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Kurkuma (Gelbwurz, Curcuma)

Kurkuma-Wurzel und knall-oranges Kurkuma-Pulver.
© Canva

Kurkuma: Wie gesund ist die indische Wunderwurzel wirklich?

Die aus Indien stammende Kurkuma färbt die Curry-Gerichte schön gelb und hat auch in der indischen Heilkunst Ayurveda ihren festen Platz. Beliebt ist das uralte Gewürz bei entzündlichen Erkrankungen der Galle und allgemein bei Verdauungsbeschwerden. In jüngster Zeit macht Curcuma Schlagzeilen als Wundermittel gegen eine Vielzahl von Beschwerden wie Alzheimer, Krebs und Rheuma. Was da dran ist, erfahren Sie jetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Von: PhytoDoc Redaktionsteam

Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit des dreiköpfigen Redaktionsteams. Er wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, phytotherapeutischen Fachliteratur erstellt. Dabei obliegt die fachliche Endprüfung dem Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink.

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Was kann Kurkuma: Ein schneller Überblick

Wie gut hilft Kurkuma? Wie ist die Studienlage?

Kurkuma hat eine lange Anwendungstradition. Aufgrund der jahrhundertelangen Erfahrungen, aber Mangel an klinischen Studien, wurde vom europäischen Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (Committee on Herbal Medicinal Products, HMPC) [1] nur die verdauungsfördernde Wirkung bei Dyspepsie anerkannt.

Über die Leber und Galle wird durch die Gelbwurz vor allem die Fettverdauung gefördert. So werden Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen, Aufstoßen und Krampfbeschwerden nach umfangreichen Mahlzeiten vermindert. Auch eine Anwendung bei Magenbeschwerden und Durchfall ist traditionell üblich. Bewährt hat sich das uralte Gewürz bei entzündlichen Erkrankungen von Galle und den ableitenden Gallenwegen.

Zu den anderen möglichen Indikationen wie Erkrankungen mit entzündlichem Ursprung (wie Rheuma und Reizdarm), Hauterkrankungen, Hypercholesterinämie, Koronarer Herzkrankheit, Krebsvorbeugung, Alzheimer gibt es bisher nach Meinung der Experten der EMA noch keine ausreichenden Daten, um von einer gesicherten Wirkung zu sprechen.

Doch eines geht aus der Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten klar hervor: Kurkuma birgt ein außerordentliches Potential an Heilwirkungen. Auch wenn das Studiendesign der vielen neuen Studien oft den strengen Kriterien der Europäischen Arzneimittel-Agentur nicht genügt, so sind viele Ergebnisse sehr vielversprechend. Weitere größere klinische Studien müssen diese Ergebnisse natürlich noch untermauern. 

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Arthritis, RheumaArthrose
  • Appetitmangel: Förderung der Gallensekretion
  • Durchfall und Magendarminfekte (traditionell)
  • Entzündung des vorderen Auges (Uveitits), entzündliche Erkrankungen
  • Reizdarm, funktionelle Verdauungsstörungen
  • Schutz der Leber, Leber-Stimulans
  • Gallenenerkrankungen (nicht bei Gallenverschluß!): funktionelle Störungen des ableitenden Gallensystems
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Alzheimer, Vorbeugung, neurodegenerative Erkrankungen
  • Arteriosklerose, Vorbeugung, kardiovaskulär, akutes Koronarsydrom
  • Diabetes und Folgeerkrankungen (Grauer Star)
  • Diabetische Polyneueropathie, Nephropathie und Mikroangiopathie
  • Gallensteine (Vorbeugung), Gallenblasenentzündung
  • Hypercholesterinämie, cholesterinsenkend
  • Hauterkrankungen, Psoriasis
  • Krebsvorbeugung
  • Krebserkankungen
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (traditionell)
  • Mukoviszidose, verdauungsanregend
  • Parasiten- und Infektionserkrankungen (traditionell)
  • Depressionen, Angstzustände

Botanik: Aussehen und Herkunft

Wie sieht Gelbwurz aus?

Illustration einer Gelbwurzpflanze von 1887. © H.A. Köhler
© H.A. Köhler

Gelbwurz (Curcuma longa) oder auch Kurkuma genannt, bekam den Namen aufgrund der tiefgelben Wurzelfarbe und stammt wahrscheinlich aus Indien. Heute wird die - im Aussehen dem Ingwer ähnelnde - Pflanze in fast allen tropischen Ländern der Erde angebaut.

Weitere Kurkuma-Arten

Es gibt noch weitere Kurkuma-Arten, die ähnliche medizinische Eigenschaften besitzen. Sie werden gegen Verdauungsstörungen, als Magenmittel und gegen Blähungen angewendet: Curcuma aromatica (Blockzitwer oder Wilder Gelbwurz), Curcuma xanthorrhiza (Javanische Kurkuma), Curcuma zeodaria (Zeodarie oder Zitwer) u. a.

Gewinnung

Der Wurzelstock wird nach der Ernte gereinigt und mit heißem Wasser überbrüht. Dies verhindert ein Austreiben während der Trocknung. Dabei verkleistert die Stärke und die Curcuminoide treten als intensiv gelb leuchtender Farbstoff aus den Zellen aus. Anschließend wird der Wurzelstock in der Sonne getrocknet. Curcumin kann auch chemisch synthetisiert werden.

