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Ringelblume

Die orangefarbene Blüte der Ringelblume wird aufgrund ihrer auffallenden Farbe oft Tees zugemischt.
© C. Heyer/PhytoDoc

Ringelblume für die Wundheilung

Die Ringelblume steht im Volksglauben für Liebe, Treue und Anmut und wurde zum Schmücken von Kränzen und Körben verwendet. Die Heilpflanze ist erfahrungsgemäß positiv für die Wundheilung.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ringelblume kompakt: Die wichtigsten Fakten

Die Ringelblume (Calendula officinalis) wird für pharmakologische Zwecke unter anderem in Deutschland angebaut. Hildegard von Bingen wies der Ringelblume eine positive Eigenschaft zur Behandlung von Vergiftungen zu, die durch Speisen verursacht wurden. 

Die Inhaltsstoffe der Ringelblume, darunter Saponine, Triterpene und Flavonoide wirken entzündungshemmend, antimikrobiell, durchblutungsfördernd und wundheilend. 

Äußerliche Anwendungsgebiete der Ringelblume sind schlecht heilende Wunden, Verbrennungen, trockene Haut, Ekzeme und Hämorrhoiden. Bei Mund- und Rachenerkrankungen kann ein Aufguss - oral eingenommen - Entzündungen hemmen und krampflösend wirken. Ob die Ringelblume auch gegen Magen-Darmbeschwerden hilft, ist nicht bewiesen. 

Zur äußerlichen Anwendung empfehlen sich Tinkturen, Cremes oder Salben. Zur innerlichen Behandlung werden täglich 3 x 1-2 g getrocknete Blüten mit kochendem Wasser übergossen und bei angenehmer Temperatur getrunken. Ringelblume ist gut verträglich und hat kaum Nebenwirkungen.

Wie gut hilft Ringelblume?

Die Anwendungen der Ringelblume werden nicht durch klinische Daten unterstützt.

Die Pflanze wird aber von der Kommission E und in den Monographien von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Die Ringelblume ist erfahrungsgemäß positiv für die Wundheilung, auch bei Wunden mit schlechter Heilungstendenz.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind zwei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Schlecht heilende Wunden, Ulcus cruris
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde

Aussehen und Verbreitung

Die ein- oder zweijährige Ringelblume (Calendula officinalis) hat einen charakteristischen Geruch, denn die Blätter tragen klebrige Drüsen; die Blüten bestehen aus vielen kleinen Einzelblüten, was typisch für Korbblütler (Asteraceae) ist. Dabei fassen leuchtend gelbe oder orangefarbene Zungenblüten die kleineren, zentralen Röhrenblüten ein. Es gibt zahlreiche Züchtungen, die von dieser Grundform abweichen (weiß, gefüllt). Der Name „Ringelblume“ bezeichnet die seltsam gekrümmten und „geringelten“ Samen.

Meist werden die Blütenköpfe (Ringelblumenblüten mit Kelch – Calendulae flos oder genauer Calendulae flos cum calyce) verwendet. Gelegentlich setzt man auch nur die Blütenblätter ein (Calendulae flos sine calyce, ohne Kelch), da offensichtlich allergische Reaktionen gegen Präparate ohne Kelchblätter seltener sind.

Die Ringelblume als Schmuck- und Heilpflanze

Wegen der leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten ist die Ringelblume in Mittel-, Ost-, und Südeuropa eine beliebte Gartenpflanze. Das pharmakologisch verwendete Material stammt von Plantagen aus Nordamerika, dem Balkan und Deutschland. Bei den Blüten aus Osteuropa und Nordafrika (Ägypten) handelt es sich meist um Wildsammlungen.

Die Heilpflanze steht im Volksglauben für Liebe, Treue und Anmut und wurde zum Schmücken von Kränzen und Körben verwendet. Hildegard von Bingen beschreibt sie als „kalt und feucht“. Sie soll gegen „Vergiftungen durch üble Speisen bei Mensch und Tier“ hilfreich sein und äußerlich gegen Grind am Kopf helfen.

Kleine Mengen der Blätter und Blüten sind zum Verzehr geeignet

Blätter und Zungenblüten der Ringelblume sind essbar, man sollte sie jedoch aufgrund der Gefahr der Allergisierung, der leberbelastenden Wirkung durch Cumarin, toxischer Wirkungen größerer Mengen von Saponinen (Blutauflösung: Hämolyse) und wegen der Effekte auf das Immunsystem nicht übermäßig verzehren.

Gewinnung

Die Aussaat erfolgt von März bis April direkt ins Freiland. Nach 40 Tagen beginnt die Blütezeit, geerntet wird meist ab Anfang Juli (ein bis zwei Monate lang).

