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Cannabidiol: Wie wirkt es, wobei hilft es?

Hanfpflanze mit Cannabisöl auf einem Holzbrett.

CBD: Vielfältige Anwendung

Isoliertes Cannabidiol (CBD) verursacht kein „High“ und wurde von der World Health Organisation (WHO) als unbedenklich eingestuft. Dank des vielfältigen Wirkungsspektrums kann CBD die unterschiedlichsten Beschwerden lindern. Eine Übersicht über den aktuellen Forschungsstand.

Von: Alexandra Latour

Die wichtigsten Fakten: Cannabidiol (CBD) – Was ist das?

CBD besitzt folgende pharmakologische Eigenschaften:

  • angstlösend,
  • beruhigend,
  • entkrampfend und
  • entzündungshemmend.

Anwendungsgebiete von CBD

CBD ist der neue Star am Hanfhimmel und wird derzeit intensiv medizinisch erforscht, um neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit bei diversen Anwendungsgebieten zu erhalten.

Bei folgenden Krankheiten stellen wir Ihnen den aktuellen Forschungsstand vor

Cannabidiol: Botanik und Gewinnung

Obwohl die Hanfpflanze (Cannabis sativa) einjährig ist, kann sie in dieser kurzen Zeit bis zu 4 Meter hoch werden. Ihre Heimat ist Asien, sie wird aber in gemäßigten Klimaregionen weltweit kultiviert (häufig illegal). Die weiblichen und männlichen Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Sie sehen unscheinbar aus und nur in den weiblichen Pflanzen sitzen die pharmakologisch interessanten Cannabinoide. Cannabis enthält mehr als 85 Cannabinoide, die auch als Phytocannabinoide bezeichnet werden, da sie pflanzlichen Ursprungs sind.

Cannabidiol liegt als Säure gebunden in den Hanfblüten vor (CBDA)

Wie alle Phytocannabinoide liegen auch die Cannabinoide THC und CBD hauptsächlich als Säuren in der Cannabispflanze vor. So sind die CBD-Carbonsäure (CBDA) und die THC-Carbonsäure (THCA) die sogenannte „azidische Form“ von CBD und THC. Deshalb wird auch der Buchstabe A hinter die Abkürzung des jeweiligen Cannabinoids gesetzt.

Das bedeutet also, dass die Pflanze nicht direkt CBD und THC produziert, sondern natürliche Säuren wie THCA und CBDA. Wenn Cannabis beispielsweise durch das Rauchen oder Verdampfen erhitzt wird, wandeln sich die Säuren durch den Decarboxylierungsprozess schließlich in CBD und THC um.

Züchtung

Jahrzehntelang lag der Schwerpunkt auf der Züchtung von THC-reichen Hanfpflanzen, da die Rauschwirkung im Vordergrund des Interesses stand. Bei diesen Sorten liegt der CBD-Anteil meist weit unter vier Prozent. Inzwischen werden jedoch auch Cannabissorten gezüchtet, die eine höhere CBD-Konzentration aufweisen. Dabei findet sich der höchste CBD-Anteil in den Hanfblüten.

Wie wird CBD-Öl hergestellt?

Für die Herstellung von CBD-Öl werden weibliche Blüten oder Blätter des Nutzhanfs verwendet. Dieser Nutzhanf muss den EU-rechtlichen Vorschriften entsprechen, sodass er einen sehr geringen THC-Gehalt und einen höheren CBD-Gehalt aufweist. 

CO2-Extraktionsverfahren

Als optimale Herstellungsmethode gilt das schonende und effiziente CO2-Extraktionsverfahren. Dabei werden die wertvollen Inhaltsstoffe aus dem Hanf mithilfe von Kohlenstoffdioxid und hohem Druck extrahiert. Danach erfolgt die Decarboxylierung, um die CBDA-Säure in CBD umzuwandeln. Um die Bioverfügbarkeit des CBD-Öls zu erhöhen, wird dem CBD-Extrakt noch Hanfsamenöl, Olivenöl oder Kokosnussöl beigemischt. Angeboten werden diese CBD-Öle dann als Vollspektrumextrakt oder Naturextrakt.