Kurkuma: Verwendung als Farbstoff E 100

Der Einsatz von Kurkuma ist vielfältig, sei es als Färbemittel für die Gewänder buddhistischer Mönche oder als Gewürz in der indischen und orientalischen Küche. Sowohl die gelbe Farbe als auch der leicht bittere Geschmack machen die Wurzel als Bestandteil des Currypulvers beliebt. 

Die extrahierten Farbstoffe (Kurkumin) werden auch als Lebensmittelzusatzstoff verwendet und sind mit E 100 gekennzeichnet. 

Heilwirkung von Gelbwurz

Die zahlreichen Heilwirkungen beruhen vor allem auf folgenden Eigenschaften. Curcumin wirkt 

  • entzündungshemmend.
  • antioxidativ (fängt also freie Radikale ab und verhindert so, dass Zellgewebe in oxidativen Stress gerät).

Im folgenden schauen wir uns die Studienlage bei folgenden Krankheiten an

  • Verdauungsbeschwerden (Magen-Darm, Leber und Galle)
  • Entzündliche Krankheiten wie Rheuma oder Colitis ulcerosa
  • Krebs
  • Diabetes
  • Alzheimer

Kurkuma fördert die Verdauung, insbesondere die Gallentätigkeit

Kurkuma regt die Leberzellen zur verstärkten Bildung und Ausschüttung von Gallensäuren an. Vermutlich wird durch den leicht bitteren, mild würzigen Geschmack von Teezubereitungen oder Flüssigpräparaten vermehrt Speichel gebildet und dadurch die Magensaftsekretion und auch die Funktion der Bauchspeicheldrüse angeregt. Kurkuma kann Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit lindern. 

Dass sich die Galle tatsächlich zusammenzieht, also "arbeitet" und durch das Curcumin vermehrt Gallensäure gebildet wird, konnte im Jahr 1999 sonographisch nachgewiesen werden. [2]

Wirkung abhängig von der Dosis

In einer Studie aus dem Jahr 2002 wurde an 12 gesunden Versuchspersonen die Wirkung von 3 unterschiedlichen Dosen (20 mg, 40 mg, 80 mg) synthetischen Curcumins auf die Gallenblasenkontraktion untersucht. Die Reduzierung des Gallenblasenvolumens wurde sonographisch gemessen. Sie war bei der höchsten Dosis (80 mg) mit 72% am größten. Zudem konnte auch eine deutliche Erhöhung des Gallenflusses festgestellt werden. [3]

Verdauungsorgane

In einer klinischen Studie erhielten 440 Patienten mit Verdauungsstörungen über 4 Wochen täglich 2 Kapseln des alkoholischen Trockenextrakts aus Kurkuma. Die Tagesdosis betrug 2,8 g Wirkstoff. Zu Beginn der Studie lauteten die Diagnosen der Patienten: Reizdarm, Verdauungsstörungen oder funktionelle Störungen des ableitenden Gallensystems. Innerhalb einer Behandlungswoche besserten sich bei 60 % der Patienten die Symptome.
In einer Pilotstudie erhielten 207 Personen mit Reizdarm für 8 Wochen Tabletten eines Gelbwurz-Extrakts. Bei etwa zwei Drittel der Studienteilnehmer besserten sich die Symptome durch die Behandlung. Zur Bestätigung dieses Befunds müssen noch kontrollierte Studien mit Scheinpräparaten durchgeführt werden.

Nichtalkoholische Fettleber

Aus einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass Curcumin/Kurkuma in höherer Dosierung positive Wirkungen bei der Behandlung von Nichtalkoholischer Fettleber haben kann. Es wurden keine gravierenden Nebenwirkungen dokumentiert. Es gibt jedoch einige Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen von Curcumin mit Arzneimitteln wie zum Beispiel mit Thrombozytenaggregationshemmern, Zytostatika, beta-Rezeptorenblocker, Benzodiazepine oder Tacrolimus. Langzeitstudien zur Anwendung von Curcumin in höherer Dosierung sind unbedingt erforderlich. [22]

Kurkuma und Entzündungen

In der Ayurvedischen Medizin ist seit langem die entzündungshemmende Eigenschaft von Kurkuma bekannt. Der Inhaltsstoff Curcumin hemmt im Laborexperiment (an Zellkulturmodellen) mehrere Enzyme, die Entzündungsreaktionen auslösen. Curcumin reduziert Immunreaktionen, wie etwa die Zellteilung der T-Zellen oder die Produktion von Botenstoffen.

Entzündungen können über die Messung des CRP-Wertes (C-reaktives Protein) nachgewiesen werden. CRP ist ein wichtiger Entzündungsmarker, der schon in einem sehr frühen Stadium der Entzündung in der Leber gebildet und im Blut gemessen wird. Chronische Entzündungen, auch Silent Inflammation genannt, haben oft wenig Symptome doch sie belasten den Körper indem sie zum Beispiel Herzkreislauferkrankungen, Allergien, Rheuma oder auch Krebs begünstigen.

