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Frauenmantel

Der Frauenmantel hat große, auffällige Blätter.

Frauenmantel für Frauenleiden und hilfreich bei Durchfall

Bei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen und Unterleibserkrankungen gibt es eine lange Anwendungstradition, Studienbelege gibt es aber bisher keine. 

Von: PhytoDoc-Redaktion

Frauenmantel kompakt: Die wichtigsten Fakten

Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist eine beliebte Frauen-Heilpflanze, die traditionell bei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen, Wechseljahresbeschwerden oder Unterleibserkrankungen eingesetzt wird. Die Heilpflanze aus der Familie der Rosengewächse wird außerdem gerne bei der Behandlung leichter Durchfallerkrankungen angewendet, für diese Wirksamkeit gibt es auch Studienbelege. Weiterhin soll er auch bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum helfen sowie wundheilungsfördernde und blutungsstillende Wirkungen bei Verletzungen haben. Verantwortlich hierfür sind die gerbstoffhaltigen Wirkstoffe des Frauenmantels. Übrigens: Der Name "Frauenmantel" entspringt dem Aussehen der Blätter, die an einen gefältelten Mantel erinnern, nicht wie man ebenfalls vermuten könnte dem umfangreichen Anwendungsgebiet bei Frauenleiden. Frauenmantel ist unbedenklich und hat keine Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Frauenmantel?

Nach Angaben der Kommission E ist die Verwendung des Frauenmantels nur bei leichten unspezifischen Durchfallerkrankungen sinnvoll. In der Volksheilkunde wird die Pflanze auch bei Halsschmerzen, Menstruationsstörungen und klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Dafür liegen jedoch bisher noch keine ausreichenden Belege vor.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Halsschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Wunden, adstringierend (zusammenziehend) und blutungsstillend
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Aussehen und Verbreitung

Der Frauenmantel zählt zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist eine mehrjährige Rosettenpflanze mit kriechendem Wurzelstock. Seinen Namen verdankt die Pflanze den schwach gelappten und gezähnten Blättern, die an einen gefältelten Mantel erinnern. Die Blüten sind unscheinbar, gelblich bis grünlich gefärbt und sitzen in endständigen Rispen. Genutzt werden neben dem Gewöhnlichen Frauenmantel auch die alpinen Arten (A. alpina L. und A. conjuncta Bab.) mit gefiederten Blättern und der gerbstoffreiche Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis L., früher Alchemilla arvensis Scop.). Dazu werden zur Blütezeit die oberirdischen Teile (Alchemillae herba) gesammelt.

Der Gewöhnliche Frauenmantel (A. vulgaris) kommt in Europa, Nordamerika und Asien vor. In Mittel-, West- und Nordeuropa findet man auch A. alpina. Als Heilpflanze verwendet man meist den Gewöhnlichen Frauenmantel (A. vulgaris). Das Pflanzenmaterial wird aus Osteuropa importiert.

Früher verwendete man den Frauenmantel in der Alchimie. Der lateinische Name Alchemilla erinnert daran. Der Grund: Die Pflanze gibt in der Nacht kleine Wassertröpfchen ab (Guttationstropfen), denen man früher mythische Wirkungen zusprach. Man glaubte auch, die Tröpfchen könnten ältere Frauen in den Zustand der Jungfräulichkeit zurückversetzen.

Heilpflanze und Pflanze der Alchemisten

Der Frauenmantel verdankt seinen Namen den schwach gelappten und gezähnten Blättern, die an einen gefältelten Mantel erinnern. Die Blüten sind unscheinbar, gelblich bis grünlich. Früher verwendete man den Frauenmantel in der Alchemie. Der lateinische Name Alchemilla, erinnert daran.

Gewinnung

Das Kraut wird zur Blütezeit gesammelt und getrocknet.

Heilwirkung von Frauenmantel

Frauenmantel bei Durchfall

Wie viele andere gerbstoffhaltigen Produkte der Rosengewächse enthält der Frauenmantel sehr stark zusammenziehende (adstringierende) Substanzen und ist deshalb zur Behandlung von leichtem Durchfall und Halsschmerzen geeignet. Sofern die Inhaltsstoffe im Darm aufgenommen werden (was nicht geprüft ist), könnte er auch als venentonisierendes Mittel bei Gefäßleiden von gewissem Nutzen sein.

Traditionelles Mittel bei Frauenleiden

Bei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen, Beschwerden im Klimakterium und Unterleibserkrankungen gibt es eine lange Anwendungstradition. Auch der Alpenfrauenmantel (Alchemilla alpina) wurde bei Menstruationsstörungen sowie als harntreibendes und krampflösendes Mittel eingesetzt, der Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis L.) hingegen vorwiegend zum Auflösen von Nierensteinen. Für diese Indikationen fehlen jedoch wissenschaftliche Belege.

Nebenwirkungen

In seltenen Fällen, insbesondere bei sehr hoher Dosierung und längerer Einnahme, können Leberschäden durch die im Frauenmantelkraut enthaltenen Tanningerbstoffe vorkommen.

Schwerer oder anhaltender Durchfall ist gefährlich, besonders bei Säuglingen und Kindern. Hier sollte man ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.

Praktische Anwendung: Produkte & Dosierung

Das getrocknete Kraut und seine Extrakte sind Bestandteil von Kombinationspräparaten, Salben, Dragees, Tabletten, Tropfen, Mundwässern und Lutschpastillen.

Innerliche Anwendung als Tee

Bei Durchfall 5–10 g getrocknetes Kraut pro Tag in Einzeldosen von 2-4 g. 

Einzeldosis mit je 150 ml heißem Wasser übergießen und nach 10-15 min abseihen. Wenn nicht anders verordnet, bis zu 3 Tassen täglich frisch bereiteter Teeaufguss warm zwischen den Mahlzeiten trinken.

Äußere Anwendung

Bei Wunden: 8 Teelöffel (ca. 8 g getrocknete Droge) als heißen Aufguss zubereiten. Umschlag mit dem Sud tränken und auflegen.

Der Sud kann auch zum Gurgeln bei Halsweh oder Entzündungen im Mund-/Rachenraum verwendet werden.

Wirkstoffe

  • Ellagitannine (6–8%), darunter Agrimoniin, Laevigatin F und Pedunculagin
  • Flavonoide (z.B. ein Quercetinglucuronid).

Quellen/Weitere Informationen

Quellen