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Rosenwurz

Rosenwurz-Busch wächst üppig am Rand eines Gebirgsbaches.

Rosenwurz: Spezialist für stressige Verhältnisse

Rosenwurz (Rhodiola rosea) verträgt nicht nur Stress, sie vertreibt ihn auch! So hilft sie bei Überlastung und gibt Ihnen Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zurück. Was sie sonst noch kann, mögliche Wechselwirkungen und Tipps zur Einnahme.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Rosenwurz kompakt: Die wichtigsten Fakten

Anwendung: Wie gut hilft Rosenwurz?

Newcomer Rosenwurz gewinnt erste Anerkennung

Da die Rosenwurz bei uns keine übliche Heilpflanze ist, wurde sie von der Kommission E nicht bearbeitet. Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat aber 2014 eine positive Monographie erstellt und festgestellt, dass Rosenwurzwurzelstock zur Linderung von Stresssymptomen eingesetzt werden kann. Es liegen mittlerweile auch mehrere Studien zur Wirksamkeit vor. Die HMPC stellte allerdings einige Studien-Mängel fest, so dass sich die positiven Schlussfolgerungen des HMPC über die Anwendung von Rosenwurzwurzelstock  (bisher!) auf seine langjährige medizinische Verwendung gründen [5].

Plus bei der Leistungsfähigkeit

In ersten Studien verbessert Rosenwurz kurzfristig die nachlassende Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis. Eingesetzt wird die Pflanze meist bei Überarbeitung mit den Symptomen Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit und Anspannung. Auch eine Steigerung sportlicher Leistung könnte zutreffen, so die Studien. Neben diesen Hauptanwendungen gibt es weitere Hoffnungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauferkrankungen. Die Pflanze übt daneben eine schützende Wirkung auf die Nervenzellen aus. Ob sie aber tatsächlich gegen Demenz oder Alzheimer taugt, muss sich zeigen. Auch die Indikationen Libido- und Fruchtbarkeitsstörungen sind zu wenig wissenschaftlich untermauert.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit

laut HMPC

Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Unterstützung der geistigen Agilität, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Aussehen und Verbreitung

Die Rosenwurz hat dicke, blaugrüne Blätter, die wechselständig rund um den Stängel angeordnet sind, so dass der Blick von oben einen Blattquirl vortäuscht. Dies ist am auffälligsten, wenn die Pflanze langsam aus dem Winterschlaf erwacht und Blätter und Blüten sich noch nicht vollständig entfaltet haben, wie das Bild zeigt. 

Die Blüten sehen aus wie kleine, gelbe Sterne, stehen in dichten Blütenständen beisammen und zeigen zusammen mit den dickfleischigen Blättern die Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) an. Zu dieser Familie gehören bei uns so bekannte Namen wie Mauerpfeffer oder Hauswurz.

Die Heilpflanze ist mehrjährig, wird bis zu 40 Zentimeter hoch und ist an den kargen Lebensraum durch ihren dicken Wurzelstock (Rhizom) sehr gut angepasst. Frisch geschnitten duftet die Wurzel nach Rosen – daher auch der Name.

Verbreitung

Die Heimat von Rhodiola sind die Arktis und die Gebirgsregionen Eurasiens und Nordamerikas. Sie wächst vornehmlich auf feuchten Böden, das können Bergschluchten, Klippenabsätze, Moorböden oder Schneetälchen sein. In Deutschland ist die Rosenwurz extrem selten und wächst einheimisch nur im Bayerischen Wald [17].

In der nordischen Volksmedizin gilt Rosenwurz als „goldene Wurzel“

Schon die Wikinger und Einwohner Sibiriens nutzten die positiven Eigenschaften der Pflanze: sie kann Kraft, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungen erhöhen, wird aber auch zur Steigerung der Fruchtbarkeit und Lebensdauer eingesetzt. In sibirischen Bergdörfern wird jungen Paaren vor der Hochzeit ein Bouquet aus Wurzeln dieser Pflanze geschenkt, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen und die Geburt gesunder Kinder zu gewährleisten. Die Pflanze wurde entlang der Handelsrouten bis in die Mongolei und nach China verbreitet.

Wie wird der Pflanzenstoff gewonnen?

Die Wirkstoffe von Rosenwurz werden aus der Wurzel durch Extraktion gewonnen. Die Extrakte (in 40 % Ethanol) werden normalerweise auf einen Gehalt von 3 % Rosavinen und 0,8 – 1 % Salidrosid eingestellt.