Aus einer im Jahr 2014 veröffentlichten Metaanalyse (statistische Auswertung mehrerer Einzelstudien) geht hervor, dass Curcuminoide (Curcumin) das CRP im Blut senken können. Ausgewertet wurden sechs Studien mit 172 Probanden in der Curcuminoid-Gruppe und 170 Probanden in der Placebo-Gruppe. Die Anwendungsdauer betrug mindestens 4 Wochen. Bei den Probanden, die Curcuminoide erhielten, konnte eine signifikante Abnahme der CRP-Werte im Blut festgestellt werden. Auch war bei den Untergruppen, die Curcumin mit verbesserter Bioverfügbarkeit erhielten, ebenfalls eine signifikante Abnahme des CRP-Wertes zu verzeichnen. Bei den Placebo-Gruppen konnte dieser Effekt nicht festgestellt werden. [5]

Kurkuma und Colitis ulcerosa

In einer japanischen klinischen Studie (randomisiert, placebokontrolliert, doppelblind) aus dem Jahr 2006 [9], an der 89 Patienten mit ruhender Colitis ulcerosa teilnahmen, wurde die Wirkung von Curcumin in Kombination mit Sulfasalazin oder Mesalamin zur Vorbeugung von Rückfällen untersucht. 45 Patienten erhielten 6 Monate lang 2 x täglich 1 g Curcumin plus Sulfasalazin oder Mesalamin. 44 Patienten erhielten ein Placebo plus Sulfasalazin oder Mesalamin für 6 Monate. Es konnte unter Curcumin ein signifikant geringerer klinischer und endoskopischer Aktivitätsindex verzeichnet werden als unter Placebo. Aus der Curcumin-Gruppe erlitten 2 von 43 Patienten einen Rückfall, bei der Placebogruppe waren es 8 von 39 Patienten. Es wurden nur leichte Nebenwirkungen beobachtet, wie Übelkeit, vorübergehender Bluthochdruck und eine vorübergehende Erhöhung der Stuhlfrequenz. Curcurmin kann in Kombination mit Sulfasalazin oder Mesalamin eine wirksame Erhaltungstherapie von ruhender Colitis ulcerosa sein. Um von einer sicheren Wirksamkeit zu sprechen, bedarf es jedoch weiterer, groß angelegter, randomisierter, kontrollierter klinischer Studien.

Rheumatoide Arthritis

Eine doppelt-blinde-crossover Studie mit 18 Patienten verglich den Inhaltsstoff Curcumin (1200 mg/4 x proTag) mit einem Standardmedikament (Phenylbutazon, 300 mg/Tag) gegen rheumatoide Arthritis. Nach einer Behandlungszeit von 2 Wochen wurden die Medikamente getauscht. Curcumin schnitt gut ab, der Schmerz, die Schwellung und Steifigkeit der Gelenke wurden vermindert. Die Behandlung mit Phenylbutazon war jedoch effektiver. 

In einer Pilotstudie von 2012 wurden 45 Patienten, die an rheumatoider Arthritis litten in 3 Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe erhielt 500 mg Curcumin, eine weitere 50 mg Diclofenac-Natrium und die dritte Gruppe Diclofenac-Natrium 50 mg plus 500mg Curcumin. Nach 8 Wochen war die höchste prozentuale Verbesserung der Beschwerden bei den Patienten zu verzeichnen, die Curcumin erhielten und damit besser als bei der reinen Diclofenac-Behandlung. Die größte Verbesserung der Beschwerden wurde mit der Kombination Curcumin plus Diclofenac erzielt. Curcumin zeigte keine Nebenwirkungen. [6]

Uveitis

Der Inhaltsstoff Curcumin in der Behandlung der Entzündung des vorderen Auges (Uveitis, Entzündung der Regenbogenhaut oder des Strahlenkörpers) brachte denselben Erfolg, wie erfahrungsgemäß die Standard-Behandlung mit Cortison: 32 Patienten wurden mit 375 mg Curcumin behandelt (3 x täglich über einen Zeitraum von 12 Wochen). Bei 30 Patienten verbesserte sich der Zustand und 13 Patienten waren dauerhaft geheilt. Die Studie wurde allerdings nicht mit einer Placebo-Gruppe kontrolliert.[7]

In einer unkontrollierten Studie aus dem Jahr 2010 wurde die Wirkung von Curcumin auf die Häufigkeit der Rezidive bei Uveitis untersucht. 106 Patienten, die unter rezidivierender anteriorer Uveitis litten, wurden in einer 12 monatigen Nachbeobachtungszeit untersucht. Sie wurden in 3 Hauptgruppen nach der Ursache der Uveitis aufgeteilt: Gruppe1 Autoimmun-Uveitis, Gruppe 2 durch Herpes verursachte Uveitis und Gruppe 3 Uveitis verschiedener Ursache. Sie erhielten 1,2 g Curcumin mit Soja-Lecithin in Form von Tabletten 2 mal täglich über 3 Monate verabreicht. Nach einigen Wochen konnte man feststellen, dass sich bei über 80% der Patienten die Augenbeschwerden besserten und die Curcumin-Zubereitung gut vertragen wurde. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von Curcumin bei entzündlichen und degenerativen Augenerkrankungen wie dem trockenen Auge, der Makuladegeneration, dem Glaukom und der diabetischen Retinopathie von Vorteil sein könnte. [8]

