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Mönchspfeffer

Die Mönchspfefferblüte ist lila.

Mönchspfeffer: Hilfe bei typisch weiblichen Beschwerden

Seine Wirkungen beim prämenstruellen Syndrom, bei schmerzhaften Monatsblutungen und bei schmerzhaft geschwollener Brust (Mastodynie) sind durch klinische Studien belegt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Mönchspfeffer: Das Wichtigste im Überblick

Wobei und wie gut hilft Mönchspfeffer?

Der Mönchspfeffer hat eine lange Anwendungstradition. Seine Wirkungen beim PMS, bei schmerzhaften Monatsblutungen, Gelbkörperfunktionsstörungen, schmerzhaft geschwollener Brust und Regeltempoanomalien sind durch klinische Studien belegt.

In der traditionellen Medizin wird Mönchspfeffer außerdem bei Potenzstörungen und Depressionen verwendet. Die homöopathischen Wirkungen von Vitex gegen Depressionen und Impotenz sind nicht belegt.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Menopausenprobleme ("Klimakterische Beschwerden")
  • Impotenz (Homöopathie)
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Depression (Homöopathie)
  • Fördernd auf das Abstillen
  • Steigerung der Milchleistung
  • Unfruchtbarkeit

Botanik: Aussehen und Vorkommen

Mönchspfeffer mit Blättern und Blüten.

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch Keuschlamm genannt, ist ein bis zu 6 Meter hoch wachsender Strauch oder Baum aus der Familie der Lippenblütler (früher zu den Eisenkrautgewächsen gestellt). Die gefiederten Blätter sind behaart und handförmig 5 bis 7-zählig,. Die Blütenstände sind ährig und tragen duftende blauviolette (selten weiße oder rosafarbene) Blüten. Daraus entwickeln sich kleine rötlichschwarze, viersamige Steinfrüchte.

Das Verbreitungsgebiet der Heilpflanze erstreckt sich von Südeuropa (vorwiegend Mittelmeergebiet) bis Asien. Mönchspfeffer wurde in tropischen Gebieten als Zierpflanze eingebürgert.

Kulturgeschichte des Mönchspfeffers

Half er Mönchen beim Einhalten des Zölibats?

Die Griechen nannten den Mönchspfeffer „agios“ was so viel wie heilig, gottgefällig oder keusch bedeutet. Man nimmt an, dass dies in der christlichen Frühzeit mit dem lateinischen Wort agnus („Lamm“) verwechselt wurde. So entstand vermutlich der Name agnus castus, was so viel wie „keusches Lamm“ bedeutet. Der Begriff Keuschlamm leitet sich vermutlich von dem zusammengezogenen Namen „keusches Lamm“ ab. In der Antike und der katholischen Mönchstradition stand die Pflanze in dem Ruf, den Geschlechtstrieb herabzusetzen und Mönchen beim Einhalten des Zölibats zu helfen. Die Früchte der Pflanze wurden auch als Ersatz für Pfeffer verwendet. Daran erinnert auch der Name Mönchspfeffer.

Gewinnung: Was wird verwendet?

Für pharmakologische Präparate verwendet man reife, getrocknete Früchte (Mönchspfefferfrüchte – Agni casti fructus). Diese werden zerkleinert und dann mit alkoholischem Lösungsmittel extrahiert. Der Extrakt wird getrocknet und der Rückstand verwendet.

Heilwirkung: Was bewirkt Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer hilft bei PMS und lindert Regelbeschwerden

Die Heilpflanze beeinflusst verschiedene weibliche Hormone. Zum Beispiel hilft sie, ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Estrogen und Progesteron wiederherzustellen, wodurch Menstruations-Beschwerden gebessert werden.

Tierversuche und kontrollierte klinische Studien belegen die Wirksamkeit: Es besserten sich sowohl die körperlichen Symptome wie Brustspannen, Brustempfindlichkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen als auch die psychische Befindlichkeit. Das Präparat linderte Nervosität und Unruhe, Konzentrationsmangel sowie Depressionen. In einer großen Studie an 1.542 Patientinnen mit PMS wurde in 57% der Fälle eine Besserung erzielt.

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch

Mönchspfeffer hilft außerdem bei unregelmäßiger oder ausbleibender Regelblutung. Es gibt Hinweise darauf (auch positive Berichte in Internetforen), dass sich auch bei Unfruchtbarkeit in Folge von Gelbkörperinsuffizienz die hormonellen Werte durch Mönchspfeffer normalisieren.

