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Muskateller-Salbei

Nahaufnahme einiger blühender Muskatellersalbeizweige

Muskatellersalbei beruhigt die Nerven, löst Verspannungen und Ängste und wirkt darüber hinaus aphrodisierend und anregend.

Von: Corinna Heyer

Von: Corinna Heyer

Dieser Artikel wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, phytotherapeutischen Fachliteratur erstellt und wurde vom Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink fachlich geprüft.

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Muskateller-Salbei: Das Wichtigste im Überblick

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind zwei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde

Botanik: Wie sieht der Muskateller-Salbei aus?

Illustration des Muskatellersalbeis. 1796
© Jacob Sturm in

Der Muskateller-Salbei zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine robuste zwei- bis mehrjährige Pflanze. Er wird bis zu einem Meter hoch und trägt große, graugrüne Blätter, die breit herzförmig und etwas runzlig erscheinen. Seine Blüten sind bläulich und weiß, die Tragblätter rötlich bis violett und bilden den typischen rispigen Blütenstand. 

Sein kräftiger Duft ist sehr speziell und lässt sich nur schwer beschreiben: herb-würzig, aber auch aromatisch mit einem Hauch von Zitrone und Ambra. Die einen lieben ihn, andere sprechen gar von „verschwitztem Männerunterhemd“.

Vorkommen

Der Muskatellersalbei ist in Südeuropa bis Zentralasien heimisch und wird in Osteuropa gewerblich angebaut. Er ist an Felshängen bis in 2000 m Höhe, in Wäldern, Felder und am Wegesrand zu finden.

Kulturgeschichte des Muskatellersalbeis

Der Muskatellersalbei soll schon bei den Kelten rituell und als Heilpflanze verwendet worden sein, ebenso bei den Römern und Griechen der europäischen Antike, insbesondere als Gewürz, so kam er beispielsweise in der Weinherstellung zum Einsatz. Sein Name leitet sich vermutlich davon ab, dass Winzer die Pflanze verwendet haben, um Weine zu aromatisieren, damit sie im Geschmack dem teuren Muskatellerwein gleichen, was seit dem 20. Jahrhundert jedoch verboten ist. [4]

Karl der Große listet die Pflanze um 840 n. Chr. in seiner «Capitulare de villis» auf. Man findet dort den Muskattellersalbei in Position 72 unter dem Namen sclareiam.

Auch Hildegard von Bingen erwähnt einen Trank, der gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden soll: „Bei wem der Magen-Darm so schwach ist, dass er von den Speisen leicht eitrig wird, der trinke davon oft nach dem Essen und zur Nacht. Sein Magen wird geheilt oder gereinigt werden und er wird zum Essen Lust haben. Das vertreibt nämlich alten und verhockten Schleim im Magen-Darm.“ [6]

Heilwirkung von Muskateller-Salbei

Der Muskateller-Salbei wirkt antiseptisch, blähungslindernd und adstringierend. Er wird daher bei der Behandlung von Wunden, Verdauungsstörungen, Harnwegs- und Menstruationsproblemen eingesetzt. Das ätherische Öl der Pflanze wird in der Aromatherapie verwendet.

Bei größeren Mengen wird von einer euphorisierenden bis berauschenden Wirkung berichtet.

Muskatellersalbei hilfreich bei Fremdkörpern im Auge

In der Volksheilkunde wurden die stark schleimenden Samen verwendet, um Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen – diese wurden unter das Lid des betroffenen Auges platziert, so dass der Fremdkörper ausgeschwemmt wurde [4]. Der lateinische Name der Pflanze Salvia sclarea deutet auch auf diese Verwendung hin, sclarea ist von clarus abgeleitet, was so viel wie "klar, rein" heißt und so wurde die Pflanze im Volksmund auch "klares Auge" genannt.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen & Gegenanzeigen von Muskateller-Salbei

Nebenwirkungen: Nicht bekannt.

Wechselwirkungen: Beachten Sie: Die euphorisierende Wirkung des Muskatellersalbeis kann sich durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol verstärken.

Gegenanzeigen: Der Muskatellersalbei wirkt wehenfördernd und sollte während der Schwangerschaft nicht verwendet werden.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Verwendet werden die getrockneten Blätter und das ätherische Öl der Pflanze. Das Öl des Muskateller-Salbei wird in Seifen und Parfums (auch in Eau de Cologne) verarbeitet. Aber vor allem in der Aromatherapie für zu Hause wird es immer beliebter.

Aufgrund des intensiven Geruchs kann er zum Beispiel als Raumduft, in einer Lampe erwärmt oder im Duftkissen verwendet werden. Der Geschmack unterscheidet sich kaum vom Geruch und so kann Muskatellersalbei auch in der Küche eingesetzt werden.

Aus den Blüten kann ein Tee gekocht werden, sie können allerdings zum Beispiel auch als Salatbeigabe verzehrt werden.

Wohltuendes Kräuterbad

  • 3 Tropfen Muskatellersalbeiöl
  • 10 Tropfen Lavendelöl
  • etwas Sahne oder Honig
Vermischen Sie die Zutaten in einem Gefäß und geben sie die Mixtur ins Badewasser.

Tee

Traditionell werden die Blüten und Blätter der Pflanze als Tee aufgegossen. 

Dazu ein bis zwei Teelöffel Muskatellersalbeiblüten oder -blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten lang ziehen lassen. Den Tee am besten in kleinen Schlucken verzehren. [5]

Massageöl bei Unterleibskrämpfen

Geben Sie 1 EL Nachtkerzenöl in eine Glasschale und mischen Sie dazu 2 Tropfen Muskatellersalbei und 2 Tropfen Lavendel. Diese Mischung massieren Sie sanft auf dem Unterbauch ein. Eine Wärmeauflage auf dem Bauch wirkt zusätzlich entspannend. [6]

In der Geburtshilfe

In der Geburtshilfe wird das Öl in Verdünnung zur Massage des Dammes und beim Geburtsvorgang eingesetzt. Während der Schwangerschaft sollte es darüber hinaus allerdings nicht eingesetzt werden.

Wirkstoffe vom Muskateller-Salbei

  • Flavonoide (Flavone)

  • Rosmarinsäure (bis zu 4,6 %)

  • ätherisches Öl (bis zu 30 % Linalool, bis zu 75 % Linalylacetat, β-Caryophyllen, bis zu 4,5 % Myrcen

  • Sclareol

  • Salvia-sclarea-Öl gilt als weniger toxisch als das des Echten Salbeis

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2015
  2. Antidepressant-like effect of Salvia sclarea is explained by modulation of dopamine activities in rats

  3. Färber, S. Maier, A. 2016. Aromaöle - Für die Hausapotheke. Naturdüfte kennen und richtig anwenden. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.

  4. Hayoz, Sybille. Dissertation: Der Muskatellersalbei ‐ mehr als ein berauschender Duft Muskatellersalbei‐ eine pharmakobotanische Übersicht. (letzter Zugriff: 04.21)

  5. Die Pflanzen des Capitulare de Villis: Muskatellersalbei bei biozac.de

  6. Muskatellersalbei-Trank der Hildegard von Bingen.
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