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Cranberry

Die roten Früchte der Cranberry stechen aus dem Blätterwerk hervor.
© C. Heyer/PhytoDoc

Cranberries: Machen Bakterien das Leben schwer

Die am besten belegte Eigenschaft von Cranberry ist die Prävention von Harnwegsinfekten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Von: PhytoDoc Redaktionsteam

Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit des dreiköpfigen Redaktionsteams. Er wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, phytotherapeutischen Fachliteratur erstellt. Dabei obliegt die fachliche Endprüfung dem Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink.

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Cranberry: Das Wichtigste im Überblick

Cranberries (Vaccinium macrocarpon) sind getrocknet oder gekocht nicht nur wohlschmeckend, sie schützen präventiv vor wiederkehrenden Blasenentzündungen. Viele Frauen schwören daher auf die Heilwirkung der roten Moosbeere und essen die getrockneten Früchte oder trinken Cranberry-Saft zur Vorbeugung.

Mittlerweile sind auch Kapseln mit Cranberry-Extrakt erhältlich, die prophylaktisch eingenommen werden können und einen höheren Wirkstoffgehalt aufweisen. Das Wirkprinzip der Inhaltsstoffe ist genial: Sie besitzen die Eigenschaft, Keimen die Anheftung an Schleimhäute zu erschweren, so dass diese ohne Schaden anzurichten, einfach ausgespült werden.

Die Kranbeere, wie sie in Norddeutschland auch bezeichnet wird, ist außerdem reich an Antioxidantien, Mineralien und Vitaminen. Dank des hohen Vitamin-C-Gehaltes werden Mangelerscheinungen oft mit Cranberries behandelt. Im großen Stil angebaut wird die Kranbeere in Nordamerika, wo sich die Beeren jedes Jahr zu Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, großer Beliebtheit erfreuen.

Wie gut hilft Cranberry?

Cranberries und Preiselbeeren sind seit langem genutzte Heilpflanzen. Studien über die Beere deuten insgesamt darauf hin, dass der Saft oder Tabletten mit konzentrierten Extrakten gegen Harnwegsinfekte wirksam sind. Nicht alle Studien kommen jedoch zu einem positiven Ergebnis. Eine vorbeugende Wirkung bei Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten wurde in zwei Studien eindeutig gezeigt. Bei anderen Patientengruppen sowie bei akuter Blasenentzündung ist die Wirkung noch nicht gesichert.

Die Forschungsergebnisse bei anderen Anwendungsgebieten wie Herzkreislauferkrankungen, Mundhygiene, Krebs sind nur als Hinweise für eine mögliche Wirkung zu werten. Weitere Studien müssen folgen. Zu klären ist auch, wie die Stoffe aus der Cranberry zu verarbeiten und dosieren sind, um im Blut oder Urin wirksame Konzentrationen zu erzeugen.

Nebenwirkungen der Cranberry sind kaum bekannt.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Harnwegsinfekt: vorbeugende Wirkung bei Frauen mit wiederkehrenden Infekten
  • Vitamin C-Mangel, Skorbut
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen, vorbeugend
  • Nachbehandlung bei Antibiotikaeinsatz (wegen Blasenentzündung oder Helicobacter)
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • akute Blasenentzündung
  • Magenschleimhautentzündung durch Helicobacter pylori
  • Paradontitis und Mundhygiene

Aussehen und Herkunft

Da die rosa Blüten mit langem Schnabel wie ein Kranichkopf aussehen ("crane berry"), entstand daraus der Name Cranberry. Auch im Plattdeutschen hat sich der Name Kraanbeere oder Kranbeere niedergeschlagen (von kraan, Kranich).

Die Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) hat zahlreiche beerentragende Kleinsträucher hervorgebracht, die in der traditionellen Medizin seit langem verwendet werden: Allgemein bekannt sind die Preiselbeere, Bärentraube, Rauschbeere, der Erdbeerbaum und die Heidelbeere. Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) wurde übrigens im Bayerischen Wald und Ostbayern ähnlich geschätzt wie die Cranberry in Amerika.

Die Beliebtheit lässt sich auch darauf zurückführen, dass die Nebenwirkungen der Cranberryfrucht fast vernachlässigt werden können.

