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Mistel

Die Mistel besitzt neben ihrem typischen Blattwerk auch kleine weiße Beeren.
© C. Heyer/PhytoDoc

Mistel: Uralte Zauber- und Heilpflanze

Schon Asterix schöpfte seine Kraft aus dem Zaubertrank. Heutzutage wird die magische Heilpflanze zur Stärkung der Kreislauffunktion und in der Krebstherapie eingesetzt. Da Mistel den Kreislauf normalisiert und das Herz stärkt, hilft sie sowohl bei zu niedrigem als auch zu hohem Blutdruck! Besonders bekannt geworden ist Mistel allerdings als begleitende Therapie bei Krebs.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Von: PhytoDoc Redaktionsteam

Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit des dreiköpfigen Redaktionsteams. Er wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, phytotherapeutischen Fachliteratur erstellt. Dabei obliegt die fachliche Endprüfung dem Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink.

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Alles zur Mistel: Ein schneller Überblick

Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) ist ein immergrüner Halbstrauch, der auf den Ästen von Bäumen wächst. Vor allem im Winter fällt der kugelförmige Wuchs auf, wenn der Wirtsbaum kahl ist. Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, da sie mit ihren Senkwurzeln zwar Wasser und Nährstoffe saugt, selbst aber auch noch Photosynthese betreibt. 

Aufgrund der Lebensform und des immergrünen Erscheinungsbildes galt die Mistel schon immer als Zauber- und Heilpflanze. 

Heilwirkung

In der Erfahrungsheilkunde werden Misteltropfen vor allem zur Langzeitbehandlung leichter Fälle von Bluthochdruck, zur Kreislaufunterstützung und zur Arterioskleroseprophylaxe eingesetzt.

Begleitende Krebstherapie mit Mistel

Besonders bekannt und eine lange Anwendungstradition haben Mistelextrakte zur Injektion in der Krebstherapie. Diese Tradition geht auf den Begründer der Anthroposophie Rudolf Steiner (ca. 1920) zurück. So war der Mistelextrakt in der anthroposophischen Medizin das Kernstück der Krebstherapie. Später konnte diese Therapie auch in der Schulmedizin Fuß fassen. Heute werden Misteln bei ca. 46 % der Krebstherapien eingesetzt. Kommen also vor allem begleitend bei Chemotherapien zum Einsatz.


Wer verschreibt die Misteltherapie?

Mistelinjektionen werden vom Arzt oder Heilpraktiker verschrieben und müssen von Fachleuten (Ärzten oder Heilpraktiker) dosiert werden. Sie sind nicht zur Selbstmedikation geeignet!

Wer bezahlt die Misteltherapie?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn es hängt davon ab, in welcher Phase der Krebserkrankung sich der Patient befindet. Paradoxerweise wird die Misteltherapie von den Krankenkassen bezahlt "in der palliativen Therapie von malignen Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität". Das bedeutet, die Krankheit ist nicht mehr heilbar. Die Therapie zielt also darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Die Therapie muss von den Krankenkassen nicht gezahlt werden, wenn das Ziel die Verhinderung eines Rückfalls ist und die Erkrankung insgesamt heilbar zu sein scheint (Mistel als adjuvante Krebstherapie). Dennoch gibt es Krankenkassen, die auch in diesen Fällen die Therapie mit Misteln bezahlen, um z. B. das Fatigue-Syndrom während der Chemotherapie abzumildern. Es lohnt sich auf jeden Fall bei der jeweiligen Versicherung nachzufragen, wie groß der Handlungsspielraum für die Erstattung ist. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung auf Kassenrezept.

Ist die Mistel giftig?

Ja, alle Teile, bis auf die Beeren, sind gering giftig. Die Beeren sollten allerdings nicht geschluckt werden, da sie sehr klebrig sind und im Rachen hängenbleiben können.

Giftnotruf: 0228 / 19 240

Wie wirksam ist die Mistel?

Einsatz von Mistelprodukten in der Tumortherapie wird immer noch kontrovers diskutiert.

Die am häufigsten genannten positiven Effekte betreffen die Überlebenszeit sowie die Lebensqualität. Eine systematische Aufarbeitung der 23 kontrollierten klinischen Studien bewertete aber Studiendesign, -durchführung und -publikation als unzureichend. Die Methodik läge teilweise weit unter dem heute als optimal erachteten Standard. Zwar fehlt die offizielle Anerkennung der Wirkung, doch ist die Mistel nicht annähernd so gefährlich wie die gängigen Medikamente zur Chemotherapie. Fachleute aber fordern übereinstimmend methodisch bessere Studien.

Erfahrungsgemäß führen Mistelpräparate zu einer Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, der Lebensqualität und zur Verringerung von Nebenwirkungen bei der Chemotherapie. Die hohe Therapietreue der Patienten spricht ganz deutlich für die Mistel.