Cholesterin und Gefäßerkrankungen

In einer Tierstudie erhielten Kaninchen cholesterinreiches Futter. Eine Gruppe wurde zusätzlich mit einem Extrakt der Gelbwurz gefüttert. Tiere der Kurkuma-Gruppe entwickelten signifikant weniger Fettstreifen in den Hauptschlagadern der Brust und des Unterleibs als die anderen Kaninchen. Offenbar wird durch die Aufnahme von Kurkuma oxidativer Stress vermindert. Dieser Kurkuma-Extrakt könnte auch vorbeugend bei Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen angewendet werden.

Diabetes (Zuckerkrankheit), Cholesterinspiegel

Aus zahlreichen Tierversuchen gibt es bemerkenswerte Hinweise auf positive Effekte von Curcumin-haltigem Futter bei Diabetes.

Bei Ratten, bei denen künstlich (mit Streptozotocin) Diabetes ausgelöst wurde, konnte durch Curcumin-haltiges Futter der Cholesterinspiegel (nur LDL und VLDL) gesenkt werden. Auch bei zuckerkranken Ratten, die zusätzlich mit viel Cholesterin gefüttert wurden, senkte Curcumin die Cholesterin- und Phospholipidkonzentrationen im Blut. In Leber und Niere wurden Cholesterin- und Triglyceridkonzentrationen gesenkt. Die Aktivität eines Leberenzyms war bei den Tieren, die Curcumin erhielten, signifikant erhöht, was auf einen gesteigerten Cholesterinabbau schließen lässt. Bei den diabetischen Ratten verzögerte das Curcumin-haltige Futter auch Nierenschäden. Die Autoren führen dies auf die Fähigkeit von Curcumin zurück, den Blutcholesterinspiegel zu senken.

In einer 2005 veröffentlichten Studie verzögerte Curcumin oder Kurkumawurzel bei diabetischen Ratten die Entwicklung des Grauen Stars. Die Entwicklung des Grauen Stars ist eine Folge des überhöhten Blutzuckerspiegels.

Eine andere aktuelle Studie zeigte: Verschiedene Extrakte aus Curcuma longa - die entweder Curcuminoide, Sesquiterpenoide (s. Inhaltsstoffe) oder beide Stoffe in Kombination enthielten - unterdrückten den Anstieg des Blutzuckerspiegels bei Labormäusen mit Typ 2 Diabetes.

In einer 2012 veröffentlichten Studie wurde die Wirkung einer Curcumin-Zubereitung mit verbesserter Bioverfügbarkeit gegen diabetische Mikroangiopathie (Schädigung der kleinsten Blutgefäße) sowie gegen diabetische Retinopathie (Schädigung der Blutgefäße der Netzhaut des Auges) bei 38 Diabetikern untersucht. Bei der Curcumin-Zubereitung handelte es sich um Curcumin in Kombination mit Sojalecithin (Curcumin -Phospholipid-Darreichungsform) in Form von Tabletten. Die Patienten erhielten 2 Tabletten (entsprechend 200 mg Curcumin ) pro Tag über mindestens 4 Wochen zusätzlich zur Diabetes-Standard-Therapie . Eine 2. Gruppe erhielt nur die Diabetes-Standardbehandlung. Nach 4 Wochen verbesserten sich die Schäden an den Blutgefäßen deutlich, es trat auch eine Besserung der Sehfähigkeit ein. Bei der Kontrollgruppe konnten keine positiven Wirkungen auf die Blutgefäße bzw. die Mikrozirkulation festgestellt werden. [15]

In einer 2021 veröffentlichten Arbeit, wurde an diabetischen Ratten die Wirkung von Curcumin gegen Schmerzen bei diabetischer Neuropathie untersucht. Die Forscher stellten fest, dass die Schmerzen bzw. die Überempfindlichkeit auf mechanische und thermische Reize durch Curcumin-Gaben reduziert werden konnte und somit Curcumin eine Option für die Behandlung von diabetischer Neuropathie darstellen könnte. [16]

In einer Crossover-Studie (zeitlich versetzt bei denselben Probanden) aus dem Jahr 2010 wurde bei 14 gesunden Probanden ein standardmäßiger oraler Glucoestoleranttest mit 75 g Glucose durchgeführt. Die Probanden erhielten zu den 75 g Glucose zusätzlich Kapseln, die ein Placebo oder 6 g Curcuma enthielten. Es wurden sowohl kapillare als auch venöse Blutproben zu Beginn, nach 15, 30, 45, 60, 90 und 120 Minuten genommen und auf Glucose, beziehungsweise Insulin untersucht. Es konnte unter der zusätzlichen Gabe von Kurkuma ein erhöhter Serum-Insulinspiegel gemessen werden, eine Beeinflussung des Glukosespiegels wurde nicht festgestellt. [17]

Krebs

Der Inhaltsstoff Curcumin zeigte bei Labormäusen eine schützende Wirkung vor Hautkrebs und Krebs im Magen-Darm-Bereich. Bei Untersuchungen mit Zellkulturen von menschlichen Tumorzellen und normalen Leberzellen der Ratte wurde festgestellt, dass Curcumin den Zelltod (Apoptose) nur in Tumorzellen, nicht aber bei den normalen Zellen auslöst.

