen wird die Ballonrebe oft in für die Homöopathie konzentrierten Formen eingesetzt: D 1 (1:10) bis D 4 (1:10.000). Es soll eine schnell einsetzende juckreizstillende und antiekzematöse Wirkung haben. Ein anti-allergischer Effekt soll sich auch in den Potenzen D 6 und C 30 entfalten.

In einer kontrollierten, doppelblinden klinischen Studie konnten Wirksamkeit und Verträglichkeit von einer Salbe mit 10%iger Cardiospermum-Tinktur gezeigt werden. Hier war das Präparat dem schwach entzündungshemmenden Wirkstoff Bufexamac ebenbürtig. Allerdings heilte bei 60% der Probanden das Ekzem auch mit der Salbengrundlage aus. Mit der Ballonrebentinktur waren es 11% mehr (71%).

Tradition

Traditionell verwendet man den Herzsamen bei Schmerzen, Erkrankungen der Atemwege, Rheuma, Störungen von Verdauungstrakt, Wundheilungsstörungen und ableitenden Harnwegen sowie bei Menstruationsstörungen. Äußerlich angewendet sollen die Blätter einen hautreizenden Effekt besitzen.

Sowohl im indischen wie im karibischen Raum gilt der Blättertee als wehen-förderndes Mittel.

Nebenwirkungen

Salbe aus 10%iger Cardiospermum Urtinktur: die Verträglichkeit wurde in Studien als gut bis sehr gut beurteilt. Dennoch können in seltenen Fällen lokale Unverträglichkeitsreaktionen der Haut (z.B. Kontaktdermatitis) durch den Inhaltsstoff Cetylstearylalkohol auftreten.

Bei der Anwendung eines homöopathischen Arzneimittels können sich die vorhandenen Beschwerden vorübergehend verschlimmern.

Die Cardiospermum-Salbe sollte nicht auf offene, tiefe oder bakteriell infizierte Wunden aufgetragen werden. Einen Kontakt mit Augen und Schleimhäuten sollte man vermieden. Nach dem Auftragen sollten die Hände gründlich gewaschen werden.

Unverdünnte Zubereitungen aus Ballonrebe sollen die Wehen fördern. Zur Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor. Anwendung nur nach Rücksprache mit dem Arzt.

Praktische Anwendung: Produkte & Dosierung

Die Cardiospermum Urtinktur oder homöopathische Verdünnungen gibt es als Tropfen, Globuli, Creme, Salbe, Injektionslösung und Tabletten.

Dosierung

Soweit nicht anders verordnet:

  • Urtinktur: ein bis dreimal täglich 5 bis 10 Tropfen
  • Verdünnungen: ein bis dreimal täglich 5 bis 10 Tropfen
  • homöopathische Verreibung, 1 Messerspitze täglich
  • Streukügelchen: 1 bis dreimal täglich 5 bis 10
  • Salben (10%): 1- bis 3mal täglich dünn auftragen

Wirkstoffe

Glykoside, Aminosäuren, Procyanidine, Saponine, Harze, Zuckeralkohol (Quebrachitol)

Wurzel

  • Catechingerbstoffe: Phlobaphene und Phlobatannine

Kraut:

  • Pentacyclische Terpene: β -Amyrenon, β-Amyrin, Glutinon
  • Sterole: β-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol
  • Flavonoide: 7, 4'-Dimethylapigenin, Triacetylapigenin, Triacetylchrysoeriol, Tetraacetylluteolin, Apigenin-7-(glucuronsäure-methylester)-pentaacetat, Apigenin-7-(glucuronsäure-3.6-lacton)-tetraacetat

Samenöl:

  • 11-Eicosensäure und Cyanolipide

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Baumann, P., Cardiospermum halicacabum, Homöopathie-homöopathisch, Stand Juni 06-03-2009
  2. Biologische Heilmittel Heel, Baden-Baden, Beipackzettel: Cardiospermum-Salbe Cosmochema, Stand Juni 2009
  3. Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag Heidelberg, 2004
  4. DHU, Halicar Salbe, Produkt-Beschreibung, Stand Juni 06-03-2009
  5. DHU, Cardiospermum D2, Produkt-Beschreibung, Stand Juni 06-03-2009
  6. Madaus, Cardiospermum halicacabum, Homepage, Stand Juni 06-03-2009
  7. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2007
  8. Sheeba, M.S. and Asha, V. V.: Effect of Cardiospermum halicacabum on ethanol-induced gastric ulcers in rats; J. Ethnopharmacol. Abstract, 15, 106 (1), 105-10, 2006
  9. Subramanyam, R. et al.: Exploring Ethnobiological Classifications for Novel Alternative Medicine: A case study of Cardiospermum halicacabum L. (Modakathon, Balloon Vine) as a traditional herb for treating rheumatoid arthritis; Etnobotany, Vol. 19,1-16, 2007
  10. Wagner, H., Wiesenauer, M.: Phytotherapie, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2003
  11. Van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2015