Mistel als Herzstärkungsmittel

Standardisierte Mistel-Tropfen aus der Apotheke können die Kreislauffunktion unterstützen, im Sinne von stabilisieren und stärken. So wird das Wohlbefinden gesteigert und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit gestärkt. Eine Störung der Kreislauffunktion ist z.B. eine öfter auftretende Kreislaufschwäche unbekannter Ursache, deren typische Anzeichen leichter Schwindel, Herzklopfen, Blutdruckschwankungen und/oder leichte Schweißausbrüche sein können.

Diese Anwendung beruht auf langjähriger Erfahrung, klinische Studien gibt es dazu nicht.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Segmenttherapie bei degenerativ-entzündlichen Gelenkerkrankungen (Setzen lokaler Entzündungen durch Injektion von Mistelextrakt in die Haut als Reiztherapie)
  • Unspezifische Reiztherapie (Palliativtherapie) bei bösartigen Tumoren (Spritzen unter die Haut)
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Abwehrschwäche, Steigerung der Immunreaktion (Injektion)
  • Besserung der Befindlichkeit von Krebspatienten (Appetit, Gewicht, Schlaf, Frieren, Leistungsfähigkeit, Stimmung)
  • chronische Müdigkeit
  • Bluthochdruck, moderat blutdrucksenkend (oral)
  • Tumorschmerzen, lindernd
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Entzündungen
  • Hemmung von Krebswachstum und Metastasebildung (experimentell)

Wie sehen Misteln aus?

Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) aus der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae) ist ein halbschmarotzender immergrüner Halbstrauch, der auf den Ästen von Bäumen wächst. Er deckt seinen Energiehaushalt teilweise durch eigene Photosynthese, entnimmt dem Wirt aber Nährstoffe und Wasser. Er zählt damit zu den Halbschmarotzern.

Die Wuchsform ist typischerweise kugelig und die Pflanze erreicht einen Durchmesser von bis zu einem Meter. Misteln besitzen ledrige, gelbgrüne Blätter, unscheinbare Blüten und klebrige, kugelige, weißlich-glasige Scheinbeeren. Die Samen werden durch Vögel verbreitet, hauptsächlich durch die Misteldrossel. Insgesamt zählen bis zu 20 Vogelarten zu den Verbreitern.

Illustration der Mistel aus O.W. Thomé: Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz (1885)
© O. W. Thomé

Die Mistel hat verschiedene Unterarten entwickelt, die zwar gleich aussehen, sich aber auf bestimmte Wirte spezialisiert haben: Laubbäume, Kiefern und Lärchen oder die Tanne. Das Verbreitungsgebiet von Misteln reicht von Europa bis Asien. Sie wird am Wildstandort geerntet.

Die Präparate zur medizinischen Verwendung stellt man überwiegend aus dem frischen oder getrockneten Kraut (Visci herba) oder den Blättern (Visci folium) her.

Die Zauberpflanze

Die Mistel gehört zu den ältesten Zauberpflanzen. Schon die Priester der Kelten (Nachfahren der Gallier) nutzten die Mistel für ihre Riten. Bekannt wurde diese Sitte durch „Asterix und Obelix“. Auch für Fruchtbarkeit ist sie ein Symbol. In England hält sich seit dem 19. Jahrhundert der Brauch, in der Weihnachtszeit einen Mistelzweig über die Tür zu hängen, in Frankreich an Sylvester. Ein Kuss darunter soll die Partnerschaft segnen. Da die Mistel in Deutschland nicht unter Naturschutz steht, darf sie zu privaten Zwecken gesammelt werden - mit der Voraussetzung, dass der Baum auf dem sie wächst nicht beschädigt werden darf.

Früher vielseitig verwendet

Der weißbeerige Halbschmarotzer wurde früher vielseitig verwendet: Man setzte ihn in großem Umfang als Tierfutter und in Notzeiten in Form des Mistelmehls als Nahrungsmittel ein. Auch zur Herstellung von Leim für Leimruten beim Vogelfang verwendete man Mistelbeeren.

Misteln sind giftig für Hunde und Katzen, Pferde sowie für Nagetiere.

Ist die Mistel geschützt?

Auch wenn dies häufig geschrieben steht, Misteln stehen nicht unter Naturschutz. Zu privaten Zwecken darf sie in geringer Menge geerntet werden unter dem Vorbehalt, dass der Baum dabei nicht beschädigt wird. Am besten man fragt den Baumbesitzer. Gewerbsmäßiges Sammeln ist dagegen an behördliche Genehmigungen geknüpft.

Sind Misteln schlecht für Bäume?