Der große Vorteil dieser Herstellungsmethode ist, dass weitere wichtige Inhaltsstoffe aus dem Hanf erhalten bleiben. Hierzu gehören weitere Cannabinoide wie Cannabigerol (CBG), Cannabinol (CBN) und Cannabichromen (CBC) sowie Terpene und Flavonoide, denen gesundheitliche Vorteile nachgesagt werden. Zudem enthält das CBD-Öl auch Vitamin E, Carotinoide, Chlorophyll, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Wie entstehen CBD-Kristalle?

Eine weitere Herstellungsmethode ist, das CBD zu isolieren und zu reinigen, so dass weiße CBD-Kristalle entstehen. Diese bestehen aus reinem CBD (99,9 Prozent) und dem beigemischten Öl. Angeboten wird dieses CBD-Öl als CBD-Kristalle oder auch CBD-Isolat. Allerdings gehen bei dieser Herstellungsmethode alle wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Der Forscher Dr. Ethan Russo hatte bereits im Jahr 2011 im Rahmen seiner Studie darauf hingewiesen, dass die Inhaltsstoffe aus dem Hanf gemeinsam interagieren und nur so ihre gesundheitlichen Vorteile entfalten (Entourage-Effekt). Aus diesem Grund werden CBD-Öle als Vollspektrumextrakte empfohlen.

Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und Hanfsamenöl?

Wie schon zuvor erwähnt, entsteht CBD-Öl aus Cannabisblüten mithilfe von unterschiedlichen Herstellungsverfahren. Hingegen wird Hanfsamenöl (Hanföl) aus gepressten Hanfsamen gewonnen, sodass der THC- und CBD-Gehalt minimal ist. Verwendet wird das Hanfsamenöl genau wie Oliven- oder Sonnenblumenöl, also beispielsweise zum Kochen, Backen oder zum Verfeinern von Salaten. Es ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Proteinen und Linolsäure, sodass ihm eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird.

Heilwirkung: Was bewirkt Cannabidiol?

Cannabinoide und ihre Wirkung auf das Endocannabinoidsystem

Nachdem die Forscher herausfanden, dass die Phytocannabinoide aus der Cannabispflanze im Körper an spezifische Rezeptoren andocken, umso ihre Wirkung entfalten zu können, führte dies zwangsläufig zur Entdeckung des Endocannabinoidsystems (Abkürzung für endogenes (körpereigenes) Cannabinoid-System) und der körpereigenen Cannabinoide wie Anandamid und 2-Arachidonylglycerol (2-AG).

Zu diesen spezifischen Rezeptoren, die von Phytocannabinoiden, Endocannabinoiden und synthetischen Cannabinoiden aktiviert werden, gehören vor allem die beiden folgenden:

Cannabinoidrezeptor 1 (CB1): Diese befinden sich vorwiegend im Gehirn (Hippocampus, Kleinhirn und Basalganglien) sowie im peripheren Nervensystem (z. B. Magen-Darm-Trakt, „Bauchhirn“).

Cannabinoidrezeptor 2 (CB2): Diese liegen vor allem auf den Immunsystemzellen und den Zellen, die für den Knochenaufbau und -abbau zuständig sind.

Neben diesen beiden Cannabinoidrezeptoren wurden inzwischen weitere Rezeptoren gefunden. Eine vollständige Übersicht finden Sie auf dem Informationsportal Leafly.de.

Die Wissenschaftler stellten weiterhin fest, dass CBD den CB1-Rezeptor im Endocannabinoidsystem blockiert, sodass die psychoaktive Wirkung von THC abgeschwächt wird. Gleichzeitig kann CBD auch die THC-induzierte Steigerung der Herzfrequenz sowie die Appetitzunahme hemmen. Aus diesem Grund findet CBD unter anderem auch bei der Behandlung von Übergewicht Anwendung.

Cannabidiol (CBD) besitzt eine pleiotrope Wirkung. Das bedeutet, dass die Wirkung auf unterschiedliche Art und Weise ausgelöst werden kann und unterschiedliche Zielstrukturen in der Zelle beeinflusst werden. Bislang ist der vollständige Wirkmechanismus von CBD noch nicht bekannt.

Cannabidiol kann unter anderem Folgendes im Körper bewirken:

  • CBD hemmt die Aufnahme des (körpereigenen) Endocannabinoids Anandamid in die Zelle sowie dessen Abbau. Infolge dessen nimmt die Anandamid-Konzentration zu. Es wird angenommen, dass die antipsychotische Wirkung von CBD auf diese Erhöhung zurückzuführen ist.
  • Die schmerzlindernde Wirkung von CBD wird darauf zurückgeführt, dass das Cannabinoid die Vanilloid-Rezeptoren Typ 1 und Typ 2 stimuliert. Dabei dient der Rezeptor Typ 1 auch als Schmerzrezeptor.

  • Auch gegen chronische entzündliche und neuropathische Schmerzen kann CBD wirksam sein, da das Cannabinoid die Glycinrezeptoren aktivieren kann, die an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind. Hauptsächlich finden sich Glycinrezeptoren in den Nervenzellen. Erfolgt die Aktivierung der Rezeptoren, weisen die Nervenzellen eine verminderte Erregbarkeit auf. Infolgedessen können Schmerzen reduziert werden.

  • Adenosin ist in der Lage, die Ausschüttung von verschiedenen Neurotransmittern wie Dopamin oder Noradrenalin zu blockieren. CBD kann dies noch verstärken, sodass es infolgedessen zu einer Weitung der Blutgefäße kommen kann. Zudem könnte auch die entzündungshemmende Wirkung von CBD auf diesem Wirkmechanismus beruhen.

  • CBD kann an den Serotonin-Rezeptor namens 5-HT1A andocken, der sowohl im Gehirn als auch im Rückenmark für verschiedene Effekte (z. B. Regulierung der Körpertemperatur) verantwortlich ist. Auf diesen Effekten könnte die angstlösende und antidepressive Wirkung von CBD beruhen.

  • Wie alle Cannabinoide wirkt auch das Cannabinoid CBD als Antioxidans und ist somit ein Fänger freier Radikaler. Es gibt Hinweise darauf, dass CBD genauso gut wie die Vitamine C und E wirken kann.

Anwendungsmöglichkeiten von CBD

Cannabidiol gegen Angststörungen und Unruhe

Forscher konnten sowohl an Mausmodellen als auch in klinischen Studien zeigen, dass Cannabidiol eine angstlösende und beruhigende Wirkung haben kann. Dieser Wirkmechanismus ist vermutlich damit zu erklären, dass CBD in limbischen und paralimbischen Gehirnbereichen wirkt und dass sogar in der Amygdala (Teil des limbischen Gehirnsystems) Cannabinoidrezeptoren gefunden wurden. Aktiviert das CBD diese Rezeptoren, könnte dies die angstlösende und beruhigende Wirkung erklären.

Cannabidiol gegen Depressionen

Der Serotonin-Rezeptor 5-HT1A spielt in der Erforschung von neuen Arzneien gegen Angsterkrankungen und Depressionen schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Es wird davon ausgegangen, dass bei Betroffenen die Dichte dieses Rezeptors im Gehirn vermindert ist. In Mausmodellen fanden Forscher heraus, dass Cannabidiol an den 5-HT1A-Rezeptor und CB1-Rezeptor andockt, umso eine antidepressiv-ähnliche Wirkung auslöst. Zudem kann CBD vermutlich die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Glutamat erhöhen, was wiederum einen antidepressiven Effekt haben kann.

Cannabidiol bei Schlafstörungen

Neuesten Studien zufolge ist sowohl das Endocannabinoidsystem als auch die körpereigenen Cannabinoide an der Wachheit und dem Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. In der Nacht kann eine erhöhte Anandamid-Konzentration mit weiteren Botenstoffen schlaffördernd wirken. Hingegen hat sich gezeigt, dass tagsüber die 2-AG-Konzentration erhöht ist, sodass dieses körpereigene Cannabinoid vermutlich beim Wachbleiben von Bedeutung ist. Wie genau diese Mechanismen funktionieren, ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass Cannabidiol zum Schlafen bzw. Ein- und Durchschlafen wirkungsvoll sein kann.

Cannabidiol bei Migräne und Kopfschmerzen

Wissenschaftlich lässt sich belegen, dass Cannabinoide seit Jahrtausenden in verschiedenen Ländern wie Indien und China gegen Kopfschmerzen eingesetzt werden, insbesondere zur Prävention von Migräne. Der Auslöser für einen Migräneanfall könnte nach Meinung der Forscher sein, dass ein Mangel an körpereigenen Cannabinoiden vorliegt. 

In Untersuchungen zeigte sich, dass Migränepatienten einen Anandamid-Mangel aufwiesen. Dabei wird das Endocannabinoid Anandamid vom Körper selbst hergestellt. Anschließend erfolgt der Abbau mithilfe des Enzyms FAAH (fatty acid amide hydrolase). Hier ziehen die Forscher in Betracht, dass entweder das Enzym zu schnell abgebaut wird oder dass der Körper nicht ausreichend Anandamid herstellt. Informationen darüber, wie sich ein Ungleichgewicht im Endocannabinoidsystem auswirken kann, finden sich hier

Erfahrungsberichte von Betroffenen weisen darauf hin, dass Cannabidiol nicht nur bei Migräne, sondern auch bei Kopfschmerzen allgemein hilfreich sein kann. Die Wirkung wird hier den schmerzlindernden, entkrampfenden und entspannenden Eigenschaften des CBD zugeschrieben.

Cannabidiol bei entzündlichen Erkrankungen

Wenn es um die schmerzlindernde Wirkung von Cannabinoiden geht, hat THC ein besseres Wirkungsspektrum als CBD. Jedoch kann Cannabidiol aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften bei entzündlichen Schmerzen effektiv sein. 

Grund hierfür ist, dass die CB2-Rezeptoren auf den Zellen des Immunsystems liegen, die für die entzündungshemmende Wirkung mitverantwortlich sind. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass CBD den c-reaktiven Proteinspiegel mindern kann. Gerade bei der Entstehung eines Herzinfarktes können diese Proteine ursächlich sein. Neuesten Erkenntnissen zufolge soll Cannabidiol auch in der Lage sein, die Schmerzen einer rheumatoiden Arthritis zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Wenn es zu Gewebeverletzungen kommt, kann CBD vermutlich die Anandamid-Konzentration im Körper erhöhen. Anandamid aktiviert wiederum den CB1-Rezeptor sowie den Vanilloid-Rezeptor TRPV1, was die schmerzlindernde Wirkung erklären könnte.

Auch bei weiteren Erkrankungen, die mit entzündungsbedingten Schmerzen einhergehen, kann Cannabidiol hilfreich sein, wie zum Beispiel bei Multipler Sklerose (MS). Hier hat sich vor allem das Cannabis-Medikament Sativex als effektiv herausgestellt. Es handelt sich hierbei um ein Mundspray, das zu gleichen Teilen aus THC und CBD besteht. Dieses muss jedoch von einem Arzt verschrieben werden.

Cannabidiol gegen Hautprobleme

Cannabidiol hat sich bei unterschiedlichen Hautproblemen und -erkrankungen als effektiv erwiesen. Hierzu gehören:

  • Cannabidiol gegen Akne: CBD kann Entzündungen hemmen und die Talgüberproduktion regulieren, da das Endocannabinoidsystem an diesem Prozess beteiligt ist. Außerdem kann CBD dabei helfen, dass die Haut nicht austrocknet.
  • Cannabidiol gegen Psoriasis: Forscher gehen davon aus, dass die Haut ein eigenes Endocannabinoidsystem mit Cannabinoidrezeptoren besitzt. Damit wäre dieses System an der Hormon- und Proteinproduktion sowie an verschiedenen Zellprozessen beteiligt. Für die Entstehung chronischer Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte (Psoriasis) und auch Neurodermitis könnte ein gestörtes Gleichgewicht im Endocannabinoidsystem mit verantwortlich sein.
  • Cannabidiol gegen Neurodermitis: Das in der Haut vorkommende Endocannabinoid N-Palmitoylethanolamin (PEA) kann laut Studien den Juckreiz, Hautrötungen, Schuppen und Ekzeme lindern. Somit können PEA-haltige Lotionen und Cremes eine natürliche Alternative zu Kortison sein.

Cannabidiol gegen Epilepsie

Es existieren bereits einige Studien, die an Tieren und Menschen durchgeführt wurden, die belegen können, dass Cannabis das Risiko von Epilepsie-Anfällen senken kann. Es wird davon ausgegangen, dass die beiden Cannabinoide THC und CBD über antikonvulsive Eigenschaften verfügen. Zudem finden sich Hinweise, dass die Cannabinoide möglicherweise in der Lage sein könnten, das Gehirn vor Schädigungen durch Epilepsie-Anfälle zu schützen. Denn wie bekannt ist, können sie die Produktion von Glutamat hemmen.

