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Lavendel

Lavendelfelder sind mit ihrer lila Farbe schön anzusehen.
© LianeM - Fotolia.com

Mit Lavendel entspannt durch den Tag

Lavendel hat neben seiner beruhigenden und krampflösenden Wirkung auch eine antimikrobielle und durchblutungsfördernde Eigenschaft.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Lavendel kompakt: Die wichtigsten Fakten

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein typisches Gewächs des Mittelmeerraums. Aufgrund seines wunderbaren Dufts schmückt er als Zierpflanze auch so manchen heimischen Garten. 

Als Heilpflanze ist der Lavendel – vor allem das Lavendelöl - für seine angstlösenden Eigenschaften bekannt. Auf innere Unruhe und Angstzustände, Einschlafstörungen, Spannungskopfschmerzen und nervöse Magen-Darm-Beschwerden wirken die Inhaltsstoffe nachweislich positiv, denn Lavendel ist krampflösend und beruhigend, durchblutungsfördernd und entblähend. 

Lavendelblüten werden in Teemischungen verarbeitet, aus dem Öl stellt man ganz unterschiedliche pharmazeutische Produkte her wie Kapseln, Salben, Parfums, Seifen und Badezusätze. 

Sehr entspannend und kreislaufstabilisierend wirkt auch ein Lavendelbad nach einem harten Arbeitstag. Für Kleinkinder ist das hochkonzentrierte Lavendelöl nur stark verdünnt geeignet. Lavendel ist dabei gut verträglich und hat kaum Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Lavendel?

Mit Lavendel entspannt durch den Tag

Lavendel hat neben seiner beruhigenden und krampflösenden Wirkung auch eine antimikrobielle und durchblutungsfördernde Eigenschaft.

Traditionell nutzt man Lavendel als Beruhigungsmittel und bei verschiedenen Verdauungsstörungen. In der Aromatherapie wird er gerne bei Kopfschmerzen, Migräne, Spannungsgefühlen und emotionaler Aufregung eingesetzt.

Das Öl wird in großem Maßstab für die Kosmetikindustrie hergestellt.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • funktionelle Kreislaufstörungen (Badanwendung)
  • funktionelle Oberbauchbeschwerden, nervöse Magen-Darmstörungen
  • Unruhezustände
  • Roemheld-Syndrom (Druck in der Herzgegend durch einen aufgeblähten Darm), Aufgeblähtheit (Meteorismus), Blähungen (Flatulenz)
  • Schlafstörungen, speziell Einschlafstörungen
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Aussehen und Verbreitung

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein bis zu einem Meter hoher Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) mit lineal-lanzettlichen, silbriggrauen Blättern. Die stark duftenden, kleinen violettblauen Blüten bilden ährenförmige Blütenstände, die sich weit über den Strauch erheben. Kommerziell angebaut wird hauptsächlich der sehr ölreiche Lavandin (L. x intermedia), eine Kreuzung zwischen dem Echten Lavendel (L. angustifolia) und dem Großen Speik (L. latifolia). Aus ihm gewinnt man das wohlriechende Lavandinöl, welches ein wichtiger Duftgrundstoff ist. Medizinisch eingesetzt wird aber das hochwertigere und stärker duftende Lavendelöl von Lavandula angustifolia.

Lavendel liebt die Wärme. Besonders häufig wird er im westlichen Mittelmeergebiet in malerischen Plantagen gezogen. Südfrankreich ist eines der klassischen Anbaugebiete für hochwertige Lavendelöle. Der kommerzielle Lavendel - Anbau hat sich neuerdings auf andere Regionen wie Osteuropa ausgebreitet.

Verwendet werden die getrockneten Blütenstände (Lavandulae flos) oder das aus den frischen Blüten destillierte ätherische Öl (Lavendelöl – Lavandulae aetheroleum).