In Steuobstbeständen kann die Mistel Probleme bereiten und sollte dort regelmäßig beschnitten werden. Denn: Trockenheit und Hitze haben den Obstbäumen in den vergangenen zwei Jahren besonders stark zugesetzt. Der Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, Dr. Markus Rösler, rät Baumbesitzern folgendes: „Wird die Laubholzmistel nicht entfernt, entzieht die kugelförmige Pflanze dem Wirtsbaum mit ihren Saugwurzeln lebenswichtiges Wasser und Nährstoffe. Kommen Trockenheit oder mangelnde Düngung dazu, können Misteln den bereits geschwächten Baum im Extremfall sogar vollends zum Absterben bringen.“ [7] Durch die Baumpflege wird also die Vitalität der Bäume geschützt und Streuobstwiesen bleiben als artenreicher Lebensraum erhalten.

Welche Teile der Mistel werden pharmazeutisch verwendet?

Man sammelt die Blätter und Zweige vor der Fruchtbildung, für bestimmte Zubereitungen auch die jungen Zweige mit Blättern, Blüten und Früchten. Da Inhaltsstoffe der Wirtspflanze von den Halbparasiten aufgenommen werden können, sollte bei der Ernte auf die Wirtsart geachtet werden.

Die Herstellung von Fertigarzneimitteln zur Injektion aus dem Press-Saft oder wässrigen Auszügen aus frischem Mistelkraut erfolgt durch pharmazeutische Firmen. Detaillierte Angaben zur Herstellung sind nicht zugänglich.

Phytotherapeutische Präparate werden auf einen bestimmten Gehalt an Mistellektinen eingestellt.

Heilwirkung von Mistel

Mistel-Präparate kommen in zwei verschiedenen Darreichungsformen zum Einsatz: Einmal als Injektion zur unterstützenden Krebstherapie und als orales traditionelles Arzneimittel zur Kreislauf-Unterstützung. 

Im Kontext der onkologischen Anwendung wird bei Mistel eine unspezifische Immunstimulation angenommen. Im Zeichen der Corona-Pandemie ist daher das Interesse an Mistel-Präparaten neu erwacht, auch wenn diese nicht für diese Indikation zugelassen wurden (so genannter Off-Label-Use). Bei Abgeschlagenheit und zur Rehabilitation werden standardisierte Misteltropfen gerne von Therapeuten verschrieben.

Orale Misteltherapie 

Für Misteltropfen gibt es eine jahrzehntelange Anwendungstradition in der Volksmedizin zur Unterstützung der Herzkreislauf-Funktion (auch blutdrucksenkende Eigenschaften werden dem Mittel zugeschrieben). Diese Wirkung ist bisher noch nicht durch Studien am Menschen wissenschaftlich abgesichert, Labor- und Tierversuche liefern aber erste positive Daten.

Bei Misteltee konnten die blutdrucksenkenden Eigenschaften bisher nur unzureichend wissenschaftlich nachgewiesen werden. Ebenfalls sind die Anwendungsgebiete „degenerative Entzündungen“, „Herzstärkung“ und „Beruhigung“ noch nicht zweifelsfrei belegt.

Injektionstherapie

Präparate aus Misteln werden in niedriger Konzentration zur Stimulation des Immunsystems injiziert. Die Wirkung schreibt man insbesondere den Lektinen und Viscotoxinen zu. Mistelextrakte und -präparate werden heute vorwiegend zur unterstützenden Tumortherapie verwendet. Man verspricht sich davon neben der Stimulation des Immunsystems auch eine allgemein kräftigende sowie stimmungsaufhellende Wirkung. In höheren Konzentrationen nutzt man die zellgiftige (zytotoxischen) und teilungshemmende (zytostatische) Wirkung gegen Krebs. Daneben soll die Bildung von Blutgefäßen im Tumor gehemmt werden. Das verhindert die Versorgung des Gewebes und unterdrückt so das Tumorwachstum. Darüber hinaus soll die Regenerierung des Knochenmarks gefördert werden. Allerdings konnten nicht alle klinischen Studien einen statistisch signifikanten Nutzen der Misteltherapie bei bösartigen und streuenden Tumoren feststellen.

Erfahrungsgemäß verbessert die Mistel die Lebensqualität sowie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Die Mistel verringert die Nebenwirkungen einer Chemotherapie und fördert den Appetit. Das Gewicht nimmt zu und der Schlaf normalisiert sich. Auch das Frieren unter einer Chemotherapie bessert sich. Insgesamt ist die Mistel das beste bekannte Medikament gegen die Müdigkeit bei Tumorpatienten (Fatigue-Syndrom). Der Wirkmechanismus der Mistel ist jedoch nur in Ansätzen bekannt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Mistelpräparate gelten als sicher und nebenwirkungsarm. Mistelinjektionen können jedoch in Einzelfällen Schüttelfrost, hohes Fieber, Kopfschmerzen, Brustenge, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schwäche, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Kreislaufstörungen beim Aufstehen und allergische Reaktionen auslösen.

