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Rotes Weinlaub

Im Herbst hängen dicke Trauben zwischen den roten Blättern.

Rotes Weinlaub für flotte Beine

Hilft bei Beinödemen, gegen schwere und müde Beine, Juckreiz und Beinschmerzen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Rotes Weinlaub kompakt: Die wichtigsten Fakten

Die Blätter des Roten Weinlaubs (Vitis vinifera) gehören zu der Färberrebe, einer besonders alten Rebsorte. Sowohl die Früchte dieser Rebe, als auch die Blätter zeichnen sich durch die hohe Anzahl roter Farbstoffe aus. Angebaut wird diese Sorte noch in den Mittelmeerländern und am Schwarzen Meer. Erst nach der Weinlese wird das Rote Weinlaub geerntet. Schon früh entdeckten die Winzer eine positive Wirkung der zerstampften Trauben auf die Beine. Da die Wirkstoffe auch in den Blättern sitzen, nutzt man die Heilkraft des Roten Weinlaubs mittlerweile kommerziell bei Krampfadern, schweren Beinen sowie bei Venenschwäche. Das Weinlaub wirkt dabei entzündungshemmend, abschwellend und durch Wirkstoffe wie Flavonoide und Polyphenole antioxidativPräparate in Form von Tabletten und Tropfen eignen sich zur inneren Anwendung. Die Zubereitung von einem Tee aus Rotem Weinlaub ist ebenfalls möglich. Zur äußeren Anwendung sind Gele, Cremes oder Sprays erhältlich. Rotes Weinlaub ist gut verträglich, es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Wie gut hilft Rotes Weinlaub?

Rotes Weinlaub für ein flottes Bein

Rotes Weinlaub wurde von der Kommission E nicht beurteilt, da zur Zeit der Bearbeitung kein wissenschaftliches Material vorlag. Auch in der traditionellen Volksmedizin im deutschsprachigen Raum war die Heilpflanze nicht bekannt, lange Erfahrung liegt jedoch aus Frankreich vor, wo Rotes Weinlaub kommerziell verwendet wird.

Neuere Versuche und Studien am Menschen weisen auf eine sichere und effektive Anwendung von Rotem Weinlaub hin. Die Schwere von Beinödemen kann durch den Extrakt vermindert werden. Auch andere subjektive Beschwerden bei chronischen Venenleiden lassen sich mit Rotem Weinlaub bessern (wie schwere und müde Beine, Spannungsgefühl, Schmerzen und Kribbeln in den Beinen). Die Wirkung ist durchaus mit der der Kompressionstherapie und anderen ödemreduzierenden Medikamenten vergleichbar. Patienten und Therapeuten beurteilten die Wirkung von Rotem Weinlaub als gut bis zufriedenstellend. Von den Studien waren Personen mit ausgedehnten trophischen Hautveränderungen und schweren Symptomen (CVI Stadium III) ausgeschlossen. Hier ist die Wirkung nicht gesichert.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Venenschwäche (chronische venöse Insuffizienz, CVI; Stadium I und II)
  • Vorbeugung von Venenschwäche, Ödemen und Thrombosen
  • Krampfadern (innerlich, äußerlich)
  • Kribbeln und Jucken der Beine
  • Ödeme der Unterschenkel sowie dicke, schwere, müde Beine
  • Schmerzen und Spannungsgefühl durch Ödeme in den Beinen
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Hemmung der Blutgerinnung
  • nächtliche Wadenkrämpfe
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial
  • Gesichtsrötung (Couperose)

Botanik: Aussehen und Verbreitung

Die Weinrebe (Vitis vinifera) aus der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae) ist eine mehrjährige Liane. Sie trägt Sprosse, die zu Ranken umgebildet sind, so dass die Weinrebe unbeschnitten in eine Höhe von über 10 Metern klettern kann.

