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Kümmel

Die Kümmelpflanze hat weiße Blüten.
© C. Heyer/PhytoDoc

Kümmel macht Speisen besser verträglich

Kümmel ist das klassische Gewürz bei schwer verdaulichen Speisen, da das ätherische Öl der Kümmelfrüchte krampflösend sowie verdauungsanregend wirkt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Kümmel kompakt: Die wichtigsten Fakten

Kümmel (Carum carvi) wird als Gewürz und als Arznei genutzt. Die Heilpflanze wird bei zahlreichen Magen-Darm-Beschwerden, wie Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken, leichten Bauchkrämpfen und zur Anregung des Appetits eingesetzt. Kümmel regt die Produktion der Magensäfte an und wirkt verdauungsfördernd, krampflösend, entwässernd, schmerzlindernd und antimikrobiell. Die Wirkungsweise des Kümmels ist sehr sanft, weshalb er bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen angewendet werden kann. Für die oben erwähnten Anwendungsgebiete bestätigte die Kommission E die positiven Wirkungen des Kümmels. Kümmel ist gut verträglich und besitzt keine Nebenwirkungen.

Dabei können unterschiedliche Kümmelprodukte angewendet werden. Die Öle der Pflanze können sowohl innerlich als auch äußerlich Linderung verschaffen. Neben den ätherischen Ölen des Kümmels werden auch die Früchte zu pharmazeutischen Zwecken genutzt. Hieraus entsteht Kümmelöl, das meist als Flüssigextrakt oral eingenommen wird.

Wie gut hilft Kümmel?

Kümmel ist ein wirksames Mittel bei Verdauungsbeschwerden und für Erwachsene ebenso geeignet wie für Kinder. Er wirkt krampflösend, verdauungsfördernd und blähungslindernd. Seine Anwendungstradition ist lang. Die Kommission E hat daher seine traditionelle Anwendung als verdauungsförderndes Mittel voll anerkannt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung gibt es wenige. Erste Versuche bestätigen aber die krampflösende, entwässernde, schmerzlindernde sowie antibakterielle Wirkung von Kümmel.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Erkrankungen der Galle
  • Husten, Förderung des Auswurfs
  • Menstruationsbeschwerden, krampflösend
  • Minderdurchblutung der Haut (Badezusatz)
  • Stillzeit, Förderung der Milchbildung

Aussehen und Verbreitung

Kümmel (Carum carvi) ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae = Umbelliferae). Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Rosette und wächst im zweiten Jahr zu einer 30 bis 100 cm hohen Pflanze aus. Die verzweigten Stängel sind gerieft und die Blätter doppelt und dreifach gefiedert. Sie tragen am Ende eine aus vielen weißen Einzelblüten zusammengesetzten doldigen Blütenstand. Die kleine eiförmige Frucht spaltet sich bei der Reife in zwei Teilfrüchte.

Der Kümmel ist vermutlich eine einheimische Pflanze, kommt aber auch im Mittelmeergebiet und Asien vor. Als Gewürz wird er in vielen Teilen der Welt angebaut.

Verwendet werden in der Pharmakologie die getrockneten Früchte (Kümmel – Carvi fructus) sowie das ätherische Öl (Kümmelöl – Carvi aetheroleum).

Ein besonderes Gewürz

Kümmel ist seit der Antike beliebt und wird auch heute noch zum Würzen von Brot, Kohlgerichten, Käse und Likör genutzt. Sein intensiver Geschmack ist einzigartig, weswegen er nicht Jedermanns Sache ist.

Einer Sage nach wächst Kümmel besser, wenn man ihn unter Flüchen aussät.

Gewinnung

Kümmel wird kulturmässig angebaut und vor der Vollreife geerntet. Die Samen reifen etwa drei Wochen nach und werden dann ausgedroschen. Aus den gereiften Samen gewinnt man durch Destillation das ätherische Öl. Verunreinigungen wie beschädigte Früchte, Schalen und Stengelanteile beeinträchtigen die Qualität.

Heilwirkung von Kümmel

Blähungen und Krämpfe

Das aus den Kümmelfrüchten gewonnene ätherische Öl wirkt krampflösend, antimikrobiell sowie verdauungsanregend. So fördert der Kümmel die Bildung von Magensaft und regt den Appetit an. Zusammen mit Anis, Koriander und Fenchel gehört er zu den besten Mitteln gegen Blähungen (Flatulenz).

Kümmel ist gegen Verdauungsbeschwerden, leichte Krämpfe und Blähungen bestens geeignet (dies wird pharmazeutisch als „Karminativum“ bezeichnet). Die Volksheilkunde setzte ihn wegen der krampflösenden Eigenschaften auch bei Regelschmerzen ein. Um Koliken zu verhindern, wird er auch Abführmitteln beigemischt. Ebenso kann er zur Beruhigung bei Reizdarm sowie in bei Gallenerkrankungen verwendet werden.

Kümmel bei Husten

In Hustenmischungen nutzt man die auswurffördernde Eigenschaft des Kümmels.

Da die Kümmelwirkung sehr sanft ist, kann er auch Kindern und Säuglingen verordnet werden.

Förderung der Durchblutung

Der Kümmel hat eine lange Geschichte als Gewürz und Medikament. Die traditionelle Heilkunde nutzt den Kümmel auch für einen frischen Atem und als Stärkungsmittel. Als Badezusatz soll er die Durchblutung fördern. Traditionell wurde er von Frauen zur Förderung der Milchbildung eingesetzt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Konzentriert auf die Haut aufgetragenes Kümmelöl kann zu Rötungen führen. Bei hautreizenden Einreibungen ist dieser Effekt jedoch erwünscht.

Kümmel kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen auslösen.

Eine Überdosierung kann zu Erregung, Schwindel und Bewusstseinstörungen führen.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Die Früchte oder das ätherische Öl sind Bestandteil zahlreicher Präparate. Die Früchte können auch nach dem Essen gekaut werden.

Hausmittel Kümmeltee

Für einen wohltuenden Kümmeltee wird ein gehäufter Teelöffel Kümmelfrüchte zerdrückt und mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Anschließend 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.

Den fertiggestellten Tee noch warm und schluckweise trinken.

Für Säuglinge sollte der Tee im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt werden.

Der Kümmeltee hilft bei Flatulenzen und krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden.

Dosierung

Innerlich:

Kümmelfrüchte:

Tagesdosis: 1,5–6 g Kümmelfrüchte Erwachsene und Kinder über

  • 1-4 g Kinder von 4-10
  • 1-2g Kinder von 1-4

Damit das Kümmelöl freigesetzt wird, ist es sinnvoll die Fürchte kurz vor Gebrauch zu zerstoßen. Etwa 2 g Früchte verwendet man pro Tasse. Sie werden als Aufguss zubereitet (15 Minuten ziehen lassen und viermal täglich zwischen den Mahlzeiten trinken).

Kümmelöl:

Tagesdosis: 3–6 Tropfen

  • Mehrmals täglich 1-2 Tropfen ätherisches Öl am besten auf etwas Zucker einnehmen.

Äußerlich:

Ein Teil Kümmelöl mit 9 Teilen Massage- oder Olivenöl verdünnen und gegen Verdauungsbeschwerden auf dem Bauch um den Nabel einmassieren. Diese Anwendungsweise ist auch für Säuglinge geeignet.

Aufbewahrung: Ganze Kümmelfrüchte verlieren bei trockener und nicht zu warmer Lagerung nur wenig Geschmack. Das Kümmelöl kann dagegen leicht verderben und wird dabei gelb.

Wirkstoffe

ätherisches Öl:

  • 45-65% Carvon als Hauptinhaltsstoff, Limonen, Dihydrocarvon, Carveol

Früchte:

  • ätherisches Öl (2–7%)
  • Speicherstoffe: fettes Öl, Polysaccharide, Proteine
  • Phenylpropanverbindungen: Kaffeesäure, Chlorogensäure
  • Flavonoide und Flavonolglykoside: Quercetin, Isoquercitrin

Quellen/Weitere Informationen

Quellen