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Perubalsam

Perubalsam wird aus dem gleichnamigen immergrünen Baum gewonnen.

Perubalsam: antibiotische Wirkung und Stimulation der Wundheilung

Die wundheilenden Eigenschaften des Perubalsam waren bereits vor der Entdeckung Amerikas unter den Indios bekannt. 

Von: PhytoDoc-Redaktion

Perubalsam kompakt: Die wichtigsten Fakten

Perubalsam ist ein durch Hitze gebildetes Sekret des gleichnamigen immergrünen Baumes aus der Familie der Schmetterlingsgewächse (Fabaceae), der in Mittel- und Südamerika zu Hause ist.

Die wundheilenden, granulationsfördernden Eigenschaften waren bereits vor der Entdeckung Amerikas unter den Indios bekannt.

Die antibiotische Wirkung und die Stimulation der Wundheilung wurden im Labor und in Tierversuchen bestätigt. Auch die Kommission E bestätigt die Wirksamkeit in den genannten Anwendungsgebieten. Dennoch ist seit Juni 2005 der Perubalsam wegen seines (geringen) Allergierisikos von abnehmender Bedeutung – mal wieder ein Beispiel von vielen, bei denen gut wirksame Natur-Substanzen trotz nur geringer Risiken und guter Gesamtwirkung von synthetischen Substanzen abgelöst werden.

Wie gut und wann hilft Perubalsam?

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Schlecht heilende, infizierte Wunden: antiseptisch und wundheilend
  • zur Hautpflege bei Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris)
  • Verbrennungen
  • Frostbeulen
  • Wundliegen, Dekubitus
  • Prothesendruckstellen
  • Hämorrhoiden
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Husten, Auswurf fördernd (expektorierend)
  • Krätzmilben
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Parasiten

Botanik: Aussehen und Verbreitung

Zeichnung des Perubalsambaums mit Blatt, Blüte, Hülse und Samen.

Der Perubalsambaum hat eine ausladende, runde Krone, die Rinde ist glatt und die drüsenbesetzten, gefiederten Blätter sind lederartig derb. Die weißen Blüten bilden Trauben und einsamige Samenhülsen aus.

Es gibt zwei unterschiedliche Varietäten, den Tolubalsambaum (Myroxylon balsamum var. balsamum) und den Perubalsambaum (Myroxylon balsamum var. pereirae), die beide Balsam liefern.

Der Perubalsambaum wächst in Süd- und Mittelamerika, stammt jedoch nicht aus Peru, sondern vorwiegend aus San Salvador, Costa Rica, Guatemala und Mexiko, der Tolubalsambaum stammt aus der Stadt Tolu in Kolumbien.

Der Tolubalsam (Balsamum tolutanum) des gleichnamigen Baumes wird von der verletzten Rinde ausgeschieden, den Perubalsam (Balsamum peruvianum), eine dunkelbraune aromatische Flüssigkeit, gewinnt man an den mit Feuer behandelten Stellen der entrindeten Stämme.

Wissenswertes

Den Perubalsam wird auch als Ersatz für Weihrauch oder in der Mikroskopie zum Einbetten von Präparaten verwendet.

Seit Juni 2005 ist Perubalsam in der Kosmetikindustrie als Duftstoff verboten und wird auch in der Medizin wegen der möglicherweise allergieauslösenden Wirkung so gut wie nicht mehr eingesetzt. Stattdessen benutzt man nun das höher gereinigte Perubalsamöl oder synthetische Ersatzstoffe. Auch der Tolubalsam ist Bestandteil von Parfums.

Gewinnung

Der Perubalsam wird geerntet, wenn die Bäume etwa zehn Jahre alt sind (sie haben dann einen Umfang von ca. 60 cm). Etwa ein Fuß über dem Erdboden wird die äußere Rindenschicht abgeschält und die Stelle vier bis fünf Minuten lang mit einer brennenden Fackel erhitzt. Durch die Verletzung und das Feuer entsteht der Perubalsam. Er wird mit einem aufgelegten Lappen aufgenommen. Nach dem Auskochen der getränkten Lappen erhält man den Lappenbalsam. Der Vorgang wird wiederholt. Zuletzt wird die restliche Rinde abgeschält und zu Pulver verarbeitet. Davon stellt man einen Absud mit Wasser her und erhält den Rindenbalsam. Dieser gilt jedoch als weniger wertvoll. Die Handelsware ist meist ein Gemisch des Lappen- und Rindenbalsam.

Werden Ruhezeiten eingehalten, in denen sich die Bäume erholen können, kann man von ihnen wiederholt ernten.

Mit dem Tolubalsambaum verfährt man anders: Um das Tolubalsam zu gewinnen wird die Rinde an zahlreichen Stellen V-förmig eingeschnitten und der austretenden Saft in kleinen Gefäßen oder auf Blättern aufgefangen. Anschließend wird der rohe Balsam gereinigt.

Heilwirkung von Perubalsam

Wundheilende Wirkung

Wegen des bitter-kratzenden Geschmacks wird der Perubalsam selten eingenommen, sondern vorwiegend äußerlich als Salbe zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden, Erfrierungen, Geschwüren, Hämorrhoiden, Verbrennungen und Druckstellen verwendet da der Perubalsam die Wundheilung fördert. Der Inhaltsstoff Benzoesäurebenzylester wirkt außerdem gegen äußerliche Parasiten, insbesondere Krätzmilben.

Auswurffördernde Wirkung

Tolubalsam findet man vor allem als Bestandteil von Husten- und Halssirup. Er übt eine keimhemmende (antiseptische), auswurffördernde (expektorierende), stimulierende Wirkung aus und hat darüber hinaus einen angenehmen Geschmack. Auch die Verwendung als Inhalationsmittel bei Katarrh und Erkältung ist überliefert. Dieser Effekt ist jedoch nicht bewiesen.

Antimikrobielle Wirkung

Die Wirksamkeit des Tolubalsams als Antiseptikum ist aufgrund der enthaltenen und antimikrobiell wirkenden Benzoesäure und ihrer Derivate möglich. Er wirkt außerdem auch gegen Pilze.

Nebenwirkungen & Gegenanzeigen

In Einzelfällen können allergische Nebenwirkungen bei der Anwendung von Perubalsam auftreten. Potentielle Allergene sind die Reaktionsprodukte aus Aldehyden und Proteinen, die bei der Feuerbehandlung entstehen. 

Wechselwirkungen

Es sind keine Wechselwirkungen beschrieben.

Praktische Anwendung: Produkte & Dosierung

Salben als Fertigarzneimittel.

Dosierung

Tolubalsam: empfohlen wird eine Tagesdosis von etwa 0,6 g

Perubalsam:

  • In Zubereitungen zur äußerlichen Hautbehandlung sind 5-20% Balsam enthalten
  • Bei großflächiger Anwendung auf der Haut sollte die Zubereitung nicht mehr als 10 % Perubalsam enthalten

Perubalsam sollte nicht länger als eine Woche eingenommen werden.

Wirkstoffe

Balsame sind Weichharze und damit reich an:

  • Phenolcarbonsäuren: Benzoesäure, Zimtsäure und 45–70% Benzoesäure- und Zimtsäurebenzylester (insgesamt als Cinnamein bekannt), Alkohole der Benzoe- und Zimtsäure
  • Terpenen: α-Nerolidol, β-Nerolidol,
  • Benzaldehyden: Spuren von Vanillin

Quellen/Weitere Informationen

Quellen