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Knoblauch

Die Knoblauchzehen sind in einer weißen Knoblauchknolle zusammengefasst.
© Wikipedia

Knoblauch wehrt nicht nur Vampire ab!

Knoblauch hat sich bei der Prävention von altersbedingten Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose und bei der Behandlung von hohen Blutfettwerten bewährt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Knoblauch kompakt: Die wichtigsten Fakten

Eine Ernährung reich an Knoblauch (Allium sativum) ist gesund: die Knolle hat sich bei der Prävention von altersbedingten Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose und bei der Behandlung von hohen Blutfettwerten bewährt. Die Inhaltsstoffe Allicin und Ajoen wirken blutverdünnend und können auf diese Weise Thrombosen vorbeugen. Auch als Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten wird Knoblauch gerne eingesetzt. 

Leider muss man nach dem Verzehr von Knoblauch mit dem typischen penetranten Mundgeruch rechnen, der so manch einen Gesprächspartner vergraulen kann. Nichtsdestotrotz ist die Knolle als Gewürz sehr beliebt und hat schon seit der Antike eine lange Tradition als Nahrungs- und auch als Arzneipflanze. Auf dem Markt sind eine Fülle von Produkten mit Knoblauch, die geruchsneutral sind, weil sie direkt geschluckt werden und nicht auf die Zunge kommen. So verkauft man Knoblauchpulver, Öl und Extrakt üblicher Weise in Kapselform. Knoblauch ist gut verträglich und besitzt keine Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Knoblauch?

Die Stärke von Knoblauch liegt insbesondere in seiner vorbeugenden Wirkung gegen die in Industrienationen häufigen Herz-Gefäß-Kreislauferkrankungen, womöglich auch in der Prävention von Krebserkrankungen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist wegen des starken Mundgeruchs durch Knoblauch jedoch meist schlecht. Geruchslose und ausreichend wirksame Produkte gibt es (noch) nicht auf dem Markt.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Hyperlipidämie: Unterstützung diätischer Maßnahmen
  • Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen, in frühen Stadien der Arteriosklerose
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Aussehen und Verbreitung

Die mehrjährige Pflanze zeichnet sich durch längliche, flache, graugrüne Blätter aus. Die kugeligen Blütenstände enthalten neben den Samen auch zahlreiche kleine Brutzwiebeln in einer papierartigen weißen Hülle. Gegessen und angewendet werden die frischen Zehen des Knoblauchs (Allium sativi bulbus), das Pulver (Alii sativi pulvis) und das Öl.

Nicht zu verwechseln mit Knoblauch ist der Bärlauch (Allium ursinum L.), der häufig in Europa und Asien angebaut wird. Die Blätter des einheimischen Bärlauchs schmecken sehr ähnlich und können als Knoblauchersatz verwendet werden, wirken aber schwächer. Sie eignen sich auch vorzüglich für einen Wildkräutersalat.

Kulturpflanze mit unklarer Herkunft

Knoblauch ist eine alte Kulturpflanze mit unklarer Herkunft. Man kennt sie vom mittleren Osten bis Zentralasien. Er wird seit der Antike als Nahrungs-, Gewürz- und Arzneipflanze genutzt. Er wurde gegen Darmparasiten sowie gegen Läuse verwendet und man glaubte, er habe eine aphrodisierende Wirkung.

Gewinnung

Der Knoblauch (Allium sativum) wird geerntet, sobald die Blätter und der Zwiebelhals vertrocknet sind (September oder Oktober).

Pulver:

Der Knoblauch wird geschnitten und bei 60 °C getrocknet. Dabei bleibt das Allicin erhalten. Die getrockneten Stücke werden anschließend zerstoßen.

Trockenextrakt, Knoblauchöl:

Zunächst werden die ungeschälten Zehen kurz in der Mikrowelle erhitzt, was die Alliinase, das Enzym, welches Alliin umsetzt, zerstört. Danach wird mit wässrigem Alkohol extrahiert und die Lösung eingetrocknet.

Der zerkleinerte Knoblauch wird mit Wasser extrahiert. Nach Destillation dieser Lösung erhält man das ätherische Öl.

Heilwirkung von Knoblauch

In Studien an Menschen und Tieren konnten antimikrobielle, antivirale und lipidsenkende Eigenschaften nachgewiesen werden. Allicin und Ajoen, schwefelhaltige Verbindungen des Knoblauchs, wirken blutverdünnend (sie verlängern die Blutungs- und Gerinnungszeit) und können so Thrombosen vorbeugen. Allicin wirkt außerdem gegen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten: es reagiert mit den Enzymen und Rezeptoren der eindringenden Organismen und macht sie dadurch unschädlich.

Alliin führt in Laborversuchen bei Tumorzelllinien zur Apoptose (dem programmierten Zelltod).

Knoblauch zur diätischen Behandlung

Die bekannteste arzneiliche Anwendung von Knoblauch liegt in der unterstützenden diätetischen Behandlung von hohen Blutfettwerten und der Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen (z.B. fett- und cholesterolsenkende Eigenschaft).