Das langgestielte Weinlaub hat 3 bis 5 Lappen und ist im Umriss etwa herzförmig. Im Mai bis Juni bilden sich die rispigen Blütenstände. Zur Blüte werfen sie die Kronblätter ab, so dass Narbe und Staubblätter frei stehen. Dies erleichtert die Windbestäubung, die duftende Nektardrüsen am Fruchtknotenboden locken aber zusätzlich Insekten an.

Im September reifen die Trauben, je nach Sorte grün, gelb, dunkelpurpur oder blauviolett. Auch die Größe ist sehr variabel. Gezüchtet wurden auch kernlose Trauben, die nur noch durch Stecklinge vermehrt werden können. Damit deren winzige Trauben normale Größe erreichen, werden sie mit dem Pflanzenhormon Gibberellinsäure besprüht.

Rotes Weinlaub sind Blätter einer besonderen Traubensorte, dem Teinturier oder Färberrebe, einer sehr alten Rebsorte. Die Sorte enthält besonders viele rote Farbstoffe (Anthocyane) und zwar nicht nur in der Schale, sondern auch im Fruchtfleisch, weswegen man ihn zum Verschneiden mit helleren Weinen verwendet. Auch die Blätter sind reich an roten Farbstoffen und färben sich vergleichsweise früh. Um Rebstock und Trauben nicht zu schwächen, wird das Rote Weinlaub erst deutlich nach der üblichen Lese geerntet.

Schöne Beine durch Traubenstampfen

Schon früh war aufgefallen, dass die Winzerinnen schöne Beine hatten. Beim Zerstampfen der Trauben kamen sie mit den Wirkstoffen in Berührung. Später entdeckte man in Südfrankreich, dass auch das Rote Weinlaub wirksam ist. Man bereitete daraus einen Brei und strich ihn auf die Beine.

Die Wildform des Weins existiert auch heute noch in den Flussauen der Mittelmeerländer und rund um das Schwarze Meer. Wein wurde ursprünglich im Mittelmeergebiet domestiziert und wird heute weltweit in sämtlichen gemäßigten Klimazonen angebaut.

Gewinnung

Die Blätter werden von den Weinstöcken per Hand 2-8 Wochen nach der Weinlese geerntet. Sie werden zerkleinert und mit Wasser extrahiert. Nach dem Eindampfen entsteht der als Arzneimittel zugelassene Trockenextrakt. Er wird auf einen Flavonoidgehalt von 3-7 % eingestellt.

Heilwirkung von Rotem Weinlaub

Vorbeugung gegen Ödeme

Rotes Weinlaub dichtet die feinen venösen Blutgefäße ab. Dadurch sickert weniger Plasma in das Gewebe und die Bildung von Ödemen und „dicken Beinen“ ist deutlich vermindert. In Studien konnte man nach 6 bis 12 Wochen eine messbare Reduktion des Beinumfangs feststellen. Daneben besserte Rotes Weinlaub auch andere Beschwerden wie Schweregefühl der Beine, Schwellungsneigung, Juckreiz oder Schmerzen beim Stehen.

Gerade mit einer frühzeitigen und konsequenten Therapie kann man nicht nur viele Symptome bei Chronischer Venöser Insuffizienz (CVI) lindern, sondern auch das Fortschreiten des Krankheitsbildes verlangsamen oder sogar aufhalten. Rotes Weinlaub reduziert das Risiko schmerzhafter Venenentzündungen oder tiefer Beinvenenthrombosen.

Wirksamste Therapie der Venenentzündung bleibt in fortgeschrittenen Fällen aber die Kompression mit elastischen Strümpfen und die Operation. Bewegung, insbesondere Gehen und Laufen, Vermeiden von langem Sitzen oder Stehen, das Hochlagern der Beine und die Anwendung von kaltem Wasser gehört neben der Anwendung von Rotem Weinlaub zur Basistherapie.