Nahaufnahme Cranberries
© famartin - wikimedia

Die natürliche Heimat der Amerikanischen Kranbeere liegt in Hochmooren im östlichen Nordamerika. Das Anbaugebiet ist aber wesentlich größer: Dreiviertel der weltweiten Ernte wird in Nordamerika produziert. Dort wird Cranberry heute meist zum Backen und als Sauce für Wild- und Geflügelgerichten verwendet. In den letzten Jahren sind zunehmend Nahrungsergänzungsmittel mit Cranberries auf dem Markt zu finden.

Die Großfrüchtige Moosbeere oder auch Kranbeere

Lange vor Ankunft der ersten Siedler nutzten die Indigenen Amerikas die Cranberry-Früchte zu Heilzwecken. Durch den Reichtum an Vitaminen und Mineralien halfen ihnen die getrockneten Beeren die kalte Winterzeit zu überstehen. Über die Indigenen haben auch die Siedler die Beere schätzen gelernt. So ist die Cranberry bis heute mit dem amerikanischen Nationalstolz und dem Fest „Thanksgiving“ verbunden. Botaniker kennen die Heilpflanze unter dem Namen Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon) oder Amerikanische Kranbeere.

Gewinnung

Cranberries spielen in Nordamerika eine immer größere Rolle und werden mittlerweile auf einer Produktionsfläche von über 19 000 Hektar angebaut. Sie wachsen auf feuchten Torfböden (Moorböden), die mit Sand abgedeckt sind. Zur Zeit der Ernte werden die Felder mit Wasser geflutet. Mit Hilfe eines Wasserstrudels werden die Früchte vom Strauch gelöst. Die Früchte enthalten Luftkammern und schwimmen. Von der Wasseroberfläche können die Beeren dann einfach abgesaugt werden. Daneben gibt es auch Methoden zur „trockenen“ Ernte.

Das Produkt wird entweder zu Saft oder Konfitüre verarbeitet oder getrocknet. Nur ein kleiner Teil der Früchte gelangt frisch in den Handel.

Heilwirkung von Cranberry

Cranberry-Früchte vereinen mehrere gesundheitlich positive Eigenschaften. Neben einem Reichtum an Mineralien und Vitaminen weisen sie mit Abstand die meisten Antioxidantien unter den Früchten auf. Eine Besonderheit der Cranberries sind ihre antibakteriellen Effekte. Sie beruhen aber offensichtlich nicht auf einer antibiotischen Wirkung, sondern einem „Haftschutz“: Charakteristisch für Krankheitserreger ist ihre Klebrigkeit. Sie haften an allen Oberflächen wie der Mundschleimhaut, der Blasen- und der Darmwand. Häufig bilden sie mit anderen Bakterien Filme und Beläge aus. Die Inhaltsstoffe der Cranberry greifen hier ein und fördern das Auswaschen der Keime mit Sekreten wie Speichel und Urin.

Gegen bakterielle Infektionen

Die am besten belegte Eigenschaft von Cranberry-Saft ist die Wirkung gegen bakterielle Harnwegsinfekte. Auch der Magenkeim Helicobacter pylori – welcher mit Magenkrebs in Verbindung gebracht wird – soll sich damit bekämpfen lassen.

Bei Herz-Kreislauferkrankungen

Versuche haben gezeigt, dass Antioxidantien effektiv die Initialreaktion der Arteriosklerose verhindern können: die Oxidation von LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin). Sie lindern auch entzündliche Vorgänge in den Gefäßen. Es ist möglich, dass auch die Cranberry diese positive Wirkung hat.

Zahnhygiene

Laborversuche haben gezeigt, dass isolierte Produkte aus Cranberry die Entstehung von Zahnbelag reduzieren und die Zahl schädlicher Bakterien im Zahnbelag vermindern. Cranberry-Produkte könnten darüber hinaus die Behandlung von Paradontitis im Sinne einer „Entzündungshemmung“ unterstützen.

Krebs

Es ist seit langem bekannt, dass Antioxidantien die Entstehung von Krebs hemmen können. Auch Cranberry-Inhaltsstoffe wurden diesbezüglich getestet. In Laborversuchen reduzieren diese Stoffe die Häufigkeit der Krebsentstehung. Darüber hinaus wurde damit das Wachstum von Krebszellen und deren Metastaseaktivität reduziert und der „kontrollierte Zelltod“ gefördert.

