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Interview anlässlich des Deutschen Kopfschmerztages am 5.9.2014

Nahaufnahme des Gesichts einer Frau, die sich die Schläfen reibt.
© Getty Images

Kopfschmerzen häufig unterschätzt

Es bohrt, sticht, hämmert: Mehr als 13 Millionen Bundesbürger leiden häufiger unter Kopfschmerzen. Der "Deutsche Kopfschmerztag" soll auf die unterschätzte Krankheit aufmerksam machen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Interview mit Dr. med. Mansmann

"Der Kopf brummt, der Nacken schmerzt, Migräneattacken machen uns den Job und den Alltag zum Horrorszenario. Wie kann man die vielfältigen Schmerzsymptome einordnen? Wie benennt man die häufigsten Kopfweharten?"

Dr. med. Mansmann, Chefarzt der NaturaMed Klinik, beantwortet Phytodoc einige Fragen zum Thema Kopfschmerzen. Er erläutert die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen, die es zu unterscheiden gilt und gibt Tipps für den Umgang mit diesen.

PHYTODOC: Der Kopf brummt, der Nacken schmerzt, Migräneattacken machen uns den Job und den Alltag zum Horrorszenario. Wie kann man die vielfältigen Schmerzsymptome einordnen? Wie benennt man die häufigsten Kopfweharten?

Dr. Mansmann: Wir unterscheiden Verspannungs-Kopfschmerzen, Migräne-Kopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen und Stirnhöhlenkopfschmerzen.

PHYTODOC: Wie äußern sich die einzelnen Symptome und wer leidet hauptsächlich daran?

Dr. Mansmann: Stirnhöhlenkopfschmerzen kann jeder bekommen, der regelmäßig Erkältungen mit Schnupfen bekommt. Besonders häufig treten sie bei Wetterwechsel auf, am meisten dann, wenn das Wetter von schlecht auf schön wechselt, also zum Beispiel bei Föhn in Süddeutschland. Häufige Beschreibung der Patienten ist diese:„Endlich ist der Regen vorbei und die Sonne scheint wieder – aber jetzt habe ich diese Stirnkopfschmerzen mit der Benommenheit wieder.“ Wie es sich anfühlt? Es gibt einen andauernden Druck in der Stirn, meist beidseitig, morgens oft schlimmer, verbunden mit Benommenheit, Konzentrations-Störungen, manchmal auch Kreislaufstörungen mit Schwindelattacken. Ohne vernünftige Behandlung über zehn bis 20 Tage können diese Kopfschmerzen über Monate anhalten.

An Cluster-Kopfschmerzen leiden meistens Männer und Jugendliche. Sie treten normalerweise ein- bis dreimal am Tag über Wochen oder gar über mehrere Monate auf. Wie es sich anfühlt? Wie ein Haken, der durch das Auge geschoben wird und ein weiterer durch die Schläfe. Deshalb nennt man sie auch "Selbstmord-Kopfschmerzen". Viele Neurologen glauben, dass der Schmerz aus Fehlfunktionen im Bereich der biologischen Uhr resultiert, da Cluster-Kopfschmerzen stets zur selben Zeit auftreten.

Verspannungs-Kopfschmerzen zählen zu den sehr häufig auftretenden Kopfschmerz-Arten. Unter Umständen treten sie täglich bis über mehrere Wochen anhaltend auf. Was dabei passiert? Die Schmerzrezeptoren im Hirnstamm stufen unbedenkliche Reize wie Stress und Muskelverspannungen als Gründe ein, Schmerzen zu verursachen. Die beste Vorsorge lautet: Treiben Sie Ausgleichssport. Trinken Sie mehr Wasser. Meiden Sie Alkohol, denn dieser enthält Tyramin, eine Aminosäure, die die Blutgefäße weitet und somit Kopfschmerzen erzeugt.

Der Migräne-Kopfschmerz zählt zu den typischen Frauen-Kopfschmerzen, aber auch sechs Prozent aller Männer sind davon betroffen. Die Ursachen sind vielfältig. So können Fehlhaltungen der Wirbelsäule und permanenter Stress Blockaden und Verkrampfungen hervorrufen, die als Auslöser für nackenbedingte Kopfschmerzen in Frage kommen. Zieht die Migräne – meist einseitig – vom Nacken hoch bis in die Schläfe vorn mit Lichtempfindlichkeit, dann handelt es sich um Blutgefäßverkrampfungen im Gehirn. Die Ursache dieser Verkrampfungen liegt meist in einer versteckten Stoffwechselerkrankung der Leber. Die betroffene Leberabteilung muss nämlich Stress verarbeiten und ist außerdem für den Abbau von Hormonen zuständig. Wenn sie starke Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus bei Periode oder Eisprung zu verdauen hat, entstehen wegen Überlastung dieser Abteilung die meisten Migräne-Anfälle. Als weitere Migräne-Ursachen kommen Immunstörungen oder andere Hormonstörungen in Frage.

PHYTODOC: Was empfehlen Sie den Betroffenen?

Dr. Mansmann: Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch. Überprüfen Sie Ihre Lebensweise und Ernährung. Lassen Sie sich Entspannungstechniken zeigen und reduzieren Sie die Stressfaktoren. Sie sind nicht zwingend dem Schmerz ausgeliefert, wenn Sie Ihr eigenes "Frühwarnsystem" aufstellen.

Kopfschmerz-Tagebuch: Hier downloaden

PHYTODOC: Herr Dr. Mansmann, besten Dank für das Interview.

Dr. med. Vinzenz Mansmann, Facharzt für Allgemein­medizin und Naturheilverfahren ist Chefarzt der NaturaMed Klinik in Bad Waldsee/Württemberg.


Links zum Thema:

  1. Kopfschmerzen alternativ behandeln bei PhytoDoc
  2. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
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