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Olive

Besonders das Öl der Olive findet in der Küche seine Verwendung.
© Serafino Mozzo - Fotolia.com

Olivenbaum: Mediterrane Apotheke

Klinische Studien fehlen noch, aber die traditionellen Anwendungen sind beeindruckend.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Olive kompakt: Die wichtigsten Fakten

„Und mit einem Früchte tragenden Olivenzweig reinigt sich der Mensch zu vollkommener Gesundheit“. Das Zitat aus der Aeneis von Vergil verrät uns einiges über die vielfältige Wirkung der Olive. Hauptsächlich kennen wir die Olive als Nahrungsmittel. In mediterranen Speisen finden wir oft das Olivenöl und auch die eingelegten Früchte des Olivenbaumes wieder. 

Studien haben bereits bewiesen, dass sich die sogenannte Mittelmeer-Diät, die sich aus mediterranen Nahrungsmitteln zusammensetzt, positiv auf das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel auswirkt. Fakt ist auch, dass die Menschen im Mittelmeerraum weniger an Krebs erkranken, was zum Teil der antioxidativen Wirkung der Olive zu verdanken ist. 

Öfters mal zum Griechen oder Italiener essen gehen, kann sich also lohnen! In der Naturapotheke findet zudem nicht nur das Olivenöl, sondern auch ein konzentrierter Blattextrakt Anwendung – zum Beispiel bei der Behandlung von Bluthochdruck. Olive ist unbedenklich und hat keine Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Olive?

Extrakte vom Olivenbaum – mediterrane Apotheke

Die bluthochdrucksenkende und stoffwechselharmonisierende Wirkung von Blattextrakten sind durch zahlreiche Tierversuche belegt. Um eine messbare Wirkung zu erreichen, setzt man konzentrierte Wirkstoffe (Trockenextrakte) ein, der einfache Absud aus den Blättern dürfte nur schwach wirken.

Gerade in den letzten Jahren sind aber unzählige Untersuchungen zu Verbindungen aus dem Olivenbaum (meist aus den Blättern) erschienen. Sie wirken sich auf Stoffwechsel, Nerven, Herz-Kreislauf, Entzündungen, Arteriosklerose und Krebs aus. Meist handelt es sich aber um Tierversuche, klinische Untersuchungen am Menschen sind noch rar. In Zukunft dürften innovative Medikamente auf den Markt kommen.

Gesund essen und kochen

Insgesamt hat eine mediterrane Ernährung an sich positive Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel. Das belegen groß angelegte Studien. Dabei ist es nicht ganz einfach, direkte Effekte durch das Olivenöl zu beziffern. Doch erste Versuchsreihen mit dem puren Öl – ohne die wertvollen Begleitstoffe – lassen ahnen, dass natives Olivenöl einen deutlichen Beitrag leistet.

Da die phenolischen Verbindungen durch Erhitzen zerstört werden, sollte man das Olivenöl nicht zu lange überhitzen (wie etwa beim Frittieren). Olivenöl enthält zwar wenig Omega-3-(mehrfach ungesättigte) Fettsäuren, dadurch ist es aber stabiler gegenüber Hitze und weniger empfindlich für oxidative Zersetzungsprozesse als andere pflanzliche Öle. Außerdem entstehen auch beim Frittieren von einweißhaltigen Lebensmitteln mit Olivenöl weniger kanzerogene heterocyclische Amine. Olivenöl ist damit ein wertvoller Bestandteil einer gesunden Ernährung.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit

  • Da klinische Studien zur Wirksamkeit und den Risiken der Anwendung fehlen, hat die Kommission E über den Olivenbaum (Blätter und Öl) als Heilpflanze negativ beschieden. Unter Umständen existiert eine interessante Anwendung bei Bluthochdruck (Hypertonie), hierzu bedarf es aber klinischer Untersuchungen.

Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Anti-Aging (Ernährung mit Olivenöl)
  • Herz-Kreislauferkrankungen, vorbeugend (Ernährung mit Olivenöl)
  • Hautpflege, trockene Haut, Schwangerschaftsstreifen, Brust- und Säuglingspflege (Öl, Badeöl)
  • Verdauungsbeschwerden, leichte (Öl)
  • Verstopfung (Einlauf Öl, Öl mild abführend)
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Appetitlosigkeit, galleanregend (Öl, traditionell)
  • Alzheimer, Demenz: vorbeugend (Öl, Extrakt, experimentell)
  • Arteriosklerose (Öl, Blattextrakt, traditionell)
  • Blähungen, Blähbauch, Roemheld-Syndrom (Blattextrakt, traditionell)
  • Bluthochdruck (Blattextrakt, traditionell)
  • Darmkrämpfe, Bauchschmerzen, Darminfektionen (Öl)
  • Diabetes (Blattextrakt, traditionell)
  • Fieber (Blattextrakt, traditionell)
  • Gallenleiden (Öl, traditionell)
  • Gicht (Blattextrakt, traditionell)
  • Hypercholesterinämie (Blattextrakt, experimentell)
  • Hautreizungen, WundpflegeSchuppenflechte, leichte Verbrennungen (Öl)
  • Krebs, vorbeugend (Öl, Extrakt, experimentell)
  • Ohrensausen und Ohrenschmerzen (Tropfen, Öl)
  • Rheumatismus (Öl, Blattextrakt, traditionell)
  • Sonnenbrand: schützend (Öl)
  • Thrombose- und Schlaganfallprophylaxe
  • Wunden (Öl, traditionell)

Aussehen und Verbreitung

Der knorrige Baum mit der graugrünen Krone prägt ganze Landschaften im Mittelmeerraum. Zunehmend wird der Olivenbaum in großflächigen Monokulturen angebaut. Zwar wachsen die Bäume sehr langsam, doch werden sie sehr alt. Durch sein tiefes Wurzelwerk und die ledrigen Blätter überlebt der Olivenbaum Trockenheit und hohe Temperaturen. So steht der Olivenzweig in der Bibel für Hoffnung und neues Leben.

Zur Blüte entwickelt der Olivenbaum zehn- bis 40-blütige Rispen mit kleinen weißlichen Blüten. Vollausgereifte Früchte sind elliptisch bis rund und für gewöhnlich schwarz. Aber auch die unreifen grünen Früchte sind essbar. Zuvor müssen sie aber durch Einlegen entbittert werden.

Der Olivenbaum behält sein Laub das ganze Jahr, es wird nach und nach erneuert. Dementsprechend frostempfindlich ist der Baum. Die Verbreitung beschränkt sich daher auf frostfreie Gebiete der Mittelmeerregion mit heißen Sommern und feuchten Wintermonaten (südliches Europa, Nordafrika und Westasien). Gewerbsmäßiger Anbau erfolgt überwiegend im Mittelmeergebiet (90 %), in geringerem Maße pflanzt man den Olivenbaum auch in Afrika, Australien und Südamerika.

Meist verwendet man die Früchte oder das Öl als Nahrungsmittel (Olivae oleum – Olivenöl, kaltgepresst), doch auch Tees aus den getrockneten Blättern (Oleae folium) finden Anwendung.

Der knorrige Baum der Mittelmeerlandschaften

Der Olivenbaum (Olea europaea) ist eine uralte Kulturpflanze aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Erste Zeugnisse der Kultivierung reichen mehr als 6.000 Jahre zurück, die Ursprungspflanze war ein sparrig verzweigter Busch, heute nutzt man zahlreiche gezüchtete Sorten.

Gewinnung

Die Früchte der Olive werden zerkleinert und die Masse durch Druck – ohne Erwärmung – durch Matten gepresst. Man erhält ein Gemisch aus wässrigem Fruchtsaft und Öl. Beim Absetzen trennen sich Wasser- und Öl-Phase, das Öl ist aber noch trüb. Man kann es bereits so verwenden oder auch später noch filtern. Alternativ kann man flüssige und feste Bestandteile durch Zentrifugation trennen.

Öle aus der ersten Pressung sind hochwertig, je nach dem Säuregehalt werden sie in Klasse I bis III eingeteilt. Die beste Qualität (I) ist sogenanntes kalt gepresstes, natives Olivenöl Extra („Extra Vergine“). Stufe II enthält mehr Säure. Werden die Kerne mit verarbeitet, hat das Öl einen herberen Eigengeschmack.

Von Tropföl spricht man, wenn die zerkleinerte Masse auf Matten verteilt wird und die Matten übereinander geschichtet werden. Der einzige Druck, der ausgeübt wird, ist der Eigendruck der Masse. Das Öl ist sehr hochwertig. Da die Ausbeute sehr niedrig ist, bezahlt man hierfür einen hohen Preis.

Wird der zerkleinerten Masse heißes Wasser zugesetzt, ist zwar die Trennung der Phasen erleichtert, das Öl wird dadurch aber minderwertig.

