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Weitere Therapien: Venenthrombose

Was sonst noch hilft

Hier folgen der Abriss der naturheilkundlichen Optionen und der ganz zentrale Punkt der Schulmedizin. Ergänzend sollte man sich über die Ernährung und Abnehmen informieren.

Ernährung

Was hat die Ernährung mit den Venen zu tun?

Mehr als man zunächst vermutet:

  • Ein schlanker Körper ist besser durchblutet, Fettgewebe dagegen schlecht. Abnehmen verbessert die Durchblutung.
  • Pflanzenkost liefert Antioxidantien, die wiederum Entzündungsschäden abfedern. Damit schützt man die Stützfunktion des Gewebes.
  • Antioxidantien bremsen krankhafte Veränderungen der Aderwände. Gefäßschäden sind häufig die Initialzündung für die Thrombenbildung.
  • Daneben lässt sich über die Ernährung der gesamte Entzündungshaushalt beeinflussen. Je besser diese Werte, umso geringer die Thrombus-Neigung.

Blutverdünnende Ernährung

Omega-3-Fettsäuren hemmen die Blutgerinnung, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und beeinflussen das Entzündungsgeschehen positiv. Fisch und bestimmte pflanzliche Öle lassen sich mit etwas Knowhow gut in die neue Ernährung integrieren.

Auch der Inhaltsstoff Allicin aus dem Knoblauch wirkt ähnlich blutverdünnend. Daneben hat er auch blutdruck- und cholesterinsenkende Effekte. Er wird auch gerne für die Arteriosklerose-Vorbeugung empfohlen. Ebenso verwendet werden verwandte Pflanzen wie Zwiebel und Bärlauch.

Vollwertkost: Jetzt wird es bunt

Die Kost bei Venenthrombosen sollte reichlich Vollkornprodukte, Obst und Gemüse enthalten. Den Konsum von Zucker, Fett und Eiweiß dagegen muss man einschränken. Damit kommen die Antioxidantien, Mineralien und Vitamine zu ihrer vollen Wirksamkeit. Nebenbei löst diese Ernährung auch Probleme mit Verstopfung. Gerade sie belastet die Venen im Bauchraum und After (Hämorrhoiden).

Achtung:

  • Grünes Gemüse (Spinat, Feldsalat, Kräuter, Suppengrün), Kohl (Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Sauerkraut) enthalten viel Vitamin K. Das kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Wer Vitamin-K-Antagonisten nimmt („Marcumar“), sollte möglichst konstante Mengen an diesen Gemüsen verzehren. Damit wird es leichter die richtige Dosis des Medikaments einzustellen.
  • Keinesfalls sollte man auf diese gesunden Gemüse verzichten!

Fasten

Heilfasten kann eine verbesserte Durchblutung im Kapillarbereich bewirken. Es reduziert Wasser in den Beinen und fördert das Abheilen von Geschwüren. Fasten normalisiert viele der problematischen Blutwerte und leitet Giftstoffe aus. Im Zuge der Ausleitung und Entschlackung kann auch Heilfasten unter ärztlicher Aufsicht durchaus sinnvoll sein.

Achtung: Beim Fasten muss man einiges wissen, darum beginnen sie besser ein therapeutisch begleitetes Fastenprogramm zum Beispiel in Kombination mit einem Kuraufenthalt, denn: Zu Beginn des Fastens können die venenbedingten Beschwerden kurzfristig zunehmen. Folge sind manchmal Schwindelattacken, vor allem in der ersten Fastenwoche.

  • Beim Fasten ist viel Trinken ein Muss! Flüssigkeitsmangel würde zu einem Austrocknen (Exsikkose) des Organismus führen. Die Folge ist ein hohes Thromboserisiko.
  • Das Immunsystem wird beim Fasten vorübergehend schwächer, daher müssen offene Beine gut beobachtet werden.

Nach der Fastenmaßnahme erfolgt dann ein langsamer Kostaufbau - das ist auch genau die Gelegenheit, bei der man auf eine Vollwerternährung umstellen kann. Versuchen Sie es zumindest. Vielleicht findet die eine oder andere „neue“ gesunde Ernährungsgewohnheit Eingang in Ihre Tagesroutine. Sparen Sie die Genussgifte (vor allem Alkohol, Zucker). Alkohol weitet die Adern und verschlimmert die Beschwerden.

Lieber kein Jo-Jo-Effekt

So gut regelmäßiges Fasten dem Stoffwechsel tut, zum dauerhaften Abnehmen ist wohl die Nulldiät weniger geeignet, das machen Studien immer klarer. Bei Übergewicht ist offensichtlich langsame und nachhaltige Gewichtsabnahme ohne Hungern für einen anhaltenden Erfolg die bessere Maßnahme. Dabei zählt eine ausgewogene Kost. Ansonsten reagiert der Körper nach dem Fasten mit zügellosem Appetit, um den Mangel an Vitaminen und Mineralien schnell wieder auszugleichen. Außerdem heizt eine tage- oder wochenlange Hungerperiode bei individueller Veranlagung das Speichern von Körperfett an. Heute favorisiert man Fasten nur zum Umstimmen. Fürs Abnehmen ist eher die Kalorienreduktion bei voller Nährstoffversorgung geeignet.

Naturheilverfahren bei Venenthrombose

Bevor die Therapie beginnen kann, muss man sich die Prinzipien klar machen:

  • Stehendes Blut ist gefährlich, daher braucht man Bewegung und Stützstrümpfe.
  • Die Blutzusammensetzung muss stimmen, es darf nicht zu dick werden (Trinken, Ernährung, Phytotherapie, Blutverdünner). Nehmen Sie vom Arzt verschriebene blutverdünnende Medikamente gewissenhaft ein.
  • Beugen Sie Gefäßerkrankungen vor (Arteriosklerose, Krampfadern und CVI, Vorbeugung).
  • Gegen eine genetische Veranlagung kann man nichts machen, alles andere bestimmen Sie mit.

Ab sofort nur noch mit Strümpfen durchs Leben

Der Strumpf potenziert die Muskelarbeit. Während der Muskel innen arbeitet, hält der Strumpf außen dagegen. Damit kann das Blut selbst bei geschädigten Venenklappen noch ausreichend in Bewegung gehalten und zum Herzen transportiert werden. Zusätzlich schützt der Strumpf die schwachen Venenwände vor weiterer Überdehnung. Der Strumpf liefert die Elastizität der Wand, die der geschädigten Vene fehlt.

Achtung: jedes Bein ist anders geformt. Daher müssen oftmals spezielle Strümpfe individuell angefertigt werden. Wenn nach erfolgreicher Behandlung die Beine wieder dünner werden, weil das Gewebewasser abfließt, muss ein neuer Strumpf angepasst werden. Das Anpassen erfolgt sinnvollerweise morgens, dann sind die Beine dünner als abends nach einem langen Tag mit viel Sitzen und Stehen.

Viel gelobt, viel geschmäht: Stützstrumpf-Probleme

  • Anziehhilfe: Gerade ältere Menschen sind häufig etwas unbeweglich. Sie profitieren davon, wenn ihnen jemand beim Anziehen der Strümpfe hilft. Daneben gibt es verschiedenste Anziehhilfen, die das Überziehen leichter machen. Sie reichen von genoppten Handschuhen (die das Greifen und Festhalten erleichtern) über rutschige Gleitsocken bis zu Gestellen, über die man das Ende stülpt. Man kann sie gut festhalten und dann leicht über den Fuß nach oben ziehen. Wer noch ausreichend beweglich ist, tut sich mit einem Hocker leichter, auf den man den Fuß aufstellen kann.
  • Trocken und Glatt: Fettige Cremes oder Schweiß machen das Anziehen noch schwieriger. Also darauf achten, dass Feuchtigkeit gut abtrocknet.
  • Hautjucken: Nicht jede Haut akzeptiert den Stützstrumpf. Oftmals meldet sie sich mit Jucken oder Schuppen. Hier muss eine konsequente Hautpflege einsetzen. Der richtige Pflege-Zeitpunkt ist abends, denn morgens würde er das Überziehen erschweren.
  • Waschen: Auch ein Stützstrumpf muss gewaschen werden. Da ist es praktisch, wenn man ein Reserve-Paar zum Wechseln hat. Beim Waschen beachten Sie bitte die Pflegehinweise.
  • Streng oder superstreng: Je nachdem, wie gut die Restfunktion der Venen ist, gibt es verschiedene Stärken. Sie fängt bei Klasse I an (schwach) und geht bis Klasse IV. Je enger der Strumpf, umso umständlicher gestaltet sich das Anziehen. Da muss man zusammen mit dem Arzt/Pflegepersonal die richtige Lösung finden.
  • Hitze, was nun? An heißen Tagen wird die Wärme unter dem Strumpf als besonders lästig empfunden. Dann ist ein kühler, schattiger Ort der richtige Aufenthalt. Die Strümpfe kann man zur Kühlung befeuchten und die Füße hochlagern.
  • Kneift und zwickt: Das kann ein Zeichen dafür sein, dass Sie falsche Strümpfe haben, oder sie falsch angelegt haben. Fuß-Ferse-Schaft: ist alles am richtigen Ort? Besprechen Sie mit dem Servicepersonal im Fachhandel, wie man den Strumpf richtig überzieht, ohne dass er an einer Stelle ausgebeult und an einer anderen überdehnt ist. Auch bei YouTube findet man Videos, die die richtige Methode veranschaulichen.

Raffinierte Schichten: Kurzzug-„Pütterbinden“

Diese elastischen Binden werden vom Therapeuten nach gewissen Regeln um das Bein gewickelt. Sie sind elastisch, lassen also Bewegung zu, aber sie üben auch Druck auf das Gewebe aus. Die Stränge werden jeweils doppelt gewickelt, so dass sie gegenläufig anliegen: Jede Schicht zieht in eine andere Richtung.

Zinkleimverband

Die nicht-elastischen Binden wickelt der Fachmann mit etwas Druck um den betroffenen Fuß. Damit kann die Schwellung nicht weiter zunehmen. Er muss straff sitzen, aber nicht zu eng. Nach einigen Tagen wird er abgenommen. Zinkleim beeinflusst auch entzündliches Geschehen im Gewebe positiv.

Stärker als der stärkste Strumpf: maschinelle Unterstützung

Wenn das Ödem schlecht unter Kontrolle zu bringen ist, hilft eine intermittierende pneumatische Kompression. Mit einem Schlauch um die Extremität erzeugt man Druckwellen über die ganze Länge. So wird das Wasser gezielt wegmassiert. Ein gut ausgebildeter Masseur kann mit streifenden Bewegungen den Lymphtransport (Lymphdrainage) anregen.

Wer sich aber noch gut selbst bewegen kann, profitiert von den unzähligen positiven Aspekten von Sport.

Daran führt kein Weg vorbei: Bewegung

Regelmäßige Bewegung hat einen hohen Stellenwert bei der Vorbeugung von Venenthrombosen und bei der Nachbehandlung von Krampfadern und CVI (chronisch venöse Insuffizienz). Jede Form von Bewegung aktiviert die Durchblutung und damit die Gewebeversorgung. Je mehr Sie Ihr Blut bewegen, umso konsequenter sind sie geschützt. Angebote für leichte Ausdauereinheiten gibt es viele: Gehen, Laufen, Fahrradfahren, Beingymnastik, Nordic-Walken, Langlauf… Lassen Sie sich von anderen mitreißen, zum Beispiel in einer Gefäßsportgruppe.

Ist die chronische venöse Insuffizienz fortgeschritten, sind die Sprunggelenke bedroht. Sie werden zunehmend steifer. Ein konsequenter krankengymnastischer Ansatz sowie Gehtraining können auch eine eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks wieder bessern.

Physikalische Therapie: Kälte Ok, Vorsicht mit Wärme

Kälte trainiert die Gefäßwände. Sie ziehen sich aktiv zusammen. Darum sind auch heute kalte Anwendungen nicht außer Mode gekommen (zum Beispiel Unterschenkelwickel oder Güsse). Richtig effektiv wird die Kombination von Kälte mit Wärme, sogenannte wechselwarme Anwendungen (Kneippsche Anwendungen, Hydrotherapie). Dabei aber sollte ein Therapeut erst diagnostizieren, wie gut die Restfunktion der Venen ist. Je besser sie funktionieren, desto stärker darf der Wärmereiz sein.

Bitte beachten:

  • Zu heiße Wasseranwendungen sollte man meiden, da der Blutfluss durch eine Venenerweiterung zusätzlich verlangsamt wird. Krampfadern würden sich noch mehr erweitern.
  • Bei einer gestörten Durchblutung wird das Gewebe außerdem schlechter „gekühlt“. Hohe Temperaturen führen leicht zu Verbrennungen. Daher nicht über 40° C. Auch heiße Vollbäder und Saunabesuche sind ungünstig. Warmreize daher nur sparsam.
  • Ein gezielter Kaltreiz ist unproblematisch. Aber auch hier gilt es, Minusgrade zu vermeiden.
  • Immer mit einem Kaltreiz aufhören.
  • Bei kalten Füßen, keine zusätzliche Kälte anwenden, sondern erst den Kreislauf mit Bewegung aktivieren.
  • Bei einer akuten Thrombose darf keine physikalische Therapie durchgeführt werden!

Blutegeltherapie: alt und hochmodern

In der traditionellen Medizin war der Blutegel das Mittel zur Blutverdünnung schlechthin. Das hat durchaus einen realen Hintergrund. Der Blutegel gibt gerinnungshemmende Substanzen in die Wunde ab („Hirudin“). Damit stellt er sicher, dass die Wunde sich nicht durch Gerinnsel verstopft. Gleichzeitig verbessert ein Blutegelbiss die Mikrozirkulation. Daneben enthält der Speichel noch viele andere Wirksubstanzen, die Schmerzen lindern, den Lymphstrom anregen oder eine Entzündung unterdrücken. Nebenwirkungen sind allerdings möglich: Der Speichel enthält Allergene und Stoffe, die Juckreiz auslösen.

Hirudin wird auch in Salben verarbeitet, um oberflächlicheThromben, Venenentzündung und Blutergüsse zu behandeln. Die Behandlung ist keineswegs vergessen. Auch heute noch wird er bei Blutstau und Venenerkrankungen (Thrombophlebitis, Phlebothrombose, postthrombotischem Syndrom und chronisch venöser Insuffizienz) eingesetzt.

- Verwendet werden nur hygienisch einwandfreie, im Labor gezüchtete Blutegel.

- Wer aber schon optimal mit gerinnungshemmenden Medikamenten eingestellt ist, sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt Blutegel anlegen lassen.

Keimkontrolle: Mikrobiologische Therapie

Offene Beine sind häufig Ort von hartnäckigen Infektionen. Oft versagen bei der Therapie sogar Antibiotika. Dann ist eine gezielte Symbioselenkung eine weitere Option. Bestimmte bakterielle Stoffwechselprodukte unterdrücken bakterielles Wachstum. Bei problematischen Wundzuständen mit abgestorbenem Gewebe helfen außerdem Fliegenmaden aus dem Labor. Fliegenmaden beseitigen abgestorbenes Gewebe und geben selbst auch antibiotische Wirkstoffe in die Wunde ab. Die so sanierten Wunden haben eine bessere Heilungstendenz (siehe auch Hautinfektionen). Die Therapie eignet sich aber nur für Personen, die die kleinen Helfer akzeptieren können. Für manche kein Problem, weil man die Maden nicht sieht: Sie werden hygienisch verpackt in geschlossenen Gazebeuteln aufgelegt.

Akupunktur, der Stich gegen die Schmerzen

Die traditionelle Akupunktur greift bei Durchblutungsproblemen und Schmerzen zur Nadel. Der gezielte Stich soll auch die Bindegewebsbildung anregen. Belegt ist dieser Anspruch nicht, ein Einfluss auf Schmerz und Blutfluss durch Akupunktur hält man aber heute für möglich.

Neuraltherapie: Schmerzen und Störfelder behandeln

Erfahrene Neuraltherapeuten behandeln Schmerzen mitgezielten Schmerzmittelgaben in die entscheidenden Körperpunkte. Bei gereizten Gefäßen konzentriert man sich auf die Gewebeumgebung, bei Geschwüren auf den gesunden Wundrand und die Wundunterlage. So soll das Ausbreiten des Schmerzes blockiert werden. Auch Fehlsteuerungen und Krampfhaltungen soll die Methode lindern.

Aktivieren, was eingeschlafen ist

Eine schlechte Ernährungssituation im Gewebe lässt sich manchmal mit Strom aktivieren (Elektrotherapie). Wenn der Sauerstoff mit dem Blut das Gewebe nicht mehr ausreichend erreicht, hilft manchmal eine gezielte Sauerstoff- oder Ozontherapie bei der Wundheilung. Wichtiger allerdings ist die konsequente Kompression.

Fußreflexzonenmassage weckt die Lebensgeister

Fußschmerzen sind ein stiller Begleiter der Betroffenen. Eine ausgleichende und stimulierende Fußreflexzonenmassage hilft, wenn sie regelmäßig angewandt wird. Empfohlen wird die regelmäßige Anwendung 2-3-mal die Woche, bis zu 12 Sitzungen.

Naturheilverfahren, die bei Venenthrombose helfen können

Schulmedizin

A und O: Kontrolle der Blutgerinnung

Die Schulmedizin konzentriert sich darauf, schnellstens die Blutgerinnung zu kontrollieren. Damit beugt man der Ausweitung und weiteren Venenthrombosen vor. Danach ist das Auflösen oder Entfernen der Blockade Ziel der Maßnahmen. Bettruhe stellt unter Umständen sicher, dass sich der Pfropf nicht löst und eine Lungenembolie entsteht.