Zwar können beide Cannabinoide gegen epileptische Anfälle wirken, es greifen hier jedoch unterschiedliche Mechanismen. Wenn THC an den CB1-Rezeptor andockt, kann die Aktivität des Endocannabinoidsystems verstärkt werden, sodass die Produktion von krampffördernden Botenstoffen gehemmt wird. Cannabidiol aktiviert die CB1-Rezeptoren im Gehirn, jedoch erfolgt keine Aktivierung des Endocannabinoidsystems, sodass CBD zur Prävention eingesetzt werden könnte.

Verschiedene Fallberichte und Studien haben gezeigt, dass CBD allein beim Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom die Anfallshäufigkeit reduzieren konnte.

Cannabidiol gegen Krebs

Cannabis ist kein Antikrebsmittel und kann Krebs auch nicht heilen. Aktuell findet medizinisches Cannabis während einer Chemo- oder Strahlentherapie Anwendung, da es dazu beitragen kann, Übelkeit und Erbrechen zu lindern und den Appetit anzuregen.

In einigen Studien an Tiermodellen finden sich Hinweise darauf, dass Cannabinoide möglicherweise das Krebszellenwachstum blockieren können. Einige wenige In-Vitro-Studien haben zudem gezeigt, dass Cannabinoide vermutlich den programmierten Zelltod (Zellapoptose) fördern können. Die Studienlage ist aber lange noch nicht ausreichend, um hieraus Beweise ziehen zu können, dass Cannabis ein Krebsheilmittel ist. Eine Übersicht der aktuellen Studien findet sich hier.

Cannabidiol: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

CBD-Öl wird im Allgemeinen gut vertragen und es treten meist keine Nebenwirkungen auf. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dies bestätigt. Zudem erklärte die WHO, dass Cannabidiol weder physisch noch psychisch abhängig macht.

In einigen Fällen ist es aber dennoch ratsam, die Einnahme vorab mit einem Arzt zu besprechen oder ganz auf die Einnahme zu verzichten. Das gilt vor allem für Schwangere, denn es gibt Hinweise darauf, dass das Cannabinoid möglicherweise die Plazenta negativ beeinflussen könnte.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass Cannabidiol eine appetithemmende Wirkung haben kann. Leiden beispielsweise schwerkranke Patienten an Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit, ist CBD-Öl nicht zu empfehlen.

Wechselwirkungen

Da Cannabidiol verschiedene Enzyme beeinflussen kann, die Arzneimittel verstoffwechseln oder entgiften, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Das gilt vor allem für die folgenden Medikamente:

  • Clobazam
  • Risperidon
  • Warfarin
  • Diclofenac
  • Pantoprazol
  • Omeprazol

Hier sollte vor der CBD-Einnahme in jedem Fall ein Arzt oder Apotheker befragt werden.

Praktische Anwendung: Welches CBD-Öl kaufen?

Was kostet Cannabisöl?

Hochwertiges CBD-Öl ist teuer. Für 10 Milliliter bewegen sich die Preise zwischen 35 und 80 Euro. Bei billigen Produkten sollte unbedingt auf die Herstellungsmethode und die Inhaltsstoffe geachtet werden, denn oftmals handelt es sich hier weniger um ein Qualitätsprodukt.

Achten Sie beim Kauf auf die Absolutmenge

CBD-Öl ist in unterschiedlichen Konzentrationen erhältlich. Häufig werden die „Cannabisöle“ mit 2, 5 oder 10 Prozent Cannabidiol angeboten. Die CBD-Menge kann mithilfe des CBD-Prozentwertes sowie dem Volumen der Produktverpackung errechnet werden. Deshalb sollten Sie beim Kauf eines Öls nicht allein auf den CBD-Prozentwert achten, sondern auch auf die Absolutmenge. Wenn beispielsweise ein 10 Milliliter CBD-Öl mit 10 Prozent angeboten wird, sollte das Produkt 900 bis 1.000 Milligramm Cannabidiol enthalten.

Darüber hinaus ist auch auf den CBDA-Wert zu achten (Vorstufe von CBD), denn CBDA besitzt nicht die gleichen Eigenschaften wie Cananbidiol. Empfehlenswert ist es, nur CBD-Öle zu nutzen, die kaum oder gar keine CBDA-Säure enthalten.

