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Eibisch

Der Eibisch hat kleine weiß-lila Blüten.

Eibisch: Im Garten eine Zierde, als Heilpflanze ein Segen

Eibisch (Althaea officinalis) hilft unter anderem bei Reizhusten und regt das Immunsystem an. Lesen Sie mehr über die Heilpflanze und ihre Wirkung.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Eibisch kompakt: Die wichtigsten Fakten

Der Eibisch (Althaea officinalis) erfreut den Gärtner wegen seiner schönen Blüten, die sich im Juli und August zeigen. Eigentlich stammt der Eibisch aus Asien, wurde aber wegen seiner Nützlichkeit als Zier- und Heilpflanze durch den Menschen seither weit verbreitet. 

Die heilende Wirkung wird durch den Eibischschleim vermittelt: Innerlich angewendet überziehen die Wirkstoffe des Eibisch die Schleimhaut mit einem schützenden Film und lindern so Reizungen und Entzündungen – besonders bei Reizhusten ist dies ein Segen. Der Eibischschleim wird größtenteils aus der Wurzel gewonnen, seltener aus Blüten und Blättern. Präparate enthalten die geschnittene oder gepulverte Eibischwurzel oder die getrockneten Blüten. Übrigens: der Eibischschleim soll nicht nur schützen, sondern auch das Immunsystem anregen. Der Eibisch hat keine nachgewiesenen Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Eibisch?

Eibisch ist nach Einschätzung der Kommission E bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum, Heiserkeit, trockenem Reizhusten, trockener Schleimhaut und leichten Entzündungen der Magenschleimhaut geeignet und ausreichend in der Wirksamkeit belegt.

Als sogenannte Schleimdroge (Muzilaginosum) eignet sich Eibisch jedoch besonders für akut entzündliche Atemwegserkrankungen, vor allem in der Anfangsphase von Erkältungen. Eibisch wirkt sehr mild und ist gut verträglich. In späteren Phasen von Erkältungskrankheiten produziert der Organismus selbst meist viel Sekret. Dann würde man andere Pflanzen wählen, die den Auswurf fördern (wie Efeu) und dem Eibisch andere Pflanzen zusetzen (wie Thymian).

Als Weichmacher (Umschlag oder Bad) für Wunden und trockene Haut oder als Zugmittel bei Geschwüren wird der Eibisch kaum noch verwendet.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • leichte Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis)
  • Reizhusten, trockener
  • Schleimhautreizungen im Mund und Rachenraum
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Wunden und trockene Haut (Weichmacher)
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Botanik: Aussehen und Verbreitung

Ursprünglich stammt der Eibisch aus Asien, heute ist er von Europa bis China verbreitet und auch in Amerika eingebürgert. Die mehrjährige Pflanze besitzt aufrechte, gelegentlich über 2 m hohe Stängel. Ihre Blätter sind weich und samtig behaart; dabei sind die unteren Blätter gelappt, die oberen im Umriss oft dreieckig. Zur Blüte entwickeln sich große weiße oder rosafarbene Malvenblüten mit der für die Familie typischen zentralen Säule aus Staubgefäßen.

Meist verwendet man die Wurzeln (Eibischwurzel – Althaeae radix), da sie mehr Schleim enthalten als die Blätter (Althaeae folium) und Blüten (Althaeae flos) des Eibisch.

Die Althaéa officinalis

Der Echte Eibisch (Althaéa officinalis), auch Arznei-Eibisch genannt, gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Der botanische Name "althaea" leitet sich von dem griechischen Wort "altho" ab und bedeutet soviel wie "heilen". 

Eibisch wird als Zier- oder Arzneipflanze angebaut und war schon vor Christi Geburt bei den Griechen bekannt. So beschreibt bereits Theophrastus die Wirkung der in süßem Wein eingenommenen Pflanze gegen Husten. Auch gegen Zahnschmerzen, bei Insektenstichen, Wunden und als Abführmittel wurde Eibisch verwendet.

Gewinnung

Die Pflanze wird im Spätherbst geerntet und mit kaltem bis lauwarmem Wasser oder Alkohol ausgezogen.

Was hat Eibisch mit Marshmallows zu tun?

Die in Amerika als Süßigkeiten bekannten Marshmallows hat man früher aus Eibischwurzelextrakten hergestellt. Die Blüten der Stockrose (Althaea rosea (L.) Cav.) werden gerne auch zur Schönung von Kräutertees genutzt.

Diabetiker müssen den Zuckergehalt des Eibischsirups beachten.

Heilwirkung von Eibisch

Die Verwendung von Tee aus Eibischwurzel oder dessen Extrakten hat eine lange Tradition bei Husten und Entzündungen der Mund-, Rachen- und Magenschleimhäute. Die Produkte sind besonders bei trockenem Reizhusten geeignet, denn der Eibisch wirkt reizmildernd: Seine Schleimstoffe bilden einen schützenden Film aus, der Reizeinwirkungen von der Schleimhaut fernhält. Er dämpft so Hustenrezeptoren, die vor allem auf mechanische Reize und kalte Luft reagieren und lindert den Hustenreiz. Eibisch steigert außerdem die Aktivität der Abwehrzellen und fördert so die Infektabwehr. Über die Wirkung der Pflanze auf Luftröhre und Bronchien ist man sich nicht einig. Möglicherweise hemmt er die Bildung von Auswurf.

Zur äußerlichen Anwendung werden kommerzielle Produkte als Salben angeboten. Eibisch kann die Beschwerden bei Verbrennungen, wunden Stellen und Geschwüren lindern. Zusätzlich hat man Hinweise auf entzündungshemmende Eigenschaften gefunden.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Zu Nebenwirkungen und Gegenanzeigen liegen keine Informationen vor.

Die Aufnahme anderer, gleichzeitig eingenommener Arzneimittel kann beeinträchtigt werden.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Eibischwurzel-Extrakt ist als Fertigarzneimittel in Form von Hustensirup und Hustensaft erhältlich. Weiterhin sind Eibisch-Blätter oder -wurzel Bestandteil von Hustentees zusammen mit anderen Heilpflanzen wie Thymian, Süßholz, Isländisch Moos oder Spitzwegerich.

Hausmittel: Eibischtee

  • Empfohlene Tagesdosis: 6 g Wurzel oder 5 g Blätter; ca. 6 g Eibischwurzeln werden mit 250 ml kaltem Wasser übergossen und 1 bis 2 Stunden stehen gelassen. Danach erhitzt man den Sud kurz und gießt den Absud durch ein Teesieb. 3 Mal täglich eine Tasse langsam trinken oder gurgeln.

Tipp: Eibischwurzeln sollten nicht länger erhitzt werden, da wegen des hohen Anteils an Stärke und Pektin dadurch ein sehr dickflüssiger, zäher Schleim entsteht. Die Schleimstoffe sind in Wasser ohne Erwärmung gut löslich.

Wirkstoffe

  • Schleimstoffe (Polysaccharide): aus Galacturonsäure, Glucuronsäure, Galactose, Arabinose und Rhamnose

Die Schleimstoffe sind in speziellen Schleimzellen gespeichert. Die im Spätherbst geernteten Wurzeln haben den höchsten Schleimgehalt (etwa 15%).

Quellen/Weitere Informationen

Quellen