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Sanddorn

Orange Früchte des Sanddorns auf einem Holzteller.
© virginijavaidakaviciene on Canva

Sanddorn: Superfood & Geheimtipp bei Wunden aller Art

Die Beeren des Sanddorns enthalten 8 wertvolle Vitamine in teilweise hoher Dosis. Sie steigern die Abwehrkräfte und helfen bei Erkältung. Weiterhin helfen die Fettsäuren im Öl bei diversen Hautproblemen, auch bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen und entzündeten Schleimhäuten.

Von: Dr. rer. nat. Stefanie Burkhardt-Sischka

Von: Dr. rer. nat. Stefanie Burkhardt-Sischka

Dieser Artikel basiert auf der phytotherapeutischen Fachliteratur und wurde vom Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink fachlich geprüft.

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Sanddorn: Das Wichtigste im Überblick

Sanddornbeeren werden vor allem als Saft zur Steigerung der Abwehrkräfte in Erkältungszeiten verwendet. Sie liefern aber auch ein wertvolles Öl, das bei Erkrankungen der Haut und der Schleimhäute, bei Wunden und Verbrennungen helfen kann.

Hippophae: Das leuchtende Pferd

Der Sanddorn wird wissenschaftlich Hippophaë rhamnoides genannt. Im Altertum soll man Pferden Sanddornlaub verfüttert haben, damit diese ein glänzendes Fell bekamen. Hieraus leitet sich auch der Name des Sanddorns ab: leuchtendes Pferd – Hippophaë, das sich aus dem griechischen hippos (Pferd) und phaes (leuchtend) zusammensetzt.

Zitrone des Nordens

Seine knallorangen Beeren verfügen über einen außergewöhnlich hohen Gehalt an Vitamin C und werden deshalb auch als "Zitrone des Nordens" bezeichnet. Vitamin C ist ein Antioxidans, es entschärft schädliche freie Radikale, hilft dadurch bei der Krebsprävention, steigert die Abwehrkräfte und kann Infektionen vorbeugen.

Auch mit Karotinoiden (ebenfalls Antioxidantien), vor allem mit Provitamin A können die Beeren punkten. Provitamin A ist für Sehkraft, Knochen sowie gesunde Haut und Schleimhäute unentbehrlich.

Die Karotinoide und die Fettsäuren im Fruchtfleischöl unterstützen das Zellgewebe und fördern die Wundheilung. Auch Psoriasis und Neurodermitis sprechen auf das Öl gut an.

Wie schmecken Sanddornbeeren

Die Früchte haben einen charakteristischen Geschmack. Er ist herbwürzig, aromatisch, säuerlich, zusammenziehend. Der Zuckergehalt der Beeren kann stark variieren.

Wie wird Sanddorn verwendet?

Wobei und wie gut hilft Sanddorn?

Der Sanddorn hat eine lange Anwendungstradition. Vor allem in Indien, Nepal, Tibet, China oder Russland spielt er eine große Rolle in der traditionellen Medizin und gilt als Wunderpflanze. [1]

Doch im europäischen Raum gehört er nicht zu den anerkannten Arzneipflanzen. Es existiert keine Monographie über Sanddornfrüchte (weder nach HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products), noch von der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy)). Deshalb gibt es auch keine Sanddorn-Zubereitung, die über einen Arzneimittelstatus verfügt.

Ergebnisse aus neueren Forschungsarbeiten weisen allerdings auf zahlreiche positive Wirkungen von Sanddornzubereitungen hin. So konnten auch positive Effekte bei vielen aus der Erfahrungsheilkunde stammenden Anwendungsgebieten festgestellt werden. Doch um von gesicherten Wirkungen sprechen zu können, bedarf es unbedingt weiterer Untersuchungen, insbesondere aber klinischer Studien. [1], [2]

Das hätte der Sanddorn auf jeden Fall verdient, denn in der Erfahrungsheilkunde nimmt er schon einen ganz wichtigen Platz ein.

Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde

Sanddorn: Aussehen, Vorkommen & Anbau

Wie sieht Sanddorn aus?

Illustration des Sanddorns
Kleine, orange Früchte sind typisch. © Jacob Sturm - wikimedia

Der Sanddorn ist ein sparriger, mittelhoher Strauch oder niedriger Baum. Er wird wird 1,5 bis 5 m hoch, seine silbergrauen Zweige sind stark bedornt. Seine Blätter sind schmal lanzettlich und dunkelgrün auf der Oberseite. Unterseits erscheinen sie durch dichtstehende Schildhaare silbergrau. Sie erinnern an Weidenblätter. Im September ist der Strauch voll gepackt mit kleinen, orange-farbenen Beeren.

Aufgrund seiner schmalen, silbrig grauen Blätter und seines bizarren Wuchs wurde er im Mittelalter bei uns " wilder deutscher Olivenbaum" genannt.

Was bedeutet zweihäusig beim Sanddorn?

Der Sanddorn ist zweihäusig, das bedeutet, dass auf einem Strauch entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten zu finden sind. Die männlichen sind in achselständigen, kugeligen Blütenständen angeordnet. Die weiblichen Blüten bilden traubenförmige, zusammengedrängte Blütenstände. Die Blüten erscheinen vor den Blättern im April und Mai und sind unscheinbar.

Die Beeren des Sanddorns sind botanisch gesehen beerenartige Steinfrüchte

Die gelborangen bis orangeroten, fleischigen, Früchte sind aus botanischer Sicht keine Beeren, es handelt sich bei ihnen um Scheinbeeren, genauer gesagt um beerenartige Steinfrüchte. Sie haben kurze Stängel, ihre Form ist oval. Sie reifen im September/Oktober und bleiben im Winter an den Zweigen. [10] [3]

Wo wächst der Sanddorn?

Der Sanddorn ist von Europa bis nach Ostasien verbreitet. Der Urheimat liegt in Asien. Dort ist er in den Steppengebieten und Flusstälern zu Hause, ebenso in den Gebirgen vom Kaukasus bis zum Himalaya. Er klettert in Tibet bis 5000 m Höhe hinauf. In Deutschland findet man ihn in Dünen, vor allem entlang der Nord- und Ostseeküste, auf Schotterhalden der Alpen und in Schotterauen im Alpenvorland. Er ist extrem windbeständig und auch salztolerant. Der Sanddorn ist eine Pionierpflanze, d.h. er ist eine der ersten Pflanzen, die Rohböden besiedeln. Er begnügt sich mit nährstoffarmen, kargen, sandigen Böden, aber dafür ist sein Bedürfnis nach Licht immens. Bei Beschattung durch andere Gehölze weicht er zurück. [7]

Der Sanddorn durchwurzelt den Boden ziemlich tief, teilweise bis zu 3 Meter. So kommt er auch im kargen Gelände an Wasser und Nährstoffe. Von der Hauptwurzel bildet er kriechende Ausläufer bis zu 10 Metern im Umkreis. Er trägt somit zur Verfestigung des Bodens bei und wird deshalb auch zur Befestigung von Dünen und Böschungen gepflanzt. Mit seinen Wurzeln lebt er in Symbiose mit dem Knöllchen bildenden Bakterium Frankia alni, das Stickstoff aus der Luft binden kann, der dann der Pflanze zur Verfügung steht. [7]

Viele Unterarten

Aufgrund des großen Verbreitungsgebietes des Sanddorns konnten zahlreiche Unterarten identifiziert werden. Sie werden botanisch als Subspecies bezeichnet. So gibt es zum Beispiel die Subspezies rhamnoides, fluviatilis, rivularis, carpatica, caucasica, turkestanica, mongolica oder chinensis. Die Unterarten weisen nicht nur Unterschiede an äußerlichen Merkmalen auf. Wie aus Forschungsarbeiten hervorgeht, können auch die Inhaltsstoffe und ihre prozentualen Anteile variieren. [7], [2]

Wann Sanddorn ernten?

Sanddornbeeren reifen im September und Oktober. Man erntet sie vollreif und bei trocknenem Wetter. Die Ernte ist allerdings sehr mühsam. Die Früche sind dicht auf ganz kurzen Stielen an den bedornten Zweigen angeordnet. Sie haften ziemlich fest und platzen leicht. Deshalb hat sich folgende Methode bewährt: Man legt ein Tuch auf den Boden unter dem Strauch bindet größere Äste an eine Schnur, zieht sie zu sich heran und schneidet die Beeren mit den Stielen ab.

Man kann auch kleine Stücke der Fruchtzweige abschneiden und die Beeren mit einer Gabel abstreifen oder die Zweige einige Stunden ins Gefrierfach legen und danach die Beeren abklopfen.

Kulturgeschichte

Seit uralten Zeiten wird der Sanddorn in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet als Nahrungs- und Heilmittel genutzt. In der tibetischen Medizin vertraut man seiner Heilkraft seit über 1200 Jahren. Auch in China und Russland hat er einen festen Platz in der Volksmedizin.

Die tibetische Medizin kennt über 300 verschiedene Sanddornzubereitungen, die bei Erschöpfung, Erkältung, Fieber und Schleimhautentzündungen eingesetzt werden.

Aufgrund seiner schmalen, silbrig grauen Blätter und seiner bizarren Gestalt wurde er im Mittelalter bei uns " wilder deutscher Olivenbaum" genannt. Weitere Namen im Volksmund sind Sandbeere, Dünendorn, Dornbusch, Seekreuzdorn oder Fasanenbeere.

Schon vor 1900 wurde in Russland der Sanddorn als Kulturpflanze der Zukunft diskutiert. 1960 begann in der UdSSR die Sanddornkultur.

Nachdem Forscher in den Beeren einen hohen Gehalt an Vitamin C feststellen konnten, erlebte der Sanddorn in der DDR einen ungeheuren Boom als heimische Vitamin-C-reiche Pflanze als Ersatz für Zitrusfrüchte. Ende der 1960iger Jahre wurde der Sanddorn erstmals in der DDR für die Volksgesundheit kultiviert und 1982 sogar eine Arbeitsgemeinschaft für Sanddornanbau gegründet. Heute wird der Sanddorn in Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg auf nährstoffarmen, sandigen Böden kultiviert. [7]

Eine bekannte Plantage in Ludwigslust und Deutschlands ältestes biologisches Anbaugebiet ist die Firma "Sanddorn Storchennest". Dort werden Besichtigungen angeboten.

Anbau: Sanddorn im Garten pflanzen

Der Standort sollte sonnig sein, der Boden locker. Schwere Lehmböden sagen ihm nicht zu, in diesem Fall sollte der Boden bis in die Tiefe mit Sand aufgelockert werden. Im Hausgarten bedarf es keiner Düngung. Im Garten-Fachhandel gibt es diverse Sorten.

Diese Sorten sind empfehlenswert:

  • Garden's Gift (weiblich),
  • Botanica (weiblich),
  • Leikora (weiblich),
  • Pollmix 2 (männliche Befruchtersorte)
  • und Hikul Silverstar (männliche Befruchtersorte). [11]

Wann Sanddorn pflanzen?

Sanddorn wird am besten im Frühling oder Herbst gepflanzt.

Aufgrund der Zweihäusigkeit müssen eine weibliche Pflanze und eine männliche Pflanze als Pollenspender gesetzt werden. Dabei muss aufgrund der Windrichtung das männliche Exemplar westlich des weiblichen Exemplars stehen, da die Pollen vom Wind verbreitet werden. [7]

Heilwirkung: Warum ist der Sanddorn so gesund?

In den Sanddornfrüchten sind 8 von 13 Vitaminen enthalten, darunter besonders viel Vitamin C (2.500 mg/100 Gramm Frucht), viele gesundheitsfördernde Fettsäuren, Flavonoide und speziell in den Samen bis zu 15 % fettes Öl mit den ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure.

Besonders hervorzuheben ist die Palmitoleinsäure, eine Omega-7-Fettsäure, die sehr selten in Pflanzen vorkommt. Sie unterstützt das Zellgewebe und fördert die Wundheilung und die Gesundheit von Haut und Schleimhäuten. Die Palmitoleinsäure ist im Öl des Fruchtfleisches enthalten.

Durch die Kombination dieser Inhaltsstoffe wirkt Sanddorn besonders:

  • antioxidativ (Vitamine, Flavonoide)
  • entzündungshemmend (Flavonoide, Alpha-Linolensäure, eine Omega-3- Fettsäure)
  • wundheilend (verschiedene Fettsäuren, Vitamine wie das Beta-Carotin)
  • hautpflegend (Straffung des Hautgewebes, Hilfe bei Überpigmentierung)

Sanddorn: Welche Vitamine sind enthalten?

Vitamin C

Ist ein potentes Antioxidans und der wichtigste Wirkstoff der Sanddornbeeren. Es verfügt über antioxidative Wirkungen. Es entschärft schädliche freie Radikale im Körper und schützt die Zellmembranen vor oxidativen Schäden.Es unterstützt das Immunsystem, zudem ist es unerlässlich für die Bildung von Kollagen (für Bindegewebe, Knorpel und Knochen) und erhöht die Aufnahme von Eisen.

Die Früchte übertreffen mit ihrem Vitamin C-Reichtum Zitronen um ein Vielfaches.

Anzumerken ist an dieser Stelle auch, dass Vitamin C viel stabiler ist als in anderen Früchten und dass es beim Konservieren nicht verloren geht. Der Grund dafür ist ein niedriger pH-Wert und das Fehlen von Ascorbinsäure-Oxidase, einem Vitamin C abbauenden Enzym. [2]

5 Vitamine der B-Gruppe

Auch die lebenswichtigen und äußerst vielfältig wirkenden Vitamine B1, B2, B6, B9 und B12 sind in den Beeren enthalten. Allerdings kann der Gehalt an Vitamin B 12 sehr stark schwanken, denn das Vitamin wird von Bakterien gebildet, die auf den Wurzeln des Sanddorns leben. Das Vorhandensein dieser Bakterien (Knöllchenbakterien) ist aber abhängig vom Boden bzw. von dessem Gehalt an Stickstoff. Forscher haben herausgefunden, dass eine Überdüngung von Sanddornkulturen zu einem Verlust der Vitamin B12 produzierenden Bakterien führt. [6]

Carotinoide

Sanddornbeeren enthalten große Mengen an verschiedenen antioxidativ wirkenden Carotinoiden: Beta-Carotin, Lycopin, Lutein , Zeaxantin. Bis zu 0,1% sind von den fettlöslichen Substanzen im Öl des Fruchtfleischs und der Samen enthalten. Verglichen mit Karotten ist das die doppelte Menge.

Carotinoide haben antioxidative Eigenschaften. Zudem tragen sie zur Kollagensynthese und zur Bildung von Epithelzellen bei der Wundheilung bei. Beta-Carotin, auch Provitamin A genannt, wird im menschlichen Körper in Vitamin A umgewandelt. Es ist für die Sehkraft (Hell-Dunkel-Sehen), für gesunde Haut und Schleimhäute, Knochen, Knorpel und Zähne unentbehrlich. [2]

Vitamin E

Sanddornbeeren enthalten auch beträchtliche Mengen (0,2 %) an antioxidativ wirkenden Tocochromanolen, einem Gemisch aus Tocopherolen und Tocotrienolen, die auch als Vitamin E bezeichnet werden. Dieses schützt die Zellen im menschlichen Körper vor den zellmembranzerstörenden, freien Radikalen. Es hemmt Lipidperoxidationen, die zu Arteriosklerose führen können.

Der Vitamin E-Gehalt ist höher als in Weizen-, Mais- und Sojakeimen. [2]

Warum Antioxidantien wichtig für die Gesundheit sind

Im Stoffwechsel und durch Stress entstehen im Körper reaktive Sauerstoffspecies (abgekürzt ROS), die Proteine, Lipide und vor allem DNA angreifen können. Der Angriff auf die DNA kann zu Mutationen führen, die mit Krankheiten wie Krebs im Zusammenhang stehen können. Um den ROS-bedingten Krankheiten vorzubeugen, setzt der Körper Wirkstoffe gegen Sauerstoffradikale ein. Zusätzlich können Antioxidantien über die Nahrung oder Arzneipflanzen aufgenommen werden, die in der Lage sind, ROS zu inaktivieren. Wichtige pflanzliche Antioxidantien sind Vitamin C, E, ferner die Sekundärstoffe: Karotinoide, Flavonoide, Tannine und andere Polyphenole, Senföle sowie Allicin.

Sanddorn bei Erkältung

Durch ihren hohen Gehalt an Vitamin C sind Sanddornbeeren wie geschaffen für die Erkältungszeit. Den aus den frischen Beeren gepressten Saft (Sanddornursaft, reiner Saft) nimmt man am besten zur Vorbeugung, er hilft aber auch um bei einer bestehenden Erkältung schneller wieder fit zu werden.

Sanddorn enthält aber auch beträchtliche Mengen an Vitamin E und an Carotinoiden, wie z.B. Provitamin A. Sie wirken als Antioxidantien und als Radikalfänger, haben Zellschutzfunktion und wirken auch positiv auf das Abwehrsystem. 

Sanddorn: ein Allrounder rund um alle Hautprobleme

Aufgrund der oben genannten Heilwirkungen ist Sanddorn eine Top-Heilpflanze bei allen Hauterkrankungen, ob äußerlich oder innerlich eingenommen. Bei folgenden Erkrankungen kann das Sanddornöl aus dem Fruchtfleisch äußerlich aufgetragen lindern und heilen. Wichtig ist, immer eine Kompresse darüber zu legen, da das Sanddornöl stark färbt. Je nach gewünschter Intensität wird das Öl sparsam pur aufgetragen oder mit anderen Ölen wie Johanniskrautöl, Mandelöl oder Sesamöl gemischt oder in Wundheilsalben eingerührt. Je nach Anwendung wählen Sie 1, 2 oder 5%ige Mischungen. Dabei entspricht 1 ml etwa 20 Tropfen. Zur genauen Dosierung lesen Sie hier weiter.

  • Sonnenbrand
  • Verbrennungen
  • Wunden, Wundliegen (Dekubitus)
  • chronische Hauterkrankungen
  • wunde Brustwarzen
  • schlecht heilende Dammnähte nach der Geburt
  • Schleimhauterkrankungen im Genitalbereich (hier gibt es auch extra Kapseln zum Einnehmen)
  • Verdünnung des Genitalgewebes (vaginale Atrophie), verbunden mit Scheidentrockenheit, Brennen und Schmerzen beim Sex.

Sanddorn gegen trockene Schleimhäute

Das Öl des Fruchtfleisches weist einen hohen Gehalt (ca. 35 %) an Palmitoleinsäure auf. Diese Fettsäure, eine Omega-7-Fettsäure, kommt in Pflanzen selten vor. Sie ist im menschlichen Hautfett enthalten. Sie unterstützt das Zellgewebe und fördert die Wundheilung und die Gesundheit von Haut und Schleimhäuten. Untersuchungen zeigten positive Wirkungen bei Infektionen, bei entzündlicher Atrophie der Vaginalschleimhaut und auch bei Überpigmentierung der Haut.  [2]

Sanddorn gegen Neurodermitis

Früchte des Sanddorns in einer Schale und Sanddornöl in einer Flasche.
© tashka2000 Getty Images on Canva

Die entzündungshemmenden und antiseptischen Eigenschaften des Fruchtfleischöls können auch bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis helfen. Aber auch das Kernöl kann helfen, da es mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, die die trockene Haut pflegen.

Sanddorn bei Dekubitus (Wundliegen)

Hier hat sich eine 5%ige Mischung aus Sanddornfruchtfleischöl in Johanniskrautöl (2,5 ml bzw. 50 Tropfen in 50 ml Johanniskrautöl) bewährt, die täglich mehrmals behutsam einmassiert wird.

Sanddornfruchtfleischöl bei Mundschleimhautentzündung (auch nach Chemotherapie)

Klinische Studien gibt es dazu nicht, aber viele positive Erfahrungsberichte im Internet und auch Ursel Bühring schreibt, dass es erfolgreich in Kliniken eingesetzt wird. Dazu bis sechsmal täglich das Öl (3 Tropfen) pur oder leicht verdünnt (mit Honig oder Joghurt) mit dem Speichel im Mundraum verteilen. Das Öl lindert die Schmerzen und die geschädigte Mundschleimhaut erholt sich schnell. Das Gute daran: hinterher kann das Öl einfach runtergeschluckt werden.

Sanddorn beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor

Im Kernöl des Sanddorns sind reichlich Phytosterole enthalten. Phytosterole spielen vermutlich eine Rolle bei der Prophylaxe von Herz-Kreislauferkrankungen, bei denen erhöhte Blutfette die Ursache sind. Phytosterole verringern die Aufnahme von Cholesterin aus dem Dünndarm und können so zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut beitragen.

Sanddorn für eine gesunde Ernährung

Das Besondere am Samenöl aus dem Kern des Sanddorns ist außerdem das 1:1 Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3 -Fettsäuren. Es hat einen Anteil von etwa 31 % der Omega-6-Fettsäure Linolsäure und etwa 34 % der essenziellen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (Essenzielle Fettsäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden, sie können vom Körper nicht gebildet werden). Beide Fettsäuren sollten in einem ausgeglichenen Verhältnis aufgenommen werden, denn bei einem großen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren werden vom Körper verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe produziert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein Verhältnis von maximal 5:1, nach WHO sollte es möglichst unter 4:1 liegen.

Wie aus Untersuchungen hervorgeht, verringert Alpha-Linolensäure das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Sie wirkt auf den Blutdruck, den Fett- und Eiweißstoffwechsel und die Immunabwehr. Darüberhinaus kann sie auch bei trockenen Augen helfen und zur Knochengesundheit beitragen. [2]

Nebenwirkungen & Gegenanzeigen von Sanddorn

Nebenwirkungen:

Es sind keinen Nebenwirkungen bekannt.

Gegenanzeigen:

Allergie gegen Sanddorn. Menschen mit Histamin- und Fructoseintoleranz sollten beim Verzehr vorsichtig sein.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Arzneimittel mit Sanddorn gibt es nicht, sondern nur so genannte Nahrungsergänzungsmittel (z. B: Kapseln mit Sanddornöl) oder Naturkosmetik. Dennoch ist die Produktauswahl groß, da es neben dem Sanddornfruchtfleischöl und dem Kernöl auch noch Saft gibt, der ganz naturbelassen auch als Ursaft ohne Zucker daher kommt. Die puren Säfte und Öle gelten als Lebensmittel, auch wenn man sie zur Heilzwecken einsetzen kann. Ebenso der Tee, den man mit getrockneten Beeren aufbrüht.

Zubereitungen aus Sanddornbeeren sind also entweder als Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel oder als Hautpflegeprodukt im Handel.

Für alle, bei denen Sanddornsträucher vor der Tür wachsen und die nach Rezepten suchen, diese gibt es weiter unten. Hier geht es jetzt erstmal weiter mit Tipps zu gekauften Sanddorn-Produkten.

Sanddorn in der Kosmetik

Der hohe Gehalt an antioxidativ wirkenden Inhaltsstoffen wirkt sich positiv bei der Hautpflege aus. Sanddorn als Bestandteil in Cremes, Lotions und anderen Kosmetika hilft gegen Hautschäden wie Sonnenbrand, bei entzündeter Haut, z. B. durch eine Akne-Erkrankung, sowie als Anti-Aging-Mittel. Als Öl schützt es die Hautbarriere und spendet Feuchtigkeit. Hochwertige Produkte bekommen Sie bei den bekannten Herstellern wie Weleda, Primavera oder Dr. Hauschka.

Wo kann ich Sanddorn erwerben?

Nahrungsergänzungsmittel sowie die Säfte, verschiedenen Öle, Kosmetika, Marmeladen oder Liköre erhält man je nach Produkt in Apotheken, Bioläden, Reformhäusern, Drogeriemärkten und im Online-Shop.

Kaufen Sie Sanddornprodukte am besten in Bioqualität.

Hausmittel Sanddorn: Wie einnehmen?

Sanddornsaft:

Bei Erkältungen und fieberhaften Erkrankungen: Sanddornsaft 3-mal täglich einen Esslöffel einnehmen. [9]

Teezubereitung aus den Beeren:

2 Teelöffel Beeren mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen.

2 – 3-mal täglich eine Tasse.

Sanddorn-Lassi als Gesundheits-Drink

Zutaten für einen leckeren Sanddorn Lassi.
© Nicole Schramm

Zutaten

  • 1 reife Mango
  • 1/2 Banane
  • 300 ml Buttermilch
  • 200 ml, am besten frisch gepresster, O-Saft
  • 100 ml Sanddornsaft

Zubereitung: Früchte kleinschneiden und mit den anderen Zutaten in einem Mixer pürieren. Wohl bekomm's!

Sanddorn-Lassi
Yummie! © Nicole Schramm

Pures Sanddornöl aus dem Fruchtfleisch, äußerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung für die Haut und kleinere Wunden: 5 - 10 ml Öl auf einen Wattebausch geben und in die Haut einmassieren oder Wunden bzw. Wundränder abtupfen [3].

Gegen Lippenbläschen (Herpes labialis), die durch starkes Sonnenlicht z. B. am Meer oder im Gebirge ausgelöst werden, kann man zur Vorbeugung 3-mal täglich 10 Tropfen Fruchtfleischöl schon 2 Wochen vor der Reise einnehmen. Direkt vor der Lichtexposition sollte das Öl auf den Lippen einmassiert werden. [5]

Alternativ: Sanddornöl selbst mischen, äußerliche Verwendung

Neben der puren Nutzung empfiehlt sich bei folgenden Rezepturen auch das Mischen mit anderen Ölen oder auch das Einrühren in andere Wundheilsalben. Je nach Anwendung wählen Sie 1, 2 oder 5%ige Mischungen. Dabei entspricht 1 ml etwa 20 Tropfen.

Vorschläge für eigene Rezepturen:

50 Tropfen Sanddornkernöl und 10 Tropfen Lavendelöl mit 20%igem fettem Johanniskrautöl /100 ml Öl mischen. Bewährt bei trockener Neurodermitishaut. [8]

Öl gegen Verbrennungen, auch Sonnenbrand: 50 ml Johanniskrautöl, 20 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl und 10 Tropfen Lavendel (ätherisches Öl) mischen. [5]

Sonnenschutzöl:

50 ml Bio-Sesamöl und 30 bis 50 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl mit 10 Tropfen Lavendel (ätherisches Öl) und 5 Tropfen Niaouli (ätherisches Öl) mischen. [5]. Entspricht einer 3 – 5 % Mischung.

Sanddornbeeren selbst gesammelt. Und jetzt?

Trocknen:

Die Beeren für Tee werden schonend getrocknet.

Sanddornsaft

Eine Karaffe voll Sanddorndsaft, von oben fotografiert.
© silvarita - pixabay

2,5 kg vollreife Beeren mit 1/4 l Wasser 15 bis 20 Minuten leicht kochen. Den Brei abseihen, den Saft süßen, nochmals aufkochen und in Flaschen abfüllen. [7]

Anmerkung: Zu rein therapeutischen Zwecken möglichst sehr wenig süßen, besser noch ungesüßten Saft verwenden.

Sanddorn in der Küche

Sanddorn-Sirup

1 kg vollreife Sanddornbeeren zerdrücken und mit kochendem Wasser übergießen. Den Topf mit einer doppelten Lage Pergamentpapier fest zubinden und 24 h kühl stehen lassen.

Danach abseihen und den Zucker und Zitronensaft einrühren. In kleine Flaschen abfüllen und 20 min bei 70 Grad pasteurisieren, danach die Flaschen verschließen. [7]

Sanddornmarmelade (geleeartig)

0,5 Liter Sanddornsaft mit 165 bis 510 g Zucker mischen und bis zur Geleeprobe kochen. [7]

Sanddornmischfruchtmarmelade

0,5 Liter Sanddornsaft werden mit 0,5 bis 1 kg zerkleinerten und weichgekochten Früchten (z. B. Apfel, Birne) mit Zucker gemischt, gekocht und dann in Gläser gefüllt.

Sanddorn: Inhaltsstoffe

Vitamine

Vitamin C (Ascorbinsäure ) bis 1,4 %.

Carotinoide bis 0,1%, darunter Beta Carotin (Provitamin A)

Vitamin E (Tocochromanole) bis 0,2%

Vitamin B1 (Thiamin

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B9 (Folsäure)

Vitamin B12 (Cobalamin)

Fettsäuren

Fettes Öl (bis 15 % im Samen und 5 % im Fruchtfleisch)

  • Im Samenöl vor allem die 2-fach ungesättigte Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure und die 3-fach ungesättigte Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure.
  • Im Fruchtfleischöl sind vor allem gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, wie die gesättigte Palmitinsäure, die einfach ungesättigte Ölsäure und die einfach ungesättigte Palmitoleinsäure, eine Omega-7-Fettsäure.

Phytosterole

Im Kernöl des Sanddorns sind reichlich Phytosterole enthalten. Den höchsten Anteil hat das Beta-Sitosterol. 

Flavonoide

In Sanddornbeeren sind 1,5 % Flavonoide enthalten, vor allem Isorhamnetin, Quercetin, Myricetin und Kaempferol. Sie haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Man hat herausgefunden, dass sie eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von chronischen Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen können. [2]

Mineralien und Spurenelemente

Sanddornbeeren sind reich an lebenswichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen.

Mengenmäßig am meisten vertreten sind Salze von Kalium, darauf folgen Calcium, Phosphor, Magnesium und Natrium.

Spurenelemente

Eisen, Zink, Selen, Mangan.

Essenzielle Aminosäuren

Sanddornbeeren haben einen hohen Gehalt an freien Aminosäuren. Darunter befinden sich 8 essenzielle Aminosäuren [2].

  • Threonin
  • Valine
  • Methionin
  • Leucin
  • Lysin
  • Tryptophan
  • Isoleucin
  • Phenylalanin

Organische Säuren (Fruchtsäuren)

  • Oxalsäure
  • Zitronensäure
  • Weinsäure
  • Apfelsäure
  • Chinasäure

Quellen/Weitere Informationen

Quellen/Weitere Informationen
  1. Raj Kumar, G. Phani Kumar, OP Chaurasia and Shashi Bala Singh, 2011. Phytochemical and Pharmacological Profile of Seabuckthorn Oil: A Review. Research Journal of Medicinal Plants, 5: 491-499.
  2. Gâtlan A., Gutt G. Sea Buckthorn in Plant Based Diets. An Analytical Approach of Sea Buckthorn Fruits Composition: Nutritional Value, Applications, and Health BenefitsInt J Environ Res Public Health.2021 Sep; 18(17): 8986.
  3. van Wyk B.-E., Wink C., Wink M. Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2015
  4. Schönfelder P., Schönfelder I. Das neue Handbuch der Heilpflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2004
  5. Bühring U. Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Sonntag Verlag Stuttgart, 2005
  6. Dr. Pandalis Urheimische Naturprodukte Produktübersicht Oktober 2016
  7. Friedrich G., Schuricht W. Seltenes Kern-,Stein- und Beerenobst Neuman-Neudamm 1989
  8. Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. 3. Aufl. Urban & Fischer, München 2007
  9. Pahlow, M.:Das große Buch der Heilpflanzen Weltbild Verlag, 1993
  10. Aichele D., Schwegler H. Die Blütenpflanzen Mitteleuropas 2, Frankh-Kosmos Stuttgart 199
  11. Website von lubera, einem Gartenhandel

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