Entzündung

Entzündliche Prozesse an den Adern hängen ursächlich mit dem Krankheitsbild venöse Insuffizienz zusammen. Entzündungsbotenstoffe aus weißen Blutzellen (neutrophile Granulozyten) machen die Adern durchlässig, schwächen das Bindegewebe und erzeugen ein ausgesprochen oxidatives Milieu. Dadurch sollen eigentlich Krankheitserreger bekämpft werden, geschädigt wird aber auch das Gewebe und die Gefäße. Extrakt aus Rotem Weinlaub fängt Radikale ab und ist ausgesprochen „antioxidativ“. Das trägt zur Schonung von Gewebe und Gefäßen bei. Außerdem hemmen die Inhaltsstoffe aus Rotem Weinlaub (Flavonoide, Anthocyanoside und Polyphenole) die Bildung entzündlicher Botenstoffe, also die Ursache der schädlichen Prozesse. Eine Anwendung von Rotem Weinlaub gegen schmerzhafte Venenentzündungen ist daher durchaus plausibel.

Elastizität des Bindegewebes

Bei entzündlichen Prozessen werden Enzyme produziert, welche das Bindegewebe angreifen. Das schädigt nicht nur die Adern, sondern auch das umgebende Bindegewebe. Oligomere Proanthocyanidine aus dem Roten Weinlaub gehen Bindungen mit diesen Enzymen ein und hemmen sie dadurch. Die Festigkeit des Bindegewebes und der Adern bleibt erhalten.

Durchblutung

Sauerstoffmangel ist einer der treibenden Kräfte der Zerstörung der Gefäßwände und Auslöser entzündlicher Prozesse. Extrakt aus Rotem Weinlaub verbessert die Durchblutung der feinen Gefäße (Kapillaren) und beugt Gewebeschäden vor. Eine ausreichende Versorgung erlaubt außerdem eine schnellere Heilung von Defekten. Studien am Menschen haben die verbesserte Sauerstoffversorgung durch Extrakte aus Rotem Weinlaub nachgewiesen.

Tradition

In Südfrankreich hat Rotes Weinlaub eine lange Anwendungstradition. Man setzt es nicht nur bei Venenleiden, Krampfadern und Hämorrhoiden ein, sondern auch als Blutreinigungsmittel. Im Altertum kannte man noch weitere Anwendungen von Weinlaub wie Kopfweh, Entzündungen, Magenschmerzen, Gelenkerkrankungen und Blutstillung. Nach modernen Kenntnissen könnte es hier tatsächlich zu positiven Effekten kommen, falls die Beschwerden durch entzündliche Vorgänge ausgelöst werden. 

Nebenwirkungen

Mit Dosierungen von 360 bis 720 mg Extrakt pro Tag ist die Verträglichkeit gut. In seltenen Fällen wurden Magen-Darmbeschwerden beobachtet.

Für die Anwendung von Rotem Weinlaub in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Daten vor. Daher in diesen Zeiten nicht ohne ärztlichen Rat anwenden.

Praktische Anwendung: Produkte & Dosierung

Geeignet sind Präparate zum Einnehmen (Tabletten oder Tropfen). Sie enthalten 3-7 % Gesamtflavonoide bei 20-30 % Gesamtpolyphenolen. Achten Sie auf eine Standardisierung. Verfügbar sind auch Gele, Cremes und Sprays zur äußerlichen Anwendung, von denen eine geringere Wirkung zu erwarten ist.

Dosierung

innere Anwendung:

  • Pro Tag 360 mg alkoholischer wässriger Trockenextrakt, maximal 720 mg, in 3 Portionen einnehmen
  • 10 ml Flüssigextrakt pro Tag, 3 x täglich 3,3 ml.
  • Als Tee: 10 g Rote Weinlaubblätter in 250 ml heißem Wasser ziehen lassen, 2-4 Tassen pro Tag trinken

äußere Anwendung:

  • Fußbad: 60-80 g Rote Weinlaubblätter pro Liter abkochen, Teilbäder 2 x täglich
  • Pharmazeutische Präparate zur äußerlichen Anwendung 2 x täglich auftragen.

Wirkstoffe

  • Flavonoide wie Kämpferol-3-O-D-glucosid, Anthocyane, oligomere Procyanidine
  • Polyphenole - Flavonole: Quercetin-3-O-Dglucuronid

Quellen/Weitere Informationen

Quellen