Curcumin hat außerdem einen Einfluss auf die Wirkung von Chemotherapeutika (Substanzen, die Tumorzellen schädigen). Je nach Therapeutikum wird die Wirkung gesteigert oder gebremst, denn die Einnahme von Curcumin aktiviert auch entgiftende Leberenzyme, denn die Einnahme von Curcumin aktiviert auch entgiftende Leberenzyme von Labormäusen.

Eine klinische Studie mit 25 Patienten testete die Wirkung von 8 g Curcumin (Diferuloylmethane) pro Tag auf noch nicht bösartige Krebsvorstufen (23 Patienten). Zwei weitere Patienten waren bereits an Krebs operiert worden und hatten daher ein hohes Risiko. Bei 2 Patienten schritt der Krankheitsverlauf trotz der Behandlung mit Curcumin fort, bei 7 weiteren Patienten war während der Behandlung von 3 Monaten eine deutliche Verbesserung des Gewebebefundes zu verzeichnen. Die Studie wurde nicht kontrolliert (Placebo oder Kontroll-Medikament). Die ersten Schritte weisen also auf eine Wirkung von Curcumin gegen Krebsvorstufen hin, jedoch fehlen harte Beweise und große, kontrollierte klinische Studien.

In einer unkontrollierten Open-Label-Studie (Probanden und Prüfarzt sind über den Wirkstoff informiert, "entblindete" Studie) nahmen 44 Raucher teil, bei denen im Darm 8 oder mehr mikroskopisch erkennbare entartete Bereiche der Schleimhaut (aberrante Krypten) festgestellt wurden. Aberrante Krypten können sich mit der Zeit zu Adenomen entwickeln und in ein Karzinom übergehen. Über 30 Tage erhielten die Studienteilnehmer 2 oder 4 g eines mikronisierten Curcuminoid-Pulvers (Curcumin mit verbesserter Bioverfügbarkeit). Bei den Teilnehmern die die höchste Dosierung (4 g) erhielten war eine signifikante Abnahme der entarteten Bereiche zu verzeichnen. Die im Blutplasma gemessenen Werte der Curcuminoid-Metabolite waren 5-fach erhöht. Es keine signifikanten Wirkungen auf untersuchte molekulare Marker festgestellt werden. [18, 19]

Eine umfassende Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von Curcumin begleitend zur Krebstherapie erschien im Jahr 2020 in der online-Fachzeitschrift BMC Cancer. Die Ergebnisse der klinischen Studien deuten darauf hin, dass Curcumin die Wirksamkeit von Chemotherapie und Bestrahlung erhöhen und Nebenwirkungen reduzieren kann, was zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt. Weiterhin gibt es Hinweise, dass Curcumin zur Verhinderung der Tumorausbreitung und Metastasierung beitragen kann. Aus mehreren Studien geht hervor, dass sich die Überlebenszeit der Patienten erhöhte, und der Tumormarker - Spiegel sank. [20]

Die Autoren einer 2021 erschienenen Übersichtsarbeit (Curcumin als möglicher Modulator bei DNA-Methylierung bei Brustkrebs)fassen zusammen, dass Curcumin in Laborversuchen (im Zellversuch und Tierversuch) zur Hemmung von Brustkrebs (als epigentisches Anti-Krebs-Mittel) vielversprechende Wirkungen aufzeigt. Auch zahlreiche klinische Studien geben Hinweise auf eine Wirksamkeit des Curcumins. Es wurde auch deutlich, dass Curcumin in wirksamen Dosen weder toxisch ist noch Nebenwirkungen aufweist. Allerdings ist die Wirksamkeit durch seine geringe Wasserlöslichkeit und seine geringe metabolische Stabilität begrenzt. Daher sind neue Strategien zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit des Curcumins erforderlich. Ebenso besteht großer Bedarf an Forschungsarbeit zur Wirksamkeit der Metabolite des Curcumins und des Curcumins in Kombination mit anderen aus Kurkuma isolierten Inhaltsstoffen sowie die Wirkung zusammen mit anderen Arzneimitteln. [21]

Leber

Bei Ratten wurden künstlich (durch D-Galactosamin) Leberschäden ausgelöst. Sowohl der Extrakt, als auch dessen Einzelsubstanzen Curcuminoide oder Sesquiterpene unterdrückten den Anstieg der Leberenzyme, die auf Leberschäden hinweisen. Dabei sind höchst wahrscheinlich verschiedene Mechanismen beteiligt.

Gallensteine

Tierversuche haben gezeigt, dass der Bestandteil Curcumin die Bildung von Gallensteinen vermindern kann. Versuche am Menschen zeigen, dass Curcumin sowohl den Gallenfluss als auch die Kontraktion der Galleblase fördert.

Depression

In einem Tierexperiment zeigte Curcumin eine positive Wirkung auf das depressiv-ähnliche Verhalten von Mäusen.

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie aus dem Jahr 2020 konnte festgestellt werden, dass eine 8-wöchige Anwendung von Nano-Curcumin (Curcumin mit verbesserter Bioverfügbarkeit) bei Patienten mit diabetischer Polyneuropathie Depressionen und Angstzustände signifikant reduzierte. [23]

Infektion

Nach traditionellen Angaben hat Kurkuma antibakterielle und antivirale Wirkungen. Bei Untersuchungen mit Curcumin und dem Bakterium Neisseria gonorrhoea im Reagenzglas zeigte sich, dass Curcumin das Anhaften des Bakteriums an das Gewebe und die folgenden körperlichen Reaktionen hemmt. [24]

Alzheimer

Alzheimer entsteht durch ineinandergreifende Prozesse: Ablagerungen (amyloide Plaques), oxidativer Schaden und Entzündungsvorgänge. In Laborversuchen wurde gezeigt, dass Kurkuma diesen Prozessen entgegenwirken kann. Es verminderte Entzündungsprozesse und oxidativen Schaden. In Laborversuchen verminderte Curcumin auch die Bildung von Plaques und destabilisierte vorhandene Plaques. Alzheimer-Mäuse die mit Kurkuma gefüttert wurden, hatten weniger Ablagerungen in ihren Gehirnen. Klinische Versuche mit Gelbwurz am Menschen bleiben abzuwarten.

In einem aus Japan stammenden Fallbericht von 2012 erhielten 3 an Alzheimer erkrankte Patienten mit kognitivem Verfall, Reizbarkeit, Unruhe, Angst und Apathie zusätzlich zur Routinetherapie 100 mg Curcumin pro Tag. Nach 12 Wochen kam es zu einer bemerkenswerten Verbesserung der Verhaltenssymptome. Nach mehr als einem Jahr Einnahme konnte keine Verschlimmerung der Demenz beobachtet werden. Diese Ergebnisse sind ein Hinweis darauf, dass Curcumin Lebensqualitität und Aktivität bei Alzheimer-Patienten verbessern könnte. [10]

In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 werden Ergebnisse von Laborversuchen und klinischen Studien über den Einsatz von Curcumin zur Diagnose, Vorbeugung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit zusammengefasst. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse eine wissenschaftliche Basis für die rationale Anwendung des Curcumins in der Vorbeugung und und Therapie der Alzheimer-Krankheit darstellen und dass Curcumin eine große Bedeutung für die Entwicklung von Alzheimer-Therapeutika zukommt. [11]

Operationsnarben

Auch bei der Nachbehandlung von Operationsnarben können Kurkuma-Produkte eingesetzt werden.

Reizdarm

In einer klinischen Studie erhielten 440 Patienten mit Verdauungsstörungen über 4 Wochen täglich 2 Kapseln des alkoholischen Trockenextrakts aus Kurkuma. Die Tagesdosis betrug 2,8 g Wirkstoff. Zu Beginn der Studie lauteten die Diagnosen der Patienten: Reizdarm, Verdauungsstörungen oder funktionelle Störungen des ableitenden Gallensystems. Innerhalb einer Behandlungswoche besserten sich bei 60 % der Patienten die Symptome.

In einer Pilotstudie erhielten 207 Personen mit Reizdarm für 8 Wochen Tabletten eines Kurkuma-Extrakts. Bei etwa zwei Drittel der Studienteilnehmer besserten sich die Symptome durch die Behandlung. Zur Bestätigung dieses Befunds müssen noch kontrollierte Studien mit Scheinpräparaten durchgeführt werden. [12]

Cholesterin und Gefäßerkrankungen

In einer Tierstudie erhielten Kaninchen cholesterinreiches Futter. Eine Gruppe wurde zusätzlich mit einem Extrakt der Gelbwurz gefüttert. Tiere der Kurkuma-Gruppe entwickelten signifikant weniger Fettstreifen in den Hauptschlagadern der Brust und des Unterleibs als die anderen Kaninchen. Offenbar wird durch die Aufnahme von Kurkuma oxidativer Stress vermindert. Dieser Kurkuma-Extrakt könnte auch vorbeugend bei Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen angewendet werden.

Eine Übersichtsarbeit (Metaanalyse) aus dem Jahr 2014, in der experimentelle und klinische Studien ausgewertet wurden, ergab, dass bis auf eine Studie, Kurkuma keinen Effekt auf die Blutfettwerte der Probanden zeigte. In der Studie, in der eine Blutfett senkende Wirkung zu verzeichnen war, erhielten die Probanden einen Kurkuma-Extrakt der zusätzlich noch Piperin enthielt. Piperin ist ein Extrakt aus Schwarzem oder Langem Pfeffer, der zugesetzt wird, um die Bioverfügbarkeit des Curcumins zu verbessern. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass weitere Studien an Patienten mit erhöhten Blutfettwerten durchgeführt werden müssen. Diese sollen über einen längeren Zeitraum angelegt sein und zudem auch Kurkuma-Zubereitungen mit verbesserter Bioverfügbarkeit einbeziehen. [13]

An 121 Patienten wurde untersucht, ob Curcuminoide das Risiko eines Myocardinfarktes nach einer Bypassoperation reduzieren können. Die Patienten erhielten 3 Tage vor der OP und 3 Tage nach der OP täglich entweder 4 mg Curcuminoide oder ein Placebo. In der Placebo-Gruppe erlitten 30% einen Herzinfarkt, in der Curcuma-Gruppe 13 %. Die nach der Operation im Serum gemessenen Werte des Entzündungsmarkers CRP und der Marker für oxidativen Stress waren bei der Curcumin-Gruppe niedriger als bei der Placebo-Gruppe. Die Autoren führen das Ergebnis auf die antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen des Curcumins zurück. [14]

Welche Nebenwirkungen hat Kurkuma?

In hohen Dosen (0,5-3,5 g/Tag) und über längere Zeit eingenommen, kann Kurkuma Nebenwirkungen wie Magen-Darmstörungen (milden Durchfall) hervorrufen. Als weitere, unerwünschte Reaktion wurde von allergischen Hauterkrankungen (allergischer Dermatitis) berichtet.

Als Gegenanzeigen wird ein Verschluss der Gallenwege genannt. Bei Gallensteinen darf Kurkuma nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden, denn Curcumin stimuliert die Kontraktion der Gallenblase.

In der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern sollte Kurkuma, außer nach ärztlicher Verordnung, nicht angewendet werden, da dazu noch keine verlässlichen Daten vorliegen.

Wechselwirkungen

Gelbwurz-Präparate können den Metabolismus von Medikamenten verändern, wodurch sich der eingestellte Medikamentenspiegel im Körper verändern kann. Fragen Sie daher einen Arzt oder Pharmazeuten, wenn Sie zu Ihrer Medikation zusätzlich Kurkuma-Produkte einnehmen möchten.

Curcumin hemmt in Zellkulturen den durch Chemotherapeutika ausgelösten Zelltod von Krebszellen. Bei Nacktmäusen mit transplantiertem Brustkrebs wurde durch Curcumin-haltiges Futter die Wirkung des Chemotherapeutikums Cyclophosphamid abgestumpft. Die Befunde müssen noch weiter untersucht werden. Möglicherweise sollten Krebspatienten, die mit Chemotherapie behandelt werden, Curcumin-haltige Nahrung vermeiden.

In Laboruntersuchungen und Tierversuchen hat sich gezeigt, dass Curcumin die Blättchenaggregation vermindert und die Blutungsneigung steigern kann. Bei Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen (wie Warfarin oder Heparin) sollte ein Arzt befragt werden. Auch bei der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten, wie Ibuprofen und Aspirin, ist Vorsicht geboten.

Praktische Anwendung: Bioverfügbarkeit, Produkte & Hausmittel

Fertigarzneimittel von Kurkuma sind als Trockenextrakt in Form von Kapseln in Apotheken erhältlich. Allerdings wird der größte Teil der im Handel befindlichen Kurkumazubereitungen, als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Kurkuma-Kapseln sind als Fertigarzneimittel (Trockenextrakt in Kapseln) im Handel. Im Augenblick fehlen noch Untersuchungen, welche den Zusammenhang von Dosis und Wirkung zum Gegenstand haben. So sind die Dosisangaben eher Empfehlungen als wissenschaftlich begründete Ergebnisse.

Als mittlere Tagesdosis werden im Bundesanzeiger 1,5 bis 3 g pulverisierter Wurzelstock (mit 3 % Curcumin und 3 % ätherischem Öl) empfohlen. Die WHO (WHO FOOD ADDITIVES SERIES 52) und JECFA haben kürzlich die Grenzwerte für den Inhaltsstoff Curcumin erhöht: die akzeptierte tägliche Aufnahme beträgt nun 0 bis 3 mg/kg Körpergewicht Curcumin (für einen Erwachsenen von 60 kg: 180 mg/Tag) Nach sorgfältigen neueren Untersuchungen am Tier und am Menschen wurde festgestellt, dass Curcumin vom Darm schlecht aufgenommen und außerdem schnell verstoffwechselt wird. So werden die Konzentrationen, die im Reagenzglas wirksam waren, in menschlichen Geweben nicht erreicht. Für pharmakologische Experimente wurden daher höhere Dosen eingesetzt. Der Curcumin-Gehalt in dem zerkleinerten Wurzelstock beträgt aber nur ca. 2 - 8 % und ist in Teezubereitungen noch weit geringer, da der Wirkstoff nur eine geringe Löslichkeit hat. Um pharmakologisch wirksame Konzentrationen zu erreichen, sind Präparationen notwendig, die auf Curcumin angereichert wurden (auf ca. 95 % Curcumin). Verschiedene klinische Studien mit einer Tagesdosis von 0,5 g bis 8 g Curcumin pro Tag fanden keine Symptome, die auf eine Giftwirkung schließen lassen könnten. Bei einer systematischen Untersuchung mit Dosen von 0,5 bis 12 g/Tag traten bei 7 von 24 gesunden Probanden leichte Unverträglichkeitssymptome auf, die aber nicht mit der Dosis korrelierten. Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass trotz einer geringen Konzentration von Curcumin im Blut, eine Wirkung zu messen ist. Es wird außerdem diskutiert, dass möglicher Weise auch die Produkte, in die Curcumin im Körper umgebaut wird, eine Wirkung haben. Auch bei der pharmakologischen Aufarbeitung des Wirkstoffes gibt es noch Forschungsbedarf. So war bei einem Test mit Curcumin-Kapseln die verfügbare Konzentration von Curcumin („aktives Curcumin“) 66 % geringer als bei dem unbehandelten Puder.