Weitere Wirkungen auf den Hormonhaushalt

Kürzlich wurden im Mönchspfeffer Verbindungen mit dopaminartiger Wirkung auf die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) nachgewiesen. Dadurch wird die Freisetzung des Hormons Prolaktin gehemmt. Dieses Hormon fördert das Wachstum der Brustdrüse, ist für die Milchsekretion verantwortlich und bei Frau und Mann nach dem Orgasmus für die Auslösung von Befriedigung und Entspannung zuständig.

Medikamente gegen Psychosen und Schizophrenie (Dopaminantagonisten wie Haloperidol), Stress, oder Schwangerschaft steigern die Prolaktinkonzentration. Ein zu hoher Prolaktinspiegel kann zu Problemen führen, wie PMS, dem Ausbleiben der Regel oder ungewollte Milchsekretion, mangelnde Libido und einem reduzierten Testosteronspiegel.

Ob der Mönchspfeffer alle diese Beschwerden lindern kann, müssen weitere klinische Studien zeigen.

Nebenwirkungen

Gründliche Untersuchungen zur Giftigkeit der Pflanze gibt es zwar nicht, Vergiftungen durch Mönchspfeffer sind jedoch nicht bekannt.

Gelegentlich treten juckende Ausschläge auf. Bei Anzeichen auf allergische Hautausschläge oder Bläschenbildung ist das Mittel abzusetzen und ein Arzt/Ärztin aufzusuchen.

Gegenanzeigen

Da Mönchspfeffer auf die Sexualhormone wirkt, soll das Produkt nicht während der Pubertät oder Schwangerschaft eingesetzt werden. Auch in der Stillphase soll Mönchspfeffer nicht eingenommen werden, da er die Milchproduktion senken könnte. Dies ist in Tierversuchen belegt.

Bei Geschlechtshormon-abhängigen Krankheiten wie z.B. Endometriose und bestimmten Krebserkrankungen (Brustkrebs, Tumoren der Hirnanhangsdrüse) wird ebenfalls von einer Einnahme abgeraten.

Sollten nach der Einnahme Spannungs- und Schwellungsgefühle in den Brüsten oder Störungen der Regelblutung auftreten, suchen Sie bitte einen Arzt/Ärztin auf.

Wechselwirkungen

Tierversuche lassen vermuten, dass das Medikament zu einer Wirkungsabschwächung von bestimmten Medikamenten führt. Diese gehören zu den so genannten Dopamin-Rezeptorantagonisten. Sie werden gegen Erbrechen eingesetzt und als Psychopharmaka gegen Psychosen und Schizophrenie ("Neuroleptika"). Wenn Sie solche Präparate einnehmen, fragen sie Ihren Arzt, bevor Sie Mönchspfeffer einnehmen.

Praktische Anwendung von Mönchspfeffer: welches Produkt?

Da die Wirkstoffmenge in Mönchspfefferfrüchten nicht immer gleich ist, sollte die Heilpflanze nur als standardisiertes Fertigarzneimittel gekauft werden (am besten in der Apotheke, wo Sie auch beraten werden). Nur damit ist die Vitex agnus-castus-Wirkung gewährleistet. Gebräuchlich sind Medikamente als Filmtabletten, Kapseln oder Tinkturen.

Dosierung

Als Dosierungsempfehlung gilt: eine Tablette am Tag mit etwas Wasser einzunehmen. Dabei enthalten standardisierte Filmtabletten 4,0 Milligramm Trockenextrakt aus Keuschlammfrüchten.

Wie lange muss man Mönchspfeffer nehmen bis er wirkt?

Die Therapie sollte über mindestens drei Monatszyklen erfolgen. Viele Frauen berichten allerdings, dass sie schon nach einem Monat deutliche Verbesserungen bei PMS, Stimmungsschwankungen oder Brustschmerzen feststellen konnten. 

Die Anwendungsdauer ist nicht begrenzt.

Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers

Wichtige Wirkstoffe sind:

  • Ätherisches Öl (etwa 1,2% mit 1,8-Cineol, Limonen und Pinen)
  • Iridoidglykoside (Agnusid und Aucubin)
  • Flavone und Flavonoide (Casticin, Penduletin, Chrysospenol-D)

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag Heidelberg, 2004
  2. Hänsel, R., Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage, Springer Verlag, Heidelbert, 2007
  3. Forschergruppe Klostermedizin
  4. Meier, B. Phytomedicine, 7(5), 373-81, 2000
  5. Monographie BGA/BfArM (Kommission E),Heftnummer: 226., ATC-Code: G02CX,Bundesanzeiger: 2.12.1992
  6. Schilcher, H., Kammerer, S.: Leitfaden Phytotherapie, 4. Auflage, Urban & Fischer Verlag München-Jena, 2010
  7. Gernot Katzers Gewürzseiten
  8. Van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2004
  9. Wagner, H., Wiesenauer, M.: Phytotherapie, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 3. Auflage 2015