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Rückenschmerzen

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Rückenschmerzen: Keine übertriebene Schonung!

Als Faustregel gilt: Werden Sie aktiv und ändern Sie etwas in Ihrem Leben. Es gibt ein reiches, alternativmedizinisches Behandlungsspektrum. Suchen Sie sich das für Sie passende heraus.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Warnschuss Schmerz

Rückenschmerzen betreffen alle Arbeitnehmer, ob sie nun am Schreibtisch sitzen oder körperlich arbeiten. Dabei sind die Ursachen höchst verschieden. Immer aber ist der Schmerz ein Warnzeichen, dass man etwas ändern muss. Wer Rückenschmerzen hat, sollte einiges über Schmerzen lernen, sonst bleibt er in einem gefährlichen Kreislauf gefangen: Wenn man nicht handelt, riskiert man, dass der Schmerz das Leben regiert. Schmerzen können chronisch werden, selbst dann, wenn die Ursache längst behoben ist. Heute begegnet man Rückenschmerzen mit aktivierenden Therapieverfahren. Neben der Schulmedizin gibt es ein reiches alternativmedizinisches Spektrum. Viele Verfahren sind einen echten Versuch wert. Lernen Sie dabei, wie man die Wirbelsäule auf gesunde Art und Weise bewegt. Nur eines sollte man nicht tun: Vogel-Strauß-Politik ist bei Rückenschmerzen fatal.

Behandlung bei Rückenschmerzen: Naturheilkunde und Hausmittel

Keine übertriebene Schonung bei Rückenschmerzen

Bei starken Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen darf man nur vorübergehend ruhen. Die Bettruhe dauert besser nicht länger als 2 Tage. Wenn der Arzt keine akuten Schädigungen festgestellt hat, sollte man so bald wie möglich wieder aktiv werden. Schweres Heben sollte allerdings - in Rücksprache mit dem Arzt – für einige Zeit vermieden werden.

Rückenschmerzen aktiv angehen

Der Arzt informiert Sie über eine Therapie, die mit der individuellen Situation vereinbar ist. Leider wird noch immer viel zu häufig operiert, obwohl viele Probleme (billiger und schonender) mit Krankengymnastik gelöst werden könnten. Die Krankenkassen bieten für alle leichteren Beschwerden häufig Kurse gegen Rückenschmerzen an. Heute vermeidet man alle passiven Verfahren (Injektionen, Ruhigstellung, Schmerzmittel) und aktiviert den Patienten so gut wie möglich mit einer „multimodalen Therapie“:

  • Training der Rücken/Bauchmuskulatur, regelmäßiger Sport
  • neue Verhaltens- und Denkweisen (Besinnung auf eine richtige „natürliche“ Körperhaltung, rücken-gerechtes Alltagsverhalten)
  • klassische Naturheilverfahren (einrenkend, stärkend, reizend, …)
  • schmerzlindernde Phytotherapeutika
  • Entspannungstechniken und psychische Stabilisierung

Bitte seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie selbstständig üben und immer hartnäckig am Ball bleiben müssen. Im Verlauf von drei Monaten ist mit multimodaler Therapie eine Besserung zu erwarten. Darum ist das Vorgehen auch wirtschaftlich!

Das Schmerzgedächtnis

Bei allen Schmerzzuständen muss man wissen, dass sie chronisch werden können. Schmerzmittel setzt man bei Rückenschmerzen nur gezielt ein. Dann sollen die Nerven für eine Weile „vergessen“ wie sich der Schmerz anfühlte. Danach besteht die Chance für ein neues Gleichgewicht. Aber, dann ist man selbst gefragt und muss dem Rücken brauchbare Alternativen anbieten.

Heilpflanzen

Förderung der Durchblutung

Verkrampfte Muskeln (oder „Myogelosen“) zeichnen sich durch eine verminderte Durchblutung aus. Die mangelhafte Versorgung wiederum verstärkt die Verkrampfung. Diese Probleme unterhalten dann dauerhafte Schmerzen. Wärme kann den Kreis durchbrechen: Sie lockert die Muskeln und fördert die Durchblutung. Verstärkend wirken bei Rückenschmerzen durchblutungsfördernde Rheumasalben oder Wärmepflaster mit reizenden Mitteln (wie Chili).

Wie helfen reizende Stoffe?

Es klingt zunächst etwas seltsam, aber reizende Stoffe können zu einer Schmerzlinderung bei Rückenschmerzen führen. Die Reizung erzeugt neben einer guten Durchblutung und Erwärmung einen leichten Schmerz, der dann – nach einer Weile – die Weiterleitung starker Schmerzen dämpft.

Zur Verfügung stehen bei Rückenschmerzen eine ganze Reihe natürlicher Reizstoffe. Sie werden als Wärmesalben, Sprays und Öle angeboten. Auch als Entspannungsbad kann man sie einsetzen.

  • Arnika: reizend, durchblutungssteigernd, schmerzstillend
  • Campher: durchblutungsfördernd, lokal schmerzlindernd, reizend
  • Chili (Cayennepfeffer, Capsaicin): reizend, schmerzlindernd
  • Eukalyptusöl: durchblutungsfördernd, kühlend
  • Kiefern- und Fichtennadelöl: durchblutungsfördernd
  • Meerrettichwurzel (Breiumschläge): reizend, schmerzlindernd
  • Rosmarinöl: hautreizend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend
  • Senfsamenbrei (Umschläge): reizend, schmerzlindernd
  • Terpentinöl (Lärchenterpentin): tiefgehend durchblutungsfördernd
  • Lebensbaum: reizend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd
  • Menthol, Minzöl: kühlend, lokal betäubend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd
  • Wacholderöl: antientzündlich, entspannend

Abnutzung - Entzündung

Rückenschmerzen sind nicht immer Krampfschmerzen. Bei Abnutzung greift man zu Extrakten der Afrikanischen Teufelskralle (50-100 mg Trockenextrakte pro Tag). Der Weidenrindenextrakt (120-240 mg pro Tag) ist der Spezialist für alle entzündlichen Vorgänge in Muskeln (Muskelrheumatismus) oder im Gelenk (rheumatische Erkrankungen). Beide Heilpflanzen werden auch in den offiziellen Leitlinien der Fachgesellschaften zu „Kreuzschmerzen“ als medizinische Alternativen genannt. Allerdings wird hier auch die mangelnde Beweislage thematisiert.

Stress – Entspannung

Stress raubt nicht nur den Schlaf, er führt zu einer Verschlimmerung der Rückenschmerzen. Entspannende Mittel können dabei helfen, im Gleichgewicht zu bleiben. Empfehlenswert sind Präparate mit Baldrian und Hopfen, bei depressiver Neigung insbesondere Johanniskraut. Siehe auch Schlafstörungen und Depression.

Johanniskrautöl ist ein öliger Auszug aus der Heilpflanze mit intensiv roter Farbe. Dieses „Rotöl“ wird zur Verstärkung der Entspannung bei Rückenschmerzen während einer Massage eingerieben.

Homöopathische Mittel

Häufig behandelt die Homöopathie Schmerzen mit stark verdünntem Eisenhut-Extrakt. Diese stark giftige Pflanze produziert einen Stoff, der zu einem leichten Taubheitsgefühl führt. Zur Schmerztherapie ist diese äußerliche Anwendung nach ärztlicher Erfahrung sehr wirksam, aussagekräftige Studien bei Rückenschmerzen fehlen aber.

In der Regel richtet sich der jeweilige Homöopath nach den individuellen Symptomen. Hier nur einige Beispiele:

Eichenblättrige Giftsumach (Rhus toxicodendron): heftiger Schulter-, Nacken- oder Rückenschmerz. Nervenschmerzen an Armen und Beinen mit Ameisenlaufen, Lähmungsgefühl. Ursache Überanstrengung oder Schwangerschaft. Bewegung und Wärme bessern.

Zaunrübe (Bryonia): Schwäche und Steifheit der Beine. Ziehende oder reißende Muskelschmerzen. Verschlechterung bei Bewegung.

Sumpfporst (Ledum): steifer Rücken und Frostgefühl nach langem Sitzen, rheumatische Beschwerden oder Rückenschmerzen. Bettwärme und Bewegung verschlechtert.

Bittersüß (Dulcamara): Nacken-, Glieder-, Kreuzschmerzen wie nach langem Bücken. Steifheit in den Lenden. Eiskalte Arme und Beine. Gefühl der Zerschlagenheit. Kräftige Bewegung und Wärme bessern.

Nahrungsergänzung

Die Nahrungsergänzung richtet sich nach den individuellen Schmerzursachen. Wann immer möglich empfiehlt sich die Versorgung über die Nahrung und nicht über Tabletten. Sie ist nur für kurze Zeiträume zu vertreten.

Der Klassiker gegen Muskelkrämpfe ist das Magnesium (für 1-2 Wochen). Vitamin C sorgt für den Erhalt eines starken Bindegewebes. Nur mit einem intakten Bindegewebe können die Wirbel auch gut in Position gehalten werden. Der oxidative Stress bei Entzündungen wird durch Antioxidantien oder antioxidative Vitamine (Vitamin C und E) gelindert. Bei Nervensymptomen (Ameisenlaufen, Prickeln) muss die Vitamin B Gruppe ausreichend vorhanden sein (speziell Vitamin B12). Um Knochenabbau aufzuhalten und Osteoporose vorzubeugen braucht der Körper Mineralien (Calcium und Magnesium) sowie Vitamin D.

Tierisches Kollagen für Bindegewebs-Bausteine

Abgesehen von Vitaminen kann man den Körper mit Bindegewebsbausteinen unterstützen. Theoretisch stellt der Körper alle Bestandteile des Bindegewebes selbst her. Bei Mangel- oder Unterernährung hilft eine gezielte Unterstützung, zum Beispiel mit tierischen Kollagen. Es enthält die Aminosäuren Glycin, Hydroxyprolin und Prolin. Sie werden für die Produktion elastischer Fasern gebraucht. Speziell bei Arthrose und Knorpelschäden greift man zu den Knropelbestandteilen Chondroitinsulfat und Glucosamin. Der Köper stellt nur wenig davon her, baut aber auch nur wenig davon ein. Um den Knorpelstoffwechsel anzuregen braucht es dann begleitend Bewegung (Arthrose).

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Faustregel bei Rückenschmerzen: Werden Sie aktiv und ändern Sie etwas an Ihrem Leben.

Akute Zustände: Entlastung

Bei akut auftretenden Rückenschmerzen (durch einen Bandscheibenvorfall) soll der Patient entlastend gelagert werden. Man sorgt also mit Kissen und Rollen dafür, dass der Patient in einer schmerzarmen Position stabil liegen kann. Ein Therapeut muss dann über eine Dauerlösung entscheiden.

Bei Beschwerden in der Halswirbelsäule lagert man den Patienten flach und stützt den Bereich vorübergehend mit einer Halskrawatte.

Bei Beschwerden im Lendenwirbelbereich (Kreuzschmerzen) sind Knierollen meist am angenehmsten. Oder man legt sich auf den Boden und schiebt einen Hocker unter die Beine, sodass diese im rechten Winkel abgelegt werden können.

Nach der akuten Phase sollte bei Rückenschmerzen immer eine professionelle Krankengymnastik einsetzen. Bei leichteren chronischen Zuständen kann man sich selbst mit der aktivierenden Therapie helfen:

Kippelig wie Zappelphilipp stärkt den Rücken

Monotonie ist für die Muskeln eine der größten Gefahren. Doch was tun, wenn man acht Stunden an den Schreibtisch gefesselt ist? Hier bietet die moderne Möbelindustrie einige intelligente Lösungen gegen Rückenschmerzen an: kippelige Schreibtischstühle. Sie haben eine Sitzfläche, die schon bei kleinen Bewegungen in eine andere Richtung kippt. Der Rücken muss beständig reagieren und korrigieren. Anspannung und Entspannung wechseln sich ab. So kann sich kein Krampf „festsetzten“.

Tipp: Es muss aber nicht immer ein (teurer) neuer Stuhl sein. In den Sportgeschäften gibt es billige „Gleichgewichtstrainer“. Im Prinzip sehen sie aus wie eine Halbkugel (mit einer flachen und einer runden Seite). Man legt das Gerät mit der runden Seite auf den Stuhl und nimmt darauf Platz. Vielleicht versuchen Sie es am Anfang nur stundenweise, bis sich ihre Wirbelsäule an die ungewohnten „Überstunden“ angepasst hat. Diese Methode kann eine Dauerlösung gegen die Rückenschmerzen sein!

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

Je vielfältiger Ihre Muskeltätigkeiten sind, umso besser. Treiben Sie Sport nach Ihren Möglichkeiten (Gehen, Schwimmen oder Radfahren) und nutzen Sie jede sich im Alltag bietende Gelegenheit für Bewegung. Wer immer nur sitzt muss sich nicht wundern, wenn andere Fertigkeiten verkümmern. Rückenschmerz-Patienten profitieren von jeder sportlichen Abwechslung.

Korsettbehandlung (Orthesen)

Um kurzeitig den Rücken zu entlasten oder zur Vorbeugung beim Bewegen von Lasten kann man bei Rückenschmerzen zum Beispiel Lendengurte verwenden. Dadurch wird der Rücken stabilisiert. Achtung: Korsetts sollen nicht über längere Zeit getragen werden, da sonst die Muskulatur erschlafft. Dies hätte auf den Rückenschmerz eine gegenteilige Wirkung.

Hier einige Grundregeln bei Rückenschmerzen

Der Rücken ist für unsere moderne Lebensweise nicht angepasst, da heißt es sich auf die Grundlagen besinnen.

  • Wenn Sie sich nach unten beugen und etwas heben: Nicht mit rundem Rücken vorbeugen, sondern immer in die Knie gehen. Der Rücken bleibt dabei möglichst senkrecht. Die Kraft zum Heben muss immer aus den Beinen kommen und nicht aus dem Rücken. Sie schonen damit den Bandapparat und die Bandscheiben.
  • Einseitige Belastungen sollten Sie nicht nur bei Rückenschmerzen vermeiden und das Gewicht möglichst gleichmäßig auf beide Arme oder Beine verteilen.
  • Bei monotonen Arbeiten wird es spätestens nach 30 Minuten Zeit für Pausen. Soll heißen: die Position ändern, entspannen oder einen anderen Bewegungsablauf ausführen.
  • Beim Sitzen soll man nicht immer angestrengt gerade sitzen. Auch Lümmeln ist bei Rückenschmerzen von Zeit zu Zeit in Ordnung.
  • Versuchen Sie mit einem Trainer die richtige Sitz-Haltung herauszufinden. Sie werden staunen: Hier geht es oft nicht um Kraft, sondern die richtige Balance. Das hat etwas mit Leichtigkeit zu tun. Stellen Sie sich vor, man leuchtet mit einer Taschenlampe durch den Wirbelkanal von Kreuzbein bis zum Scheitel. Der Strahl kommt dort nur an, wenn die Wirbelsäule gerade ist. Lassen Sie die Schultern entspannt fallen. Das Kinn senken und heranziehen und die Brustwirbelsäule strecken. Mit der richtigen Balance haben Rückenschmerzen schnell ein Ende.

Einfaches Rückenschmerz-Training für Zwischendurch

  1. Stellen Sie sich mit breiten Beinen und gebeugten Knien auf den Boden. Beugen Sie nun den gestreckten Rücken nach vorne. Halten Sie die Position bis sie ihre Beine und den Rücken spüren. Nach einer Entspannungspause gleich noch mal probieren. Sie stärken damit die Muskelkraft.
  2. Wer viel stehen muss, kann sich immer wieder an die richtige Haltung „erinnern“, wenn er ein Bein anhebt und versucht nur mit der Kraft des Rückens auszugleichen. Hier geht es um die kraftsparende Balance.
  3. Wenn man gerade unbeobachtet ist, kann man auf der Stelle Laufen und dabei einen imaginären Faustkampf ausführen. Dabei stoßen Sie die Fäuste abwechselnd in alle Richtungen. Diese Übung hilft bei leichteren Wirbelverkantungen. Schief stehende Wirbel sind oft schuld an hartnäckigen Rückenschmerzen.

Hausmittel

Oma´s Rezept gegen Rückenschmerzen

Bei chronischen Krampfzuständen der Muskeln bringt Wärme die Entspannung zurück. Dabei kann man eine Wärmflasche nutzen, eine Heizdecke, ein warmes Bad oder einen Heublumensack. Die Inhaltsstoffe der Kräuter und die dampfige Wärme verstärken den Effekt – nicht nur bei Rückenschmerzen sondern allen Krampfzuständen.

So geht es:

Füllen Sie einen kleinen Kopfkissenbezug mit Heu (es gibt auch fertige Heusäcke in der Apotheke zu kaufen). In einem Topf mit kochendem Wasser und Siebeinsatz wird das Heu für etwa eine Stunde mit heißem Dampf gesättigt. Nach dem Abkühlen (mit dem Unterarm testen!) auf den schmerzenden Rücken auflegen und gut zudecken. Ruhen Sie damit, bis die Wärme verpufft ist.

Achtung: Wenn Sie den Heusack Tage später nochmal verwenden wollen, muss er sorgfältig getrocknet werden. Er kann bis zu fünf Mal gegen die Rückenschmerzen eingesetzt werden.

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