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Gua Sha

Strichförmige Hautreizungen überziehen den Rücken des Patienten.

Die Bindegewebsmassage "Gua Sha"

Gua Sha ist eine aus China kommende Bindegewebsmassage, bei der Blut in die Haut gezogen wird.

Von: Dr. med. Martin Wörffel

Tradition aus dem Osten

Gua Sha ist eine "schabende" (= Gua) Bindegewebsmassage, die mit speziellen Werkzeugen ("Schabern") und Ölen durchgeführt wird. Sie erzeugt eine Hautrötung mit punkt- oder strichförmigen geringfügigen Hautblutungen. Die Haut selbst wird zwar gereizt, aber nicht verletzt. Die Hautrötungen klingen nach 2-5 Tagen wieder ab. Behandelt werden entweder Rücken, Arme, Beine, Muskeln oder auch Meridiane.

Welche Krankheiten werden mit Gua Sha behandelt?

  1. Erkältung und Fieber, Husten, Bronchitis
  2. Gelenkserkrankungen, Muskel-, Bänderverletzungen und Steifheit
  3. Rücken-, Nackenschmerzen, Erkrankungen der Wirbelsäule
  4. Kreislaufschwäche
  5. Schmerzstörungen, Migräne, Kopfschmerzen, Fibromyalgie
  6. Urologische Erkrankungen und Frauenleiden
  7. Magen-Darmstörungen, Verstopfung
  8. Vergiftungen durch Lebens- und Rauschmittel, Schadstoffausleitung
  9. Erkrankungen der Atemwege
  10. Sportverletzungen

Behandlungsprinzip

Es handelt sich um eine traditionelle Massagetechnik, bei dem schmerzhafte Muskelpartien, v. a. im Bereich der Schulter und des gesamten Rückens mit „Schabern“ aus Horn oder ganz „traditionell“ mit Schraubdeckeln verschiedener Größe von Twist-Off Gläsern bis zu Münzen behandelt werden.

 Es geht bei dieser Behandlung darum, durch Ausstreichen der Schmerzbereiche „Schlacken“, also Ablagerungen zwischen Muskeln und Bindegewebe, zu mobilisieren und an die Oberfläche zu befördern.

Schmerzlinderung, Entspannung

Wie beim Schröpfen wird bei Gua Sha Blut in die Haut gezogen. Als Folge wird der Blutfluss zu Haut, Muskeln und dem Bindegewebe stimuliert. Gua Sha gehört zu den Reflextherapien und es stimuliert Akupunkturpunkte. So nimmt man an, dass nicht nur der Stoffwechsel in der Haut, sondern auch in den mit den entsprechenden Hautbereichen assoziierten inneren Organen gefördert wird. Gua Sha reduziert Muskelsteifheit und Schmerzen. 

Gua Sha als Beauty-Trend?

Inzwischen ist Gua Sha auch im Kosmetikbereich angekommen. Viele Frauen schwören auf die Schab-Technik, wenn es um die Gesichtspflege geht. Hierzu wird großzügig Öl auf Gesicht, Hals und auch Nacken aufgetragen, im Anschluss wird der Schaber sanft(!) von der Gesichtsmitte nach außen geführt. Die Effekte sind vielfältig:

  • gesteigerte Durchblutung
  • Reinigung der Poren, welche sich nach regelmäßiger Anwendung verkleinern
  • Verminderung von Fältchen und Augenringen
  • Entspannung der Gesichtsmuskulatur
  • hinterher: bessere Aufnahme von Pflegeprodukten

Nach der Anwendung sollte der Haut Zeit zur Entspannung gegeben werden, daher wird empfohlen die Behandlung vor dem Zubettgehen durchzuführen.

Bevor Sie die Eigenbehandlung in Erwägung ziehen, informieren Sie sich bitte ausführlich.

Eine gute Anleitung finden Sie hier >

Wie wirksam ist Gua Sha?

Bisher liegen zu der Methode nur wenige Anwendungsbeobachtungen und Studien vor. In weiten teilen Asiens gehört Gua Sha zur Volksmedizin und wird oft, gegeben durch die einfache Anwendung, als erste Maßnahme bei Feststellung einer Krankheit eingesetzt.

Gua Sha fördert nachweislich die lokale Durchblutung und soll den Stoffwechsel anregen, nach traditioneller chinesischer Vorstellung den Energiefluss ausgleichen. Es stellt sich lokal – möglicherweise auch weiter entfernt – eine Entspannung ein. Es wurde des Weiteren ein schmerzlindernder Effekt gezeigt.

Achtung

Gua Sha verursacht in häufigen Fällen Hautverfärbungen, die in den meisten Fällen jedoch nicht schmerzhaft sind und nach 3 bis 5 Tagen verschwinden. Es sollte nicht angewandt werden bei:

  • Störungen der Blutgerinnung
  • Verletzungen und Hämatomen
  • Verbrennung/Sonnenbrand
  • Ausschlägen und Ekzemen
  • Schwangerschaft
Auch Leberflecken und Pickel sollten bei der Behandlung ausgelassen werden.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Bierbach, E. (Hrsg.): Naturheilpraxis Heute; 3. Auflage, Elsevier Urban & Fischer, München, Jena, 2006
  2. Edzard, E. et al. (Hrsg.), in der Übersetzung von Falkenburg, P.: Praxis Naturheilverfahren, 1. Auflage, Springer Verlag, 2001
  3. Gerok, W., Huber, C., Meinertz, T., Zeidler, H., (Hrsg.): Die innere Medizin, 10. Auflage, Schattauer, Stuttgart, New York, 2000
  4. Hildebrandt, H. (Leitung): Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, de Gruyter, Berlin, New York, 2004
  5. Institut für Naturheilkunde und Traditionelle Chinesische Medizin, Kliniken Essen-Mitte, Knappschafts-Krankenhaus: GuaSha-Methode, Homepage, Stand November 2009
  6. Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Universität Düsseldorf, Traditionelle Chinesische Medizin, Einverständniserklärungen für die naturheilkundliche Praxis: Aufklärung über Gua Sha, Homepage, Stand November 2009
  7. Melchart, D. et al. (Hrsg.): Naturheilverfahren, Leitfaden für die ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, 1. Auflage, Schattauer, Stuttgart, New York, 2002
  8. Musial, F. et al: Functional chronic pain syndromes and naturopathic treatments: neurobiological foundations. Forsch Komplementmed. Abstract, 15(2):97-103, 2008
  9. Nielsen, A. et al.: The effect of Gua Sha treatment on the microcirculation of surface tissue: a pilot study in healthy subjects. Explore (NY). Abstract, 3(5), 456-66, 2007
  10. Schmiedel, V. und Augustin, M.; Das große Praxisbuch der Naturheilkunde, Gondrom Verlag, Bindlach, 2004
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