Eine Wohltat für den Geruchssinn

Der Name Lavendel leitet sich von dem lateinischen Wort „lavare“ (waschen) ab. Dies belegt, dass der Lavendel seit altersher wegen des vorzüglichen Aromas zum Waschen verwendet wurde. Früher legte man die Kissen auch in die Wäsche, denn der Duft soll Motten vertreiben. Die französische, italienische und spanische Küche würzt Fleisch und Fischgerichte mit Lavendel.

Gewinnung

Zur Herstellung werden die frischen Blüten der Lavendelpflanze mit heißem Wasserdampf erhitzt und die flüchtigen Gase aufgefangen. Bei der Abkühlung erhält man Wasser und ein klares leicht gelbliches Öl. Öle mit Estergehalten über 30% sind hochwertig. Ist der Gehalt geringer, wurde das Öl entweder verfälscht oder unsachgemäß hergestellt.

Heilwirkung von Lavendel

Beruhigend und krampflösend

Traditionell nutzt man Lavendel als Beruhigungsmittel bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen sowie nervösen Magendarmbeschwerden. Säuglingen legte man in der Provence zur Beruhigung ein Lavendelsäckchen auf die Decke. Auch heute noch trifft man gelegentlich auf diese Sitte. In der Tat zeigte auch der Tierversuch eine deutliche krampflösende und beruhigende Wirkung.

Äußerlich - als Bad angewandt - eignen sich Lavendelblüten zur Therapie nervös bedingter Kreislaufbeschwerden. Die Aromatherapie behandelt Nervosität und Angstzustände mit Lavendelöl. In der Tat dämpft Lavendelöl selbst bei Inhalation die Aktivität von Versuchstieren. Sogar die aufputschende Wirkung von Koffein hebt das Lavendelöl auf.

Günstig ist auch die Mischung mit anderen Heilpflanzen, die ähnlich wirken (wie Baldrian und Passionsblume). 

Verdauungsbeschwerden

Lavendelöl ist nicht nur zur Beruhigung einer nervösen Verdauung geeignet, es fördert außerdem den Gallenfluss und somit die Verdauung selbst. Auch bei Beschwerden durch einen Blähbauch und Blähungen ist Lavendel nach Erfahrungen der Volksheilkunde eine sinnvolle Ergänzung. Vermutlich wirkt Lavendel außerdem normalisierend auf die Darmflora.

Wunden und Schmerzen

Das ätherische Öl - insbesondere Linalool - wirkt gegen einige Bakterien und Pilze. Man vermutet zudem einen antientzündlichen Effekt im Lavendelöl. So kann das verdünnte Öl oberflächlich als mildes Antiseptikum bei kleineren Verletzungen zur Wundpflege verwendet werden.

Die durchblutungsfördernde und leicht reizende Wirkung nutzt man bei Muskelschmerzen. In der Volksheilkunde kommt Lavendelöl auch zur Lösung von Verspannungen und zur Linderung rheumatischer Beschwerden zum Einsatz. Traditionell werden Menstruationsbeschwerden (warme Kompresse) und Frauenkrankheiten (Bad) mit Lavendelöl behandelt. 

In der Aromatherapie verdampft man Lavendelöl gegen Kopfschmerzen, Migräne und Verspannungen. Es kann auch im Stirn und Nackenbereich einmassiert werden. Tatsächlich hat der Tierversuch eine leicht betäubende Wirkung belegt.

Erkältung

Das Öl des Speiks (Lavandula latifolia) wird wegen des hohen Cineolgehaltes zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und Erkältungen in Form von Bädern, Umschlägen und Inhalationslösungen verwendet. Man kann auch einen warmen Waschlappen mit verdünntem Lavendelöl auf die Brust legen. 

Insekten

Menschen lieben den Lavendelduft, Insekten nicht. Lavendelöl ist ein Schreckstoff für sie. Traditionell verwendet man es daher als Mottenschutz. Ein Effekt gegen Milben, Flöhe und Läuse ist von der Tradition überliefert. Lavendel soll im Gartenbau andere Pflanzen in seiner Nähe vor Ameisen und Wanzen schützen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Allergien gegen das ätherische Öl der Lavendelblüten sind bekannt.

Für die Anwendung bei Kleinkindern sind konzentrierte, unverdünnte ätherische Öle nicht geeignet.