Der Trester kann noch weiter verwendet werden, doch ist das daraus gewonnene Öl nicht zum Verzehr geeignet. Öle der zweiten Pressung werden daher weiter aufgearbeitet. Nach der Raffination haben sie sowohl den Geschmack als auch die charakteristischen Inhaltsstoffe verloren.

Heilwirkung von Olive

Herz-Kreislauf

Die heuartig und aromatisch duftenden Olivenblätter werden im Mittelmeergebiet traditionell bei einem breiten Beschwerdenspektrum eingesetzt, zum Beispiel als blutdrucksenkendes Mittel. Entsprechende Tierversuche mit einer konzentrierten Abkochung der frischen Blätter zeigten eine erhebliche Blutdrucksenkung von 30 % an gesunden Tieren und von 10 % an Tieren mit Bluthochdruck. Bei gezielter Ernährung mit Olivenöl (im Vergleich zu Sonnenblumenöl) schnitt das Olivenöl in Bezug auf den Blutdruck etwas besser ab.

Der Inhaltsstoff Oleuropein aus Blattauszügen verstärkte beim Kaninchen die Durchblutung der Herzkranzgefäße, daneben war die Kontraktionskraft verstärkt und der Herzschlag leicht beschleunigt. Außerdem stabilisierte der Stoff den Herzrhythmus, wenn über verschiedene Chemikalien Rhythmusstörungen ausgelöst wurden.

Eine fett- und kalorienreiche Ernährung führt auch im Tierversuch zu kardiovaskulären Schäden. Ein oleuropeinreicher Extrakt aus den Blättern verhinderte die krankhaften Vorgänge. Auch im Öl sind Oleuropein und andere Antioxidantien in wirksamen Konzentrationen enthalten. Schon länger beobachtet man, dass in der Bevölkerung in mediterranen Regionen seltener Herzinfarke auftreten als im Norden.

Gefäßgesundheit

Daneben findet man antioxidative Stoffe im Blattextrakt und im Öl. Sie werden gut vom Körper aufgenommen und verhindern eine oxidative Schädigung von Blutfetten (LDL) und Proteinen. Zusätzlich wirken Phenole wie Oleuropein, Oleocanthal und Hydroxytyrosol auch ausgesprochen dämpfend auf entzündliche Vorgänge und senken nebenbei den Cholesterinspiegel. In Zellkulturversuchen wurde sogar eine verlangsamte Zellalterung beschrieben, ein Prozess, der immer auch mit oxidativen Schäden in Zusammenhang steht. Durch Funktionsmix dürfte der Blattextrakt Arteriosklerose und degenerativen Alterserkrankungen tatsächlich vorbeugen.

Sowohl im wässrigen Abfall als auch im öligen Anteil aus der Olivenpressung der Oliven sind Stoffe enthalten, welche die Blutgerinnung hemmen und somit die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Das könnte zur Thrombose- und Schlaganfallprophylaxe beitragen. Eine statistische Untersuchung am Menschen stellte fest, das Personen mit einem hohem Konsum an Olivenöl ein 41 % geringeres Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden als Kontrollpersonen ohne hohen Konsum. Wenn man aus dem Olivenöl die antioxidativen (phenolischen Substanzen) entfernte, war die Wirkung auf entzündliche Parameter im Blut geringer.

Verdauung

Hildegard von Bingen pries die Wirkung der Heilpflanze gegen Magenverstimmung und Verdauungsbeschwerden. Traditionell wird Olivenöl gegen Darmkoliken und als mildes Abführmittel eingesetzt. Das belegen auch Daten aus Tierversuchen, so linderte Oleuropein aus den Blättern Darmkrämpfe. Im Mausmodell verbesserte eine olivenölreiche Ernährung das Überleben bei schwerer Dickdarmentzündung mit einer deutlichen Reduktion der Entzündungsparameter.

Dem Öl wird eine galleflussfördernde Wirkung zugesprochen. Über die Aktivierung des Gallenausstoßes soll es auch Steinbildung vorbeugen. In der Tat regen die bitteren Begleitstoffe im Öl die Produktion der Verdauungssäfte an.

Antibiotische Wirkung

Doch nicht nur auf den Stoffwechsel des Menschen wirken die Olivenblattextrakte, einige Verbindungen hemmen auch das Wachstum von Mikroorganismen. Im Laborversuch empfindlich waren beispielsweise Helicobacter pylori, der Erreger von Magengeschwüren, Campylobacter jejuni, ein Keim, welcher zu Durchfallerkrankungen führt und der methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA), welcher schwer behandelbare Infektionen auslöst. 