Heilwirkung von Rosenwurz

In Russland und Skandinavien wurden Rosenwurz-Extrakte über 35 Jahre lang intensiv auf seine möglichen Wirkungen hin untersucht. Dabei wurden folgende Wirkungen festgestellt:

  1. Steigerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit
  2. Adaptogene Eigenschaften, das heißt im Organismus wird ein Zustand einer erhöhten, unspezifischen Widerstandsfähigkeit gegenüber "Stressoren" hervorgerufen, der die Anpassung an außergewöhnliche Belastung ermöglicht. Solche Belastung kann zum Beispiel Prüfungsstress, Nachtschicht oder Leistungssport sein.
  3. Verbesserung des Langzeitgedächtnisses
  4. der Serotoninspiegel wird erhöht. Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet und spielt eine wichtige Rolle für die positive Stimmung. Außerdem sorgt der Nervenbotenstoff dafür, dass in der Schaltzentrale Gehirn die Informationen richtig verarbeitet und weitergeleitet werden.

Welcher Wirkmechanismus steckt dahinter?

Der positive Effekt beruht vermutlich auf einer Zweifachwirkung gegen Stress:

  1. Kurzfristig werden Konzentration und Gedächtnis durch Beeinflussung der Neurotransmitter sowie adaptogener Prozesse verbessert, das heißt Signalsubstanzen der Nervenzellen, darunter Dopamin und Serotonin, werden angeregt. So wird die Aktivität von Serotonin verbessert, was zu einem erhöhten Serotoninspiegel führt.
  2. Langfristig wird durch die adaptogenen und antioxidativ wirksamen Inhaltsstoffe ein schützender Effekt auf die Nervenzellen im Gehirn ausgeübt.
    Erklärung: Rhodiola rosea schützt die Zellen vor dem Angriff freier Radikale. Dies hat auch einen Einfluss auf das Nervensystem. Stress greift in die Erinnerungsfunktionen ein und erzeugt über längere Zeit Schädigungen im Erinnerungssystem. Der Extrakt stimuliert verschiedene Signalsubstanzen der Nervenzellen. Dadurch werden Wahrnehmung, Lern- und Erinnerungsfähigkeit verbessert.

Im folgenden werden Studienergebnisse bei verschiedenen Krankheiten bzw. Erkenntnisse zur Steigerung der Leistung vorgestellt.

Wie gut hilft Rosenwurz bei Stress/Prüfungsstress?

In einer russischen Studie wurde die Wirkung von 100 mg Rosenwurz-Extrakt pro Tag oder einem Scheinmedikament (Placebo) auf die Leistungsfähigkeit und Konzentration von ausländischen Medizinstudenten während der Examenszeit untersucht. Das allgemeine Wohlbefinden und die körperliche Fitness wurden in der Rhodiola rosea-Gruppe verbessert. Geistige Ermüdung und Schlafbedürfnis waren bei diesen Studenten geringer als in der Vergleichsgruppe. Auch die Examensnoten bei der Rosenwurz-Gruppe waren im Durchschnitt etwas besser.

Wie gut steigert Rosenwurz die Leistungsfähigkeit bei Belastung?

  • An 56 gesunden Ärzten und Ärztinnen im Nachtdienst wurde 14 Tage lang die Wirkung einer täglichen Einnahme von 170 mg Rhodiola rosea-Extrakt auf geistige Leistungsfähigkeit und Müdigkeit untersucht. Bei Denksportaufgaben wurde eine erhebliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit nachgewiesen. Nach 6 Wochen verschwand dieser positive Effekt. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Rosenwurz vorübergehend eine stressbedingte Ermüdung verringern kann.
  • In einer klinischen Studie an 161 Kadetten wirkte der Extrakt ebenfalls gegen Müdigkeit.
  • In einer weiteren klinischen Studie an jungen gesunden Testpersonen wurde die Einnahme von 200 mg Rhodiola rosea-Extrakt (der 3 % Rosavin und 1 % Salidrosid enthielt) auf körperliche Belastung, Muskelkraft, Geschwindigkeit der Gliederbewegung, Reaktionszeit und Aufmerksamkeit untersucht. Die akute Einnahme erhöhte Ausdauer und Belastbarkeit.
  • 42 Biathleten, die 30–60 Minuten vor ihrem Skirennen Rhodiola rosea einnahmen, wiesen eine bessere Zielgenauigkeit und ein geringeres Armzittern auf.

