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Steckbrief von Vitamin D

Vitamin D ist fettlöslich

Der Name Vitamin D ist eigentlich ein Überbegriff für verschiedene Substanzen. Genau genommen unterscheidet man tierisches Vitamin D 3 und pflanzliches Vitamin D 2. Im Körper dann gibt es Vitamin D, die Speicher- und Nutzform.

Die körpereigene Vitamin D-Synthese ist am Ende eine komplexe Koproduktion mehrerer Organe. Da kann leicht etwas aus dem Ruder laufen, weil viele Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Die Vitamin D-Produktion

Der Vitamin D-Stoffwechsel

Vitamin D und seine Reise durch den Körper

Die Herstellung von Vitamin D nutzt Stoffwechselaktivitäten in mehreren Organen. Sie beginnt mit einer Grundsubstanz aus dem Cholesterin-Stoffwechsel (mit dem etwas umständlichen Namen 7-Dehydrocholesterol). Darm und Leber stellen den Vorläufer her, die Haut macht unter Lichteinfluss das Prävitamin D3 daraus. Die begleitende Wärme löst die Umlagerung in das Vitamin D3 (Cholecalciferol) aus. Dann ist die Leber nochmals gefragt, es entsteht das Calcidiol (25-OH-Vitamin D3). Diese Speicherform kann lange im Körper gelagert werden. Wenn es dann benötigt wird, erfolgt die Umwandlung in die biologisch aktive Form. Dazu braucht es ein Signal aus der Schilddrüse, das Parathormon. Es wird immer dann ausgeschüttet, wenn sie zu wenig Calcium im Blut gemessen hat. Erst dann entsteht das eigentlich aktive Calcitriol (1,25-(OH)2-Vitamin D3) mit Hilfe der Niere.

Weiter Weg zum Wirkstoff: aus A wird B wird C

Die Herstellung des Vitamins im Körper ist also ein längerer Prozess: Aus Cholecalciferol (A) entsteht über das Calcidiol (B) das Calcitriol (C). Calcitriol ist das eigentlich aktive Vitamin-D-Hormon. Die natürliche Vitamin-Versorgung steht immer dann auf dem Spiel, wenn Darm, Leber und Niere nicht voll leistungsfähig sind.

Speicherform und Nutzform

Vitamin D3 findet man nur etwa einen Tag lang nach dem Sonnenbad im Blut. Dann ist es in das Calcidiol (= 25(OH) Vitamin D3) überführt. Calcidiol stellt die inaktive Speicherform des Vitamins im Körper dar. Das ist deshalb von Bedeutung, weil man daran die Vitamin D-Versorgung der letzten drei Monate ablesen kann. Das eigentlich aktive Calcitriol wird nur bei Bedarf produziert und ist nur wenige Stunden aktiv, dann wird es abgebaut. Für den Arzt ist also das Calcidiol interessant, denn daran kann man ablesen, wie gut die Speicher gefüllt sind.

Vitamin D-Mangel - selbst gemacht?

Der Vitamin D-Spiegel ist in gewisser Weise ein Indikator für die Lebensweise: Er zeigt an, ob man nur im Haus sitzt oder sich auch längere Zeit draußen bewegt. Kranke, gestresste, bequeme und behinderte Menschen weisen daher oft einen geringe Vitamin D-Spiegel auf. Vitamin D-Mangel ist in diesen Fällen eine praktische Folge von Krankheit und ungesundem Verhalten. Ein Beweis für eine direkte Vitamin D-Wirkung auf viele Krankheitsrisiken wäre erst der gesuchte schlüssige Beweis. An diesem Punkt aber fehlen entweder ausreichende Daten oder es ergaben sich Diskrepanzen: Dann zeigt sich zwar bei bestimmten Erkrankungen ein Vitamin D-Defizit, eine Vitamin D-Gabe heilte aber die Zustände nicht aus. Das ist der Grund, dass bei den meisten Vitamin D-Anwendungen immer noch ein Fragezeichen steht. So dürfte Vitamin D erst in der Kombination Klima, Sonnenlicht und Bewegung vollständig positiv wirken. Für sich genommen wirkt es nur schwach.

Ob man generell allen Menschen empfehlen sollte, Vitamin D einzunehmen, ist nicht gesichert. Dazu müsste man die Nebenwirkungen von Vitamin D mit den positiv-Wirkungen abgleichen.

Warum haben dicke Menschen häufig wenig Vitamin D im Blut?

Eine ganze Reihe von Studien stellen fest, dass dicke Menschen besonders niedrige Vitamin D-Spiegel haben. Das liegt aber nicht daran, dass sie es nicht bilden. Schuld ist die fettige Eigenschaft des Vitamins. Es wird im Fett der Fettzellen praktisch wie mit einem Magneten festgehalten. Damit verarmt das Blut an dem wertvollen Vitamin. Um dieses riesige Depot ausreichend zu sättigen, wäre mehr Sonne erforderlich, als man üblich abbekommt. Übrigens gab es früher dieses Problem wohl nicht: In unserer Vergangenheit waren wir im Sommer ständig am Licht und im Winter wurde der Fettkörper vollständig aufgezehrt. Die Änderung der Lebensweise bringt ganz neue Probleme mit sich.

Gewinnung

Vitamin D aus natürlichen Rohstoffen

Das Vitamin kann technisch hergestellt werden, die Rohstoffe stammen aber aus der Natur. Für Supplemente gewinnt man Vitamin D3 aus dem Wollwachs von Schafen (Lanolin), aber auch die Chemiker brauchen Licht für die Reaktion. Daneben kann man es natürlich aus Lebertran isolieren. Für Veganer werden Vitamin D3 Alternativen aus Flechten angeboten. Daneben gibt es die Vitamin D2-Variante aus Pilzen. Es kann auch aus Hefezellen (dem enthaltenen Ergosterol) künstlich hergestellt werden. Diese Vitamin-Variante ist jedoch weniger wirksam. Der Körper muss D2 erst in Vitamin D3 umbauen.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen

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