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Symptome und Diagnose bei Funktionellen Herzbeschwerden

Ausschlussdiagnose

Unter funktionellen Herzbeschwerden fasst man schwer fassbare diffuse Symptome zusammen, die sich auf den Oberkörper, Herz und Atmung beziehen. Medizinisch lässt sich keine eindeutige Herzerkrankung erkennen. In dieser Hinsicht sind funktionelle Herzbeschwerden eine Ausschlussdiagnose.

Symptome

Die Beschwerden sind für den Patienten sehr real und äußerst belastend. Sie treten mit und ohne äußeren Anlass auf. Besonders häufig werden folgende Empfindungen beschrieben:

  • unangenehme Gefühle im Brustkorb: diffuse Schmerzen mit drückendem, brennendem Charakter, auch Herzstechen und Schmerzen im linken Arm
  • Beklemmung, Herzenge
  • Herzstolpern, Rhythmusstörungen (Arrhythmien)
  • Herzrasen (meist bei konkretem Anlass)
  • Atembeschwerden, verstärkte, „hektische“ Atmung (Hyperventilation) oder Atemnot
  • Schwitzen, Zittern, Ohnmachtsanfälle, Schwäche, Erschöpfungsneigung
  • Panikgefühl, Angstattacken
  • Bluthochdruck-Attacken


Oft kommen auch andere psychovegetative Beschwerden (Schlafstörungen, Erschöpfung, Müdigkeit) vor. Auch erstrecken sich die Symptome mitunter auf andere Organsysteme (wie die Verdauung (Reizdarm, Gastritis, Reizblase). In der Anamnese finden sich häufig auch ein belastendes Trennungserlebnis, Stress, Trauma oder Todesfall. Viele Patienten sind selbstunsicher und neigen zu depressiven Verstimmungen oder handfesten Depressionen. Belastend ist auch, dass die Beschwerden oftmals in den wenigen Minuten dauernden Untersuchung gerade nicht auftreten. Das ist für den Patienten sehr verunsichernd.

Der Teufelskreis der Angst

Wenn das Herz aus dem Takt gerät und stolpert oder sogar schmerzt kann das beängstigend sein. Der Körper produziert Stresshormone, das wiederum verschlimmert die Symptomatik und das Herz schlägt schneller, die Adern ziehen sich zusammen. Die Symptome schaukeln sich auf, was in einer Panikattacke gipfeln kann. Typisch für die Symptome ist, dass sie umso stärker auftreten, je mehr man sich mit dem Herzschlag beschäftigt. Oft treten sie intervallweise auf.

Wann zum Arzt

Mit Herzbeschwerden sollte man grundsätzlich vorsichtig sein. Wenn aber der Arzt alles abgeklärt hat, kann man sich entspannt der Komplementärmedizin zuwenden.

Die Eigendynamik von funktionellen Herzbeschwerden

Ein Arzt, der bereits Erfahrung auf dem Gebiet der psychosomatischen Medizin hat, ist hier ein guter Wegweiser zur richtigen Therapie. Lassen Sie sich die Krankheit und die Therapieziele erklären. Aber immer wenn sich das Beschwerdebild ändert oder die Symptome schlimmer werden, ist ein ärztlicher Rat notwendig. Erst wenn Arzt und Patient die Eigenheiten des Problems kennen, können sie ein effektives Team bilden: Das Prinzip „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ lässt sich dann umsetzen.

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Genaue Untersuchung

Zunächst muss sorgfältig abgeklärt werden, ob die Beschwerden eine organische Ursache haben. Wichtig hierbei ist eine gründliche Anamnese. Der Arzt erkundigt sich nach Alarmsignalen wie Ermüdbarkeit, Atemfrequenz, Husten, Gewichtszunahme, nächtlichem Wasserlassen und Appetitlosigkeit. Er untersucht die Halsvenen (auf Zeichen von Herzschwäche), die Herztöne, den Puls, Blutdruck und den Herzrhythmus. Dazu zeichnet man die Herzerregung im Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe oder unter Belastung auf. Mit Ultraschall kann die Herzstruktur auf Anomalien untersucht werden (Echokardiographie). Das Programm wird durch Blutuntersuchungen ergänzt (Parameter: Troponin-T bei heftigen Beschwerden im Herzbereich zum Ausschluss eines akuten Herzinfarktes, Creatinkinase CK/CK-MB).

Auch wenn kein Befund vorliegt, muss eine neue Untersuchung erfolgen, wenn sich die Beschwerden des Patienten verschlimmern oder verändern. Dabei sollte das Prinzip gelten: „so viel wie nötig“ und nicht „so viel wie möglich“.

Sind organische Erkrankungen ausgeschlossen, sollte eine ausführliche Sozialanamnese die seelische Situation klären. Hilfreich ist hier ein Fragebogen zum Angstempfinden oder zur depressiven Stimmungslage.

Die Diagnose funktionelle Herzbeschwerden ist als Ausschlussdiagnose nicht leicht zu stellen und oft vergehen Jahre und viele Arztkonsultationen, bis sie schließlich gestellt wird. Es kommt vor, dass der Patient die Diagnose nicht akzeptieren kann. Damit geht wertvolle Lebenszeit verloren, die bei der richtigen Therapie viel lebenswerter wäre.