Ein Hersteller sollte immer über sämtliche Inhaltsstoffe und die Zusammensetzung informieren. Einige Verkäufer von CBD-Öl bieten sogar ein Analysezertifikat von einem unabhängigen Labor an. Sollte sich ein Verkäufer weigern, die genaue Cannabinoid-Zusammensetzung zu nennen, sollte der Kauf nicht in Erwägung gezogen werden.

Wichtig: Kaufen Sie nur CBD-Öl, das weniger als 0,2 Prozent THC enthält. Cannabisöl mit mehr als 0,2 Prozent THC ist in Deutschland illegal.

Wie nehme ich Cannabidiol ein?

Jeder Körper reagiert anders auf CBD, weshalb pauschale Empfehlungen nicht gegeben werden können. Auch das Sprichwort „viel hilft viel“ sollte nicht zum Anlass genommen werden, um gleich mit einem hochprozentigen Produkt zu beginnen. Ein 5-prozentiges CBD-Öl eignet sich zum Austesten. Zeigt sich nach einer regelmäßigen Einnahme kein Effekt, kann auf ein höher prozentiges CBD-Öl umgestiegen werden.

In Bezug auf die Dosierung sollten Sie sich zunächst an die Empfehlung des jeweiligen Herstellers halten. Bei einigen Menschen können bereits wenige Tropfen eines 5-prozentigen CBD-Öl eine Wirkung zeigen. Wiederum andere Menschen benötigen mehrere Tropfen eines 10-prozentigen Öls, um eine Wirkung zu spüren. Bis also die richtige Konzentration und Dosierung gefunden wurden, heißt es ausprobieren, ausprobieren und noch mal ausprobieren.

CBD-Öl wird oral eingenommen, und zwar werden die einzelnen Tropfen unter die Zunge gegeben. Damit die Mundschleimhaut die Wirkstoffe optimal aufnehmen kann, sollten die Tropfen hier für ungefähr 60 Sekunden bleiben. Das sofortige Schlucken der CBD-Tropfen ist zwar auch möglich, die Magenschleimhaut nimmt jedoch das CBD nur langsam auf. Zudem müssen die Wirkstoffe noch über das Blut in das Gehirn gelangen.

Wie schnell wirkt Cannabidiol-Öl?

Wie schnell das CBD wirkt, hängt von der Einnahmemethode sowie vom eigenen Körper ab. Bei einigen stellt sich nach wenigen Minuten eine Wirkung ein, bei anderen erst nach mehreren Minuten.

Cannabis und Cannabidiol auf Rezept

Seit dem 10. März 2017 ist das neue Cannabis-Gesetz in Kraft. Das bedeutet, dass Ärzte aller Fachrichtungen medizinisches Cannabis auf einem Betäubungsmittelrezept ( BTM-Rezept) verschreiben dürfen. Eine Ausnahme bilden Zahn- und Tierärzte, diese dürfen kein Medizinalhanf verordnen. 

Die Voraussetzungen für eine Cannabis-Therapie sind, dass der Patient unter einer schweren Erkrankung leidet und andere Arzneimittel nicht zur Verfügung stehen oder aber aufgrund von starken Nebenwirkungen nicht genommen werden können. Zudem muss der Arzt mit der Cannabismedizin eine positive Wirkung auf den weiteren Krankheitsverlauf erwarten. Auf bestimmte Erkrankungen oder Beschwerden ist der Einsatz von medizinischem Cannabis nicht beschränkt.

Weiter steht im neuen Gesetz, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Cannabis-Behandlung übernehmen müssen. Nur in „begründeten Ausnahmefällen“ dürfen sie eine Kostenübernahme ablehnen.

Wie schon zuvor erwähnt, ist CBD-Öl – sofern der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt – ohne Rezept erhältlich. Reine CBD-Blüten sind in Deutschland hingegen illegal, und zwar auch, wenn der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt. Laut dem Gesetzgeber kann ein Missbrauch bei CBD-Blüten nicht ausgeschlossen werden, weshalb der Erwerb für den Endverbraucher ein strafbares Vergehen ist.

Wenn jedoch die zuvor genannten Voraussetzungen für die Behandlung mit medizinischem Cannabis erfüllt sind, besteht die Möglichkeit, sich CBD-Blüten auf einem BTM-Rezept verordnen zu lassen.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen