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Laktoseintoleranz

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Laktoseintoleranz: Verbreitet und doch häufig unerkannt

Wer die Laktoseintoleranz geerbt hat, muss sich ein Leben lang darauf einstellen. Wie dies am besten gelingt, lesen Sie in unserem Artikel.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wenn Milchzucker nicht verdaut werden kann

In großen Teilen der Weltbevölkerung ist die Unverträglichkeit für Milch weit verbreitet und daher für Erwachsene eigentlich der Normalzustand. Im Alter nämlich wird in der Verdauung das entscheidende Enzym, die Laktase, abgeschaltet. Der Milchzucker Laktose kann dann nicht mehr gespalten werden. Nur in nördlichen Ländern verwerten die meisten Menschen das Nahrungsmittel Milch bestens, allerdings nur dank einer genetischen Mutation des Laktase-Gens vor einigen Tausend Jahren. Die anderen haben ihre lieben Probleme damit, denn unverdaute Laktose führt zu einigen sehr unangenehmen Symptomen wie Blähungen und Durchfall. Dennoch ist diese Laktoseintoleranz, die auch als Laktasemangel oder Milchzucker-Unverträglichkeit bezeichnet wird, keine Erkrankung sondern eben der natürliche Zustand von zwei Dritteln der Weltbevölkerung. Wer die Laktoseintoleranz geerbt hat, muss sich ein Leben lang darauf einstellen. Einschränken braucht sich aber heute keiner mehr, denn es gibt schon reichlich Produkte zum Ausweichen. Informieren Sie sich hier ausführlich! Und bedenken Sie: Milchunverträglichkeit kann auch andere Ursachen haben.

Behandlung bei Laktoseintoleranz: Vermeiden bzw. ersetzen

Laktoseintoleranz ist „in“

Erst langsam beginnt seit der Entdeckung der Laktoseintoleranz ein Umdenken: Immer mehr Menschen merken, dass ohne Milchprodukte langjährige Verdauungsbeschwerden verschwinden. Nur muss man die Lebensmittel dann genau auswählen, denn Milchzucker wird vielen Produkten zugesetzt. Er hat nämlich einige interessante Eigenschaften, die ihn zu einem der beliebtesten Bindemittel für Lebensmittel macht. Milchzucker bindet Wasser und ist darüber hinaus Trägerstoff von Aromen, Geschmacksverstärkern oder Süßstoffen. Produkte mit Milchzucker schmecken besser und sind einfacher zu verarbeiten.

Dieser Verzicht macht gesund

Die Therapie bei Laktoseintoleranz wäre sehr einfach: Alle Produkte mit Laktose meiden. Aber wie praktikabel ist das im Alltag? Die Lebensmittelindustrie hat den Milchzucker in vielen Lebensmitteln versteckt. Es handelt sich also nicht nur um Milchprodukte. Milchzucker peppt zahlreiche Produkte auf wie Kekse, Gummibärchen, Knabber- und Wurstwaren, Soßenpulver, Dressings, Instantsuppen, Süßstoffe und Brotaufstriche. Selbst Nahrungsergänzungsprodukte und viele Medikamente werden mit dem Trägerstoff Laktose verarbeitet! Darf man dann gar keine davon verwenden?

Mehr Optionen als gedacht

Viele laktoseintolerante Menschen vertragen trotzdem kleinere Mengen an Laktose. Wenn tatsächlich der Milchzucker das Problem ist, hat man eine Reihe von Milchprodukten zur Auswahl (Ernährung). Bestimmte Supplemente machen die Milch auch bei Laktoseintoleranz verträglich. Die Tipps zur Lebensführung helfen Ihnen dabei.

Heilpflanzen

Die klassische Laktoseintoleranz ist ein genetischer Defekt. Dagegen helfen keine Heilpflanzen. Man kann aber etwas gegen den Durchfall nach dem Diätfehler unternehmen: Natürliche Quellstoffe aus Leinsamen, Flohsamen, geriebenen Äpfeln und Karottensuppe nehmen die überschüssige Flüssigkeit und beruhigen den Darm.

Auch für den Fall, dass eine Darminfektion oder Darmschleimhautentzündung vorübergehend zu Milchverzicht zwingt, gibt es reichlich pflanzliche Mittel. Hilfe finden Sie in den Artikeln Reizdarm, Durchfall, Verdauungsbeschwerden, Chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Malabsorption.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Laktoseintoleranz helfen können

Homöopathische Mittel

Homöopathische Mittel werden je nach den Begleitumständen ausgesucht. Ein erfahrender Homöopath berät Sie gerne. Hier nur einige Beispiele:

Hundspetersilie (Aethusa) und Natriumkarbonat (Natrium carbonicum): bei Abneigung oder Ekel gegen Milch und Laktoseintoleranz.

Magnesiumkarbonat (Magnesium carbonicum): Unverträglichkeit von Milch mit Krämpfen.

Schwarzer Spießglanz (Antimonium crudum): Milchunverträglichkeit und Erbrechen beim Baby.

Salpetersäure (Acidum nitricum): Laktoseintoleranz mit schleimig/blutigen Durchfällen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen.

Schwefel (Sulphur): Laktoseintoleranz bei Leberbeschwerden.

Die Homöopathie kann die klassische Laktoseintoleranz durch genetische Gründe nicht ursächlich behandeln. Möglicher Weise werden die Beschwerden durch eine Milchunverträglichkeit gebessert.

Nahrungsergänzung

Laktosespaltende Enzyme kann man auch von außen zuführen. Am Markt sind verschiedene Präparate mit Enzymen erhältlich, welche aus Mikroorganismen gewonnen werden. Man mischt sie direkt in die Milchprodukte oder nimmt sie in Tablettenform zu sich. In klinischen Studien sprachen viele (nicht alle) Menschen mit Laktoseintoleranz auf diese Substitutionstherapie an. Hier kommt es auf einen Versuch an.

Tipp für Milchverächter

Milch ist mit 1 g/l das kalziumreichste Lebensmittel. Ältere Menschen und Heranwachsende brauchen einen Ersatz dafür, sonst drohen Osteoporose und Karies. Idealer Weise kann Kalzium über Mineralwasser oder Lebensmittel zugeführt werden, Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium sind nur als Ersatz vorgesehen. Bei Bewohnern von Altenheimen mit Laktoseintoleranz kann die Zufuhr notwendig sein. Allzu unkritisch sollte man aber auch bei Laktoseintoleranz nicht zu diesen Produkten greifen. Zu viel künstlich zugeführtes Kalzium kann bei entsprechender Veranlagung auch zu Blasen- und Nierensteinen oder Herz/Kreislaufereignissen führen.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Mit ein paar Änderungen in der Lebensführung kann man trotz Laktoseintoleranz gut über die Runden kommen:

Verpackungstext lesen ist Pflicht

In Deutschland müssen alle wichtigen Bestandteile eines Lebensmittels auf der Verpackung stehen. Sie sind dort in der Reihenfolge der enthaltenen Menge aufgeführt. Wenn mehr als 2 % Laktose beigemengt wurde, muss dieser Zusatzstoff genannt werden. Die Hersteller kommen zum Glück den Kunden entgegen und bieten immer öfter laktosefreie Produktvarianten an. Auch zahlreiche Logos werben für laktosefreie Produkte. Bei unverpackten Lebensmitteln, wie z. B. beim Bäcker oder Metzger, müssen Sie selbst nachfragen. Aber hier ist schon mal ein ratloses Schulterzucken die Antwort.

Der Milch-Detektiv

Manchmal muss man detektivisches Gespür mitbringen, denn nicht immer wird Laktose beim Namen genannt. Sie verbirgt sich auch hinter Begriffen wie Molke, Molkepulver, Molkeerzeugnisse, Süßmolke, Milchpulver, Zuckerstoffe, usw. Bei Milchsäure (E270) oder Lactat (E325 bis E327) gilt Entwarnung. Diese Zuckerbruchstücke kann der Körper auch bei Laktoseintoleranz ohne Probleme im Stoffwechsel verarbeiten.

Alles dabei?

Für Leute, die viel unterwegs sind, zahlt sich etwas Organisation aus. Dann wird der Milchkaffee in der Arbeitspause nicht gleich zur Diätsünde. Laktosefreie Produkte sind preislich zwar etwas teurer, aber durchaus eine testenswerte Alternative. Bei einer Unverträglichkeit von Milchprotein oder Galaktose sind sie jedoch keine Lösung.

Für den Fall der Fälle: Tabletten mit Laktase-Enzym

Laktoseintolerante Menschen kennen das Szenario: Man wird zum Essen eingeladen, ist auf einem Fest oder im Restaurant. Entweder können Sie nicht Nein sagen, oder wollen es nicht. Für diesen Fall sollten Sie vorbereitet sein. Das fehlende Enzym kann auch bei einem Diätfehler leicht ergänzt werden. Supplemente mit Laktase werden einfach begleitend zum Milchprodukt eingenommen (Nahrungsergänzung).

Weitere Therapien

Auf der folgenden Therapieseite haben wir für Sie die weiteren Maßnahmen gegen Laktoseintoleranz zusammengestellt.