Ist die Situation unter Kontrolle, kann die Fülle der weiteren Maßnahmen einsetzen (wie Bewegungstherapie). Nach aktueller Sicht sollte, je nach Schwere der Erkrankung, die Mobilisation zügig einsetzen. Bewegung fördert die Durchblutung, entstaut und sichert die Sauerstoffversorgung. Dies muss unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht und nach ärztlicher Maßgabe geschehen.

Antikoagulantien: Was sind Gerinnungshemmer?

Stoffe wie Heparin, Vitamin-K-Antagonisten oder Cumarine setzen die Verklumpungsneigung im Blut herab, so dass sich keine vernetzenden Thromben mehr bilden. Das funktioniert in der Regel sehr effektiv, aber die Dosis ist entscheidend. Je nachdem, wie viele Risikofaktoren vorliegen und wie schwer eine Thrombose war, nimmt man die Medikamente 3 bis 12 Monate lang nach der Venenthrombose.

Achtung: Fehlt dem Blut jede Fähigkeit zur Gerinnung, stoppen Blutungen nicht mehr. Verletzungen oder auch innere Blutungen werden dann gefährlich. Darum kontrolliert der Arzt die optimale Einstellung der Gerinnung in regelmäßigen Abständen. Zur Sicherheit sollte man einen Patientenausweis mit sich führen, damit der Notarzt informiert ist.

Neue orale Antikoagulantien (NOAK): Ist Neues immer besser?

Die Industrie bringt immer neue Gerinnungshemmer auf den Markt. Moderne Gerinnungshemmer sind zwar bequemer als Marcumar (Vitamin-K-Antagonist), aber die Sicherheit der Wirkung und die Gefahren von Blutungen sind hier noch nicht ausreichend einschätzbar. Zudem gibt es bei den meisten dieser Substanzen im Gegensatz zu den alten Vitamin-K-Antagonisten noch kein Gegenmittel, wenn heftige Blutungen auftreten. Während man die Wirkung von Marcumar mit Bluttests überwachen kann, ist das bei den neuen Mitteln nicht möglich. Auch verschwinden sie schnell aus dem Blut, problematisch immer dann, wenn man die Einnahme vergessen hat. Daher setzt man NOAK zurückhaltend ein und greift im Zweifelsfall zu den altbewährten Medikamenten wie Marcumar, Cumarine und Heparin.

Lysetherapie

Hier wird über einen Katheter ein auflösendes Medikament (Thrombolytikum) in den Kreislauf oder in die verstopfte Ader eingebracht. Allerdings wirkt die Therapie nur bei frischen Thromben. Auch hier ergeben sich mitunter Komplikationen, zum Beispiel durch Hirnblutungen.

Thrombektomie

Heute gibt es viele immer ausgeklügeltere Methoden zur Entfernung eines Blutgerinnsels aus einem Blutgefäß. Dabei darf man nicht zu lange warten, weil der Thrombus sonst festwächst.

Zum Beispiel kann ein Ballon oder Schirm eng zusammen gefaltet in die verstopfte Ader geschoben werden. Vorsichtig wird er durch den Thrombus manövriert. Nach dem Thrombus wird der Ballon aufgeblasen. Beim Zurückziehen wird dann der Thrombus in Richtung der Aderöffnung gezogen. Ist das nicht möglich, schneidet man die Ader auf und schält den Thrombus heraus. Auch mit Druckwellen versucht man den Verschluss wie aus einen verstopften Strohhalm herauszublasen.

Achtung: Gefäßoperationen haben für den Patienten ein hohes Risiko. Sie werden nur in bestimmten Situationen (wie Herzinfarkt, akute lebensbedrohliche Lungenembolie, drohendem Verlust von Bein/Arm) angewendet.

Venenstripping

Durch die Verstopfung der Gefäße muss der Körper das Blut umleiten, so dass in der Folge oft Krampfadern entstehen. Hier kann es notwendig werden, problematisch erweiterte Venen zu entfernen.

Wunden

Offene Beine, Geschwüre und Thrombophlebitis werden situationsgerecht mit Antibiotika der Antimykotika, behandelt. Am wichtigsten ist jedoch die Behandlung der Ursache des Gewebsschadens, die Gefäßerkrankung. Eine sorgfältig tägliche Wundpflege ist für das Abheilen besonders wichtig. In schweren Fällen wird die Wunde chirurgisch saniert, nur selten müssen Extremitäten amputiert werden.

Schmerzen

Da mitunter starke Schmerzen auftreten, ist eine Verordnung von Schmerzmitteln sinnvoll.