Erkältungen

Knoblauch ist aber auch ein beliebtes Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Neben der bewiesenen antiseptischen Wirkung sagt man ihm auch schweißtreibende, Husten- und krampflösende Wirkung nach.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

In Studien wurden selten Magen-Darm-Beschwerden beobachtet. Patienten berichten jedoch häufig von einer Magenreizung. Diese kann durch die gleichzeitige Aufnahme von Brot gelindert werden.

Bei Berufsgruppen, die häufig mit Knoblauchprodukten Kontakt haben (Köche, Gärtner, Hausfrauen), sind allergische Reaktionen in Form von Kontaktdermatitis, Asthmaanfällen und Schnupfen/Bindehautreizung beschrieben worden.

Knoblauch kann den Geruch von Haut und Atem verändern, was teilweise eine erhebliche negative„soziale Wirkung" hat; geruchlich neutrale Präparate sind jedoch deutlich weniger wirksam.

Bei äußerlicher Anwendung sind Hautirritationen möglich.

Knoblauch kann die Wirkung von Standard-Blutverdünnungsmitteln (Antikoagulanzien) wie Warfarin verstärken.

Die Einnahme großer Knoblauchmengen sollte in Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Knoblauch wird am besten frisch eingenommen. Im Handel gibt es auch zahlreiche Präparate (Tabletten, Tinkturen, Sirup, Kapseln), die getrocknetes Knoblauchpulver, -extrakt oder das ätherische Öl enthalten.

Mittlere Tagesdosis: 4 g frische Knoblauchzwiebel (bzw. entsprechende Mengen in Zubereitungen)

Innerliche Anwendung

  • Frischer Knoblauchsaft: 5 Knoblauchzehen zerquetschen oder fein zerhacken und mit 5 Teelöffeln Zucker mischen. Wasser hinzugeben und Sud zum sieden bringen, 5 Minuten ziehen lassen, dann durch ein Tuch abseihen. Hilft bei Husten und Bronchitis, über den Tag verteilt löffelweise einnehmen.
  • Knoblauchsirup: 2 - 3 Mal tgl. 1 Esslöffel
  • Knoblauchtinktur: 2 - 3 Mal tgl. 20 bis 25 Tropfen auf Würfelzucker

Knoblauch-Essig: Fitmacher für das Immunsystem

Die antivirale Wirkung des Knoblauch kann in Form von Knoblauch-Essig bei einer Schwächung des Abwehrsystems eingesetzt werden. Der Essig wirkt heilend und vorbeugend, der Knoblauch schützt zusätzlich vor bakteriellen Infektionen.

Knoblauch-Essig lässt sich sehr einfach selbst herstellen und kann natürlich neben seiner heilsamen Wirkung auch viele Gerichte in der Küche verfeinern.

Zutaten:

  • 6 große Knoblauchzehen
  • 100 ml Essigessenz
  • 300 ml milder Roséwein
  • 100 ml stilles Wasser

Zubereitung:

  • Knoblauchzehen schälen und halbieren, anschließend in ein großes Glases mit Schraubverschluss geben.
  • Knoblauch zuerst mit dem Wein übergießen, daraufhin die Essigessenz hinzugeben und zum Schluss das Wasser einfüllen.
  • Das Glas verschließen und gut schütteln, bis sich die drei Flüssigkeiten gut vermischt haben.
  • Die Essigessenz nun eine Woche an einem dunklen Ort reifen lassen, das Glas kann einfach in einen verschließbaren Küchenschrank gestellt werden, die Lagerungstemperatur sollte jedoch nicht höher als 25°C sein.
  • Danach ist der Essig bereit zur Verwendung. Durch ein Sieb lässt er sich gut in kleine Fläschchen umfüllen, die zuvor steril ausgewaschen werden sollten.
  • Je länger der Knoblauch-Essig zieht, desto intensiver wird er im Geschmack. Der Knoblauch-Essig sollte insgesamt aber nicht länger als vier Wochen ziehen. Den selbst hergestellten Essig innerhalb eines Jahres aufbrauchen.

Äußerliche Anwendung

    Mit frischen, zerquetschten oder gekochten Zehen
  • einreiben oder mit einem Verband oder Pflaster auf der Haut befestigen
  • zur Warzenbehandlung Knoblauchscheiben auflegen

    Tipp

    Wird der Knoblauch mit sauren Zutaten – wie Essig oder Zitronensaft – gekocht, kann ein großer Teil der Wirkung bei erheblich geringerer Geruchsbelästigung erhalten werden. Kardamomfrüchte (Cardamomi fructus), Pfefferminzbonbons (Mentha piperita-Extrakt) oder Kaffee können den Mundgeruch zudem etwas überdecken.

    Wirkstoffe

    • Schwefelhaltige Verbindungen: Alliin (wird bei Verletzung der Zwiebel enzymatisch zu Allicin umgesetzt, daraus entsteht Ajoen)
    • Enzym: Alliinase (hydrolysiert Alliin)

    Quellen/Weitere Informationen

    Quellen