Lavendelöl kann schläfrig machen und verlängert im Reaktionstest die Entscheidungszeit. Beim Führen von Kraftfahrzeugen oder Bedienen von Maschinen ist dies zu berücksichtigen.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Das Öl des Lavendels ist wohlriechend und wird in großem Maßstab hergestellt. In der Kosmetikindustrie ist es ein Grundstoff für Parfums, Seifen, Shampoos, Lotionen und Badeöle. In der pharmazeutischen Industrie verwendet man das Öl mitunter auch zur Geruchs- und Geschmackskorrektur in Arzneimitteln.

Lavendelblüten oder das Öl sind klassische Bestandteile von Beruhigungstees und Fertigarzneimitteln (Sedativa, Cholagoga und Tonika).

Vorsicht vor gefälschten Produkten!

Eine kleine Glasflasche mit Lavendelöl steht zwischen Lavendelblüten auf einem Tisch.
© Kathrin39 - Fotolia.com

Lavendelöle aus dem Echten Lavendel sind teuer. Es wurde in der Vergangenheit oft gefälscht, zum Beispiel mit Lavandinöl, Japanischem Shiu- und Petitgrainöl oder zugemischten Substanzen (natürlichen, semisynthetischen und synthetischen Ölen, Linalool oder Linalylacetat).

Öle mit dem „AOC-Siegel“ kommen aus bestimmten französischen Gebieten und sind unter Einhaltung von Qualitätskriterien hergestellt worden.

Laut Professor Dr. Schilcher enthalten qualitativ hochwertige Lavendelöle bis zu 46 % Linalylacetat und bis 45 % Linalool , aber nur rund 1 % Campher (z. B. Barreme- oder Mont- Blanc-Qualität). Die hochwertigen Öle sind sowohl entzündungs- und keimhemmend.

Dosierung & Herstellung

Innerlich:

Lavendelblütentee:

  • 2 gehäufte Teelöffel Lavendelblüten mit 1/4 Liter Wasser kochendem Wasser übergießen.
  • 5-10 Minuten ziehen lassen und danach abseihen.
  • Tee mit Honig süßen und und langsam trinken, um die beruhigende Wirkung des Tees voll zu entfalten.

Lavendelöl:

  • 1–4 Tropfen Öl auf eine halbe Tasse Wasser oder ein Stück Würfelzucker.
  • Bei der innerlichen Anwendung von Lavendelöl ist Vorsicht geboten: In größeren Gaben (ab etwa 1 Gramm) kann es zu Reizerscheinungen in Magen und Darm, sowie zu Benommenheit und Bewusstseinsstörungen kommen.
  • Herr Professor Dr. Schilcher zweifelt zudem die volksmedizinische Anwendung von 1 – 4 Tr. Lavendelöl auf ein Stück Würfelzucker bei Unruhezuständen an. Mit wenigen Ausnahmen, bei denen ein psychologischer Beruhigungseffekt zum Tragen kommen dürfte, betrachtet er diese Methode als nur unzureichend wirksam.

Äußerlich:

Lavendelbad:

  • 50 - 60 Gramm Lavendelblüten mit 1 Liter Wasser übergießen.
  • Zum Sieden bringen und nach 10 Minuten abseihen.
  • Die Flüssigkeit dem Vollbad zugeben, das Bad in Lavendel hilft bei Stress und Überreizung und sorgt für Beruhigung und Entspannung.

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (1–3%) mit Monoterpenen (bis zu 75% Linalylacetat und Linalool, ferner cis-β-Ocimen, trans-β-Ocimen, 1-Terpenen-4-ol, sowie geringere Konzentrationen von Limonen, 1,8-Cineol, Campher, a-Terpineol)
  • Terpene: Sesquiterpe (Caryophyllenepoxid), Triterpene
  • Keton: 3-Octanon
  • Cumarin: Umbelliferon
  • Gerbstoffe (etwa 12%)
  • Phenolcarbonsäuren: Ferula- und Rosmarinsäure.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen