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Sanikel

Fotografie des Sanikels von oben
© Goran Safarek - Canva pro

Sanikel: Geschätztes Heilkraut im Alpenland

Sanikel löst den Schleim beim produktiven Husten und unterstützt durch seine keimhemmende Wirkung die Genesung.

Von: Corinna Heyer

Von: PhytoDoc Redaktionsteam

Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit des dreiköpfigen Redaktionsteams. Er wurde sorgfältig auf Basis der aktuellen, phytotherapeutischen Fachliteratur erstellt. Dabei obliegt die fachliche Endprüfung dem Heilpflanzen-Experten Prof. Dr. Michael Wink.

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Sanikel: Die wichtigsten Fakten

Bereits in dem Namen („sanare“ = heilen) wird zum Ausdruck gebracht, dass der Sanikel (Sanicula europaea) in der Volksmedizin zur Linderung oder sogar zur Heilung vieler Beschwerden angewendet wurde. Galt Sanikel früher quasi als "Allheilmittel", so ist die alte Heilpflanze heute beinahe in Vergessenheit geraten. 

Wo wächst Sanikel?

Sanikel wächst zerstreut in kalkreichen Buchenwäldern.

Was wird verwendet?

In der Heilkunde werden die getrockneten Blätter, seltener die Wurzel verwendet.

Wirkung und Anwendung

Sanikel besitzt Saponine und Gerbstoffe. Er genießt nicht nur in der Volksmedizin eine hohe Wertschätzung, sondern wird auch von der Sachverständigenkommission E zur Anwendung bei Husten mit zähflüssigem Schleim (dem sogenannten „produktiven Husten“) empfohlen.

Produkte mit Sanikel

Die häufigste Verwendung ist ein Sanikel-Tee aus der Apotheke, es gibt aber auch einige wenige Firmen, die Salben und Tropfen herstellen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sollte die vorgeschriebene Dosis nicht überschritten werden.

Das war's in aller Kürze: Zu vertiefenden Informationen gelangen Sie über das Inhaltsverzeichnis.

Was sagt die Forschung: Wobei hilft Sanikel?

Sanikel wirkt adstringierend und expektorierend. Das getrocknete Kraut (Saniculae herba) kann bei Husten mit zähflüssigem Schleim eingesetzt werden, was auch die Kommission E mit einer positiven Monographie bestätigte [1].

In der alpenländischen Volksmedizin besitzt Sanikel eine große Bedeutung, z. B. äußerlich zur Wundheilung, bei Zahnfleischentzündungen, bei Entzündungen im gesamten Mund- und Rachenraum und bei Hautpilzen und Herpes labialis. Äußerlich bei Ödemen der Beine und chronischer, venöser Insuffizienz im Stadium I. [1] Validierte klinische Studien existieren dazu aber nicht.

Die traditionelle Volksmedizin nennt noch viele weitere medizinisch nicht vertretbare Anwendungsmöglichkeiten, was u.a. auf die volkstümliche Bezeichnung als „Heildolde“ oder „Heil aller Schäden“ zurückzuführen ist.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Husten mit zähflüssigem Schleim
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Wunden
  • Hautinfektionen
  • Hautpilz
  • Zahnfleischentzündungen

Botanik: Erkennen und Sammelzeit

Der Sanikel (Sanicula europaea), auch als Europäischer Sanikel bekannt, ist eine mehrjährige, wintergrüne Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht weiß.

Wo wächst der Sanikel? 

Seine Heimat sind krautreiche Eichen- und Buchenwälder mit frischen, vorzugsweise kalkhaltigen Lehmböden. Er wächst vor allem im Süden und Westen Deutschlands, dort ist er ziemlich häufig. In den Alpen steigt er bis knapp 1.400 Meter auf.

Wann blüht der Sanikel?

Sanikel blüht von Mai bis Juli. Er ist eine Schattenpflanze und gedeiht daher auch im Wald, wenn sich das Laubdach schon geschlossen hat.

Botanische Illustration des Sanikels
© O. W. Thomé - wikimedia

Die Blätter sind handförmig geteilt, ähneln denen des Hahnenfußes, und wachsen in einer Blattrosette. Der Stängel wird bis zu 40 cm hoch und trägt am Ende eine Dolde mit kleinen köpfchenförmigen Döldchen, die aus mehreren Einzelblüten besteht. Untypisch für Doldenblütler sind die Döldchen nicht alle gleich lang gestielt und stehen daher auch nicht in einer Ebene, was die Zeichnung sehr schön wiedergibt.

Kann Sanikel verwechselt werden?

Ja, Sanikel wird bei einer Wildsammlung relativ häufig mit der Sterndolde (Astrantia major L.) verwechselt. Vor allem die Blätter sind sich sehr ähnlich. Bei Blühbeginn ist eine Verwechslung augeschlossen.

Wann Sanikel sammeln?

Es ist am wirksamsten, das Kraut nach den Empfehlungen der Volksmedizin zur Blütezeit zu ernten [1].

Sanikel: Heilwirkung

Die Heilwirkung von Sanikel beruht auf folgenden Eigenschaften:

  • zusammenziehend (adstringierend)
  • auswurffördernd (expektorierend)
  • gegen Mikroorganismen wirkend (antibiotisch)

Sanikel bei zähem Husten

Für die schleimlösende und auch keimhemmende Wirksamkeit  bei produktivem Husten ist in erster Linie das Vorhandensein von Triterpensaponinen verantwortlich. Diese können je nach Sammel-Standort in Mengen von 2 bis 13 % vorhanden sein, wodurch bei einer Wildsammlung keine reproduzierbare Wirksamkeit garantiert werden kann. Besser ist daher ein geprüftes Teeprodukt aus der Apotheke zu beziehen.


Sanikel hilft bei Hautentzündungen aller Art

Der Phytoexperte Prof. Heinz Schilcher schreibt, dass aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe eine weitere Anwendung des Sanikels plausibel ist, nämlich als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen, bei Entzündungen im gesamten Mund- und Rachenraum sowie als Umschlag bei Hautpilzen und Herpes labialis.

Validierte klinische Studien existieren dazu aber nicht. Die in Jahrhunderten beobachtete Wirksamkeit beruht auf der traditionellen Volksmedizin des Alpenlandes,

So sah es auch der Schweizer Heilpraktiker und Pharma-Unternehmer Alfred Vogel.

Was äusserlich und innerlich im Leib verwundet ist, kann mit Tee aus frischen Blättern des Sanikels heilen.

Alfred Vogel

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Praktische Anwendung: Produkte und Hausmittel

Sanikel kann als Tee, Tropfen oder Globuli erworben werden.

Zubereitung eines Sanikel-Tees

Zur Tee-Zubereitung werden die getrockneten grundständigen Blätter verwendet. Man trinkt mehrmals täglich eine Tasse Sanikeltee (1 Teel. auf eine Tasse heißes Wasser) bei Atemwegsinfekten. Stärkere Aufgüsse können zur äußeren Anwendung als Umschlag oder zum Gurgeln verwendet werden. [1, 2]

Doktor Blatt

Der Gehalt an Saponinen kann bei Wildsammlung stark schwanken und je nach Sammel-Standort in Mengen von 2 bis 13 % vorhanden sein, wodurch bei einer Wildsammlung keine reproduzierbare Wirksamkeit garantiert werden kann.

Inhaltsstoffe

  • Triterpensaponine (bis 13 %)
  • Lamiaceen-Gerbstoffe (mit Rosmarinsäure)
  • Flavonoide
  • organische Säuren
  • Schleimstoffe

Quellen/Weitere Informationen

Literatur und Links
  1. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3 Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2010
  2. Van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2015
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