Die Blüten werden entweder im Schatten oder bei einer Temperatur von 35° bis 45°C getrocknet. Bei Verwendung zur Schönung von Kräutertees trocknet man die Blüten bei 80°C getrocknet, um die Blütenfarbe zu erhalten.

Die Ringelblume sollte in gut verschlossenen Behältern und vor Licht geschützt aufbewahrt werden und ist höchstens drei Jahre haltbar.

Heilwirkung von Ringelblume

Förderung der Wundheilung

Einigen Bestandteilen der Ringelblume kann man eine eindeutige Wirkung zuweisen. Die Saponine, Triterpene und Flavonoide beispielsweise werden für die wundheilende Wirkung verantwortlich gemacht. Sie zeigen entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. 

Aus der Pflanze isolierte Zuckerstrukturen können außerdem bestimmte Immunfunktionen anregen. Des Weiteren ist bekannt, dass Ringelblumen-Extrakte die Regeneration von Wunden fördern. Dabei wird die Bildung von neuem, gut durchblutetem Gewebe stimuliert.

Die Ringelblume wird daher äußerlich und lokal zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen, trockener Haut, Ekzemen, Soor und Symptomen von Hämorrhoiden verwendet. Als Aufguss getrunken soll sie entzündungshemmend und krampflösend sein, insbesondere bei Mund- und Rachenentzündung.

Ringelblume hilft auch im Körperinneren

Angeblich fördert die Ringelblume die Verdauung und die Galleproduktion, heilt Magengeschwüre und Regelstörungen. Man sagt ihr auch eine östrogenartige Wirkung nach. Dies wird jedoch nicht durch experimentelle Daten gestützt.

Achtung: Die jeweilige Wirkung hängt von der Zubereitungsform ab. Im Gegensatz zu den öligen Bestandteilen und den isolierten Flavonoiden weisen Alkohol- und Wasserextrakte keine antibakteriellen Wirkungen auf. Gegen Viren (Herpes simplex, Influenza A2 und Influenza APR-8) wirkt die Tinktur oder ein Chloroformauszug (HIV-1), gegen Pilze ein alkoholischer, Aceton- oder Wasser-Extrakt sowie das Öl.

Wegen der hübschen Farbe werden die Blüten Kräutertees als Schmuckdroge zugefügt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeige

Aufgrund mangelnder Daten soll die Ringelblume in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Bei bekannter Allergie gegen die Ringelblume oder andere Pflanzen aus der Korbblütler-Familie sollte die Ringelblume nicht verwendet werden. Siehe auch unter Anmerkungen.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Für eine äußerlich-lokale Anwendung sind Zubereitungen mit ganzen Blüten oder Randblüten für Aufgüsse verfügbar sowie andere Zubereitungen (Tinkturen, Cremes, Lotionen und Salben), zu denen Gesichtslotionen, Badeemulsionen, Seifen, Shampoos und Präparate zur Behandlung von Hautrötung, Ödemen und Sonnenbrand zählen.

Ringelblume als vielseitiges Hausmittel

Innerliche Anwendung:

Ringelblumentee:

  • 1-2 Teelöffel Ringelblume mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen
  • 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen
  • Tee mäßig warm trinken, 2-3 mal täglich eine Tasse
  • Der Tee ist auch für Umschläge, Verbände und Kompressen anwendbar!


Äußerliche Anwendung:

Dosierung für Salben und Kompressen:

  • 2-5 g Rohdroge auf 100 g Salbengrundlage
  • Tinktur (1:5 in Alkohol) unverdünnt anwenden, für Kompressen 1:3 verdünnen

Von einer übermäßigen Anwendung wird abgeraten.

Ringelblumen-Butter selbst herstellen:

  • Ringelblumenblätter zerquetschen im Verhältnis 1:1 mit Ziegenbutter vermengen
  • Leicht erwärmen, bis das Fett flüssig ist, damit sich der Wirkstoff ins Fett absetzen kann
  • Ringelblumen-Butter hilft bei vielen Beschwerden wie Bauchweh und schmerzenden Gelenken, entsprechende Stellen mit der Butter einreiben

Wirkstoffe

  • Bis zu 0,8% Flavonoide (O-Glykoside von Quercetin, Kämpferol und Isorhamnetin)
  • Saponine: bidesmosidische und monodesmosidische Saponine (bis zu 10% TG),
  • Triterpene (Taraxasterol, Faradiol, Helianthriol)
  • Ätherisches Öl: vorwiegend Sesquiterpene (Cadinol, α-Ionon, β-Ionon und viele andere),
  • Cumarine
  • Carotinoide und Xanthophylle
  • Polysaccharide

Quellen/Weitere Informationen

Quellen