Empfohlen werden:

  • Für Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Appetitlosigkeit: Soweit nicht anders verordnet eine mittlere Tagesdosis: 1,5 bis 3,0 g des pulverisierten Wurzelstock mit mindestens 3 % Curcumin.
  • Bei den andern Erkrankungen (Schwellungen, Schmerzen, Arthritis, Krebs, Alzheimer, Diabetes, Leberkrankheiten, Infektionen etc.), welche auf Curcumin ansprachen, sind die Forschungen noch nicht abgeschlossen und es sind bisher noch keine Verabreichungs-Protokolle verfügbar.

Erhöhung der Bioverfügbarkeit

Um die Bioverfügbarkeit des Curcumins zu erhöhen, d.h. um die Aufnahme im Darm zu verbessern und die Verstoffwechselung zu vermindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Vielen Curcuma-Präparaten wird Piperin, der Scharfstoff des Schwarzen Pfeffers zugesetzt. Es gibt auch Präparate die mit Verfahren zur Erhöhung des Löslichkeit hergestellt werden, zum Beispiel mit pflanzlichen Phospholipiden (Lecithin). Auch mittels Nanotechnolgie (nanopartikuläres Curcumin ) hergestellte Präparate oder in Mizellen verpacktes Curcumin oder mikronisiertes Cucumin (Verkleinerung der Partikelgröße) kann die Bioverfügbarkeit erhöhen.

In einer Studie aus dem Jahr 2014 war die Bioverfügbarkeit von mikronisiertem Curcumin im Vergleich zu Curcuma-Pulver bei Frauen 14-fach und bei Männern 5-fach erhöht. In Mizellen verpacktes Curcumin war bei Frauen 277 fach erhöht, bei Männern 114 fach. [25]

Auch bei der pharmakologischen Aufarbeitung des Wirkstoffes gibt es noch Forschungsbedarf. So war bei einem Test mit Curcumin-Kapseln die verfügbare Konzentration von Curcumin („aktives Curcumin“) 66 % geringer als bei dem unbehandelten Puder

Passende Präparate kaufen

Arzneimittel:
  • Curcu-Truw Kapseln

Nahrungsergänzungsmittel:

  • Bilisan duo Fimtabletten
  • Curcumin triplex Kapseln
  • Curcumin Loges Kapseln
  • Atrosia Kapseln
  • Curcusol Kapseln
  • Cefacur Kapseln

Curcuma als Hausmittel

Goldene Milch, vorzugsweise aus Bioprodukten

  • 1 Teelöffel (3 g) Kurkuma-Pulver
  • 1 Prise Schwarzer Pfeffer für bessere Bioverfügbarkeit
  • 1/2 Teelöffel mildes Öl (z. B. Bio-Kokosöl, Mandelöl oder auch Ghee) verbessert ebenfalls die Bioverfügbarkeit
  • 200 - 250 ml pflanzliche Milch (z. B. aus Dinkel, Hafer, Mandel, Kokos, Soja)

nach Belieben auch frischer Ingwer (geschält, gerieben oder sehr fein gehackt), gemahlener Zimt, Kardamom und Nelken

Kurkuma Pulver erst mit wenig Pflanzen-Milch in einem Topf vermischen, dann die restliche Pflanzen-Milch sowie Pfeffer, Öl und nach Belieben auch Ingwer, Zimt, Kardamom und Nelken zugeben und kurz erhitzen.

Mit der Goldenen Milch nimmt man natürlich nicht die hohen Mengen Curcumin auf , die Patienten in klinischen Studien verabreicht bekamen, um entsprechende Heilwirkungen zu erzielen. Doch die Goldene Milch kann einen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten, die wiederum bei der Vorbeugung von Krankheiten eine wichtige Rolle spielt.

Gegen oder bei Erkältungen:

Kurkuma-Ingwer-Tee

  • 1/2 Liter Wasser
  • 10 g Kurkuma, geschält
  • 10 g Ingwer, geschält

Kurkuma und Ingwer fein hacken, mit kochenden Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Kurkuma-Honig

Kurkuma-Honig

Dazu werden 100 g Honig und 1 - 2 Esslöffel Kurkuma-Pulver vermischt. Immer wieder teelöffelweise einnehmen.

Inhaltsstoffe von Kurkuma

  • Curcuminoide (u.a. Curcumin, Monodesmethoxycurcumin und Bisdesmethoxycurcumin) bewirken die gelbe Farbe
  • Ätherisches Öl: enthält das Sesquiterpen vom Bisabolan-Typ, Guaian- und mehrere Sesquiterpene vom Germacrantyp (alpha- und beta-Tumeron, Curlon und Zingiberen)
  • Polysaccharid: Ukonan A (Arabinogalactan)

Quellen/Weitere Informationen

Referenzen

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