Allerdings sind dies nur Versuche unter Laborbedingungen. Ob dieselben Wirkungen beim Menschen auftreten, ist unklar. Es muss außerdem geprüft werden, ob die im Blut ankommende Menge der Inhaltsstoffe für diese Wirkung hoch genug ist.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Über die Nebenwirkungen von Cranberry-Produkten ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass der saure, herbe Saft über längere Zeit in großen Mengen nicht von allen Menschen gut vertragen wird. Das Problem der Verabreichung und Dosierung ist nicht hinreichend untersucht. Es besteht insbesondere Unklarheit darüber, ob viele der in Laborversuchen gefundenen Wirkungen auch beim Verzehr auftreten.

Wechselwirkungen

Es besteht der Verdacht, dass Cranberry-Saft bei einer blutverdünnenden Therapie mit Warfarin die eingestellten Werte verändern könnte. In diesen Fällen sollten vorsichtshalber nur kleinere Mengen des Saftes getrunken werden.


Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Cranberries gibt es als getrocknete Früchte, Fruchtsaft und Extrakte in Tablettenform.

Für eine Therapie halten Sie sich am besten an ungesüßten Cranberrysaft, Kapseln oder Tabletten. Inzwischen gibt es in einigen Supermärkten auch frische Cranberries, die sich kühl gelagert längere Zeit halten (bis zu 3 Monaten!). Die Beeren können frisch oder getrocknet pur verzehrt werden. Wenn Sie den herben, sauren Geschmack nicht mögen, mischen Sie diese einfach mit ins Müsli, den Salat oder pürieren Sie sie mit im Smoothie.

Achtung: Cranberries im Müsli, Riegeln und anderen Fertigprodukten sind meistens gesüßt und haben keine heilenden Effekte.

Dosierung

In den klinischen Studien wurden ca. 150 bis 750 ml Saft pro Tag eingesetzt.

Die Einnahme von etwa einer Tasse Cranberry-Saft erfolgte ein- bis dreimal pro Tag.

Wirkstoffe

Früchte:

  • organische Säuren (30%), darunter Chinasäure, Äpfel-, Zitronen- und Hippursäure
  • Polyphenole: Catechine, Hydroxycinnamic und andere phenolische Säuren, Flavonoide (Gerbstoffe, Anthocyanine and Proanthocyanidine)
  • Triterpene
  • Vitamine: Vitamin C, Vitamine B1, B2, B3 und Beta-Karotin (Vitamin A)
  • Mineralstoffe: vor allem Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat

Wegen des Gehaltes an Benzoesäure und der Wachsschicht auf den Früchten sind die Beeren sehr lange haltbar.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen

  1. Aston, J. L. et al.: Interaction between warfarin and cranberry juice, Pharmacotherapy, 26(9), 1314-9, 2006
  2. Bodet, C., Chandad, F., Grenier,D.: Anti-inflammatory Activity of a High-molecular-weight Cranberry Fraction on Macrophages Stimulated by Lipopolysaccharides from Periodontopathogens; Journal of Dental Research, Vol. 85, No. 3, 235-239, 2006
  3. Cranberry, Cranberry information center, Fischer Appelt Kommunikation GmbH: Stand Januar 2009
  4. HerbMed: Studiensammlung über Cranberry und ihre Inhaltsstoffe, Stand Januar 2009
  5. Jepson, R. G., Craig, J. C.: Cranberries for preventing urinary tract infections; Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 1. Art. No.: CD001321, 2008
  6. Neto, C. C.: Cranberry and Its Phytochemicals: A Review of In Vitro Anticancer Studies; The American Society for Nutrition, J. Nutr., 137, 186-193, 2007
  7. Pham, D. Q., Pham, A. Q.: Interaction potential between cranberry juice and warfarin. Am J Health Syst Pharm.; 64 (5), 490-4, 2007
  8. Vinson, J. A. et al.: Phenol antioxidant quantity and quality in foods: fruits; J Agric Food Chem., 49(11), 5315-21, 2001
  9. Van Wyk, B.- E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2004
  10. Wikipedia: Großfrüchtige Moosbeere, Stand Januar 2009

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