Die Wirkstärke entspricht natürlich nicht der von Antibiotika, wohl mag aber ein vorbeugender Effekt auf die Darmgesundheit vorhanden sein. Abgesehen davon wurde eine Reihe von antiviralen Effekten publiziert. 

Diabetes

Versuche mit zuckerkranken Tieren zeigten nach zwei Wochen eine erhebliche blutzuckersenkende Wirkung von Oleuropein oder einer Abkochung von frischen Olivenbaumblättern. Extrakte, die aus jungen Zweigen und Blättern mit Lösungsmittel hergestellt worden waren, normalisierten die Blutfettwerte bei Ratten mit Hypercholesterinämie.

Nerven – Augen

Bei Diabetespatienten führen die hohen Zuckerwerte zu Nervenschäden (diabetische Neuropathie). In Zellkulturexperimenten und im Tiermodell verbessert ein Extrakt aus Olivenbaumblättern den Zustand. Ein anderer Tierversuch belegt den Schutz der Retina durch Olivenöl, vor allem dann, wenn das Öl mit Acetylsalicylsäure kombiniert wurde. Ob die Daten auf den Menschen übertragbar sind, muss noch geprüft werden.

Statistische Untersuchungen lassen vermuten, dass Olivenöl das Gehirn vor Alzheimer und Demenz schützt. Im Zellkulturversuch konnte Oleuropein, Tyrosol und Hydroxytyrosol aus Olivenöl Nervenzellen vor der schädlichen Wirkung von amyloiden Protein (Aβ) oder Ablagerung von Tau-Protein schützen, so dass weniger Zellen geschädigt wurden. Größere statistische Untersuchungen an etwa 7000 Personen kommen zu dem Ergebnis, dass ein hoher Anteil von Olivenöl in der Ernährung vor einem Abbau der geistigen Fähigkeiten im Alter schützt.

Gicht

In der Volksmedizin ist Tee aus Olivenblättern ein probates Mittel gegen Gicht. Auch das liegt im Bereich des wissenschaftlich Wahrscheinlichen, denn ein alkoholischer Extrakt aus den Blättern hemmte das Enzym Xantinoxidase, welches als das Schlüsselenzym für die Erkrankung gilt. Dabei wirken eine Reihe verschiedener Bestandteile des Extrakts zusammen, so dass die Wirkung vergleichbar effektiv ist wie das Gichtmedikament Allopurinol.

Krebs

Die Krebsentstehung ist ein mehrstufiger Prozess. Experimentell konnten alle Stufen dieses Prozesses durch Oleuropein oder auch Extrakt aus Olivenblättern gehemmt werden. Allerdings ist noch nicht gesichert, ob sich diese Daten auch vollständig auf den Menschen übertragen lassen. Fakt ist, dass in Ländern mit hohem Olivenölkonsum die Krebsrate (Brust, Haut, Darm und Prostata) erniedrigt ist. Aus den Zellkulturversuchen lässt sich ableiten, dass die antioxidativen Beiprodukte im Olivenöl eine herausragende Rolle spielen.

Wunden – Entzündung – Schmerz

Im Altertum war Olivenöl nicht nur ein beliebtes Hautpflegemittel, man setzte es auch bei verschiedenen Hautreizungen oder Verletzungen ein: Man stillte Blutungen damit, linderte Juckreiz und trug es bei Nesselstichen, Brandwunden oder Hautrissen auf.

Gewisse positive Hinweise dafür gibt es auch aus Tierversuchen. So ließ der wässrige Extrakt aus den Blättern Wunden von Versuchstieren besser heilen: die Wundränder bei Schnittwunden verwuchsen besser miteinander, auch ein schmerzlindernder Effekt wurde beschrieben. In Tierversuchen sind dazu aber erhebliche Mengen notwendig, dennoch stehen Einreibungen mit Olivenöl in dem Ruf, bei verschiedensten Schmerzzuständen wirksam zu sein, beispielsweise bei Muskelkater, Krämpfen und Rheuma. 

Antientzündlich

Bisher hat man sich in Untersuchungen auf die entzündungshemmende Wirkung von Fischölen konzentriert, doch neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass auch Olivenöl eine messbare Wirkung hat. Diskutiert werden eine Wirkung der Ölsäure auf das Gleichgewicht der entzündlichen Botenstoffe sowie ein indirekter Effekt durch die Begleitstoffe im Öl.

