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Katzenbart

Die Blüten des Katzenbarts erinnern an Schnurrhaare.

Katzenbart bei Harnwegsinfekten

Katzenbart ist harntreibend, entzündungslindernd sowie schwach krampflösend.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Katzenbart kompakt: Die wichtigsten Fakten

Katzenbart (Orthosiphon aristatus) ist vielen Menschen, die häufig unter Harnwegsinfekten leiden, ein Begriff. Aufgrund des hohen Gehaltes an Saponinen und Flavonoiden wird die Pflanze zur Durchspülungstherapie eingesetzt. Der Extrakt aus Orthosiphon hat zudem eine antimikrobiellWirkung und kann so die Erreger von Blasenentzündungen direkt bekämpfen. Das Aussehen der Heilpflanze ist außergewöhnlich. Die meist weißen Blüten haben lange Staubblätter, die deutlich hervorstehen und an die Schnurrhaare einer Katze erinnern. Katzenbart ist oft in Kombination mit anderen Heilpflanzen, wie Bärentraube oder Goldrute, in Teemischungen zu finden. Auch Tinkturen und Tabletten sind erhältlich. Katzenbart ist gut verträglich und hat keine bekannten Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Katzenbart?

Katzenbart: Heilpflanze mit Potential

Als „Javatee“ wird der Katzenbart hauptsächlich zur Förderung der Harnbildung (als Diuretikum) bei chronischen Harnwegsinfekten eingesetzt. Katzenbart ist ein häufiger Bestandteil von Teemischungen und urologischen Fertigarzneimitteln. Nach Laboruntersuchungen hat die Pflanze noch weitere interessante Eigenschaften. Leider fehlen dazu entsprechende Untersuchungen am Menschen.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege (Nieren- und Blasenentzündung, Harnwegsinfekte)
  • Nierengrieß (auch vorbeugend)
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Blasensteine, Nierensteine und daraus resultierende Beschwerden
  • Gicht, Ausschwemmung
  • Ödeme, Bauchwassersucht, Entwässerung
  • Reizblase
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Botanik: Aussehen und Verbreitung

Der Katzenbart (Orthosiphon aristatus) ist eine mehrjährige, etwa 80 cm hohe Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Typisch für diese Familie sind gegenständige, behaarte und deutlich gezähnte Blätter. Er hat kleine quirlständige weiße oder lila Lippenblüten mit auffallend langen und hervorstehenden Staubblättern. Sie sehen aus wie die Schnurrhaare einer Katze, daher der Name Katzenbart.

Der Katzenbart ist bei uns nicht heimisch. Er kommt aus dem tropischen Asien/Indonesien (Java, Sumatra) bis zum tropischen Teil Australiens vor. Angebaut wird er in Indonesien (Java), Vietnam, Australien und Georgien.

In Asien ist die Heilkraft des Katzenbarts seit langer Zeit bekannt. Er gilt in der Volksmedizin als effektive Heilpflanze.

Seit Anfang des letzten Jahrhunderts wurde die Pflanze auch bei uns eingeführt. Die getrockneten Blätter der Pflanze werden für verschiedene pharmakologische Präparate importiert (Orthosiphonis folium).

Gewinnung

Laubblätter und Stängelspitzen werden kurz vor der Blüte geerntet und im Schatten getrocknet.

Heilwirkung von Katzenbart

Spezialgebiet Urologie

Der Katzenbart ist harntreibend, entzündungslindernd sowie schwach krampflösend. Er wird bei allen Zuständen eingesetzt, die durch eine Durchspültherapie gebessert werden, insbesondere infektiöse Erkrankungen von Niere und Blase aber auch zur Anregung der Entgiftung.

Diurese

Versuche zur harntreibenden Wirkung an Mensch und Tier sind nicht ganz eindeutig. In manchen Versuchen wurde diese Eigenschaft beobachtet, in anderen nicht. Wegen des Gehaltes an Saponinen und Flavonoiden wäre diese Eigenschaft durchaus plausibel.

Steinleiden

Nach traditionellen Empfehlungen soll Katzenbart auch gegen die Neubildung von Nierensteinen helfen. In Studien wurde der Durchspültherapie der größte Effekt zugeschrieben. Nicht alle Studien bestätigten, dass Orthosiphon darüber hinaus zu einer deutlichen Reduktion der Steinbildung führt.

Schwach krampflösend

Diskutiert wird außerdem, dass Katzenbart eine Erweiterung des Harnleiters bewirkt, so dass kleine Nierensteine leichter mit dem Harn ausgeschwemmt werden könnten. Katzenbart milderte die Beschwerden menschlicher Probanden bei Nierensteinen deutlich. Traditionell gilt Katzenbart auch als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden, Krämpfe sowie Gallenkoliken.

Antimikrobiell

Wässriger Orthosiphon-Extrakt hat im Laborversuch antimikrobielle Eigenschaften. Katzenbart hilft daher direkt gegen die Infektion bei Blasenentzündung. Um diese Wirkung zu unterstützen, sollte begleitend dazu viel getrunken werden (mindestens 2 l pro Tag).

In den Heimatländern setzt man den Katzenbart auch gegen andere Infektionen – wie Mandelentzündung – ein.

Antientzündlich

Sinensetin und Scutellarein hemmen die Bildung entzündlicher Botenstoffe, wodurch die entzündungshemmenden Effekte teilweise erklärt würden. Zudem reduzieren sie den oxidativen Stress, der mit einer Entzündung verbunden ist, so dass die durch die Entzündung anfallenden Schäden geringer ausfallen.

Auch die Bildung von Magengeschwüren ließ sich im Tierversuch mit Katzenbart verhindern.

Heilpflanze mit Potential

Traditionelle Überlieferungen lassen vermuten, dass Katzenbart noch weitere positive Eigenschaften hat. Laborversuche liefern wichtige Anhaltspunkte, dass vieles zutreffen könnte: Bei diabetischen Ratten verminderte ein Extrakt aus Katzenbart tatsächlich den Blutzucker. Auch für die Senkung des Blutdrucks findet sich eine Bestätigung: Neben der entwässernden Eigenschaft erweitert Katzenbart die Gefäße und reduziert die Kontraktionskraft des Herzens.

Man vermutet außerdem eine Wirkung gegen Arteriosklerose und Krebs. In kosmetischen Studien verbesserte Katzenbart eine zu stark fettende Haut.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Bei Ödemen auf Grund von eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion soll der Katzenbart nicht eingesetzt werden.

Für die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Daten vor.

Keine Nebenwirkungen bekannt. In klinischen Studien wurde der Katzenbart ohne Probleme vertragen.

Praktische Anwendung: Produkte & Dosierung

Katzenbart wird häufig in Form von Teemischungen eingesetzt. Oft wird er mit anderen Heilpflanzen gemischt (z. B. Bärentraube, Goldrute). 

Im Handel erhältlich sind außerdem Tinkturen und Tabletten, die bezüglich des Wirkstoffgehaltes eingestellt sind.

Dosierung

Tee: 2-3 g fein geschnittene Blätter, mehrmals täglich; empfohlene Tagesdosis 6-12 g.

Wirkstoffe

  • Salze: Kaliumsalze (etwa 3 %)
  • Komplexe ätherische Öle: (Spuren bis zu 0,3 %): Borneol, Limonen, Thymol und Sesquiterpenen
  • Methoxylierte Flavonoide: Eupatorin, Rhamnazin, Scutellareintetramethylether, Salvigenin und Sinensetin
  • Kaffeesäurederivate: Rosmarinsäure sowie Mono- und Dicaffeoyltartrat und Spuren von Lithospermsäure
  • Diterpene: Pimaran-Typ wie Orthosiphol A–E
  • Triterpene
  • Saponine

Quellen/Weitere Informationen

Quellen