Rosenwurz bei Depressionen

Das Fachjournal Phytomedicine veröffentlichte 2015 die Ergebnisse einer placebo-kontrollierten Studie mit 57 Probanden, die unter leichten bis mittelschweren depressiven Störungen litten [8]. 12 Wochen lang erhielt eine Gruppe einen standardisierten Rhodiola rosea-Extrakt, die zweite Gruppe das Antidepressivum Sertralin (ein Medikament aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern), die dritte Gruppe erhielt als Kontrollgruppe ein Scheinmedikament (so genanntes Placebo).

Ergebnis: Die Rosenwurz zeigte im Vergleich zu Sertralin eine geringere antidepressive Wirkung, führte aber auch zu weniger Nebenwirkungen, wurde also besser vertragen. Insofern weist Rosenwurz ein günstigeres Risiko-Nutzen-Verhältnis für Personen mit Depressionen auf als Sertralin. Hier müssten weitere Studien folgen, denn die Teilnehmerzahl bei dieser Studie ist mit unter 100 Probanden als zu klein einzustufen.

Bei einer anderen Studie bewirkte Rosenwurz in Kombination mit speziellen Antidepressiva bei depressiven Patienten ebenfalls eine Verbesserung der Beschwerden und verringerte die Nebenwirkungen dieser Medikamente.

Wirkung von Rosenwurz auf Gehirn und Nerven

  • In einer offenen Studie an 128 Patienten linderte Rhodiola rosea bei 64 % der Personen Ermüdung, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Schwäche sowie andere Beschwerden des vegetativen Nervensystems.
  • Die anregenden Wirkungen der Pflanze auf die Psyche wurde an 53 gesunden Testpersonen sowie an 412 Patienten mit geistigen Störungen (Neurosen) und allgemeiner körperlicher und geistiger Schwäche untersucht. Die Behandlungsdauer reichte von 10 Tagen bis zu 4 Monaten, die Dosierung betrug dreimal täglich 50 mg Rhodiola rosea. Daraufhin besserten sich die Beschwerden.
  • Rhodiola rosea wirkte sich auch vorteilhaft bei Gehirnverletzungen aus, besonders in Kombination mit Piracetam (einem Medikament, das die Hirnleistung bei Altersdemenz verbessern soll). Der Extrakt kann jedoch bestimmte Erscheinungen geistiger Erkrankungen (manische Symptome) nicht verringern; auf der anderen Seite kann die Pflanze Wahnzustände (paranoide Zustände) verschlechtern.
  • Bei der medikamentösen Behandlung von Schizophrenie können möglicherweise dieselben Nerven, die bei Patienten mit Parkinson-Krankheit beschädigt sind, betroffen sein. In diesem Fall entwickeln die Patienten Parkinson-ähnliche Symptome mit Steifheit, Zittern und langsamen Bewegungen. Zur Linderung dieser Beschwerden kann Rhodiola rosea eingesetzt werden, v.a. wenn übliche Medikamente nicht wirken.

Hormonelle Wirkung

  • 40 Frauen ohne Monatsblutung (= Amenorrhoe) nahmen entweder zweimal am Tag oral je 100 mg Rhodiola rosea-Extrakt ein oder intramuskulär 1 ml Rhodosin. Die normale Regelblutung wurde bei 25 Frauen wieder hergestellt, 11 von ihnen wurden schwanger. Bei Frauen mit normaler Regelblutung vergrößerte sich nach der Behandlung die mittlere Länge der Gebärmutterhöhle von 5,5 cm auf 7,0 cm (= normal).
  • Auch in Einzelfällen wurden Frauen, bei denen mit üblichen Medikamente keine Schwangerschaft eintrat, mit Rhodiola rosea erfolgreich behandelt. Hier fehlen jedoch noch klinische Studien.
  • Bei 26 von 35 Männern mit Erektionsstörung und vorzeitiger Ejakulation verbesserte sich nach Einnahme von Rhodiola rosea (150 – 200 mg pro Tag über 3 Monate) die Sexualfunktion, und die Prostata-Flüssigkeit normalisierte sich.

Bei diesen Erkrankungen liegen bisher nur Daten aus Tierversuchen vor.

Rosenwurz und Herzmuskel

Rhodiola rosea wirkte in Tierversuchen gegen Fehlfunktionen des Herzgewebes, die durch Stress ausgelöst wurden. Bei Ratten führt eine plötzliche Abkühlung normalerweise dazu, dass sich der Herzmuskel nur noch schwer zusammenziehen kann. Diese Fähigkeit wird teilweise während der ersten 18 Stunden nach dem Kältestress wieder zurück gewonnen. Die Vorbehandlung mit Rhodiola rosea scheint sich auf diese Art von Stress positiv auszuwirken. Bei vorbehandelten Ratten zog sich der Herzmuskel bei plötzlicher Abkühlung besser zusammen.

Rosenwurz und Leberschutz

An Ratten, die durch eine Vergiftung an einer Leberentzündung erkrankten, zeigten wässrige Rhodiola rosea-Extrakte leberschützende Eigenschaften. Dies zeigte sich an normalen Konzentrationen der Leberenzyme im Blut.

Rosenwurz und Krebserkrankung

Bisher wurde die Krebsforschung mit Rhodiola rosea nur an Tieren durchgeführt. Bei Tumor-Ratten hemmte die Einnahme des Extraktes das Tumorwachstum, verringerte das Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwüren) in der Leber und erhöhte die Lebenszeit. Die Kombination von Rhodiola rosea mit Cyclophosphamid (Medikament gegen Krebs) verstärkte die Wirkung gegen Metastasen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Bei den Dosierungen der hier beschriebenen klinischen Studien wurden keine Nebenwirkungen dokumentiert. Bei Dosierungen von Rhodiola rosea-Extrakten (Standardisierung auf 2 % Rosavin) von 1,5 – 2,0 g und darüber können einzelne Personen über einige Tage unter erhöhter Reizbarkeit und Schlaflosigkeit leiden. Wenn Rhodiola rosea in zu hohen Dosen oder über zu lange Zeit eingenommen wird, kann eine – unter normaler Dosierung – positive Wirkung zu einer Verschlechterung der Beschwerden führen. Bei Erregungszuständen sollte Rhodiola rosea nicht eingenommen werden. 

Der Pflanzenstoff sollte auch nicht von Patienten mit bestimmten geistigen Erkrankungen (bipolare affektive Störungen, z.B. manisch-depressive Erkrankung) eingenommen werden, wenn sie durch die Einnahme von Medikamenten gegen Depression oder anregenden Mittel anfällig für manische Anfälle sind. 

Für die Sicherheit und Eignung von Rhodiola rosea während Schwangerschaft und Stillzeit liegen derzeit keine Daten vor.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen von Rosenwurz mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht beschrieben worden. Bei gleichzeitiger Anwendung mit anregenden Substanzen kann deren Wirkung allerdings verstärkt werden. Wir möchten im folgenden auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen aktivierenden Heilpflanzen eingehen.

Was passiert bei der Einnahme Rosenwurz mit Ginseng?

Aufgrund der Verwandtschaft mit manchen Inhaltsstoffen von Ginseng könnten die dortigen Wechselwirkungen und Ginseng-Nebenwirkungen stärker/häufiger auftreten.

Auch anregende Substanzen wie Kaffee oder Guarana kann die jeweilige Wirkung verstärken!

Wir raten aus allgemeinen Erwägungen mit der gemeinsamen Gabe eher vorsichtig zu sein, insbesondere bei Bluthochdruck, psychischen Erkrankungen (insbesondere mit Unruhe/Erregung) und bei Diabetikern (mögliche Unterzucker-Phasen). Wenn, dann nur kurze Zeit (z.B. einige Tage) und die empfohlene Dosis der beiden Medikamente nicht überschreiten.

Was passiert wenn Rosenwurz zusammen mit Johanniskraut eingenommen wird?

Johanniskraut kann mit vielen Medikamenten wechselwirken, da es über das Lebersystem CYP3A4 abgebaut wird, über das etwa 60 % aller Wirkstoffe zumindest MIT abgebaut werden.

Die Wirkungen könnten sich also gegenseitig leicht beeinflussen (eher Zunahme der Wirkungen von Johanniskraut bzw. Rosenwurz). Da außerdem Rosenwurz aktivierend wirkt, ist es eher nicht so sinnvoll, dies direkt gemeinsam mit Johanniskraut einzunehmen (J. wirkt ja eher sedierend, vor allem depressionslösend).

Also lieber erst Johanniskraut-Therapie beenden, dann u.U. Rosenwurz, wenn noch benötigt.

Praktische Anwendung: Produkte & Kauftipps

Wo kann man Rosenwurz kaufen?

Rosenwurz gibt es als pflanzliches Fertigarzneimittel in der Apotheke und als Nahrungsergänzungsmittel sowohl in der Apotheke als auch in Drogerien wie DM oder Rossmann. Die Mittel unterscheiden sich in der Extraktmenge pro Kapsel und der Standardisierung auf den Hauptwirkstoff Rosavin, daher sollten Sie die Angaben des Herstellers sorgsam lesen.

Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

Pflanzliche Arzneimittel, die auch in klinischen Studien verwendet wurden, sind auf einen Gehalt von 3 % Rosavin und 0,8 – 1 % Salidrosid standardisiert und weisen die beste Wirksamkeit auf. Es gibt aber auch hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel. Achten Sie beim Kauf auf einen hohen Wirkstoffgehalt (hilfreich kann hier auch der  Beipackzettel sein) und eine seriöse Hersteller-Firma.

Tagesdosis und Einnahmeempfehlung

Die empfohlene Tagesdosis von Rosenwurz beträgt zweimal täglich eine Tablette mit 200 mg Extrakt, bei einer Anwendungsdauer bis zu 4 Monaten. Einige Autoren geben 200–600 mg Extrakt, zwei- bis dreimal täglich als Empfehlung an [16]. Wie bei jedem (pflanzlichen) Präparat sollten Patienten ihren Hausarzt über die Einnahme von Rhodiola informieren.

Rosenwurz morgens oder abends einnehmen?

Die Einnahme von Rhodiola sollte morgens und mittags auf nüchternem Magen erfolgen. Ansonsten kann es während der ersten Wochen zu Schlafstörungen kommen.

Rosenwurz vor oder nach dem Essen einnehmen?

Die beste Wirkung wird bei Einnahme auf nüchternen Magen (eine halbe Stunde vor dem Frühstück oder dem Mittagessen) erzielt.

Inhaltsstoffe von Rosenwurz

  • Phenylpropane: Rosavin, Rosin und Rosarin (so genannte Rosavine)
  • Phenylethylderivate: Salidrosid (Rhodiolosid), p-Tyrosol
  • Flavonoide: Rodiolin, Rodionin, Rodiosin, Acetylrodalgin, Tricin
  • Monoterpene: Rosiridol, Rosaridin
  • Triterpene: Daucosterol, β-Sitosterol
  • Phenolsäuren: Chlorogen-, Hydroxyzimt- und Gallussäuren

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Afanas’ev, S.A. et al., Biull. Eksp. Biol. Med. 1993, 116 (11), 480 – 483 (Medline-abstract)
  2. de Bock, K. et al., Int. J. Sport Nutr. Exerc. Metab. 2004, 14 (3), 298 – 307 (Medline-abstract)
  3. Brown, R.P., Gerbarg, P.L., Ramazanov, Z., HerbalGram 2002, 56, 40 –52
  4. Darbinyan, V. et al., Phytomedicine 2000, 7 (5), 365 – 371 (Medline-abstract)
  5. EMA, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), 27 March 2012, Community herbal monograph on Rhodiola rosea L.,
  6. Iaremii, I.N., Grigor’eva, N.F., Eksp. Klin. Farmakol. 2002, 65 (6), 57 – 59 (Medline-abstract)
  7. Kelly, G.S., Altern. Med. Rev. 2001, 6 (3), 293 – 302,
  8. Mao JJ et al., Rhodiola rosea versus sertraline for major depressive disorder: A randomized placebo-controlled trial., Phytomedicine. 15. März 2015; 22 (3): 394-9. (Rhodiola rosea versus Sertralin bei Depressionen: Eine randomisierte, placebo-kontrollierte Studie) Abstract
  9. Monograph Rhodiola rosea, Altern. Med. Rev. 2002, 7 (5), 421 - 423
  10. Panossian A. Understanding adaptogenic activity: specificity of the pharmacological action of adaptogens and other phytochemicals, 2017 Aug;1401(1):49-64.

  11. Petkov, V.D. et al., Acta Physiol. Pharmacol. Bulg.1986, 12 (1), 3 – 16 (Medline-abstract)
  12. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG Berlin, 2004
  13. Shevtsov, V.A. et al., Phytomedicine 2003, 10 (2-3), 95 – 105 (Medline-abstract)
  14. Spasov, A. et al., Phytomedicine 2000, 7 (2), 85 – 89 (Medline-abstract)
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  16. van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 3. Auflage 2015
  17. Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Netzwerk Phytodiversität Deutschlands e.V. und dem Bundesamt für Naturschutz. Bonn - Bad Godesberg 2013