Bei der Injektion unter die Haut entstehen lokale Entzündungen, die bis zum Absterben von Gewebe führen können (Nekrosen). Mäßige lokale Reaktionen sind erwünscht, bei größeren Entzündungen sollte die Dosis verringert oder das Präparat gewechselt werden.

Mistelpräparate sollten nicht bei akuten Leukämien, Lymphomen und Gehirntumoren eingesetzt werden. Akute und entzündliche sowie fieberhafte Erkrankungen mit einer Körpertemperatur über 38°C sind eine weitere Kontraindikation für die Anwendung von Mistelpräparaten. Bei einer Behandlung mit den Immunstimmulantien Interleukin und Interferon sowie bei fieberproduzierenden Immuntherapien sollte der behandelnde Arzt über die zusätzliche Anwendung von Mistelpräparaten entscheiden.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Mistelprodukte gibt es als:

  • Injektionen von spezialisierten Anbietern,
  • als standardisierte Misteltropfen (traditionelles Arzneimittel) oder als
  • zerkleinertes Material für Tee

Mistel-Injektionen gehören in die Hand eines erfahrenen Therapeuten: Man spritzt sie unter die Haut, in die Venen oder ausnahmsweise auch direkt in den Tumor.

Eine Misteltherapie sollte bei Tumorerkrankungen in den ersten beiden Jahren nach der Operation durchgeführt werden, denn in dieser Zeit ist das Risiko eines Rückfalls am höchsten. Die Therapie kann in allen Phasen der Erkrankung und begleitend zu Standardbehandlungen (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) stattfinden. Vor dem Beginn der Behandlung sollte der Immunstatus festgestellt werden. Die Injektionstherapie mit Mistelpräparaten muss sich genau an den Herstellerangaben orientieren, denn eine Überdosierung führt zu einer Unterdrückung der Immunreaktion.

Phytotherapeutische Präparate werden auf einen bestimmten Gehalt an Mistellektinen eingestellt.

Exkurs: Was sind traditionelle Arzneimittel?

Misteltropfen zur oralen Therapie sind als so genannte "Traditionelle Arzneimittel" in Deutschland zugelassen und nicht verschreibungspflichtig. Als „traditionell“ dürfen Arzneimittel bezeichnet werden, deren Einsatz sich seit langem bewährt hat, die vor In-Kraft-Treten des Arzneimittelgesetzes (AMG) rezeptfrei erhältlich waren und deren Nachzulassung das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgrund positiver Qualität und Sicherheit offiziell erteilte. 

Für traditionelle pflanzliche Arzneimittel liegen jahrzehntelange Anwendungen und Erfahrungsberichte vor.

Hausmittel: Tee als Kaltauszug

Gegen Bluthochdruck und zur Arterioskleroseprophylaxe: Man übergießt das zerkleinerte Material (2,5 g) mit kaltem Wasser (Droge pro Tasse) und lässt die Mischung 12 Stunden bei Raumtemperatur stehen und seiht dann den Rückstand ab. Pro Tag trinkt man ein bis zwei Tassen.

Getrocknetes Mistelkraut sollte kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Inhaltsstoffe der Mistel:

Mistel enthält viel Lektine (0,1 %) und zwar die Mistellektine I–III; jedes Lektin besteht aus zahlreichen Isolektinen. Es sind Glykoproteine, die an spezifische Zuckermoleküle binden können. 

Von besonderem Interesse sind bis zu (0,1 %) Viscotoxine (Viscotoxine A, B, P). Es sind Polypeptide aus 46 Aminosäuren.

Ferner kommen vor:
  • Schleimstoffe
  • Saccharide: Polysaccharide, Oligosaccharide
  • Phenylpropane
  • Phenolcarbonsäuren: Kaffeesäurederivate
  • Flavonoide
Die Sekundärstoffe der Wirtspflanze können die pharmakologische Aktivität der Droge nachweislich beeinflussen. [9]

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag Heidelberg, 2004
  2. Botanikus, Stand Juli 2021
  3. Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr Heidelberg Stand Juli  2021
  4. Hänsel, R., Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage, Springer Verlag, Heidelberg, 2007
  5. Krebsinformationsdienst: Misteltherapie gegen Krebs. Stand Juli 2021
  6. Mistelsymposium: Die Mistel in der Tumortherapie, Grundlagenforschung und Klinik, November 2003 Stand Juli 2021
  7. NABU Baden-Württhemberg: Misteln schneiden zum Schutz der Streuobstwiesen Stand 2021
  8. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3. Auflage, Urban & Fischer Verlag München-Jena, 2010
  9. Van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2015
  10. Wortmann, M.: Adjuvante Krebstherapie: Endgültiges Aus für die kurative Misteltherapie. Ärzte Zeitung, B 6 KA 25/10 R, 14.9.2011
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