Man fand in einigen kleinen klinischen Studien mit Rheumapatienten eine Besserung der Schmerzen, wenn die Mahlzeiten pro Tag mit 6-20 g Olivenöl angereichert waren, dabei sollte das Olivenöl nur als Kontrolle dienen. Diesen Hinweisen ist man nachgegangen. In einem neueren Versuch mit Mäusen erwies sich ein leicht modifiziertes Oleuropein (Aglykon) eindeutig lindernd auf den Krankheitsverlauf. Oleocanthal ist sogar im Wirkprofil mit Ibuprofen vergleichbar. (Ibuprofen ist ein konventioneller Entzündungshemmer aus der Klasse der nichtsteroidalen Anti-Rheumatika).

Bei Arteriosklerose wird ein erheblicher Schaden von Fresszellen verursacht, welche oxidierte Fette aufnehmen. Bei Personen, deren Ernährung reich an Olivenöl ist, werden die LDL-Partikel durch Oxidation weniger geschädigt. Oxidierte LDL-Partikel bewirken eine Reihe von schädlichen Reaktionen, sie sind nicht nur giftig für die Aderwände, sie verhindern eine Gefäßerweiterung, führen zur Bildung von Schaumzellen und Entzündungen in den arteriosklerotischen Ablagerungen. Dagegen lösten LDL-Partikel nach hohem Olivenölkonsum eine geringere Reaktion bei den Immunzellen aus, so dass auch die Schäden geringer ausfallen dürften.

Schutz

Der Extrakt aus den Blättern hemmt im Tierversuch die Entstehung von Geschwüren im Magen. Die antioxidativen Eigenschaften verstärken die Schleimhautbarriere, indem sie die Zerstörung der Zellmembranen verhindern. Außerdem vermindert Oleuropein im Tierversuch die Größe des durch einen Herzinfarkt geschädigten Herzgebiets, weil auch die Herzzellen vor oxidativen Schäden geschützt werden.

Bei fettreicher Kost entsteht eine Fettleber, eines der Symptome des metabolischen Syndroms. Der Blattextrakt konnte diese pathologischen Veränderungen in Ratten verlangsamen.

Olivenöl gilt auch als einfacher Sonnenschutz, der Sonnenschutzfaktor liegt etwa bei 7. Das enthaltene Squalen und Vitamin E können tatsächlich Radikale, die durch UV-Strahlung entstehen, abfangen. Squalen gehört zu den natürlichen Bestandteilen der Haut und beugt Alterung vor, schützt vor Hautkrebs, sorgt für Elastizität und Abwehr. Im Tierversuch kann eine Squalenversorgung über die Nahrung auch die Squalenmenge in der Haut erhöhen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Im Tierversuch konnte durch einen konzentrierten Extrakt aus Olivenblättern („Spezialextrakt EFLA® 94“) keinerlei Giftwirkung festgestellt werden. Toxikologische Daten am Menschen fehlen bisher.

Allergische Hautreaktionen bei lokaler Anwendung von Olivenöl sind möglich.

Bei Gallensteinen ist bei einer „Selbsttherapie“ mit Olive Vorsicht geboten: Abgehende Gallensteine könnten eine Gallenkolik auslösen.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Aufbewahrung

Olivenöl sollte immer in gefärbten Glasflaschen aufbewahrt werden. Es gibt aber erhebliche Qualitätsunterschiede unter den käuflichen Ölen, man sollte natives Olivenöl Extra oder natives Olivenöl verwenden. Eine Trübung ist keine Qualtitätsminderung! Künstlich gereinigtes Olivenöl ist ganz klar.

Dosierung

Innerlich:

  • Blätter: empfohlene Tagesdosis: 1-2 g als Aufguss, Tinktur, Tabletten oder als Tee: 7-8 g auf 150 ml Wasser, 3-4 Tassen täglich
  • Öl: 15-30 ml zu den Mahlzeiten

Äußerlich:

  • Olivenöl eventuell vorher auf Körpertemperatur erwärmen


Wirkstoffe

  • Blätter: mehrere Secoiridoide mit dem bitteren Oleuropein als Hauptkomponente sowie Ligstrosid, Oleacein und anderen; ferner Triterpene (Oleanolsäure, Uvaol), Flavonoide (Glykoside von Chrysoeriol, Apigenin und Luteolin) und verschiedene Phenolcarbonsäuren.
  • Olivenöl: Triglyceride, insbesondere mit Öl- und Linolsäure, Phenole (Hydroxytyrosol, Tyrosol), Secoiridoide (Oleuropein, Ligstrosid), Lignan (-1-acetoxypinoresinol und Pinoresinol)
  • Früchte: bis zu 30 % Öl, Phenolcarbonsäuren, Triterpene, Sterole und Secoiridoide.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
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