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Coronaimpfung : Schutz, Wirkung, Nebenwirkung, Langzeitfolgen

Impfung wird in Oberarm injiziiert.
© Angelo Esslinger - Pixabay

Es gibt nun einige Covid-19-Impfstoffe. Wie funktionieren sie?

Welche Impfstoffe stehen momentan gegen das Corona-Virus zur Verfügung? Wie wirken diese? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Was von Langzeitfolgen zu halten ist ...

Von: Dr. Andrea Flemmer

Wie funktioniert welcher Corona-Schutzimpfstoff?

Zugelassen sind erst einmal 2 verschiedene Wirkprinzipien: der Vektor- und der m-RNA-Wirkstoff.

Der Vektor-Impfstoff

Als Vektor (Überträger) nutzt man ein gentechnisch verändertes Virus, das so gezüchtet wurde, dass es die entsprechende Krankheit nicht mehr übertragen kann. Das Virus enthält Erbgut von bestimmten Einzelbestandteilen des Coronavirus (Spike-Proteine). Diese Virusbestandteile stellt der Körper nun selbst her und ruft dadurch eine Immunreaktion hervor, die ihn provozieren und er dadurch Antikörper gegen diese Virusbestandteile bildet. Es sind also keine abgeschwächten Viren, die in den Körper gespritzt werden, sondern nur Bestandteile davon.

Der mRNA-Impfstoff

Bei einer mRNA-Impfung erhält man eine sogenannte Boten-RNA (messenger - Ribonucleinsäure), die wiederum für die Entwicklung von Bestandteilen des Coronavirus sorgt. Dadurch entstehen im Körper bestimmte, für das Coronavirus typische Eiweißstoffe, die zwar keine Krankheit hervorrufen, gegen die der Körper aber sofort Antikörper bildet. Das ist ungefähr so, als würde man eine Vorlage für einen bestimmten Eiweißstoff des Virus in den Körper spritzen. Aus dieser Vorlage wird dann ein bestimmtes Viruseiweiß gebildet, das der menschliche Körper als fremd erkennt und dagegen Antikörper bildet, quasi seinen eigenen Impfstoff herstellt. 

Welche Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind bislang zugelassen?

BioNTech/Pfizer „Comirnaty“

Der erste Impfstoff wurde am 21.12.2020 von der Europäischen Kommission bedingt zugelassen. Es handelt sich um einen mRNA-Impfstoff mit der Zulassungsbezeichnung BNT162b2 von BioNTech/Pfizer. Er wurde in Deutschland entwickelt. In der EU verkauft man ihn unter dem Namen "Comirnaty".

Damit man vollständig immun wird, benötigt man zwei Impfdosen. Die STIKO (Ständige Impfkommission) rät zu einem Abstand von 6 Wochen zwischen den beiden Impfungen. Vollständig geschützt ist man ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung.

Spikevax (COVID-19 Vaccine Moderna) „Moderna“

Auch ein zweiter m-RNA-Wirkstoff wurde am 06.01.2021 in der EU bedingt zugelassen. Er stammt von der US-Firma Moderna.

Auch von diesem Impfstoff benötigt man zwei Impfdosen für eine vollständige Immunisierung . Die STIKO empfiehlt hier ebenfalls einen Impfabstand von sechs Wochen und ein vollständiger Impfschutz besteht ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung.

AstraZeneca „Vaxzevria“

Der dritte Impfstoff, der in der EU zugelassen wurde, stammt von dem britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca. Er wurde Ende Januar 2021 zugelassen. Hier handelt es sich um einen Vektor-Impfstoff. Aktuell empfiehlt man ihn in Deutschland nur zur Impfung von Menschen ab 60 Jahren.

Wie bei den anderen beiden Impfstoffen benötigt man für eine vollständige Immunisierung zwei Impfdosen. Der empfohlene Impfabstand von der STIKO beträgt allerdings 12 Wochen. Ein vollständiger Impfschutz besteht ebenfalls ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung.

Der AstraZeneca-Impfstoff wurde jedoch am 15. März diesen Jahres (2021) in Deutschland ausgesetzt, da es in sieben Fällen von etwa 1,6 Millionen verabreichten Impfdosen zur Entwicklung einer Sinusvenenthrombose (Hirnvenenthrombose) gekommen war. Die EMA (Europäische Arzneimittelagentur, European Medicines Agency) bewertete diese Gesundheitsprobleme und ließ die Impfung mit AstraZeneca wieder zu. Daraufhin kam es jedoch zu einigen weiteren Fällen von Sinusvenenthrombosen. Deshalb gilt seit dem 01. April 2021 in Deutschland eine geänderte Impfempfehlung: Nur noch Menschen ab 60 Jahren sollen mit AstraZeneca geimpft werden.

Das Paul-Ehrlich-Institut rät den Personen, die den Covid-19-Impfstoff AstraZeneca erhalten haben und sich vier bis 16 Tage nach der Impfung immer unwohler fühlen, sobald wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Die Beschwerden reichen zum Beispiel von starken und anhaltenden Kopfschmerzen bis hin zu Kurzatmigkeit, Bauchschmerzen, Sehstörungen, Schwellungen und Schmerzen an Armen oder Beinen bis hin zu punktförmigen Hautblutungen.

COVID-19 Vaccine Janssen

Ein weiterer Impfstoff wurde Mitte März 2021 zugelassen. Auch hier handelt es sich um einen Vektor-Impfstoff. Er stammt von dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson/Janssen-Cilag. Im Unterschied zu den bislang beschriebenen muss er nur einmal gespritzt werden.

Wie hoch ist der Schutz?

Um die Pandemie einzudämmen, eignen sich alle aktuell zugelassenen Impfstoffe. Sie wirken generell bei denjenigen, die sich impfen lassen. Eine vergleichende Studie dazu gibt es leider nicht. Aus diesem Grund beurteilt man die Wirksamkeit jedes einzelnen Impfstoffs für sich. Das sind gemäß der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung folgende Raten:

  • Comirnaty® von BioNTech/Pfizer: etwa 95 Prozent
  • Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna: etwa 95 Prozent
  • Vaxzevria® von AstraZeneca: bis zu 80 Prozent
  • Janssen® von Johnson & Johnson: etwa 65 Prozent

Wie Sie an den Zahlen erkennen können, ist, dass die Wirksamkeit des AstraZeneca- und des Johnson & Johnson-Impfstoffs nicht so hoch wie die der anderen beiden ist. Die BZgA vertritt jedoch die Ansicht, dass beide einen guten Schutz des Einzelnen vor einer (schweren) Erkrankung und auch vor einer Krankenhausbehandlung bietet.

55,3 Millionen (66,4%)  Bürgerinnen und Bürger Deutschlands sind vollständig gegen Corona geimpft (Stand: 28.10.2021).

Welche Nebenwirkungen muss man befürchten? Bei der ersten und bei der zweiten Impfung?

Wird man geimpft, wirkt das selbstverständlich auf das Immunsystem und es kann zu den sogenannten Impfreaktionen kommen. Man weiß, dass die mRNA-Impfstoffe unter anderem zu Schmerzen an der Einstichstelle, zu Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit sowie Erbrechen führen können. Diese Gesundheitsprobleme sollten nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

Bei den Vektor-Impfstoffen kennt man als typische Symptome der Impfreaktion zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber und Erschöpfung.

Dabei kann es sein, dass jemand gar nichts spürt und ein Anderer nur bei der ersten Impfung keine Probleme hat, jedoch heftig auf die zweite Impfung reagiert. Es ist auch hinreichend bekannt, dass Frauen und Männer unterschiedlich auf eine Impfung reagieren, Frauen in der Regel stärker als Männer – es ist aber auch umgekehrt möglich. Das jeweilige Immunsystem reagiert eben sehr individuell. Auch bei einer Vorerkrankung kann die Reaktion viel stärker sein, so kann es nach der zweiten Impfung zum Beispiel zu Lähmungserscheinungen bei Multipler Sklerose kommen. Dies ist jedoch relativ selten.

Bei den Vektor-Impfstoffen sind in sehr seltenen Fällen das Auftreten von Blutgerinnseln (Thrombosen) - unter anderem der Hirnvenen (Sinusvenenthrombose) oder im Bauchraum - und eine Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombopenie) mit erhöhter Blutungsneigung möglich. In Ausnahmefällen kann es auch zu allergischen Sofortreaktionen kommen, auch als Anaphylaxie bekannt.

Bei den mRNA-Impfstoffen hat man sehr selten akute Gesichtslähmungen beobachtet, die sich erst nach einigen Wochen wieder zurück bildeten. Auch andere Überempfindlichkeitsreaktionen kennt man, die zu einer Schwellung des Gesichts und einer Quaddelbildung der Haut (Nesselsucht) führten. Auch hier kam es gelegentlich zu allergischen Sofortreaktionen. Leider kann man andere, bisher unbekannte Komplikationen nicht ausschließen.

Bei dem mRNA-Wirkstoff kennt man sogar Berichte aus Israel und den USA, die auf ein erhöhtes Risiko für Herzmuskelentzündungen vor allem bei jungen Männern zwischen 16 und 29 Jahren nach der zweiten Impfung hinweisen. Eine abschließende Beurteilung ist leider noch nicht möglich, da man dafür mehrere Jahre bis bestenfalls sogar Jahrzehnte Daten sammeln muss, um diese gewissenhaft auszuwerten.

Muss ich Nebenwirkungen der Covid-Impfung melden?

Wenn Sie nach einer Covid-19-Impfung Nebenwirkungen, das heißt ungewünschte Symptome nach Einnahme eines Arzneistoffes, an sich feststellen können, ist es immer wichtig, diese Ihrer Ärztin oder Ihrem Apotheker zu melden. Das dient zunächst einmal Ihrer Sicherheit - zudem werden die Informationen anonymisiert weitergeleitet. Das Paul-Ehrlich-Institut, zuständig für Impfstoffe in Deutschland, sammelt diese Daten, um eventuelle Nebenwirkungen, die in den klinischen Studien vor der Zulassung des jeweiligen Impfstoffs nicht aufgetreten sind, zu verzeichnen und die Verträglichkeit besser und breiter untersuchen zu können. Insbesondere in Fällen von ungewöhnlichen Symptomen und Abweichungen der „normalen“ Reaktion, betont die Website des Robert-Koch-Instituts:

„Nach § 6 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung namentlich meldepflichtig.“ [6]

Wie melde ich Nebenwirkungen der Impfung?

Eine Untersuchung durch Ihre Hausärztin gibt Ihnen die nötige Sicherheit und Betreuung im Fall einer ungewöhnlichen Wirkung durch Injektion eines Impfstoffs oder Einnahme eines Medikaments. In der Praxis besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Formulare mit oder von den Behandelnden auszufüllen, die Daten werden direkt an die Gesundheitsämter und die Bundesoberbehörden, genauer ans Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weitergeleitet, dort überprüft und verarbeitet.

Sie können die eventuell auftretenden Nebenwirkungen allerdings auch selber, von zuhause aus weiterleiten. Das PEI stellt ein Online-Formular zur Verfügung, ebenso einen Vordruck, der postalisch eingereicht werden kann.

Inzwischen gibt es auch die App „SafeVac“, dort können Geimpfte sich registrieren und Angaben zu Ihrer Impferfahrung und eventuellen Nebenwirkungen machen, die mit der Datenbank des PEI abgeglichen werden.

Die Webseite des PEI ist sehr informativ, geht auf alle möglichen Fragen ein und ist leicht zu bedienen. Besonders in Zeiten der Pandemie gilt, je mehr Informationen und je mehr Daten – desto besser.

„Impfstoff-Shedding“ – Angst vor Geimpften

Zwei Impfdosen und eine Spritze vor schwarzem Hintergrund.
© nataliya vaitkevich - pexels

Zumindest eine Sache bezüglich der Corona-Pandemie ist sicher: Dass sie den perfekten Nährboden für Verschwörungstheorien bietet. Kritik und Diskurs sind sehr wichtig in einer demokratischen Gesellschaft, allerdings werden viele Gerüchte und Vermutungen publiziert und verbreitet, die auf keinerlei wissenschaftlicher Grundlage beruhen, dennoch sehr erfolgreich dabei sind, die Gesellschaft in einer derart unsicheren Zeit weiter zu polarisieren.

Eines der unter den Geimpften auftretenden Phänomene soll das sogenannte „Impfstoff-Shedding“ sein. Vorweg: Auch hierbei handelt es sich um eine Theorie, die der Wissenschaft nicht standhalten kann – im Gegenteil sogar von ihr widerlegt wird. Also, keine Panik vor Geimpften.

Die Corona-Impfungen haben für viel Verunsicherung gesorgt - das liegt auch daran, dass die Impfstoffe vergleichsweise schnell zugelassen wurden. Dauert es sonst 10 Jahre bis zur Zulassung, reichten bei diesen Impfstoffen oft schon 10 Monate.

Beim „Impfstoff-Shedding“ handelt es sich um die Angst, dass Geimpfte das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus ausstoßen und zum Beispiel über Hautkontakt oder Husten an Personen, die nicht gegen Corona geimpft sind, übertragen könnten. Bei dem betroffenen Personenkreis würde dieses Spike-Protein dann eine Reihe von Symptomen verursachen, zum Beispiel: Kopfschmerzen, Übelkeit oder Ausschlag. Man hat auch schon einen Namen für dieses Phänomen: "Impfstoff-Shedding". Dieser Begriff kommt von englisch "to shed" (dt. “abwerfen”). In der Fachsprache der Virologie bedeutet "Shedding" die Freisetzung der Viren von der Wirtszelle nach erfolgreicher Vervielfachung.

Wichtig zu wissen ist vor allem, dass die enthaltenen Proteine nicht krank machen können, sondern ausschließlich das Virus. Das Abstoßen eine Hüllproteins wie das Spike-Protein eins ist, passiert auf Zellebene und es wird dann vom Körper abgebaut. Es gelangt auch nie in den Nasen-Rachen-Raum, kann also nicht ausgeatmet oder anderweitig ausgestoßen werden. Keine Bestandteile des Impfstoffs können von den Geimpften ausgeschieden werden.

Es gibt eine einzige Impfung, durch die bekanntermaßen Dritte infiziert wurden: die Polio-Schluckimpfung. Die heute nicht mehr empfohlene Schluckimpfung enthielt abgeschwächte Lebendviren, die in sehr seltenen Fällen zurückmutieren konnten und dann beispielsweise über Schmierinfektion weitergegeben wurden und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährdeten. Bei den Corona-Impfstoffen handelt es sich nicht(!) um Lebendviren.

Die „Impfstoff-Shedding“-Theorie beruht auf keiner wissenschaftlichen Grundlage und erweist sich als haltlos.

Wie gut schützen die Impfstoffe gegen die Mutanten?

Bisher werden vier besorgniserregende Varianten des Covid-19-Virus offiziell gelistet: Die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Variante, die in verschiedenen Teilen der Welt (Großbritannien, Südafrika, Brasilien, Indien) erstmalig verzeichnet wurden. Generalisiert gesagt wurde bei diesen Mutationen des Covid-19 Virus, die veränderte Erregereigenschafen aufweisen, eine erhöhte Übertragbarkeit und „eine reduzierte Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften“ [11] nachgewiesen.

Studien zu neuen Impfstoffen, die gegen die Varianten entwickelt werden sollen, haben gezeigt, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe bei vollständiger Impfung gegen die Mutationen wirksam sind. [12]

Wirksam bedeutet hier, dass die Impfungen schützen sollten und falls es doch zu einer Infektion kommt, diese in der Regel klinisch leicht verläuft.

Die mRNA-Impfstoffe (BionTech/Pfizer, Moderna) wirken gut gegen die Alpha-Mutation, gegen die Beta- und Gamma-Variation jedoch geringer, wobei eine Infektion milder verläuft. Der Vorteil der mRNA-Impfstoffe ist, dass die Impfstoffe schnell angepasst und modifiziert werden können.

Bei den Vektor-Impfstoffen (AstraZeneca, Johnson&Johnson) wurde festgestellt, dass diese vor der Alpha- und Delta-Variante gut schützen (60 – 70%), ebenso gegen die Gamma-Mutation. Bei AstraZeneca wurde herausgefunden, dass der Impfstoff gegen die Beta-Variante unzureichend ist. [12]

Also: Bei vollständiger Impfung mit den bisher angebotenen Impfstoffen ist das Risiko an einer Variation des Covid-19 Virus zu erkranken geringer, bei einer Infektion verläuft die Krankheit milder, die Gefahr einer schweren Erkrankung ist geringer. Zudem wird laut dem RKI unablässig weiter an den Impfstoffen und der Eindämmung von Corona gearbeitet: „Alle Hersteller haben inzwischen angepasste Impfstoffe in der klinischen Entwicklung. Mit ersten Zulassungen dieser angepassten Impfstoffe ist in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu rechnen.“ [14].

Wie lange schützt der Impfstoff?

Wie lang der Impfstoff hält, oder besser wirksam ist, hängt von einigen Faktoren ab. Zunächst einmal muss angemerkt werden, dass es aufgrund der Zeit noch nicht sehr viele Feststellungen möglich sind. Es wurde beobachtet, dass der Schutz mit der Zeit nachlässt. Der Schutz aller bisheriger Vakzinen vor einer schweren Erkrankung ist allerdings nach sechs Monaten noch immer gewährt, also genau so hoch wie anfangs. „Bei Moderna gibt es bislang am wenigsten Durchbruchsinfektionen, Biontech und Astrazeneca liegen gleichauf, wobei man noch berücksichtigen müsste, wer welches Vakzin bekommen hat – ob also die Jungen, Gesunden eher Moderna und die Älteren eher AstraZeneca oder BionTech erhalten haben.“, so der Immunologe Dr. C. Watzl vom RKI [15]. Die sogenannten Impfdurchbrüche häufen sich allerdings auch, analog mit der Zahl der Geimpften, die ständig steigt. Es zeigt sich, dass der Schutz vor einer Infektion abnimmt, dies ist bei einer Krankheit dieser Art, die sich schnell verändert, abzusehen. Zum Beispiel Grippeimpfungen werden jährlich „aktualisiert“ und aufgefrischt. Der Schutz vor einer schweren Erkrankung bleibt.

Was ist mit Drittimpfungen? Für wen?

Drittimpfungen werden von der Stiko zurzeit Menschen mit geschwächtem oder gefährdetem Immunsystem, Personal in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, beziehungsweise mit häufigem Direktkontakt sowie BewohnerInnen in Pflegeeinrichtungen (unter 70 Jahre alt) angeraten, in Deutschland seit September 2021. Die Auffrischimpfung ist frühestens ein halbes Jahr nach der letzten Impfung angesetzt. Man geht bisher davon aus, dass ein „Booster“, also eine Impfauffrischung zur Verlängerung des Schutzes vor einer Infektion, wirkt. Dies ist jedoch bis dato noch nicht genügend erforscht. Die Drittimpfungen werden nach Absprache mit Haus- oder Fachärzten von diesen injiziert und sind kostenfrei.

Können Nebenwirkungen der Impfung auch später auftreten oder Langzeitfolgen verursachen?

Nein! Nebenwirkungen einer Impfung treten nur innerhalb weniger Wochen ein. So lange dauert es, bis die Immunreaktion im Körper abgeschlossen ist und der Impfstoff quasi verwertet wurde. Danach treten keine Nebenwirkungen mehr ein, die mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht werden.

Dass manche Menschen diesbezüglich unsicher sind liegt vermutlich daran, dass bei anderen Impfungen (z. B. der Schweinegrippeimpfung) weniger Informationen und Daten zu den Nebenwirkungen zur Verfügung standen und ein längerer Zeitraum verstrichen ist, in dem verschiedene Symptome aufgetreten und verzeichnet worden sind. Hier wird von Vielen nicht zwischen Langzeit- und Spätfolgen unterschieden. Wie gesagt, spät einsetzende Nebenwirkungen gibt es nicht.

Je mehr Menschen geimpft sind, desto höher ist die Anzahl erkannter und dokumentierter Nebenwirkungen. Die Vakzine gegen das Corona-Virus sind, verglichen mit anderen Impfungen, aufgrund der hohen Zahlen an Geimpften in kürzester Zeit – weltweit sind 49,3 % erstmalig und 38,1 % der Weltbevölkerung vollständig geimpft [19] – sehr gut und breitgefächert erforscht.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen
  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln-Ehrenfeld: * Lässt sich die Wirksamkeit der aktuell zugelassenen Impfstoffe vergleichen?.-Stand 7/21
  2. Heyer C: Coronavirus aktuell: Die wichtigsten Fragen und Antworten , eingesehen 8/21
  3. Paul-Ehrlich-Institut: Coronavirus und COVID-19.- Langen, eingesehen 8/21,
  4. Tenzer E, Dr. Collin C, Dr. Melzer M, Kopf A: Die wichtigsten Fakten zur Corona-Impfung.- Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG, Baierbrunn bei München, aktualisiert am 27.06.2021;
  5. Wildermuth V: Corona-Impfungen: Können Geimpfte andere Menschen weiter anstecken?.- Deutschlandradio, Köln, 5/21;
  6. Robert-Koch-Institut: Meldung des Verdachts einer Impfreaktion

  7. SWR.de: So meldet man Nebenwirkungen nach einer Covid-19 Impfung (Artikel vom 05.03.2021, E. Weidt)
  8. Meldeformular

  9. Flyer: Wie melde Ich Nebenwirkungen?

  10. Webseite Paul-Ehrlich-Institut, Corona

  11. RKI: Übersicht zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC)

  12. Aponet.de: Wirken die Coronaimpfstoffe auch gegen Mutationen?

  13. WDR: Corona-Varianten - Was muss man zu Alpha, Delta, My und Lambda wissen?

  14. RKI: Welchen Einfluss haben die neuen Varianten von SARS-CoV-2 auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe?

  15. Welt.de: Wie lange hält der Schutz der Corona-Impfungen an?

  16. RKI: Wirksamkeit (Stand: 18.10.2021)

  17. tagesschau.de: Nebenwirkungen treten nicht erst spät auf

  18. n-tv.de: Experte: Viele verstehen "Langzeitfolgen" falsch

  19. Statistik von ourworldindata.org Stand: 27.10.2021

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