Magenschleimhautentzündung

Symptome

Akute Magenschleimhautentzündung

Das wichtigste und häufigste Symptom der akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sind Oberbauchbeschwerden und Magenschmerzen. Dazu kommt Appetitlosigkeit, Übelkeit und im Extremfall auch Erbrechen. Auch ein schlechter Mundgeruch kann eine Gastritis begleiten.

Bei einer „erosiven“ Gastritis kommt es zu Blutungen und mitunter auch zu Bluterbrechen. Das Blut gerinnt durch die Magensäure und ist dann schwarz wie Kaffeesatz, daher auch der Begriff „Kaffeesatzerbrechen“. Wird das Blut nicht erbrochen, sondern in den Darm befördert, kommt es zu einem schwarzen Stuhl, dem „Teerstuhl“.

Chronische Magenschleimhautentzündung

Diese Form ist häufig symptomarm. Nur etwa die Hälfte der Patienten mit chronischer Gastritis hat auch Beschwerden. Manchmal ertragen die Patienten Hunger nur sehr schwer („Hungerschmerzen“), sind dann aber nach dem Essen kleiner Nahrungsmengen sofort satt und leiden unter Völlegefühl oder Bauchschmerzen, z. T. auch in der Nacht. Mitunter kommt es zu Blähungen und Sodbrennen, Husten, Druckgefühle im Brustkorb, Verdauungsstörungen, Vitamin-B12-Mangel und der Änderung der Vorliebe für besondere Speisen.

Wenn Blutungen länger bestehen, kann eine Blutarmut entstehen. Oft ist die Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Auch Müdigkeit, Gewichtsabnahme und blasse Haut sind Kennzeichen. Dies können aber auch Alarmsymptome einer bösartigen Erkrankung sein. Es sollte daher ein Arzt aufgesucht werden. Je nach Symptomen und besonders ab einem Alter von 45/50 (bei Risikopatienten wie Rauchern und Alkoholikern eventuell auch früher) wird zur Sicherheit eine Magenspiegelung veranlasst.

Diagnose

Die gängigste Diagnosemethode ist die Magenspiegelung (Gastroskopie).

Bei Blutungen (Kaffeesatzerbrechen oder Teerstuhl), muss sofort eine Magenspiegelung erfolgen, da Lebensgefahr bestehen kann.

  1. Autoimmunerkrankung
    Gastritis kann durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst werden. Man prüft dies durch typische Antikörper im Blut. Oft ist auch der Säuregehalt des Magens erhöht (d.h. der pH erniedrigt). Definitiv ist die Diagnose nur durch eine Gastroskopie und Gewebsentnahme (Biopsie) mit Gewebsuntersuchung (Histologie) möglich. Die Schleimhaut erscheint hier rückgebildet und abgeflacht (Atrophie).
  2. Infektion
    Der Keim Helicobacter pylori kann durch verschiedene Tests festgestellt werden: Im Stuhl, durch eine Gewebeprobe aus dem Magen oder einen Nachweis im Magensaft. Der Test der Atemluft mit einem radioaktiven markierten Harnstoff (13C-Harnstoff) ist technisch aufwändiger, daher wird er heute nur noch selten durchgeführt. Bei Älteren wird der Arzt eine Bestätigung durch eine Magenspiegelung vorziehen (vor allem zum Ausschluss gefährlicher Erkrankungen wie Zwölffingerdarm-, Magengeschwür, Magenkrebs), ehe die Therapie beginnt.
  3. Gastritis durch Reizstoffe
    Bei einem entsprechenden Verdacht aus der Krankengeschichte erfolgt eine Überprüfung mittels Magenspiegelung. Gewebeproben (Biopsien) werden histologisch auf Entzündungszellen, Krebs und mikrobiologisch auf die Anwesenheit von Helicobacter pylori untersucht.  

Selten wird eine Röntgenuntersuchung des Magens bzw. der Speiseröhre durchgeführt. Zum Ausschluss anderer Ursachen der Oberbauchbeschwerden kann eine Ultraschalluntersuchung erwogen werden.

Viele Ärzte greifen leider erst bei handfesten Symptomen wie Kaffeesatzerbrechen oder Dünndarmgeschwüren ein. Gewichtsverlust bei jungen Frauen wird meist als Magersucht angesehen. Über Jahre bestehende Magenschmerzen, Hungerschmerzen und Übelkeit werden manchmal als Symptome  trotz positiver Laborergebnisse nicht ernst genommen, da nach Ansicht der Ärzte der „Leidensdruck“ für eine Behandlung zu gering ist.

Behandlung bei Magenschleimhautentzündung

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Besonders in leichteren Fällen kann die Naturheilkunde alleinige Behandlung sein, in schweren Fällen ist die Naturheilkunde ein geeigneter Partner für eine begleitende Therapie der Magenschleimhautentzündung.

Allgemeine Maßnahmen: Je nach Beschwerden stehen Therapeutika zur Verfügung, die krampflösend, schützend oder beruhigend wirken.

  • Daneben neutralisiert man die Magensäure und schützt die Schleimhaut.
  • Stress verschlimmert die Beschwerden. Psychische Belastungen sollten daher auf lange Sicht reduziert werden.
  • Die Ernährung sollte leicht sein, wenig gewürzt/gesalzen. Kleine Portionen sind besser als große Mahlzeiten.

Therapieziele:

Typ A: Ziel der Behandlung ist derzeit eine Behandlung der Symptome: Ausgleich des Vitaminmangels und regelmäßige Kontrolle durch Endoskopie auf Krebsvorstufen.

Typ B: Die wichtigste Maßnahme ist die antibiotische Behandlung der Infektion.

Typ C: Die wichtigste Maßnahme ist das Meiden der Reizstoffe oder das Absetzen von belastenden Medikamenten. Bei Magenerkrankungen in der Vorgeschichte, bei Risikofaktoren oder Symptomen wird zu den magenbelastenden Medikamenten zusätzlich ein medikamentöser Magenschutz angeordnet.

Naturheilkunde

Phytotherapie

Die Naturheilkunde setzt eine Vielzahl von Phytotherapeutika ein. In leichten Fällen bietet sie wertvolle und wirksame Ergänzungen, manchmal auch echte Alternativen zur konventionellen Behandlung:

Magen beruhigen

Der Magen als stimmungsabhängiges und sensibles Organ reagiert auf Sorgen und Unruhe. Deswegen ist Autogenes Training für Magenkranke immer nützlich. Auch pflanzliche Beruhigungsmittel wie Baldrianpräparate und Melisse unterstützen das seelische Gleichgewicht.

Entkrampfen

Entzündungshemmende und krampflösende Pflanzen sind: Kamille, Melisse, Schafgarbe, Bittere Schleifenblume, Süßholzwurzel und Hafer (in Form von Flocken oder Tropfen). Kamille kann zusammen mit Leinsamenschleim unterstützt auch als Rollkur eingesetzt werden.

Schützen

Bei Magenerkrankung ist häufig der Schleimhautschutz gestört. Pflanzenprodukte mit Schleimstoffen wirken hier mildernd (Leinsamen, Flohsamen, Malvenblüten).

Entsäuern

Salbei, Kamille, Süßholzwurzel und Fenchel als Kräutertee dämpfen die Säureproduktion des Magens.

Anregen

Pflanzliche Mittel zur Anregung des Appetits und der Verdauung sind z. B. Pfefferminze, Süßholzwurzel, Enzian, Tausendgüldenkraut und Wermut

Magenschleimhautentzündung bekämpfen

Zur Bekämpfung von Helicobacter pylori können Honig, Brokkoli, grüner Tee oder Preiselbeersaft begleitend eingesetzt werden. Sauer eingelegter Knoblauch ist meist verträglicher (auch für die Umgebung) als frischer. Diese Nahrungsmittel unterstützen die Wirkung der Antibiotika gegen Helicobacter.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Magenschleimhautentzündung helfen können:

Ernährungstherapie „Mild“

Auf aggressive Gewürze wie Pfeffer, Meerrettich, Senf sollte man bei akuten Beschwerden verzichten. Ebenso auf reizende Getränke wie Alkohol, Kaffee, Tee, zu heiße Getränke, Kohlensäure und Limonaden.

In der akuten Phase empfiehlt sich eine Schonkost: Zwieback, Haferschleimsuppe und Kamillentee werden meist gut vertragen. Danach kann die Kost allmählich mit „basischen“ Lebensmitteln aufgebaut werden: Kartoffeln, Gemüse, geriebene Äpfel.

Natron kann – richtig dosiert – Symptome lindern.

Im Anschluss an eine antibiotische Behandlung stellen sich mitunter Verstopfung oder Durchfall ein. Dann kann man mit Probiotika oder Lein-/Flohsamen regulierend eingreifen. Die Schleime sind reizlindernd und die Ballaststoffe fördern den Transport des Darminhalts.

Probiotika allein führen nicht zu einer Helicobacter pylori-Auslöschung (Eradikation). Eine zusätzliche Probiotikagabe nach einer Antibiotikatherapie kann die Darmflora aber schneller wiederherstellen.

Schüßler-Salze

Nr. 3 - Ferrum Phosphoricum Durchfall und Magenschleimhaut- Entzündung zur Unterstützung der ärztlichen Behandlung; Akute Schmerzen, Fieber

Nr. 7 - Magnesium Phosphoricum: bei krampfartigen Bauchschmerzen

Nr. 9 - Natrium Phosphoricum: Sodbrennen, saures Aufstoßen und saures Erbrechen Magenschleimhautentzündungen, Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Koliken.

Die Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt.

Orthomolekulare Medizin

Die chronische Gastritis führt oft zu einem Vitamin B12-Mangel. Er sollte durch entsprechende Präparate ausgeglichen werden, wenn Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Blutarmut, Konzentrationsstörungen, Depressionen, Störungen der Nervenfunktion u.a. dadurch auftreten.

Achtung: Vitamin B12 kann bei diesem Krankheitsbild oft schlecht aufgenommen werden. Eine intramuskuläre Injektion ist im Akutfall daher vorzuziehen. Alternative ist eine hochdosierte orale Gabe von 1000 mg pro Tag. Durch Diffusion durch die Darmschleimhaut erfolgt so auch ohne aktive Aufnahme (durch den Intrinsic-Faktor) ein Übertritt von 1-5 % der oral gegebenen Menge. Dies reicht zur Therapie auch aus.

Schulmedizin

Je nach Ursache und Schwere der Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sind verschiedene Behandlungsstrategien nötig. Neben dem Stillen der Blutung setzt man Medikamente zur Pufferung bzw. zur Hemmung der Produktion der Säure (Protonenpumpenblocker), Hemmstoffe gegen die Ausschüttung des Entzündungsbotenstoffs Histamin und verschiedene Antibiotika ein.

2009 hat sich in Studien erwiesen, dass eine „Step-down-Therapie“ einer „Step-up-Therapie“ überlegen ist. Das bedeutet, dass in vielen Fällen mit leichter wirkenden (also auch naturheilkundlichen) Präparaten begonnen werden sollte, bevor stärkere Medikamente mit mehr Nebenwirkungen eingesetzt werden. Der Nutzen für die Patienten ist so am höchsten, die Kosten am geringsten.

Akute Gastritis

Im Akutfall muss für einen Stillstand der eventuellen Blutung gesorgt werden. Dazu genügt meist die Verödung des blutenden Gefäßstumpfes.

Chronische Gastritis

Für die Typ A-Gastritis ist keine besondere Therapie bekannt. Der Vitamin B 12-Mangel muss dringend korrigiert werden. Dies ist bei den betroffenen Patienten durch regelmäßige intramuskuläre Spritzen möglich (alle vier bis acht Wochen) oder durch hoch dosierte orale Präparate (Aufnahme über Diffusion bei starkem Konzentrationsgefälle Darm – Blutbahn). Auch Maßnahmen zur Säurereduktion oder Verbesserung des Schleimhautschutzes zeigen eine belegte, lindernde Wirkung, wenn Magen-/Verdauungsbeschwerden vorliegen.

Die Typ B-Gastritis wird mit einer Kombinationsbehandlung aus Antibiotika und einem Säureblocker (Protonenpumpenhemmer, PPI) behandelt. Nach einer Behandlung dieses Keims verschwinden die Beschwerden häufig, wenn der Protonenpumpenhemmer noch mindestens zwei Wochen weitergegeben wird. Für die Erstbehandlung einer Helicobacter pylori-Infektion sollte eine mindestens einwöchige Tripel-Therapie bestehend aus einem PPI und Clarithromycin plus Metronidazol oder Amoxicillin eingesetzt werden.

Bei der Typ C-Gastritis ist der Auslöser ein chemischer Stoff (z. B. Medikamente oder Alkohol, aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückfließende Galle). Diese auslösenden Stoffe müssen gemieden werden. Die Alternative ist die Einnahme von säurehemmenden Medikamenten. Übliche Medikamente sind Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker (welche die Ausschüttung des Entzündungs-Botenstoffs Histamin unterdrücken). Wer Rheumamittel nehmen muss, kann auf so genannte Cox-2-Hemmer ausweichen. Sie sind teilweise etwas schonender für den Magen, sind leider jedoch teurer und zeigen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Einsatz dieser Medikamente sollte daher sorgfältig abgewogen werden.

Typ A und Typ C: Empfehlenswert sind langfristig regelmäßig wiederholte endoskopische Untersuchungen. Dies ist in diesen Fällen gegenwärtig die einzige Früherkennungsmöglichkeit einer Entartung in Richtung Magen-/Speiseröhrenkrebs.

In vielen Fällen können die von chronischen Magenschleimhautentzündungen Betroffenen von der Naturheilkunde profitieren, wenn dringend notwendige Maßnahmen der naturwissenschaftlichen Medizin weiterhin begleitend durchgeführt werden.